Fiktionales Schreiben

Roman, Drehbuch, Kurzgeschichte schreiben - schlüssig und motivierend

Fiktionales Schreiben

Heute lernen wir mal wieder das Schreiben. Entsprechende Lektüre habe ich ja in großer Menge durchgekaut und wiedergegeben. Keines davon geht für uns den beschwerlichen Weg zum einträglichen Schriftstellertum, bietet dafür aber mehr oder weniger nützliche Tipps, wie man diesen Weg alleine beschreiten kann.

Das ist mit diesem Buch nicht anders. Der Titel ist diesmal Fiktionales Schreiben, also Dichtung und Prosa, Schreiben des Unwirklichen und Erdachten. Im stichwortartigen Untertitel verspricht das Buch folgenden Inhalt: »Geschichten erfinden / Schreiben verbessern / Kreativität steigern«. Diesen drei »grundlegenden Voraussetzungen« für das Schreiben eines Romans, Drehbuchs oder einer Kurzgeschichte »widmet sich« Fiktionales Schreiben.

Wie üblich frage ich an dieser Stelle nach den »Referenzen« des Autors. Von Ron Kellermann findet man auf Amazon.de nur dieses eine Buch. Macht nichts, denn er ist parallel freier Autor und Dramaturg und Lehrbeauftragter für Drehbuch und Dozent für Fiktionales Schreiben. Das macht doch Eindruck: ich lese quasi eine universitäre Vorlesung.

Ron Kellermann teilt sein Buch in vier Teile. In Idee und Geschichte stellt er zunächst die Frage nach der Bedeutung dieser beiden Begriffe und klärt es in kurzen, schlüssigen Artikeln. Man merkt: hier kennt jemand die Technik genau, und muss nicht mit umständlichen Sätzen und exotischen Fremdwörtern ums Wesentliche herumreden. Genauso bündig geht’s in Teil 2 Schreiben und Teil 3 Dramaturgie weiter. Teil 4 widmet sich einem Thema, das ich eigentlich gar nicht mehr erwartet hätte, das trotzdem konsequent ist: ein Exposé schreiben und das Werk anbieten. Mit einem sympatischen Kapitel »Geduldig sein und Daumen drücken« endet der Ratgeber.

Wer ständig irgendwelche Bücher übers Schreiben liest, wie ich, trifft zwangsläufig auf Wiederholungen. Dasselbe passiert, wenn man verschiedene Varianten zur Einführung in die Organische Chemie liest – die Grundlagen bleiben dieselben, es kommt auf den Lehrer an. Der Lehrer Ron Kellermann ist ein Praktiker: anschaulich, einfach, kreativ. Dass die Tendenz zum Drehbuch besteht ist angesichts seines beruflichen Werdegangs verständlich – und gerade für mich ideal.

Wer (zum ersten Mal) etwas über das Prinzip des Schreiben erfahren möchte, der greife zu diesem Buch. Ohne demotivierende Frasen wie: vom Schreiben kann man nicht leben. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie es gar nicht erst schaffen. Stattdessen propagiert Kellermann Selbstdisziplin. Der wahre Schlüssel zum Erfolg.

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