Mit Jane Austen durch England

Elsemarie Maletzke auf den Spuren der Autorin und ihren Figuren

Mit Jane Austen durch England

Die Reiseroute orientiert sich an Austens Biographie, beginnt also in Steventon, wo Jane Austen 1775 als Pfarrerstochter geboren wurde und die Romane Pride and Prejudice, Northanger Abbey und Sense and Sensibility schrieb. Ihr Weg führte sie Mitte zwanzig für einige unglückliche Jahre nach Bath, wo Maletzke versucht, ihre Unterkünfte auszumachen und die Schauplätze besucht, die in den Romanen Northanger Abbey und Persuasion eine Rolle spielen.

Ihren Urlaub verbrachte Jane Austen gerne am Meer, z.B. in Lyme Regis in der Grafschaft Dorset, deren Hafenmauer »The Cobb« zum literarischen Schauplatz im Roman Persuasion wurde. Im Alter von 34 Jahren zog Jane Austen nach Chawton, überarbeitete ihre frühen Romane und schrieb nacheinander Mansfield Park, Emma und Persuasion. Jetzt erst, im Jahr 1811, wurde als erster Roman Sense and Sensibility veröffentlicht. In Chawton steht auch ein echter »Austen-Schrein«: ihr Wohnhaus, das Chawton-Cottage. Hier kann man originale Utensilien bestaunen, zum Beispiel Jane Austens Schreibtisch. Die letzte Station der Reise ist Winchester, wo sie 1817 starb.

Dieses Buch führt nicht an die Originalschauplätze der Verfilmungen, auch wenn hier und da darauf eingegangen wird (z.B. bei einer Jane-Austen-Stadtführung in Bath, wo die Straßenecke vorgeführt wird, an der sich in einer Persuasion-Verfilmung Amanda Root und Ciarán Hinds küssten – was auf wenig Begeisterung der Kritik stoß, da öffentliches Küssen unrealistisch war zu Austens Zeit).

Immer wieder betont Maletzke, wie wenig tatsächlich bekannt ist darüber, welche Herrenhäuser Vorbild für die Anwesen der Romanfiguren waren. Orte, bei denen man einen Zusammenhang vermutet, stattet Maletzke einen Besuch ab und hält ihre Eindrücke fest.

Mit Jane Austen durch England ist ein wenig Reiseführer, ein bisschen Biografie und ein heiterer Erfahrungsbericht. Mit spitzem Witz schöpft Maletzke aus ihrem großen Jane-Austen-Wissen, hier und da gewürzt mit satirischen Zitaten aus Austens Romanen und Briefen. Dabei hat sie sich wohl so eingehend mit Jane Austen beschäftigt (die sie vertraulich »Jane« nennt), dass ihr die englische Autorin in Fleisch und Blut übergegangen ist und sie einen ähnlich ironischen Tonfall pflegt.

Die Fotos ihrer Reise sind auch sehr gelungen – ein paar mehr davon, und ich hätte mir das Buch sehr gut als großen Hardcover-Bildband vorstellen können. So erhält das schmale Taschenbuch seinen verdienten Platz gleich neben meinen Austen-Romanen.

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