Das Jadepferd

Steffanie Burows Debüt ist eine kunsthistorische Verfolgungsjagd in Nordwestchina

Das Jadepferd

Die deutsche Hochschulabbrecherin und Weltenbummlerin Marion reist im Jahr 2004 in die Stadt Kashgar in der Provinz der Xinjiang in Nordwestchina. Sie hat sich kürzlich von ihrem langjährigen Freund Thomas getrennt und versucht gerade ihr Leben neu zu ordnen, also sie auf dem Weg ins Hotel in eine Baugrube fällt und die Leiche eines jungen uighirischen Mannes findet. Die Polizei trifft rasch ein, darunter ist auch der ermittelnde Kommissar Li Yandao. Der Fall wäre für die nicht tatverdächtige Marion schnell erledigt, hätte sie nicht dem Toten ein Kästchen aus den steifen Fingern gewunden und eingesteckt. Darin befindet sich eine offensichtlich sehr alte Jade-Figur in Form einer Pferdehälfte, sowie mehrere Bambusstäbe mit Einkerbungen.

Li Yandao vermutet, dass die Deutsche ihm etwas verheimlicht, aber sein amoröses Interesse an ihr verhindert, dass er Marion auf den Zahn fühlt. Zwischen den beiden entwickelt sich rasch eine zarte Bindung, doch schon bald sitzt Marion im Bus auf dem Weg zu ihrer nächsten Station – im Gepäck die Jadefigur. Marion wird fortan vom Unglück verfolgt: ihr Reisebus verunglückt und in Yar-Khoto fällt sie in einen Ausgrabungsschacht. Vor allem aber haben sich gefährliche Männer an ihre Fersen geheftet: korrupte Kunsthändler und vielleicht sogar der Mörder des Uighuren.

Das Jadepferd verbindet Reisebericht mit Kriminalgeschichte und unternimmt den Versuch eine Liebesgeschichte einzubinden, die allerdings sehr plötzlich kommt und etwas bemüht erscheint. Im Wechsel zu den Ereignissen des Jahres 2004 webt Steffanie Burow chronologisch die Stationen des Jadepferdes ein und lässt so die Fäden zusammenlaufen. Die Wirkung des Buchs lässt erst dann ein wenig nach, als Burow die Geschichte nach Hamburg verlagert und sie so dem Element beraubt, von dem das Buch lebt: die anschauliche Beschreibung der Landschaft, Politik und der Menschen Nordwestchinas.

Auf der Webseite zum Buch werden die Parallelen der Autorin zu ihrer Figur deutlich. Nicht nur hat Steffanie Burow die Schauplätze ihrer Geschichte persönlich bereist, sie ähnelt auch ihrer Protagonistin, die sie als normal gebaute Frau Mitte 30 beschreibt. Begleitend zum Buch kann man hier auch einige Fotos der beschriebenen Orte ansehen.

Das Jadepferd ist ein Buch, das ich rasch zu Ende gelesen und zufrieden weggelegt habe. Für mich persönlich hat es noch einen weiteren praktischen Effekt: ich habe eine gute Freundin die Marion heißt, Kunsthistorik studiert und Pferde liebt. Ich habe das ideale Weihnachtsgeschenk gefunden.

Auch gelesen hat’s Daniela Moehrke / buchbegegnungen.blog.de und meint: »Das Jadepferd ist Abenteuer-, Liebes- und Kriminalroman in einem«

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