Die Töchter der Kälte

Gartenzaunkrieg, Asperger und Pädophilie: Camilla Läckberg lässt in Fjällbacka ermitteln.

Die Töchter der Kälte

Als ein kleines Mädchen ertrunken im Meer gefunden wird, sind die ermittelnden Kommissare aus dem westschwedischen Hafenort Fjällbacka erschüttert. Doch als die Autopsie ergibt, dass sich nicht Salzwasser sondern Süßwasser mit Seifenspuren in der Lunge des Kindes befindet, wandelt sich die Erschütterung in Entsetzen – das Mädchen muss in einer Badewanne ertränkt worden sein. Der junge Kommissar Hedström nimmt engagiert die Ermittlungen auf, ist er doch selbst erst kürzlich Vater geworden. Auf der Suche nach dem Täter verheddern sich er und seine Kollegen in einen kleinstädtischen Wust aus Nachbarschaftsfehden, Kinderpornographie und Asperger-Syndrom.

Parallel zur Haupthandlung wird in Fragmenten die Geschichte eines Steinmetzes und seiner abgrundtief bösen Frau Agnes erzählt, die vor knapp 100 Jahren im selben Dorf lebten. Dass hier ein wichtiger Zusammenhang zu den aktuellen Ermittlungen gibt ist zu erwarten, wird für den Leser aber spätestens dann offensichtlich, als in der Parallelgeschichte ein ganzer Stadtteil brennt und im Heute Aschespuren ins Licht der Ermittlungen rücken …

Die Autorin blickt in die Köpfe ihrer Figuren und schildert in Inneren Dialogen deren Beweggründe und Einsichten – dabei wird auch die Person nicht außer Acht gelassen, die sich später als Mörder herausstellt. Toll, wie die Autorin es schafft, so viel Privates aus dem Leben der Beteiligten zu erzählen und gerade dadurch statt Langeweile Spannung zu erzeugen. Einziges Manko sind die ewig trostlosen Familienverhältnisse aller Beteiligten.

Camilla Läckberg schreibt klar, erklärend und intuitiv, mit besonderer Wertschätzung für Details. Auf die ersten beiden Bände der Reihe wird nur selten angespielt – man muss sie nicht kennen, um mit ‘Die Töchter der Kälte’ in Läckbergs Krimiwelt einzutauchen.

Seufzend schwang er die Beine aus dem Bett. Es schlief grundsätzlich nur in Unterhosen, und nun tastete seine Hahd sich unter dem dicken Bauch zum Schritt vor, wo er sich kratzen und gewisse Teile zurecht rücken musste, die im Schlaf ein wenig in Schieflage geraten waren.

Ein Krimi von der Art, wie es den schwedischen Autoren im Blut zu liegen scheint: ruhig, dennoch fesselnd und mit einem Schuss Humor.

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