Jane Austen für Boshafte

Ausgewählte Worte des elegantesten satirischen Talents des 18. Jahrhunderts

Jane Austen für Boshafte

Wenn eine neue Jane-Austen-Verfilmung veröffentlicht wird, romantisch und witzig, dann legen die Buchhändler wieder ihren Vorrat an Jane-Austen-Romanen ins Schaufenster und man trifft überall auf Frauen, die eines der Exemplare in den Händen halten – mit enttäuschter Miene. Das ist ja gar nicht das Buch zum Film.

Jane Austen schaffte mit Elizabeth Bennett und Mr. Darcy eines der schönsten antagonistischen Paare und die wunderbarste Liebeserklärung, von Captain Wentworth an Anne Elliot, in Verführung.

Doch in Jane Austens Romanen gibt es keine Küsse, keine leidenschaftlichen Blicke, wie in den Verfilmungen. Viel lieber übt sie mit scharfer Zunge (bzw. Feder) Kritik an den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit. Schon im allerersten Satz von Stolz und Vorurteil teilt sie aus: »Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle, der ein beachtliches Vermögen besitzt, zu seinem Glück nur noch eine Frau bedarf«.

In der Zitatsammlung Jane Austen für Boshafte hat Elsemarie Maletzke aus Austens Briefen, Werken und Werkentwürfen die »herrlichsten Bosheiten« des »elegantesten satirischen Talents des 18. Jahrhunderts« herausgesucht und thematisch sortiert, darunter die Kategorien Liebe und Ehe, Tod, Müßiggang und Kunstgenuss.

Das sind viele kurze Anmerkungen (»Alleinstehende Frauen haben eine fatale Neigung zur Armut. Das ist ein starkes Argument für die Ehe«), aber auch längere Dialoge, wie der Schlagabtausch zwischen Elizabeth Bennett und Lady Catherine.

Frau Maletzke kennt sich aus in Sachen Satire: ihre Laufbahn führte sie in die Redaktionen von Pardon, Titanic und Pflasterstrand, und sie kennst sich aus in Sachen Jane Austen: Anfang des Jahres wurde ihre Jane Austen Biographie neu aufgelegt.

Jane Austen für Boshafte ist ein schmales, zartes Buch, das seinen Leser zielsicher zum Lächeln bringt – und zum Lesen der Werke verführt.

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