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	<title>lesedetektiv.de &#187; Wissenschaftlich</title>
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		<title>Teuflisches Genie &#124; Catherine Jinks eigenwilliger Held zwischen Coming of age und Weltherrschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 28 May 2008 17:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftlich]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426500418/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-192" title="Teuflisches Genie | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/05/teuflisches-genie.jpg" alt="Teuflisches Genie | Knaur" width="84" height="128" /></a>Ich sch&#228;tze es ist nicht leicht, &#252;ber eine Figur zu schreiben, die man als Genie charakterisiert, wo man doch selbst gar kein Genie ist. Das unterstelle ich der Autorin Catherine Jinks zumindest einfach mal. Schlie&#223;lich muss man sich in so eine Figur hineindenken und sich genie-typische abstruse Interessen und Spleens einfallen lassen. Ein Buch l&#228;sst seinen Rezeptor intensiv in die Psyche einer Figur eintauchen &#8211; darum bef&#252;rchtete ich, dass die geistige Diskrepanz zwischen der normal intelligenten Autorin und dem fiktiven Genie zu offensichtlich wird.</p>
<p>Bei Jinks und ihrer Figur Cadel Piggott schien es so zu sein. Cadel wird als einzigartig intelligentes Genie beschrieben, ein computerhistorische Fachliteratur lesender, Sicherheitssysteme knackender Siebenj&#228;hriger, dem Jinks das Aussehen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elijah_Wood" target="_blank">Elijah Wood</a> verliehen hat (sie bedankt sich f&#252;r die visuelle Inspiration).</p>
<p>Cadel ger&#228;t in die Obhut des seltsamen Psychologen Thaddeus Roth, der sich bald als »rechte Hand« des (wahnsinnigen?) Genies Phineas Darkkon vorstellt, welcher wiederum Cadels leiblicher Vater sein soll. Der schnelle Einstieg ins Geschehen entpuppt sich als Vorwand, ein ausf&#252;hrliches Psychogramm &#252;ber Cadel zu erstellen &#8211; dazu eignet sich die Psychologenfigur ideal. Der Leser lernt Cadel kennen und sieht ihn &#8211; unter st&#228;ndiger Manipulation, die er lange nicht wahrnimmt &#8211; zu einem 14j&#228;hrigen heranwachsen, der s&#228;mtliche Schulklassen &#252;berspringt und sich, ganz wie vom Vater geplant, in das Axis Institut einschreibt, um dort hintergr&#252;ndig die Kunst der Ergreifung Weltherrschaft zu erlernen.</p>
<p>Die verwendete Sprache ist sehr einfach, was das Buch auch an ablenkungsstarken Orten wie der Stra&#223;enbahn lesbar macht. Die Autorin erkl&#228;rt jede Regung und Wendung und nutzt sehr simple Vergleiche (»Er blinzelte nicht einmal [...] &#8211; wie eine Katze, die mit dem Schwanz zuckte«) und verlangt von ihrem Leser gar nicht, dass er S&#228;tze wie »DNS leitet nicht gut. Au&#223;er, wenn sie als Substrat f&#252;r galvanisierte Metalle eingesetzt wird« versteht &#8211; im Gegenteil: solch eingestreutes Fachwissen soll nur die Charakterzeichnung des hochgebildeten Kindes festigen. Eine wenig elegante Art, die intellektuelle Diskrepanz zu ihrer Figur zu &#252;berbr&#252;cken &#8211; was wiederum wett gemacht wird durch einen humorvollen, ironischen Umgang mit ihrem Genie.</p>
<p>Das Interesse an der Entwicklung dieser ungew&#246;hnlichen Figur war Grund genug weiter zu lesen, solange bis die Geschichte selbst auch den gewissen Kick bekam. Die dunkle Ahnung, dass das Buch vor allem »herrlich abstrus« sein m&#246;chte aber irgendwie klamottig ist, hat sich schlie&#223;lich als unbegr&#252;ndet, oder zumindest nebens&#228;chlich erwiesen. Dass mehr Fragen offen bleiben als beantwortet werden, ist dem Umstand geschuldet, dass der Leser mit diesem Buch den ersten Teil einer mehrb&#228;ndigen Serie in der Hand h&#228;lt (Fortgesetzt mit <em><a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=627">Teuflisches Team</a></em>).</p>
<p>Die Australierin Catherine Jinks ist bisher vor allem mit historischen Romanen auf dem deutschen Buchmarkt vertreten, die in ihrer genretypischen Gestaltung im Buchladen nicht ins Auge stechen. Ganz anders dieses Buch: es wird sicherlich alleine wegen seines seltsamen Aussehens von vielen in die Hand genommen, das flippige schwarz-pinke Totenkopfdurcheinander f&#228;llt auf. Das Wei&#223; hat einen gelblichen Stich, wie diese Leuchtsticker, weshalb ich erst vermutete, dass das Buch im Dunkeln leuchtet (tut es nicht). Und zu guter Letzt der pechschwarze Seitenschnitt, als habe ihn jemand mit einem Pinsel und schwarzer Wasserfarbe angemalt. So ist auch die Konsistenz: es knackt beim Umbl&#228;ttern, weil die Farbe auseinanderbricht, auf den Fingerkuppen hinterl&#228;sst es ein unangenehm spr&#246;des Gef&#252;hl und beim ersten raschen Durchbl&#228;ttern flogen mir kleine schwarze Partikel in Mund und Augen. Zweifellos ein Buch, das einen bleibenden Eindruck hinterl&#228;sst.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426500418/selbstausbild-21" target="_blank"> Seltsam, und gerade deshalb lesenswert </a></p>
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