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	<title>lesedetektiv.de &#187; Krimi, Thriller</title>
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	<description>Buchkritiken, Rezensionen Literatur: Romane, Wissen, Hörbuch, Kinderbücher, Kurzgeschichten etc.</description>
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		<title>Das M&#228;dchen seiner Tr&#228;ume &#124; Donna Leons Commissario Brunetti und sein siebzehnter Fall</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 13:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder ein Brunetti, 17 mittlerweile. Nimmt das kein Ende? Seit 1992 schreibt Donna Leon j&#228;hrlich einen Roman dessen Protagonist, der venezianische Polizist Commissario Guido Brunetti, l&#228;ngst zur Marke geworden ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257066953/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-708" title="Das M&#228;dchen seiner Tr&#228;ume | Diogenes" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/09/brunettis-siebzehnter-fall.jpg" alt="Das M&#228;dchen seiner Tr&#228;ume | Diogenes" width="75" height="128" /></a>Wieder ein Brunetti, 17 B&#228;nde sind es schon. Seit 1992 schreibt Donna Leon j&#228;hrlich einen Roman, dessen Protagonist, der venezianische Polizist Commissario Guido Brunetti, l&#228;ngst zur Marke geworden ist. Und sie hat ein recht klares Schema: ein Kriminalfall, meist ein Mord, parallel dazu ein sozialkritischer Aspekt und als Gegenpol der Hoffnung jede Menge Brunetti-Familienleben.</p>
<p>Der Mordfall dieses Romans ist der eines jungen M&#228;dchens, das tot in Venedigs Kan&#228;len treibt. Sie geh&#246;rt zu den Roma, womitauch das gesellschaftskritische Anliegen des Romans abgesteckt ist. Der Kriminalfall tritt gute 150 Seiten lang zur&#252;ck und macht Platz f&#252;r eine detaillierte und anschauliche Beschreibung der Lebensverh&#228;ltnisse der Roma: Donna Leon berichtet sehr gr&#252;ndlich davon, wie die Bev&#246;lkerungsgruppe unter dem gesellschaftlichen Ausschluss leidet. Interessant und lehrreich &#8211; aber nicht spannend.</p>
<p>Der Spannung ebenfalls nicht zutr&#228;glich ist die extra gro&#223;e Portion Familienleben (Brunettis Mutter stirbt). Unterhaltsam f&#252;r alle, die Familie Brunetti seit 17 B&#228;nden verfolgen und lieb gewonnen haben und auch die geistreichen Wortwechsel im Kommissariat zu sch&#228;tzen wissen. Wenn auch die (in der Vergangenheit sehr fesselnde) Krimi-Spannung von Band zu Band abnimmt, gute Dialoge fallen Donna Leon immer ein.</p>
<p>Vielleicht ist es ein Fehler, immer noch einen spannenden Krimi hinter der Marke Brunetti zu erwarten. Dabei ist es Donna Leon doch offensichtlich viel wichtiger &#252;ber gesellschaftliche Missst&#228;nde zu berichten und liebevoll den venezianischen Alltag darzustellen. Der Kriminalfall ger&#228;t zur Nebenhandlung. Auch wenn ich mich (in Erwartung eines Krimis) streckenweise langweilte ist der 17. Fall wieder besser als <a title="Donna Leon" href="http://www.lesedetektiv.de/?s=donna+leon">die letzten beiden</a>.</p>
<p>Donna Leon kann wunderbar schreiben. Sie fordert etwas von ihrem Leser, und sei es nur das Bewusstsein, dass  eben nicht immer alles sauber aufgel&#246;st und abgeschlossen wird. Trotzdem: sch&#246;n w&#228;r&#8217;s schon, mal wieder was richtig Spannendes von ihr zu lesen. Hoffnung nicht aufgeben, warten wir eben auf&#8217;s n&#228;chste Jahr.</p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a title="Ines Dietzsch / krimi-couch.de" href="http://www.krimi-couch.de/krimis/donna-leon-das-maedchen-seiner-traeume.html" target="_blank">Ines Dietzsch / krimi-couch.de</a> und meint: »Ein gewisser Unterhaltungswert ist dem Roman nicht abzusprechen, jedoch Krimi-Spannung? – Fehlanzeige«</p>
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		<title>Teuflisches Team &#124; Fortsetzung eines spannenden High-Tech-Thrillers &#8211; und meiner Partikel-Allergie</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 08:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[SF, Fantasy]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch mit den schwarzen Partikeln im Schnitt wird fortgesetzt - nat&#252;rlich mistamt den schwarzen Parikeln, die die Seiten so zusammenkleben, dass ich sie bei jedem Umbl&#228;ttern mit einem knarzenden Ger&#228;usch auseinander ziehen muss ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426501112/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-628" title="Teuflisches Team | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/08/teuflisches-team.jpg" alt="Teuflisches Team | Knaur" width="83" height="128" /></a>Das Buch mit den schwarzen Partikeln im Schnitt wird fortgesetzt &#8211; nat&#252;rlich mistamt den schwarzen Parikeln, die die Seiten so zusammenkleben, dass ich sie bei jedem Umbl&#228;ttern mit einem knarzenden Ger&#228;usch auseinander ziehen muss. Solange man nicht umbl&#228;ttert und nur von au&#223;en anschaut, ist es wirklich toll gestaltet, keine Frage.<br />
Wen es kalt l&#228;sst, dass Farbe permanent abf&#228;llt, wie spr&#246;der Staub an den Fingerkuppen h&#228;ngenbleibt und eingeatmet wird (kein Witz &#8211; ich musste permanent niesen), den erwartet ein spannender, brandaktueller Science-Fiction-Thriller.</p>
<p>Mit Teuflisches Team geht die Trilogie in die zweite Runde: der mittlerweile 15-j&#228;hrige Hacker Cadel kann keinen Schritt mehr ohne polizeiliche &#220;berwachung tun &#8211; zu wichtig ist seine Funktion als Kronzeuge gegen seinen teuflischen Vater Prosper English. Der ist zwar hinter Gittern, aber Cadel wei&#223; sehr wohl, dass das f&#252;r ein Genie wie ihn selbst kein un&#252;berwindbaderes Hindernis ist. Untergebracht in einem Heim und ohne Erlaubnis Australien zu verlassen, besch&#228;ftigen ihn zwar Reibereien mit dem Heimkind Mace, ansonsten aber ist ihm t&#246;dlich langweilig.</p>
<p>Dann bekommen er und seine Freundin, Mathe-Genie Sonja, einen Platz in einem Wohnheim f&#252;r intelligente Jugendliche angeboten &#8211; und nehmen dankbar an, wobei sie sich sehr wohl bewusst sind, dass es sich dabei eigentlich um die Rekrutierung einer kleinen Cyberhacking-Armee handelt: das teuflische Team. Ihr Ziel ist es, das Unternehmen GenonM zu durchleuchten und zu zerst&#246;ren, das auch im Zusammenhang zu Prosper English steht.</p>
<p>Dieser zweite Band hat mir noch besser gefallen als <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=191">der erste</a>: er ist zwar weniger »teuflisch«, aber ich habe das sympathische Team hackender Jugendlicher schnell ins Herz geschlossen. Es ist ein komplexes Buch, rasant und ironisch, im Computer-Jargon geschrieben und voller intelligenter Tricks und Wendungen. Es spricht die Hightech-Generation unmittelbar an. Wer sein Kind »zum Lesen bringen« m&#246;chte, f&#252;r den lautet das Zauberwort nicht l&#228;nger »Harry Potter«, sondern »Cadel Piggot«.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426501112/selbstausbild-21" target="_blank"> Der Harry Potter der aktuellen Jugend-Generation </a></p>
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		<title>Leichenbl&#228;sse &#124; David Hunter macht einen Abstecher in die USA und trifft auf &#8230; Maden, was sonst?</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 08:37:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[David Hunter ist wieder da. Er hat den Mordversuch vom letzten Band Kalte Asche also &#252;berlebt - Simon Beckett hat sich ja erlaubt, einen Cliffhanger ans Ende zu setzen, der offen lie&#223;, ob der Held den Messerstich der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3805208669/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-570" title="Leichenbl&#228;sse | Wunderlich" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/05/leichenblaesse.jpg" alt="Leichenbl&#228;sse | Wunderlich" width="78" height="128" /></a>David Hunter ist wieder da. Er hat den Mordversuch vom letzten Band <em>Kalte Asche</em> also &#252;berlebt &#8211; Simon Beckett hat sich ja ein Ende erlaubt, das offen lie&#223;, ob der Held den Messerstich der weiblichen Gegenspielerin &#252;berleben w&#252;rde &#8211; aber wer hat sich schon ernsthaft Sorgen gemacht. Simon Beckett kommt gewiss nicht auf die Idee, seinen weltweit so erfolgreichen forensischen Anthropologen (»Forensische Anthropologen haben vor allem mit [...] stark verwesten oder vollst&#228;ndig skelettierten Leichen [zu tun]«, Wikipedia) den literarischen Tod sterben zu lassen.</p>
<p>Nun kommt er also zum dritten Mal zum Einsatz. Ohnehin grundausgestattet mit einem Trauma (vor Beginn des ersten Buchs sterben Frau und Kind, was ihn vor&#252;bergehend zur Aufgabe seines Berufs als Verbrechensaufkl&#228;rer bewegt) hat der arme Mann nun zus&#228;tzlich mit dem Verlust seiner Freundin, den physischen Schmerzen der Stichwunde und einem sehr pr&#228;senten Verfolgungswahn (die Antagonistin, die den Mordversuch ausf&#252;hrte, ist noch auf freiem Fu&#223;) zu k&#228;mpfen. Wenn man bedenkt, dass David Hunter berufsbedingt stets knietief in Maden und abgetrennten Extremit&#228;ten steht, w&#228;ren das mittlerweile genug Gr&#252;nde, sich in eine Anstalt einweisen zu lassen.</p>
<p>David Hunter w&#228;hlt einen anderen Weg: er »flieht« in die USA zu seiner einstigen Ausbildungsst&#228;tte, der Body Farm an der University of Tennessee. Nat&#252;rlich findet er auch dort keine Ruhe. Sein einstiger Lehrer und Freund Tom Liebermann konsultiert ihn f&#252;r einen Mord in der Region. Es handelt sich naturgem&#228;&#223; nicht um einen herk&#246;mmlichen Fall: nichts scheint an Zustand und Umfeld der Leiche des Mannes, aus dem die Maden »wie &#252;bergekochte Milch« herausstr&#246;men, normal zu sein. Dann verschwindet der ermittelnde Profiler, Tom Liebermanns Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend und &#252;berall nimmt Hunter die Duftnote der Frau wahr, die ihm nach dem Leben trachtet.</p>
<p>Wer die Reihe nicht kennt und wissen m&#246;chte was ihn erwartet, braucht im Buchhandel eigentlich nur eine beliebige Seite aufzuschlagen: die Wahrscheinlichkeit, auf Worte wie <em>Leiche</em>, <em>Made</em> oder <em>bestalischer Gestank </em>zu treffen, ist sehr hoch. Bereits auf den ersten Seiten stehe ich als Leser mitten auf der Body Farm zwischen Leichen in unterschiedlichen Verwesungsstadien und erfahre die r&#252;hrende Geschichte eines verstorbenen Zahnarztes: »Er war nackt und lag auf einem niedrigen Holzgestell &#252;ber dem Teppich aus Rispengras und Laub. Er befand sich seit &#252;ber einer Woche dort, sodass sich das Fleisch bereits aufgel&#246;st hatte und man unter der mumifizierten Haut Knochen und Knorpel erkennen konnte. Ein paar Haarb&#252;schel hingen noch am Sch&#228;del, aus dem leere Augenh&#246;hlen in den klaren blauen Himmel starrten.«<br />
Das dient nur zum Warmwerden.</p>
<p>Simon Becketts bew&#228;hrtes Rezept (banaler Schreibstil gew&#252;rzt mit sachlich detaillierten Verwesungsdetails) geht auch im dritten Band auf. Und &#8211; man muss sich ja steigern &#8211; er schafft Superlative: dutzende Tote, ungez&#228;hlte Maden und ein Held, der nicht weit vom Wahnsinn entfernt ist.<br />
Trotzdem habe ich das Buch lange nicht so schnell und gerne gelesen wie seine beiden Vorg&#228;nger: zum ersten Mal habe ich mich am stellenweise sehr platten Stil gest&#246;rt, an klischeehaften Figuren, an den »unerwarteten« aber vor allem unglaubw&#252;rdigen Wendungen. Am Ende hat sich Beckett wieder heillos &#252;bernommen. Und wenn ich die Augen schloss, habe ich irgendwann nur noch &#252;berkochende Maden gesehen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3805208669/selbstausbild-21" target="_blank"> Diesmal ist mir wirklich schlecht geworden. </a></p>
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		<title>Macht der sechs Steine, Die &#124; Bang! Wumm! Wusch! Matthew Reillys flacher Hollywood-Actionfilm in Buchform</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 22:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich nicht gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Buch spiegelt keine falschen Tatsachen vor. Das beginnt schon beim Umschlag: effektvoll tritt der Titel hervor, plastisch und mit eingelassenen Linien und L&#246;chern, eine Freude f&#252;r die Fingerkuppen. Oben der breit gedruckte Name des australischen Autors Matthew Reilly, der f&#252;r Thriller stehen soll, die sich lesen wie ein Actionfilm aus Hollywood. Dazwischen strahlt, vor diffusem gr&#252;nem Rauch, ein Stein. Wer erwartet da besonders viel Niveau zwischen den Buchdeckeln?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471300104/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-527" title="Die Macht der sechs Steine | List Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/01/macht-der-sechs-steine.jpg" alt="Die Macht der sechs Steine | List Verlag" width="81" height="128" /></a>Dieses Buch spiegelt keine falschen Tatsachen vor, es zeigt ganz unmissverst&#228;ndlich was es ist und was kann. Das beginnt schon beim Umschlag: effektvoll tritt der Titel hervor, plastisch und mit eingelassenen Linien und L&#246;chern, eine Freude f&#252;r die Fingerkuppen. Oben der breit gedruckte Name des australischen Autors Matthew Reilly, der f&#252;r Thriller stehen soll, die sich lesen wie ein Actionfilm aus Hollywood. Dazwischen strahlt, vor diffusem gr&#252;nem Rauch, ein Stein. Wer erwartet da besonders viel Niveau zwischen den Buchdeckeln?</p>
<p>Ein Blick in den Klappentext zerstr&#228;ut alle Zweifel: <em>»Jack West und sein Team aus Spezialisten haben neun Tage Zeit, um die sechs legend&#228;ren S&#228;ulen der Welt zu finden, die zusammen die bedrohliche fremde Sonne abwehren k&#246;nnen«</em>. Jack West &#8211; gibt es einen Namen, der die Figur eines spr&#246;den amerikanischen Helden treffsicherer charakterisieren k&#246;nnte? Auch der Plot <em>Amerikanischer Ex-Soldat rettet die Erde vor der Apokalypse</em> ist ein beliebtes Thema, in den 90ern oft verk&#246;rpert von Bruce Willis (u.a. <em>Armageddon</em>). Ich finde den Action-Film <em>Das f&#252;nfte Element</em> ziemlich unterhaltsam (Plot: Amerikanischer Ex-Offizier rettet die Erde vor einem b&#246;sartigen Planeten). Um es kurz zu machen: ich erwartete in etwa diesen Film als Buch, minus ein ganzes St&#252;ck Niveau.</p>
<p>Und wurde dennoch entt&#228;uscht. Das Buch beginnt mit einem alten Mann, der sich in eine Grube hinabl&#228;sst (die zwar ein wenig beschrieben wird, die n&#228;heren r&#228;umlichen Umst&#228;nde aber &#252;berl&#228;sst man lieber einer beigef&#252;gten Grafik). Er hat einen <em>»wei&#223;en Rauschebart«</em> und <em>»wasserblaue Augen, aus denen W&#228;rme und Intelligenz«</em> strahlen und man nennt ihn Wizard, <em>»ein Spitzname, der genau auf ihn zutraf«</em>. Offensichtlich wird dem Leser, vielleicht zu dessen Bequemlichkeit, nicht zugetraut selbst zu erkennen, ob ein Spitzname zutrifft oder ob die Figur sympathisch und intelligent ist &#8211; er bekommt es regelrecht aufgezwungen. Der Autor spricht dem Leser das Denken ab.</p>
<p>Wenn man dieses Buch liest, blickt man auf ein zweidimensionales Fernseh-Bild mit Stereo-Ton. Eine exemplarische, willk&#252;rlich ausgesuchte Szene lautet so: <em>»Vorsichtig ging er an ihnen vorbei, als pl&#246;tzlich blitzschnell einer der Wachsoldaten eine Pistole zog und &#8230; Peng! Der Soldat wurde an die Wand geschleudert«</em>. Oder: <em>»Dann h&#246;rte man F&#252;&#223;e rascheln und trippeln und &#8230; Bamm! Die Notbeleuchtung der Mine ging an.«</em> Ich k&#246;nnte ewig fortfahren, z.B. mit <em>»Paaf«, »Wumm«</em> oder <em>»Baam«</em>. Es ist nicht so, dass alle S&#228;tze ein Comic-Wort beinhalten, aber auch ohne werden sie nicht gerade gehaltvoller.</p>
<p>Ich konnte das Buch einfach nicht weiterlesen und tat, da ich noch nicht bereit war ein faires Urteil abzugeben, Folgendes: ich gab das Buch jemandem zu Lesen, von dem ich wei&#223;, dass er genau diese Art Unterhaltungsliteratur mag.<br />
Es sei dumm und platt aber durchaus spannend und einfallsreich, meinte der, als er es mir wiederbrachte, und da es der zweite Teil einer mehrteiligen Serie sei, m&#252;sse man damit rechnen, dass man mittendrin einsteigt und irgendwo mittendrin wieder rausgeschmissen wird. Aber man denke nur an die Indiana-Jones-Trilogie: jedes Mal ist der Konflikt am Ende aufgel&#246;st, die B&#246;sen vernichtet, der Held siegreich. Zweimal h&#228;lt Indiana Jones die weibliche Hauptrolle in den Armen, einmal erh&#228;lt er den verdienten Respekt des Vaters. Stets ein rundes Ende und ein zufriedener Zuschauer. Das Ende dieses Buchs jedoch rufe keine Zufriedenheit hervor, sondern nur den Wunsch, es in die Ecke zu werfen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471300104/selbstausbild-21" target="_blank"> <em>»Als auch schon &#8211; wusch! &#8211; ein [...] Brocken vorbeischoss</em><em>«</em> </a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Jadepferd, Das &#124; Steffanie Burows Deb&#252;t ist eine kunsthistorische Verfolgungsjagd in Nordwestchina</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/jadepferd-das-steffanie-burows-debuet-ist-eine-kunsthistrosche-verfolgungsjagd-in-nordwestchina/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=jadepferd-das-steffanie-burows-debuet-ist-eine-kunsthistrosche-verfolgungsjagd-in-nordwestchina</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 14:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Reise, Abenteuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche Hochschulabbrecherin und Weltenbummlerin Marion reist im Jahr 2004 in die Stadt Kashgar in der Provinz der Xinjiang in Nordwestchina. Sie hat sich k&#252;rzlich von ihrem langj&#228;hrigen Freund Thomas getrennt und versucht gerade ihr Leben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662973/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-510" title="Das Jadepferd | Knaur Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/11/das-jadepferd.jpg" alt="" width="83" height="128" /></a>Die deutsche Hochschulabbrecherin und Weltenbummlerin Marion reist im Jahr 2004 in die Stadt Kashgar in der Provinz  der Xinjiang in Nordwestchina. Sie hat sich k&#252;rzlich von ihrem langj&#228;hrigen Freund Thomas getrennt und versucht gerade ihr Leben neu zu ordnen, also sie auf dem Weg ins Hotel in eine Baugrube f&#228;llt und die Leiche eines jungen uighirischen Mannes findet. Die Polizei trifft rasch ein, darunter ist auch der ermittelnde Kommissar Li Yandao. Der Fall w&#228;re f&#252;r die nicht tatverd&#228;chtige Marion schnell erledigt, h&#228;tte sie nicht dem Toten ein K&#228;stchen aus den steifen Fingern gewunden und eingesteckt. Darin befindet sich eine offensichtlich sehr alte Jade-Figur in Form einer Pferdeh&#228;lfte, sowie mehrere Bambusst&#228;be mit Einkerbungen.</p>
<p>Li Yandao vermutet, dass die Deutsche ihm etwas verheimlicht, aber sein amor&#246;ses Interesse an ihr verhindert, dass er Marion auf den Zahn f&#252;hlt. Zwischen den beiden entwickelt sich rasch eine zarte Bindung, doch schon bald sitzt Marion im Bus auf dem Weg zu ihrer n&#228;chsten Station &#8211; im Gep&#228;ck die Jadefigur. Marion wird fortan vom Ungl&#252;ck verfolgt: ihr Reisebus verungl&#252;ckt und in <em>Yar-Khoto</em> f&#228;llt sie in einen Ausgrabungsschacht. Vor allem aber haben sich gef&#228;hrliche M&#228;nner an ihre Fersen geheftet: korrupte Kunsth&#228;ndler und vielleicht sogar der M&#246;rder des Uighuren.</p>
<p>Das Jadepferd verbindet Reisebericht mit Kriminalgeschichte und unternimmt den Versuch eine Liebesgeschichte einzubinden, die allerdings sehr pl&#246;tzlich kommt und etwas bem&#252;ht erscheint. Im Wechsel zu den Ereignissen des Jahres 2004 webt Steffanie Burow chronologisch die Stationen des Jadepferdes ein und l&#228;sst so die F&#228;den zusammenlaufen. Die Wirkung des Buchs l&#228;sst erst dann ein wenig nach, als Burow die Geschichte nach Hamburg verlagert und sie so dem Element beraubt, von dem das Buch lebt: die anschauliche Beschreibung der Landschaft, Politik und der Menschen Nordwestchinas.</p>
<p>Auf der <a href="http://www.das-jadepferd.de/autorin.html" target="_blank">Webseite zum Buch</a> werden die Parallelen der Autorin zu ihrer Figur deutlich. Nicht nur hat Steffanie Burow die Schaupl&#228;tze ihrer Geschichte pers&#246;nlich bereist, sie &#228;hnelt auch ihrer Protagonistin, die sie als normal gebaute Frau Mitte 30 beschreibt. Begleitend zum Buch kann man hier auch einige <a href="http://www.das-jadepferd.de/fotos.html" target="_blank">Fotos der beschriebenen Orte</a> ansehen.</p>
<p>Das Jadepferd ist ein Buch, das ich rasch zu Ende gelesen und zufrieden weggelegt habe. F&#252;r mich pers&#246;nlich hat es noch einen weiteren praktischen Effekt: ich habe eine gute Freundin die Marion hei&#223;t, Kunsthistorik studiert und Pferde liebt. Ich habe das ideale Weihnachtsgeschenk gefunden.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662973/selbstausbild-21" target="_blank"> Unterhaltsamer, lehrreicher Ausflug ins alte und neue China </a></p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a href="http://buchbegegnungen.blog.de/2009/07/07/jadepferd-steffanie-burow-6465802/">Daniela Moehrke / buchbegegnungen.blog.de</a> und meint: »Das Jadepferd ist Abenteuer-, Liebes- und Kriminalroman in einem« </p>
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		<title>Lasset die Kinder zu mir kommen &#124; Donna Leon mit Commissario Brunettis sechzehntem Fall</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Frau spricht bei Brunetti vor: sie hat beobachtet, dass ein hochschwangeres M&#228;dchen im Geb&#228;ude gegen&#252;ber ein Kind bekam und kurz nach der Geburt verschwand. Andernorts wiegt der Arzt Gustavo Pedrolli gl&#252;cklich seinen Sohn ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257066317/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-480" title="Lasset die Kinder zu mir kommen | Diogenes" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/11/lasset-die-kinder-zu-mir-kommen.jpg" alt="" width="81" height="128" /></a>Eine Frau spricht bei Brunetti vor: sie hat beobachtet, dass ein hochschwangeres M&#228;dchen in Anwesenheit fremder Menschen ein Kind bekam und kurz nach der Geburt verschwand. Andernorts wiegt der Arzt Gustavo Pedrolli gl&#252;cklich seinen Sohn in den Schlaf. Nachts st&#252;rmen maskierte Carabinieri mit Maschinenpistolen die Wohnung, schlagen Pedrolli zu Boden und nehmen das Kind mit. Es stellt sich heraus, dass Pedrollis Sohn ein illegal erworbenes Adoptivkind ist, vermittelt von einer Organisation, die Geld f&#252;r Neugeborene zahlt und die Kinder weiterverkauft. Parallel zum illegalen Kinderhandel m&#252;ssen sind Brunetti und Kollegen um einen Korruptionsverdacht gegen venezianische Apotheker k&#252;mmern.</p>
<p>Commissario Brunetti ist eine erfolgreiche Romanfigur mit einem sorgsam ausgearbeiteten Umfeld. Brunetti lebt in Venedig, dessen Sch&#246;nheiten und Eigent&#252;mlichkeiten die Autorin Donna Leon stets atmosph&#228;risch zu beschreiben vermag, genau wie den charakteristischen italienischen Protektionismus. Brunetti pflegt etablierte, zwischenmenschliche Beziehungen zu anderen Romanfiguren. Er hat eine intakte und harmonische Familie: seine Frau Paola, eine Hochschulprofessorin, und zwei mittlerweile erwachsene Kinder. Mit seinem engen Mitarbeiter Ispettore Vianello verbindet ihn eine Freundschaft und die Sekret&#228;rin von seinem Vorgesetzten Patta, Signorina Elettra, kann ihm &#252;ber ihre Beziehungen mitunter auch illegale Informationen beschaffen.</p>
<p>In dieser Welt hat alles seinen Platz und seine festen Bestimmungen, ein Umfeld ohne Konflikte oder Ver&#228;nderungen. Das einzige, was Donna Leon also mit jedem Band der Reihe neu erfinden muss, ist eine spannende Kriminalgeschichte, die bei Leon stets einen sozialkritischen, politischen Hintergrund hat. Doch es funktioniert nicht mehr so gut wie fr&#252;her. Nicht am statischen Umfeld Brunettis scheint die Reihe zu kranken (denn die private Harmonie dient bereits seit dem ersten Band der Erholung und Reflexion des Kommissars), sondern an den Kriminalgeschichten: es fehlen die alte Spannung und psychologische Klarheit. Sp&#228;testens seit dem <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=109">f&#252;nfzehnten Band</a> wirken die F&#228;lle konstruiert und methodisch. Vielleicht durchbricht Leon dieses Muster in <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=707">ihrem siebzehnten Fall:</a> da geht es zumindest wieder darum, einen M&#246;rder zu finden. Das macht hoffnungsvoll.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257066317/selbstausbild-21" target="_blank">Methodisch, aber mit venezianischem Lebensgef&#252;hl</a></p>
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		<title>Shakespeare-Morde, Die &#124; Jennifer Lee Carrells faktenreiche, spannende Shakespeare-Schnitzeljagd</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 16:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Kate Stanley ist Theaterregisseurin am Globe Theatre in London, als Ros, ihre einstige Mentorin aus Harvard, auftaucht, ihr eine Geschenkschachtel &#252;bergibt und von einer unglaublichen Entdeckung spricht. Kurze Zeit sp&#228;ter brennt das Globe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471350012/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-369" title="Die Shakespeare-Morde | List" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/09/shakespeare-morde.jpg" alt="" width="81" height="128" /></a>Zwischen 1590 und 1623 schreibt William Shakespeare zahlreiche Dramen, Kom&#246;dien und Trag&#246;dien. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Dramatiker der Weltliteratur. Ich kenne ihn von Romeo und Julia und ein paar anderen Kom&#246;dien, haupts&#228;chlich durch die Verfilmungen. Shakespeare zu lesen, das wurde bislang zu keiner Leidenschaft. Ganz anders ging es Jennifer Lee Carrell, die ihren ersten Roman rund um den englischen Dichter geschrieben hat.</p>
<p>Ihre Hauptfigur Kate Stanley (Ich-Erz&#228;hler) ist Theaterregisseurin am <em>Globe Theatre</em> in London, als Ros, ihre einstige Mentorin aus Harvard, auftaucht, ihr eine Geschenkschachtel &#252;bergibt und von einer unglaublichen Entdeckung spricht. Kurze Zeit sp&#228;ter brennt das <em>Globe Theatre</em> und Ros ist tot. <em>»Wenn du die Schachtel &#246;ffnest, musst du dem Weg folgen, den sie dir weist«</em>, hat sie gesagt, und so fliegt Kate nach Boston, um den ersten Spuren zu folgen, die Ros f&#252;r sie gelegt hat. Neben der Schatzsuche um ein verlorenes Shakespeare-St&#252;ck geht es dabei um nichts weniger als die Frage, ob Shakespeare gar nicht der Urheber seiner Werke ist, sondern jemand, dessen Bildungshintergrund eher dem eines universalgelehrten Dichters entspricht.</p>
<p>Die (»noch keine 30 Jahre« alte) Kate bekommt zu diesem Zweck einen m&#228;nnlichen Besch&#252;tzer an die Seite gestellt, &#252;ber den ich nur erfahre, dass er weit auseinanderstehende gr&#252;ne Augen hat und gro&#223; ist. Eine romantische Spannung entsteht dabei nicht, obwohl klar ist, dass es eigentlich auf eine romantische Nebenhandlung hinauslaufen soll. Bei den sehr rar gestreuten zwischenmenschlichen Momenten will sich so gar kein Gef&#252;hl einstellen &#8211; nicht einmal Anteilnahme. Das ist schade. Eine romantische Nebenhandlung kann den Thriller nur bereichern, zumal sie einen Kontrast zu den Gef&#252;hlen bieten w&#252;rde, die der mysteri&#246;se M&#246;rder ausl&#246;st, der sich zuverl&#228;ssig stets ein paar hinter Schritte hinter »uns« im Busch versteckt, raschelt und effektvoll seine Stichwaffe zieht.</p>
<p>Jennifer Lee Carrell ist die  Verk&#246;rperung des Grundsatzes <em>»Schreib &#252;ber etwas, womit du dich auskennst«. </em>Sie vereint gleich mehrere Charaktere in sich: die Harvard-Professorin Ros und die Theaterregisseurin Kate finden sich beide in ihrer eigenen Biografie wieder. Carrell lehrte Literatur und Geschichte an der <em>Harvard University</em> und f&#252;hrte Regie bei Shakespeare-Auff&#252;hrungen. Sie schreibt in kurzen und einfachen S&#228;tzen, dicht aufeinanderfolgende Spuren und Hinweise dr&#252;cken die Geschichte kontinuierlich voran.  Schaupl&#228;tze beschreibt die Autorin sachlich aber anschaulich, mit Emotionen und Charakteren wei&#223; Carrell allerdings nicht recht umzugehen. Die Figuren sind konturlose Wesen, deren Augen- und Haarfarbe ich zwar kenne, die ansonsten aber keinerlei Eindruck hinterlassen. Kate erz&#228;hlt die Geschehnisse nach und verirrt sich nur sehr selten in einem reflektierten inneren Monolog.</p>
<p><em>Die Shakespeare-Morde</em> ist ein Thriller nach bew&#228;hrtem Konzept. Dan Brown zum Beispiel hat (mit vertauschten Geschlechterrollen und <em>da Vinci</em> an Stelle von Shakespeare) etwas ganz &#196;hnliches gemacht. Die Geschichte ist allerdings nicht ganz so simpel: Jennifer Lee Carrell l&#228;sst Dutzende Shakespeare-Verse und gef&#252;hlte 100 Namen jonglieren und irgendwo, zwischen all der endlosen Auswertung von Indizien, wusste ich nicht mehr woher und wohin mit all den Grafen und K&#246;nigen, M&#252;ttern und Ehefrauen, den Frances, Bacons und Stanleys, die sich alle irgendwie in verschiedenen Epochen in die Sache verwickelt hatten. &#220;ber einen Mangel an Fakten, Hintergr&#252;nden und Zusammenh&#228;ngen kann man sich wirklich nicht beklagen. Dennoch: spannend daran ist, dass die Verschw&#246;rungstheorien und viele genannte Personen tats&#228;chlich existieren.</p>
<p>Im letzten Drittel spitzt sich die Geschichte zu. Die Zahl der Verd&#228;chtigen ist klein, aber es gelingt Carrell, alle davon zu m&#246;glichen Verd&#228;chtigen zu machen (meiner Meinung nach inklusive der Hauptfigur selbst, bedenkt man, wie gleichg&#252;ltig sie vieles hinnimmt). Am Ende baut Carrell gar noch einmal eine Wende und eine letzte &#220;berraschung ein. Ein Buch, das ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe &#8211; mit zunehmender Begeisterung &#8211; und das mir, bis auf die emotionale Distanz zu den Figuren, sehr viel Spa&#223; gemacht hat.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471350012/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein gelungener Thriller mit kleinen Abstrichen </a></p>
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		<title>Nigeria Connection &#124; zu viel gewollt: Peter M. Roeses Roman zwischen Landeskundeunterricht und Actionthriller</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 12:59:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich nicht gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Um Authentizit&#228;t der Beschreibungen von Nigeria oder auch Afrika zu beurteilen, fehlt mir das Hintergrundwissen. Wie ich &#252;ber Peter M. Roese (man beachte die weltm&#228;nnische Mittel-Initiale!) gelesen habe, lebte er »f&#252;r einige Zeit« in Benin City ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3938807172/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-292" title="Nigeria Connection | Rhombos" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/08/nigeria-connection.jpg" alt="" width="90" height="128" /></a>Gleich zu Beginn: dieses Buch hat nichts mit diesen E-Mails aus Nigeria oder Sierra Leone zu tun, in denen Menschen um Hilfe gebeten werden und Belohnungen versprochen werden.<br />
Wie ich &#252;ber Peter M. Roese (weltm&#228;nnische Mittel-Initiale!) gelesen habe, lebte er »f&#252;r einige Zeit« in Benin City, was ihm sicherlich »Insiderkenntnisse« bescheinigt. Aber kann er seine Vorstellung von der afrikanischen Atmosph&#228;re so umsetzen, dass ich sie durch sein Zeilen f&#252;hlen kann &#8211; jene »schw&#252;l-sinnliche Atmosph&#228;re«, die der Umschlagstext verspricht. An dieser Stelle erfahre ich auch, dass der Roman im Nigeria der 70er Jahre spielt und sich um den Deutschen Marcel dreht, der dort arbeitet und »nebenbei die Geheimnisse des schwarzen Kontinents« ergr&#252;ndet. Dabei ger&#228;t er jedoch in »einen Strudel politischer Verschw&#246;rungen und Mordanschl&#228;ge«. »Liebhaber aktionsgeladener Krimis kommen hier auf ihre Kosten«, hei&#223;t es verf&#252;hrerisch.</p>
<p>Obwohl viel Unterhaltung versprochen wird &#8211; die billige Gestaltung und Qualit&#228;t des Umschlags machen keine gro&#223;e Lust darauf, erwartungsfroh loszulesen. Auch der erste Abschnitt erweckt sofort meine Skepsis:</p>
<p><em>»Verdammter Mist!« flucht Marcel, w&#228;hrend er voll auf das Bremspedal tritt. Ein Fu&#223;g&#228;nger ist unerwartet aus der Dunkelheit aufgetaucht. Er steht urpl&#246;tzlich mit vor Schreck verzerrtem Gesicht im Licht der Scheinwerfer auf der Fahrbahn, direkt vor dem VW-Bus. Das ist ja nochmal gut gegangen, denkt der junge Deutsche mit den langen, dunklen Haaren erleichtert, und wischt sich mit dem linken Handr&#252;cken die Schwei&#223;perlen von der Stirn. Seinem uniformierten Begleiter scheint die Schw&#252;le nichts auszumachen. Der ist Afrikaner, der muss es ja gewohnt sein, denkt Marcel schmunzelnd.</em></p>
<p>Wieso also Skepsis? Zun&#228;chst wegen des schwierigen Erz&#228;hltempus Pr&#228;sens (mit dem er deutlich Probleme hat: <em>»Schaudernd und h&#246;chst erstaunt h&#246;rt Marcel zu [...]. Nachdem Marcel sich dann sp&#228;ter mit den lokalen Br&#228;uchen besser auskennt, h&#228;lt er solche Geschichten aber jederzeit f&#252;r m&#246;glich.«</em>). Au&#223;erdem fallen die abgelutschten Redemittel auf (es folgen noch viele Kalauer wie »auf die Pelle r&#252;cken«, »wie aus der Pistole geschossen antworten«, »nicht gut Kirschen essen« etc.) Ungelenk sind auch die hastig reingestopften Informationen zu Aussehen, Alter und Nationalit&#228;t des Hauptcharakters. Es ist die Art von Selbstgeschriebenem, die man in Online-Foren f&#252;r Hobbyautoren findet &#8211; eigentlich nicht gut genug, um gewinnversprechend verlegt zu werden. Ich nehme wahllos noch einen Abschnitt heraus: <em>»Wieder trudelt ein &#252;berraschender Brief aus der Heimat ein. Diesmal ist es ein bitterb&#246;ses Schreiben von der Schwiegermutter in spe oder vielmehr a.D. »Uijuijuijui«, murmelt Marcel h&#246;chst erstaunt mit erhobenen Augenbrauen.«</em> Sobald Tempo und Spannung aufkommen soll, beginnt jeder dritte Satz »da«: <em>»Da meint einer der Engl&#228;nder [...]«</em> &#8211; <em>»Da poltert der Oberst los [...]«</em> &#8211; <em>»Da mu&#223; der hohe Herr schmunzeln [...]«</em> &#8211; <em>»Da wird H.E. echt sauer [...]</em>«</p>
<p>Nein, ich habe das Buch nicht gerne gelesen, trotz des deutlichen Erfahrungsreichtums Roeses, den er gerne an seine Leser weitergeben m&#246;chte. Schuld an meinem Unwillen ist sein Stil, an dem ich mich st&#228;ndig gerieben habe. Roese versucht den Spagat zwischen eifrigem Landeskundeunterricht und Actionthriller samt Mafiamorden und sch&#246;nen M&#228;dchen. Die verwendete Sprache ist grob und unbeholfen, manche Passagen r&#252;tteln empfindlich am guten Geschmack. Zwei weitere B&#228;nde sollen die Nigeria-Trilogie perfekt machen &#8211; f&#252;r mein Verst&#228;ndnis h&#228;tte Roese besser daran getan, ein weiteres Sachbuch &#252;ber das Land zu schreiben.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3938807172/selbstausbild-21" target="_blank"> Interessantes Hintergrundwissen falsch verpackt </a></p>
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		<title>Tijuana Blues &#124; Mexikanisch-Amerikanische Grenze: Gabriel Trujillo Muñoz&#8217; Krimi in vier Episoden</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/tijuana-blues-mexikanisch-amerikanische-grenze-gabriel-trujillo-munozs-krimi-in-vier-episoden/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=tijuana-blues-mexikanisch-amerikanische-grenze-gabriel-trujillo-munozs-krimi-in-vier-episoden</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 11:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Ohne genau zu wissen welches Genre das Buch darstellt und ohne zuvor den Umschlagtext gelesen zu haben (der ohnehin manches verderben kann) habe ich mich nach ca. 80 Seiten sehr gewundert: denn schon war der M&#246;rder gefasst ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3293204171/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="size-full wp-image-278 alignleft" title="Tijuana Blues | metro Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/08/tijuana-blues.jpg" alt="Tijuana Blues | metro Verlag" width="83" height="128" /></a>Ohne genau zu wissen welches Genre das Buch bedient und ohne zuvor den Umschlagtext gelesen zu haben (der ohnehin manches verderben kann) habe ich mich nach ca. 80 Seiten sehr gewundert: denn schon war der wahre M&#246;rder gefasst und umfangreich gest&#228;ndig, sodass auch die Hintergr&#252;nde des Mordes zufriedenstellend aufgekl&#228;rt waren. 180 Seiten vor Buchende sind s&#228;mtliche Antagonisten, die potentiell in einem aufbauenden Erz&#228;hlstrang von Relevanz sein k&#246;nnten (z.B. mit Rachemotivation) bereits tot. Gilt denn hier nicht das Krimiprinzip, das mit dem Mord beginnt und mit der Ergreifung des M&#246;rders endet?</p>
<p>Doch: denn diese Geschichte ist mit der Ergreifung des M&#246;rders tats&#228;chlich abgeschlossen und unser Ermittler, der Anwalt f&#252;r Menschenrechte Miguel Angel Morgado, nimmt sein n&#228;chstes Mandat an und sp&#252;rt dem n&#228;chsten M&#246;rder hinterher. Dies geschieht vier Mal, dann ist das Buch zu Ende &#8211; vier in sich abgeschlossene Krimiepisoden mit demselben Ermittler und dessen privatem Umfeld. Anders und spannend ist der Handlungsort: Mexiko, an der Grenze zu den USA. Es treten mexikanische Doñas auf, die Casino-Schuldner hinrichten lassen, US-amerikanische Grenzpolizei, die mit den mexikanischen Kriminellen kooperiert, amour&#246;se Abenteuer, Korruption und Drogenhandel.</p>
<p>Das ist solide, temporeich und schwungvoll, aber nicht ganz holperfrei geschrieben: keine S&#228;tze die in Erinnerung bleiben, genauso wenig wie die Figuren. Aber es ist von einem Mexikaner geschrieben, der durvch Authentizit&#228;t besticht: Gabriel Trujillo Muñoz wurde in Mexicali im Norden Mexikos, geboren, die Stadt, in der auch seine erste Krimi-Episode spielt. Muñozhat eine Professur in Kommunikationswissenschaften an der Universidad Autónoma de Baja California und gilt als Vertreter der »frontera«, dem Grenzgebiet Mexiko und USA. Genau dieser Hintergrund, diese Authentizit&#228;t ist es, durch die das Buch neben dem Unterhaltungswert eines Krimis auch einen authentischen Einblick in das politische und gesellschaftliche Grenzgebiet bietet.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3293204171/selbstausbild-21" target="_blank">Korruption, Drogen und Mord an der frontera mexicana</a></p>
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		<item>
		<title>Henkerstochter, Die &#124; historischer Krimi in Schongau: Kindsmord, ein verliebter Medicus &amp; keine Vergewaltigung</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 16:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[1659 im bayerischen Schongau: ein Junge wird schwer misshandelt aufgefunden und stirbt kurz darauf. Auf seinem K&#246;rper tr&#228;gt er ein Mal, das mit Blut in den K&#246;rper geritzt scheint: es ist das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548268528/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-198" title="Henkerstochter | Ullstein" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/07/henkerstochter.jpg" alt="Henkerstochter | Ullstein" width="80" height="128" /></a>1659 im bayerischen Schongau: ein Junge wird schwer misshandelt aufgefunden und stirbt kurz darauf. Auf seinem K&#246;rper tr&#228;gt er ein Mal, das mit Blut in den K&#246;rper geritzt scheint: es ist das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz darunter (welches man heutzutage an der ein oder anderen Hochschul-Toilettent&#252;r findet). Schnell wird die st&#228;dtische Hebamme der Hexerei verd&#228;chtigt und verhaftet.<br />
Als eine weitere Kinderleiche mit dem gleichen Symbol gefunden wird, sind sich der argw&#246;hnische Gerichtsschreiber und die Patrizier einig, die vermeintliche Hexe mittels Folter zu einem Gest&#228;ndnis zu zwingen. Der fortschrittlich und aufgekl&#228;rt denkende Henker Jakob Kuisl sieht den Fall anders. Gemeinsam mit dem jungen Medicus Simon beginnt er mit der Suche nach dem wahren M&#246;rder und Auftraggeber der Kindermorde.</p>
<p>Diese beiden Figuren, der Henker und der Medicus, bewegen sich innerhalb eines mittelalterlichen Lehrer-Sch&#252;ler-Verh&#228;ltnis: der Henker wirkt wie ein eigenbr&#246;tlischer idealistischer Polizist (euphorischer Klappentext: »Der Henker ermittelt«), der Medicus ist in die Tochter des Henkers verliebt (<em>die</em> Henkerstochter!) und tendiert wie sein »Meister« zu den modernen (nahezu heutigen) Theorien der Medizin, wirkt in allem was er tut unsicher, unreif und etwas feige.</p>
<p>Apropos Henkerstochter: die Tochter des Henkers spielt hier eine Nebenrolle, ich sch&#228;tze der Titel soll demnach vor allem als Verkaufsargument dienen: er wirkt mit dem Umschlagsbild etwas anr&#252;chig und beinhaltet das stumme Versprechen von Sex oder gar Vergewaltigung (hier ist weder das eine noch das andere zu finden!). Ein voyeuristischer Anreiz, der in historischen Romanen mit weiblicher Hauptfigur sehr gerne verwendet wird (siehe die beliebten <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=173">Iny Lorenz Romane</a>). Statt auf detaillierte Sexszenen kann sich der Leser daf&#252;r auf die eine oder andere Folterszene freuen.</p>
<p>Im Nachwort gesteht Oliver P&#246;tzsch nicht nur einige k&#252;nstlerische Freiheiten, er berichtet auch davon, dass es sich beim Kuisl-Clan um seine eigenen Vorfahren handelt. <em>Die Henkerstochter</em> ist sein (bislang) einziger Roman und ein erf&#252;llter Jugendtraum, wie er selbst sagt. In diesem Zusammenhang dankt er ganz herzlich seiner Frau, die »das n&#246;tige Geld verdient hat« w&#228;hrend er schrieb.</p>
<p>Es ist kein absolut rundes Buch: die Beschreibungen der Figuren sind weitaus lebendiger als die der Handlungsorte, wage Aussagen wie <em>Ihm fiel etwas auf, aber er kam nicht darauf was es war</em> sind &#228;rgerliche Cliffhanger  und gelegentlich schweift Oliver P&#246;tzsch auch in Belanglosigkeiten ab, um eine Szene in die L&#228;nge zu ziehen (was mich davon abhielt, die ein oder andere Szene konzentriert zu lesen). Aber dieses Buch ist gut, es ist glaubhaft und spannend, und seit l&#228;ngerem eines, das ich gerne und rasch gelesen habe.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548268528/selbstausbild-21" target="_blank">Spannend, authentisch und (danke, danke!) ohne Vergewaltigung<br />
</a></p>
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		<title>Ghost &#124; Robert Harris inoffizielle Abrechnung mit Blair und Bush. Polit-Thriller zu Zeiten des »War against Terror«</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 15:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mann, der die Autobiografie des Ex-Premierministers schreiben sollte, ist tot. Das bringt den Ich-Erz&#228;hler ins Spiel, Ghostwriter und Nachfolger des Verstorbenen. Der erz&#228;hlt nun erstmal, was ihm in London beim ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453265750/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/01/harris-ghost.jpg" alt="Ghost Robert Harris" /></a>Der Mann, der die Autobiografie des Ex-Premierministers schreiben sollte, ist tot. Das bringt den Ich-Erz&#228;hler ins Spiel, Ghostwriter und Nachfolger des Verstorbenen. Der erz&#228;hlt nun erstmal, was ihm in London beim Vorstellungsgespr&#228;ch etc. widerf&#228;hrt. Das liest sich gut und unverf&#228;nglich, bis der Erz&#228;hlende (gerade seinen neuen Auftrag abw&#228;gend) folgendes bemerkt: »In der Sekunde, als ich vor die T&#252;r trat, wusste ich, dass wieder eine Bombe hochgegangen war«. Bombe? <em>Wieder?</em></p>
<p>Terroranschl&#228;ge scheinen l&#228;ngst an der Tagesordnung zu sein &#8211; um das Thema Krieg gegen den Terrorismus dreht sich in Robert Harris&#8217; neuem Buch alles. Der Ghostwriter wird auf die amerikanische Insel <em>Martha&#8217;s Vineyard</em> gebracht und w&#228;hrend der sich dort nichtsahnend Anekdoten aus der Jugendzeit seines Auftraggebers erz&#228;hlen l&#228;sst, geht eine weitere Bombe hoch, diesmal eine politische: Der Ex-Premier droht wegen eines Kriegsverbrechens (die Auslieferung von britischen Staatsb&#252;rgern an die USA, wovon einer w&#228;hrend einem Verh&#246;r stirbt) vom Europ&#228;ischen Gerichtshof angeklagt zu werden. Der Ghostwriter beginnt in den Unterlagen seines Vorg&#228;ngers zu st&#246;bern und legt nach und nach einen unerme&#223;lichen politischen Skandal frei &#8230;</p>
<p>Jedes Kapitel beginnt mit dem Zitat eines Ghostwriters, das auf geheimnisvolle Weise die Geschehnisse des Kapitels ank&#252;ndigt. Nur eines von vielen gelungenen Stilmitteln:  Alle Nase lang f&#228;llt Harris eine stimmigee Allegorie ein, die Neugier des Lesers wird laufend durch beil&#228;ufige Kommentare angeregt  (»Wie anders &#8211; wie vollkommen anders &#8211; w&#228;re mein Leben verlaufen, h&#228;tte ich mich nicht [...]«).</p>
<p>Dass Robert Harris sein Handwerk meisterlich beherrscht steht au&#223;er Frage. Was den Wirbel um dieses Buch ausgel&#246;st hat, sind die unverhohlenen Anspielungen an aktuelle politische Verh&#228;ltnisse. Terroranschl&#228;ge, Krieg im Irak, ein k&#252;rzlich aus dem Amt geschiedener Premierminister &#8211; die Parallelen sind mehr als nur angedeutet. So werden u.a. Bill und Hillary Clinton als Politiler und reale Personen erw&#228;hnt, w&#228;hrend der aktuelle Pr&#228;sident der USA namenlos bzw. der Premierminister a.D. den fiktiven Namen Robert Lang tr&#228;gt. Nicht nur Gespr&#228;che der Buchfiguren sind markant: »Frag mich nur, warum er sich mit diesem verdammten Idioten im Wei&#223;en Haus eingelassen hat«, auch die Tatsache, dass Harris einst als Journalist neben Blair eine &#228;hnliche Position eingenommen hat, wie der Ghostwriter neben Adam Lang, ist bezeichnend.</p>
<p>Ein Buch, das den Namen &#8220;Pageturner&#8221; absolut verdient &#8211; ich habe es kaum aus der Hand legen k&#246;nnen. Harris gew&#228;hrt in dieser inoffiziellen Abrechnung mit Blair und Bush einen gr&#252;ndlichen Blick hinter die politischen Kulissen und hat auf den letzen Seiten noch eine &#220;berraschung untergebracht. Spannend, intelligent und mit feinem Spott geschrieben.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453265750/selbstausbild-21" target="_blank">Thriller mit deutlichen Parallelen zur Realit&#228;t</a></p>
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		<title>Dark Secret &#124; Lincoln Child und Douglas Preston schicken Detective D&#8217;Agosta auf die Jagd nach einem M&#246;rder</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 19:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein furioser Beginn in der Geschichtsvorlesung: Ein (f&#252;r den weiteren Verlauf der Geschichte unbedeutender) Student nimmt unwillig an einer Pflichtvorlesung teil (er braucht den Schein) als der Professor beginnt, sich im Wahn das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426636409/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/01/dark-secret.jpg" alt="Dark Secret" /></a>Ein furioser Beginn: Ein (f&#252;r den weiteren Verlauf der Geschichte unbedeutender) Student nimmt an einer Pflichtvorlesung in Geschichte teil (er braucht den Schein) als der Professor beginnt, sich im Wahn das Gesicht blutig zu kratzen (»Mein Gesicht«, kreischte der Professor. »Wo ist es?«). Das Schauspiel gipfelt darin, dass er sich einen Augapfel herauspult (»grotesk gro&#223; baumelte er aus der Augenh&#246;hle«).</p>
<p>Ich kann es nicht anders sagen: ich sitze mit geweiteten Augen da, das Geschehen erschreckend bildlich vor Augen. Herzlichen Gl&#252;ckwunsch an die Autoren, selten hat ein Buch auf den ersten Seiten derart meine ungeteilte Aufmerksamkeit erlangt. Gebannt bl&#228;ttere ich also um &#8211; nur um dann mit Dutzenden Seiten absolutem Nichtsgeschehen konfrontiert zu werden. Herzlichen Gl&#252;ckwunsch an die Autoren, selten hat ein Buch meine ungeteilte Aufmerksamkeit so schnell wieder verloren.</p>
<p>Nicht, dass ich ein begeisterter Leser blutiger Horrorszenarien w&#228;re &#8211; aber dass es dann so schleppend weitergeht h&#228;tte ich nicht erwartet. Grob geht es darum, dass ein gewisser Detective D&#8217;Agosta von den Angeh&#246;rigen eines (im letzten Band verschollenen und als tot erkl&#228;rten) Special Agent namens Pendergast kontaktiert wird (ausdr&#252;cklich wei&#223; man nicht ob er wirklich tot ist, es liegt also im Bereich des Wahrscheinlichen, dass er im Laufe der Handlung wieder auftaucht).</p>
<p>Jedenfalls lautet die Nachricht f&#252;r den Detective in etwa so: Diogenes, der Bruder des Vermissten und offenbar ein kontr&#228;r b&#246;sartiger Charakter, plant »das perfekte Verbrechen«. Die Welt w&#252;rde »dadurch zu einem dunkleren Ort werden«. Dieses Verbrechen soll allerdings bereits in einer Woche nach Erhalt der Botschaft stattfinden, und so beurlaubt sich D&#8217;Agosta geschwind um s&#228;mtliche unbekannten Details der unheilvollen Ank&#252;ndigung zu recherchieren.</p>
<p>Abgesehen davon, dass ich bei dem Namen Diogenes an einen Verlag statt an einen kaltbl&#252;tigen Irren denken muss, habe ich (aufgrund zahlreicher Anspielungen) das Gef&#252;hl, den Vorg&#228;nger dieses Buches kennen zu m&#252;ssen, um alles zu verstehen (ich kenne ihn nicht). Das irritiert mich zwar stark, doch die Frage, wer an diesem Augapfelszenario Schuld war (und vor allem: wie kam es dazu?), treibt mich weiter. Nur so viel: es sterben noch mehr Menschen auf eigenartige Art und Weise &#8230;</p>
<p>Das Gef&#252;hl, dass man ein Eingeweihter der Abenteuer um D&#8217;Agosta und Pendergast sein muss um an den famili&#228;ren R&#252;ckblenden und der Geschichte &#252;berhaupt Gefallen zu finden, l&#228;sst nicht nach. Schlie&#223;lich l&#228;uft das Buch darauf hinaus, dass alles im n&#228;chsten Buch aufgel&#246;st wird. F&#252;r Fans der Preston/Child-B&#252;cher ist das gewiss in Ordnung &#8211; f&#252;r mich bedeutet es, dass ich gerade den Mittelteil eines Mehrteilers gelesen habe. Das erkl&#228;rt wohl die Langeweile.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426636409/selbstausbild-21" target="_blank"> &#8230; am besten erst den Vorg&#228;nger lesen</a></p>
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		<title>Gottesgrab, Das &#124; Will Adams und Indiana Jones: Abenteuerarch&#228;ologie, harte Nippel, b&#246;se Jungs</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/gottesgrab-das-will-adams-und-indiana-jones-abenteuerarchaeologie-schoene-frauen-und-boese-jungs/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=gottesgrab-das-will-adams-und-indiana-jones-abenteuerarchaeologie-schoene-frauen-und-boese-jungs</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 18:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich nicht gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe durchaus interessiert zu lesen bekommen, in Erwartung spannender Abenteuer zwischen Pyramiden und Gr&#228;bern, im Stil eines Indiana Jones. Bald wird klar, dass es hier um Alexanders verschollenes Grab geht. Auf der Suche ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/349924585X/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/12/gottesgrab.jpg" alt="Gottesgrab" /></a>Wie so oft, oder eigentlich meistenes, war es auch bei Gottesgrab die Umschlaggestaltung, die mich veranlasste den Titel lesen zu wollen. Denn der ist ein Blickfang: Text und Sonnenstrahlen sowie die effektvollen Linien (welche die Tiefe des Grabes darstellen, aus dem man scheinbar guckt) treten plastisch hervor und gl&#228;nzen kontrastreich von gelbwei&#223; bis dunkelbraun, quer dar&#252;ber blutort gef&#228;rbt der Titel mit den wirkungsvollen Stichworten &#8220;Gott&#8221; und &#8220;Grab&#8221;.</p>
<p>Ich habe durchaus interessiert zu lesen begonnen, in Erwartung spannender Abenteuer zwischen Pyramiden und Gr&#228;bern. Bald wird klar, dass es um das verschollene Grab Alexander des Gro&#223;en geht. Auf der Suche danach ist der Unterwasser-Arch&#228;ologe Daniel Knox, dessen Weg sich mit einer franz&#246;sischen Skryptologin kreuzt. Gemeinsam treffen sie auf allerlei Widersacher und begeben sich auf Schatzsuche.</p>
<p>Aber Moment, so weit in der Handlung kam ich erst gar nicht. Immer wieder habe ich das Buch weggelegt. Z.B. als Knox auf einen (als fett und trottelig charakterisierten) Deutschen trifft. Der zeigt Knox ein Objekt, das dieser als Teil des Alexanderschen Schatzes identifiziert. Die w&#246;rtliche Reaktion des Deutschen: &#8220;eifers&#252;chtig&#8221;. Das passt einfach nicht.</p>
<p>Auch gingen mir die ewigen sexuellen Anspielungen auf den Keks. Da ist eine h&#252;bsche junge Frau (<em>nicht</em> die franz&#246;sische Skryptologin), deren Br&#252;ste hervorstehen wenn sie sich den Pferdeschwanz bindet. In einer anderen Szene wird der Lesergedanke erneut auf ebendiese Objekte gelenkt: »Ihr feuchtes Bikinioberteil hatte das T-Shirt durchsichtig gemacht, sodass man die Brustwarzen sehen konnte, die vor Angst ganz hart waren«. Oh je. Wirklich.</p>
<p>Wobei die geschichtlichen Details, seien sie nun korrekt dargestellt oder nicht, durchaus interessant sind. Nach den ersten 50 bis 100 Seiten  (l&#228;sst man oben genannte Stolperfallen mal au&#223;er Acht) gewinnt die Handlung auch langsam an Schwung. Dass sich der Autor nach eigenen Angaben an Indiana Jones orientierte, glaubt man gern &#8211; nicht nur das Thema Abenteuerarch&#228;ologie, auch der idealistische spr&#246;de Hauptcharakter und die pricklenden Bande zum weiblichen Gegenpart (sch&#246;n und temperamentvoll, aus Neckerei wird Zuneigung &#8230; ach ja) zeugen davon. Und am Ende? Nat&#252;rlich! Wird dann auch alles gut.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/349924585X/selbstausbild-21" target="_blank"> Zwar platt, aber nicht ohne Spannung</a></p>
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		<title>Wie durch ein dunkles Glas &#124; Commissario Brunettis f&#252;nfzehnter Fall: das Verbrechen ist Nebensache</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Oct 2007 12:08:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesmal untersucht Commissario Guido Brunett einen Mord auf Murano, der ber&#252;hmten Glasbl&#228;ser-Insel nord&#246;stlich von Venedig. Wurde hier ein Arbeiter in einem Glasbl&#228;serofen verbrannt, nur weil er Umweltaktivist war? Oder handelt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257065736/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/10/donna-leon-wie-durch-ein-dunkles-glas.jpg" alt="Wie durch ein dunkles Glas" /></a>Diesmal untersucht Commissario Guido Brunetti einen Mord auf Murano, der Glasbl&#228;ser-Insel nord&#246;stlich von Venedig. Wurde ein Arbeiter in einem Glasbl&#228;serofen verbrannt, nur weil er Umweltaktivist war? Oder handelt es sich doch um eine Familienfehde zwischen dem Eigent&#252;mer der Fabrik und seinem »gr&#252;nen« Schwiegersohn? Bei seinen Ermittlungen st&#246;&#223;t Brunetti auch auf eine Ausgabe von Dantes&#8217;<em> G&#246;ttliche Kom&#246;die</em>, die bei der Aufkl&#228;rung des Falls eine Rolle spielt &#8230;</p>
<p>Ich bin kein Donna-Leon-Kettenleser. Also war ich &#8211; in Erwartung eines atmosph&#228;rischen Krimis, wie er mir beschrieben wurde &#8211; beim Lesen des Buchs etwas irritiert. Ich dachte es liegt vielleicht daran, dass ich mich nicht in der Commissario-Brunetti-Welt auskenne, dass ich alle vorherigen B&#228;nde h&#228;tte lesen m&#252;ssen, um auch diesen hier zu sch&#228;tzen zu wissen. Ich plane das nachzuholen, was aberwohl eine gewisse Zeit dauert. Drum habe ich den f&#252;nfzehnten Fall jemandem zu lesen gegeben, der alle Brunetti-B&#252;cher von eins bis 14 (mit Begeisterung) gelesen hat. Hier sein Fazit (als O-Ton):</p>
<p>»Im Vergleich zu den vorherigen Krimis, die vom ersten Moment an fesselten, sind hier die ersten 150 Seiten v&#246;llig belanglos. Zu viel Privates und Famili&#228;res, das &#252;berhaupt nichts mit der Aufkl&#228;rung des Falles zu tun hat. &#220;berhaupt ist das Buch gar nicht wie sonst so aufgebaut, dass es mit zunehmender Spannung zur L&#246;sung f&#252;hrt. Als habe Donna Leon ein Buch geschrieben, nur des Buchschreibens wegen &#8211; was als Resultat flach und hingeschludert wirkt. Wo sonst Freude am Lesen aufkam, wurde es hier regelrecht m&#252;hsam. Mit Sicherheit Commissari Brunettis schw&#228;chster Fall. Ein philisophisches, moralisches Buch &#8211; zumindest sind Leons feiner Humor und die lebendigen Beschreibungen nicht auch noch verloren gegangen.«</p>
<p>Es bleibt: alle die Donna Leons Brunetti-B&#252;cher sch&#228;tzen, weil sie »kinsternde Spannung mit venezianischer Lebensart verkn&#252;pfen«, bleibt die Hoffnung, dass der kommende <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=479">sechzehnte Fall</a> zu alter St&#228;rke zur&#252;ckfindet.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257065736/selbstausbild-21" target="_blank"> Kein richiger Krimi, aber ein Donna Leon</a></p>
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		<title>T&#246;chter der K&#228;lte, Die &#124; Gartenzaunkrieg, Asperger und P&#228;dophilie: Camilla L&#228;ckberg l&#228;sst in Fj&#228;llbacka ermitteln.</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/die-toechter-der-kaelte-camilla-laeckberg-laesst-zum-dritten-mal-in-fjaellbacka-ermitteln/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=die-toechter-der-kaelte-camilla-laeckberg-laesst-zum-dritten-mal-in-fjaellbacka-ermitteln</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 15:50:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ein kleines M&#228;dchen ertrunken im Meer gefunden wird, sind die ermittelnden Kommisare aus dem westschwedischen Hafenort Fj&#228;llbacka ersch&#252;ttert. Doch als die Autopsie ergibt, dass sich statt Salzwasser S&#252;&#223;wasser mit Seifenspuren ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3351032250/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/10/toechter-der-kaelte.jpg" alt="T&#246;chter der K&#228;lte" /></a>Als ein kleines M&#228;dchen ertrunken im Meer gefunden wird, sind die ermittelnden Kommissare aus dem westschwedischen Hafenort Fj&#228;llbacka ersch&#252;ttert. Doch als die Autopsie ergibt, dass sich nicht Salzwasser sondern S&#252;&#223;wasser mit Seifenspuren in der Lunge des Kindes befindet, wandelt sich die Ersch&#252;tterung in Entsetzen &#8211; das M&#228;dchen muss in einer Badewanne ertr&#228;nkt worden sein. Der junge Kommissar Hedstr&#246;m nimmt engagiert die Ermittlungen auf, ist er doch selbst erst k&#252;rzlich Vater geworden. Auf der Suche nach dem T&#228;ter verheddern sich er und seine Kollegen in einen kleinst&#228;dtischen Wust aus Nachbarschaftsfehden, Kinderpornographie und Asperger-Syndrom.</p>
<p>Parallel zur Haupthandlung wird in Fragmenten die Geschichte eines Steinmetzes und seiner abgrundtief b&#246;sen Frau Agnes erz&#228;hlt, die vor knapp 100 Jahren im selben Dorf lebten. Dass hier ein wichtiger Zusammenhang zu den aktuellen Ermittlungen gibt ist zu erwarten, wird f&#252;r den Leser aber sp&#228;testens dann offensichtlich, als in der Parallelgeschichte ein ganzer Stadtteil brennt und im Heute Aschespuren ins Licht der Ermittlungen r&#252;cken &#8230;</p>
<p>Die Autorin blickt in die K&#246;pfe ihrer Figuren und schildert in Inneren Dialogen deren Beweggr&#252;nde und Einsichten &#8211; dabei wird auch die Person nicht au&#223;er Acht gelassen, die sich sp&#228;ter als M&#246;rder herausstellt. Toll, wie die Autorin es schafft, so viel Privates aus dem Leben der Beteiligten zu erz&#228;hlen und gerade dadurch statt Langeweile Spannung zu erzeugen. Einziges Manko sind die ewig trostlosen Familienverh&#228;ltnisse aller Beteiligten.</p>
<p>Camilla L&#228;ckberg schreibt klar, erkl&#228;rend und intuitiv, mit besonderer Wertsch&#228;tzung f&#252;r Details. Auf die ersten beiden B&#228;nde der Reihe wird nur selten angespielt &#8211; man muss sie nicht kennen, um mit &#8216;Die T&#246;chter der K&#228;lte&#8217; in L&#228;ckbergs Krimiwelt einzutauchen.</p>
<p><em>»Seufzend schwang er (ein Kommissar) die Beine aus dem Bett. Es schlief grunds&#228;tzlich nur in Unterhosen, und nun tastete seine Hahd sich unter dem dicken Bauch zum Schritt vor, wo er sich kratzen und gewisse Teile zurecht r&#252;cken musste, die im Schlaf ein wenig in Schieflage geraten waren.«</em></p>
<p>Ein Krimi von der Art, wie es den schwedischen Autoren im Blut zu liegen scheint: ruhig, dennoch fesselnd und mit einem Schuss Humor.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3351032250/selbstausbild-21" target="_blank"> Klasse Krimi: ruhig, fesselnd, humorvoll</a></p>
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		<title>Die 7. Stunde &#124; erfolgloser Anwalt verwickelt sich in LARP und r&#228;tselhafte Morde unter Sch&#252;lern</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 18:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der erfolglose Anwalt Joachim Bernau aus der Not heraus einen Lehrerjob in der privaten Eliteschule in Berlin-Pankow annimmt (daher der Titel: die 7. Schulstunde), ahnt er nicht, was da au&#223;er launischen Halbstarken noch auf ihn ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471795537/selbstausbild-21" target="_blank"><img title="Die 7. Stunde" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/09/die-siebte-stunde.thumbnail.jpg" alt="Die 7. Stunde" /></a>Als der erfolglose Anwalt Joachim Bernau aus der Not heraus einen Lehrerjob in der privaten Eliteschule in Berlin-Pankow annimmt (daher der Titel: die 7. Schulstunde), ahnt er nicht, was da au&#223;er launischen Halbstarken noch auf ihn zu kommt. Bald findet er heraus, dass vor etwa einem Jahr eine Sch&#252;lerin seiner Klasse, Clarissa, ums Leben gekommen ist. Was zun&#228;chst von der Schulleitung g&#228;nzlich verschwiegen, und dann als harmloser Selbstmord dargestellt wird, scheint tats&#228;chlich sehr viel mehr zu sein.</p>
<p>Unter Vernaus Sch&#252;lern geht die Angst um: seltsame schwarze Kronen tauchen auf &#8211; als eine Sch&#252;lerin des Kurses vergiftet wird, findet die Polizei eine bedrohliche Notiz der »schwarzen K&#246;nigin«. Diese meldet sich auch regelm&#228;&#223;ig auf den Handys der Sch&#252;ler &#8211; Absender ist die tote Clarissa. Vernau und seine Anwaltskollegin Marie-Luise finden bald heraus, dass die Schule einst eine Irrenanstalt war &#8211; der Schl&#252;ssel zu den r&#228;tselhaften Vorg&#228;ngen aber scheint im Live Action Role Playing (LARP) zu liegen. Vernau vermutet, dass seine Sch&#252;ler in einem Spiel feststecken, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt. Und das n&#228;chste Opfer ist bereits angek&#252;ndig.</p>
<p>Ich war ja zuerst skeptisch. Der st&#228;ndige Gebrauch von Fremdw&#246;rtern ging mir auf die Nerven, da begegnet einem ein »offensiver Altruismus« oder ein »inflation&#228;res L&#228;cheln«, das »revolution&#228;re Murmeln m&#228;andert« um die Tische. Diese Worte kommen aus dem Mund des Ich-Erz&#228;hlers Joachim Vernau, einem Jurist. In diesem Zusammenhang befremdlicher wirkt dann die Szene, als er sich in einem Gesch&#228;ft unter Androhung von Gewalt den Kauf eines teuren Kost&#252;ms aufdr&#228;ngen l&#228;sst, mit dem seine Anwaltskollegin einem treulosen Liebhaber hinterhergerannt ist &#8211; sollte er das aufgrund seiner Gesetzeskenntnisse nicht anders l&#246;sen k&#246;nnen?</p>
<p>Dieses Buch lebt eigentlich nur von der Spannung, die das ungew&#246;hnliche Thema erzeugt: die unbekannte, etwas abstruse Welt des Liverollenspiels.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471795537/selbstausbild-21" target="_blank"> Sch&#246;ne, reiche Sch&#252;ler und t&#246;dliche Spiele </a></p>
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		<title>Kalte Asche &#124; Simon Becketts forensischer Anthropologe ermittelt wieder in sterblichen &#220;berresten</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Sep 2007 11:27:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf das Erscheinen dieses Buches habe ich regelrecht hingefiebert. Als ich Simon Becketts Erstling, »Die Chemie des Todes«, in die Hand bekam, wusste ich nur, dass es eben eine spannende Geschichte zu sein schien, die in England ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/380520812X/selbstausbild-21"><img title="Kalte Asche simon Beckett" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/09/kalte-asche-simon-beckett.thumbnail.jpg" alt="Kalte Asche simon Beckett" /></a>Auf das Erscheinen des zweiten Buches von Simon Beckett habe ich regelrecht hingefiebert. Als ich sein Deb&#252;t <em>Die Chemie des Todes</em> in die H&#228;nde bekam, versprach das Buch eine spannende Geschichte zu sein, die in England spielt &#8211; mit einem Protagonisten, der auf die seltsame Berufsbezeichnung &#8220;forensischer Anthropologe&#8221; h&#246;rt.</p>
<p>Ich schlug also das Buch auf, begann in der Stra&#223;enbahn auf dem Nachhauseweg zu lesen und h&#246;rte erst am fr&#252;hen Morgen des n&#228;chsten Tages wieder auf. Es war eines dieser B&#252;cher, die man sprichw&#246;rtlich nicht aus den H&#228;nden legt.<br />
Ganz &#228;hnlich verhielt es sich auch mit dem zweiten Band der Reihe, in dem erneut die Figur David Hunter die Hauptrolle spielt. Ich las das Buch im Urlaub: schlug es im Flugzeug auf, setzte es im Auto fort, las im Hotelzimmer und im Restaurant ohne es &#8211; zum Leidwesen meiner Begleitung &#8211; kaum l&#228;nger als zehn Minuten aus der Hand zu legen.</p>
<p>Dieses Mal geht es um eine r&#228;tselhafte verbrannte Leiche, die Hunter auf die Insel Runa f&#252;hrt. Zun&#228;chst deutet alles auf einen Unfall hin. Aber David Hunter w&#228;re nicht forensischer Anthropologe, wenn er aus dem vollkommen zerlaufenen Torso (aus dem unversehrt noch immer die Extremit&#228;ten herausragen) keinen Mord lesen k&#246;nnte.</p>
<p>Um die Ermittlungen zu erleichtern, wird das Dorf zun&#228;chst in dem Glauben belassen, es handle sich um einen Unfall. Der inselans&#228;ssige Kriminalbeamte Brody (weise und pensioniert) sowie der Inselpolizist Fraser (strohdumm und amtierend) stehen ihm dabei mehr oder weniger hilfreich zu Seite. Als die Insel w&#228;hrend eines Sturms v&#246;llig vom Festland abgeschnitten wird, geschehen weitere Morde. Der M&#246;rder hat beschlossen, alle Spuren und Wisser zu vernichten &#8230;</p>
<p>Ganz klar ist: den zweiten Teil habe ich fast genauso gerne wie <em>Die Chemie des Todes</em> gelesen. Ich mag Becketts Protagonist Hunter, der auch menschlich und gewinnend sympathisch bleibt, wenn er grausam entstellte Menschenteile in T&#252;tchen verpackt. Ein wenig anstrengend war, dass Simon Beckett offensichtlich kein m&#246;gliches Ende fulminant genug erschien: bis zur letzten Seite setzt er immer noch eins oben drauf. Auch das schlie&#223;liche T&#228;terprofil gleicht auffallend dem des Vorg&#228;ngers. Ein wenig vorhersehbar also, schm&#228;lert den Spa&#223; am Buch aber erst gegen Ende.</p>
<p>Simon Beckett vermag es, mit einer spannenden und sprachlich unkomplizierten Geschichte zu fesseln. Seine B&#252;cher gew&#228;hren einen sehr intensiven Einblick in den Verwesungsvorgang &#8211; dass ich sie interessiert lese, mag daran liegen, dass ich mich in der Welt des forensischen Fernsehens (CSI etc. mit all den enstellten Kadavern, die einfallsreiche Tode sterben) nicht auskenne und f&#252;r solche Bildereize und Beschreibungen (noch) nicht abgestumpft bin.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/380520812X/selbstausbild-21" target="_blank"> &#8230; diesmal verwachst und verbrannt statt verwurmt!</a></p>
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		<title>dritte Jungfrau, Die &#124; Kommissar Adamsberg Fall sechs: literarischer Kriminalroman als H&#246;rspiel mit 2 CDs</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 16:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich nicht gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe schon erw&#228;hnt, dass ich gerne abends H&#246;rbuch h&#246;re. Das muss und soll auch gar nicht anspruchsslos sein. Im Gegenteil - gerade niveauvolle, komplexe Literatur liest sich so viel besser, wenn man ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898136256/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/09/die-dritte-jungfrau.jpg" alt="Die dritte Jungfrau" /></a>Ich habe schon erw&#228;hnt, dass ich gerne abends vorm Schlafengehen &#8211; speziell nach einem langen Tag &#8211; ein spannendes H&#246;rbuch auflege. Das muss und soll auch gar nicht anspruchslos sein. Im Gegenteil &#8211; gerade niveauvolle, komplexe Literatur liest sich so viel besser, wenn man sie nicht selbst lesen muss. Niveauvoll und komplex: ich habe mir sagen lassen, dass die Kriminalgeschichten von Fred Vargas genau diesem Anspruch entsprechen.</p>
<p>Was mich dann doch etwas gewundert hat: Wie haben es die Produzenten nur geschafft, die 480-seitige Buchvorlage von »Die dritte Jungfrau« auf nur zwei CDs zu pressen, ohne Sinn und Atmosph&#228;re einzub&#252;&#223;en. Genau darin liegt das Problem &#8211; sie haben es offenbar nicht geschafft. Zumindest was denn Sinn betrifft.</p>
<p>Fred Vargas (Pseudonym der franz&#246;sischen Schriftstellerin Frédérique Audoin-Rouzeau) soll ja einem recht surrealen Schreibstil fr&#246;nen &#8211; dies kann ich nur best&#228;tigen, surreal ist die Geschichte tats&#228;chlich. So surreal, dass (bei dieser Vertonung) Passagen zwar spannend, aber irgendwie zusammenhangslos hintereinander gereiht erscheinen. Pl&#246;tzlich eine R&#252;ckblende &#8211; der H&#246;rer st&#246;&#223;t mitten in einen Dialog, dann ein Ortswechsel &#8211; aber sind wir nun wieder in der Gegenwart? Ich f&#252;hle mich mehr reingeworfen denn reingeleitet.</p>
<p>Mit einem Mal geht es um irgendwelche toten Hirsche und Jungfrauen &#8211; wie es dazu kam habe ich gar nicht richtig mitbekommen. Dazwischen Sequenzen, in denen Ermittler Adamsberg mit seinem Baby (samt quitschenden S&#228;uglings-Hintergrundger&#228;uschen) &#252;ber ein wei&#223;es Kamel und braune und rote Hirsche spricht (eine Anspielung auf sich selbst und einen rothaarigen Kollegen, wenn ich recht verstanden habe).</p>
<p>Schon ist CD 1 vorbei und CD 2 beginnt mit einem polizeilichen Brainstorming &#252;ber Knochen in Katerpenissen und Schweiner&#252;sseln. Und ich liege da und frage mich, warum ich kaum etwas mitbekomme. Das wird noch dadurch verst&#228;rkt, dass mir ungewohnte franz&#246;sische Namen um die Ohren fliegen und mir die akustische Trennung der Figuren schwer f&#228;llt (bis auf Adamsberg selbst, der wegen des Namens und einer hohen, hellen Stimme heraussticht).</p>
<p>Jetzt habe ich einfach mal die Inhaltsangabe gelesen &#8211; und die allein ist schon verwirrend genug (Amazon: [...] dann wird auch noch ein Hirsch gefunden, dem man das Herz herausgerissen hat. Und dann liegen an der Port de la Chapelle noch zwei m&#228;nnliche Leichen mit durchgeschnittener Kehle, die offenbar zuvor nach irgendetwas gegraben haben m&#252;ssen. Adamsberg bleiben zur Aufkl&#228;rung des Doppelmordes nur wenige Tage Zeit. Denn seine Vermutung klingt so aberwitzig, dass ihm seine Vorgesetzten nicht mehr folgen wollen [...]).</p>
<p>F&#252;r Kenner der Vorlage ist dies (sicherlich) eine kompakte und wirklich gut gemachte Vertonung. F&#252;r mich jedoch, die ich zum ersten Mal mit Fred Vargas und Kommissar Adamsberg in Ber&#252;hrung komme, ist dieses H&#246;rspiel eine verwirrende Aneinanderreihung von Szenen, die zwar literarisch ausgefeilt und spannend klingen, jedoch nahezu keinen Sinn ergeben. Vielleicht muss ich das Ganze auch nur noch zwei, drei Mal &#246;fter h&#246;ren &#8211; und nicht gerade kurz vorm Einschlafen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898136256/selbstausbild-21" target="_blank"> Eindeutig potente Geschichte &#8211; gnadenlos zusammengeschnitten </a></p>
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		<title>Magma &#124; die Erde schl&#228;gt mit seismologischen Waffen zur&#252;ck. Ein Wissenschaftlicher Thriller</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2007 12:12:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Wurde da nicht erst neulich die Welt von einer intelligenten Lebensform aus der Tiefsee bedroht - ja, die Welt hat es &#252;berlebt. Nicht, dass ihr deshalb eine Pause gew&#228;hrt w&#252;rde. Auch diesmal hat das Grauen seinen Ursprung in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662132/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/08/magma_thriller.jpg" alt="Magma" /></a>Wurde da nicht erst neulich die Welt von einer intelligenten Lebensform aus der Tiefsee bedroht &#8211; ja, die Welt hat es &#252;berlebt. Nicht, dass ihr deshalb eine Pause gew&#228;hrt w&#252;rde.<br />
Auch diesmal hat das Grauen seinen Ursprung in der Tiefsee. Nur sind es keine wurmartigen Lebewesen die nach unserem Leben trachten (»<a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=15">Der Schwarm</a>«), sondern Steinkugeln, die sich kollektiv auf der Erde postieren, miteinander kommunizieren und schlie&#223;lich seismologische Katastrophen &#8211; sprich Erdbeeben etc. &#8211; auf der Welt ausl&#246;sen. Erneut treffen sich Wissenschaftler und versuchen eine L&#246;sung f&#252;r das Problem zu finden.</p>
<p>Konsequenterweise ist auf dem Buchumschlag auch ein empfehlendes Zitat Sch&#228;tzings vorhanden: »Ein spannender Mix aus Fakten und Fiktion. Magma wird Sie nicht mehr loslassen!« Moment, ich sehe mal eben nach, ob Sch&#228;tzing irgendwie mit den Knaur-Verlag verbunden ist &#8230; tats&#228;chlich: &#252;ber die Verlagsgruppe Holtzbrinck. Verdammte fusionierte Verlagswelt &#8211; so kann ich die lobenden Worte nat&#252;rlich nicht ganz ernst nehmen.</p>
<p>Zeit also, mir das Buch selbst anzugucken. Der Umschlag ist erschlagend &#8211; und passt ins B&#252;cherregal wunderbar neben Thiemeyers Vorg&#228;nger »Medusa« und »Reptilia«. Da ist der lavauntermalte Titel und die mit einem 3D-Programm  unstimmig an einen n&#228;chtlichen Strand gesetzten Lavakugeln, kurz vorm explodieren stehend &#8211; vom Autor &#252;brigens selbst illustriert. Der n&#228;chste Blick f&#228;llt auf das Autorenfoto. Sieht nett aus, tr&#228;gt eine Brille und hat Geographie und Geologie studiert. Das bef&#228;higt ihn wohl, einen seismologischen Thriller zu schreiben.</p>
<p>Dann lese ich die ersten Zeilen. Herr Thiemeyer liebt kommareiche Schachtels&#228;tze, was ihn mir zun&#228;chst nicht zum Freund macht. Auch seine F&#228;higkeiten fantasievolle Vergleiche zu ziehen halten sich in Grenzen.<br />
Doch dann kommt ein guter Satz. Humorvoll und treffend &#8211; er hat mich erstmal. Was auch daran liegen kann, dass die Spannung schon auf Seite drei beginnt. Und der gerade erst vorgestellte Protagonist mit einem »letzten animalischen Schrei« qualvoll zu Tode kommt. Genretypisch. Dann die bew&#228;hrte Mischung Spannung + wissenschaftliche Fakten, auch genretypisch. Wer sich jedoch in Hollywoods Vulkan-Katastrophen-Repertoire etwas auskennt, wird nicht viel Neues lernen.</p>
<p>Das Buch hat den Frank Sch&#228;tzing/Dan Brown-Effekt: literarisch zweifelhaft, aber sehr unterhaltsam. Und da es genau das ist, was ich von diesem Buch erwartet habe, bekommt es f&#252;r seine spannende Story eine gute Note. Bleibt nur noch die Frage: Was haben wir von Herrn Thiemeyer nach »Medusa« (Arch&#228;ologie), »Reptilia« (Pal&#228;ontologie) und »Magma« (Seismographie) als n&#228;chstes zu erwarten? Wie w&#228;re es mit: »China« (Sinologie), »Anatoma« (Humanbiologie) oder »Signala« (Nachrichtentechnik)? Was es auch wird &#8211; ich freue mich schon drauf.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662132/selbstausbild-21" target="_blank"> Junge Wissenschaftlerin rettet Welt</a></p>
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		<item>
		<title>Gottlos &#124; Lebendig begraben: Thriller, Sozialkritik und Familiendrama geschickt verkn&#252;pft</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2007 09:19:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie hat einen Namen, pr&#228;destiniert zum Krimischreiben: Karin Slaughter, »Slaughter« Englisch f&#252;r Gemetzel, Massaker. Es ist nicht der erste Band, in dem die Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Chief Jeffrey Tolliver die Hauptrolle ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3805208057/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/07/golo.jpg" alt="golo.jpg" /></a>Sie hat einen Namen, pr&#228;destiniert zum Krimischreiben: Karin Slaughter, wo doch »Slaughter« im Englischen f&#252;r Gemetzel, Massaker oder auch Schlitzer steht.<br />
Es ist nicht der erste Band, in dem die Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Chief Jeffrey Tolliver die Hauptrolle spielen. Fans nennen die B&#252;cher liebevoll die »Grant County Serie«, gem&#228;&#223; dem Handlungsort der Serie.</p>
<p>Nun gibt es in den USA aber 14 »Grant Countys«. Um welches es sich handelt, stellt die Autorin mit folgender Aussage klar: »er klang dabei wie ein Schauspieler in einem Shakespeare-St&#252;ck, nicht wie ein Klempner aus einer Kleinstadt in Georgia«. Oder auch nicht, denn in Georgia gibt es &#252;berhaupt kein »Grant County«. Na ja, kommen wir zum Buch.</p>
<p>F&#252;r mich ist es der erste Band der Serie. Damit rechnet die Autorin nat&#252;rlich (klar!) und stellt auf den ersten 30 Seiten des Buchs erst einmal die famili&#228;ren Verh&#228;ltnisse der Protagonistin sowie deren (durch einen Seitensprung seinerseits schwierig gewordenes) Liebesverh&#228;ltnis mit Jeffrey vor. Das Ganze wird j&#228;h unterbrochen, als die beiden im leidenschaftlichen Streit hintereinander herlaufend &#252;ber ein unscheinbares Rohr stolpern, das im Wald aus der Erde ragt. Als geschulte Experten in Sachen bestialischem Mord ahnen sie sogleich, dass darunter eine lebendig begrabene Leiche liegen k&#246;nnte.</p>
<p>Daraufhin legte ich das Buch f&#252;r einige Tage weg. Abgesehen davon, dass ich kein Freund dieser morbiden Todesart bin &#8211; die Tatsache, dass ausgerechnet ein Polizist und eine Gerichtsmedizin &#252;ber eine Leiche im Wald stolpern &#8230; na ja. Ich hab das Buch dann aber doch wieder in die Hand genommen.</p>
<p>Was auch kein Fehler war. Denn der Thriller entwickelt sich, besonders nach der Obduktion der Leiche, zu einem wahren »Page-Turner«. Die Familie der Toten stellt sich als fanatisch religi&#246;s heraus und liefert keinerlei Beitrag zur Aufkl&#228;rung des Mordes. Und dann verschwindet auch noch die Schwester der Toten &#8230;</p>
<p>Karin Slaughter ist eine jener Autoren, die sehr viel Wert auf die famili&#228;re Nebenhandlung legen &#8211; die in diesem Buch eigentlich schon den Stellenwert einer gleichwertigen Haupthandlung einnimmt. Dies balanciert sie aber so geschickt aus, dass »Gottlos« stets ein guter Thriller bleibt &#8211; mit einem Ende, das sowohl einen spannungsgeladenen Show-down sowie ein befriedigendes famili&#228;res Zusammenfinden bietet.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3805208057/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein fiktives Kaff in Georgia, ein morbider Mord</a></p>
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