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	<title>lesedetektiv.de &#187; Historisch</title>
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	<description>Buchkritiken, Rezensionen Literatur: Romane, Wissen, Hörbuch, Kinderbücher, Kurzgeschichten etc.</description>
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		<title>Hexenschwester &#124; Katerina Timm schreibt &#252;ber B&#252;dingen im Mittelalter: Krieg, Hexenverfolgung und Liebeswirren</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 15:44:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Lene und Clara sind Zwillingsschwestern. Lene verliebt sich in den attraktiven und klugen Buchbinder Velten - und er scheint ihre Liebe zu erwidern, schlie&#223;lich k&#252;sst er sie unverhofft in einer dunklen Gasse auf dem Dorffest und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3547711371/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-727" title="Hexenschwester | Marion von Schr&#246;der" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/10/hexenschwester.jpg" alt="Hexenschwester | Marion von Schr&#246;der" width="80" height="128" /></a>Lene und Clara sind Zwillingsschwestern. Lene verliebt sich in den attraktiven und klugen Buchbinder Velten &#8211; und er scheint ihre Liebe zu erwidern, immerhin k&#252;sst er sie in einer dunklen Gasse auf dem Dorffest und sichert ihr zu, den Vater bald um ihre Hand zu bitten. Nun also neigt sich die unschuldige Zeit einem Ende zu, in der sie in der gemeinsamen Schlafst&#228;tte &#8220;die Zehen mit ihrer Schwester verschr&#228;nkte&#8221;, und es tut ihr schon leid um Clara, die zur&#252;ckbleiben wird.</p>
<p>Die Freude auf den aufregenden neuen Abschnitt in ihrem Leben &#252;berwiegt nat&#252;rlich, und sie h&#228;lt erwartungsfroh die Hand der Schwester, als sich Velten niederkniet &#8211; und Clara um deren Hand bittet.</p>
<p>F&#252;r Lene bricht die Welt zusammen. Nicht sie hatte er auf dem Dorffest k&#252;ssen wollen, sondern ihre Schwester, die er unter Einfluss von Wein und Dunkelheit mit Lene verwechselte. Clara heiratet Velten. Und Lene, die nicht zur&#252;ckbleiben m&#246;chte, w&#228;hrend die Schwester mit dem Geliebten zur gl&#252;cklichen Frau wird, heiratet den n&#228;chstbesten Bewerber.</p>
<p>So beginnt Katerina Timms historischer Roman im <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/B%C3%BCdingen_Stich_Braun-Hogenberg.png" onclick="return enlarge('http://www.lesedetektiv.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/B%C3%BCdingen_Stich_Braun-Hogenberg.png','',event,300,75)">hessischen B&#252;dingen</a> Mitte des 17. Jahrhunderts, in den wirren Konflikten des Drei&#223;igj&#228;hrigen Kriegs, wo Spanier, Kroaten und Schweden nacheinander einfallen und viele Frauen des Dorfes als Hexe denunziert werden, um unter Folter Verbrechen zu gestehen und schlie&#223;lich verbrannt zu werden. Etwas &#228;hnliches scheint auch einer der Schwestern zu bl&#252;hen, soviel verr&#228;t der Titel.</p>
<p>Die Ausgangslage kann ja ungewisser kaum sein: die gro&#223;e Liebe wird mit der Schwester verheiratet, der eigene Mann ist ein Langweiler, und die Gefahr lauert an allen Fronten. Die Identifikation mit der Protagonistin Lene f&#228;llt mir schon deshalb leicht, weil sie so hei&#223;t wie ich.</p>
<p>Lene ein M&#228;dchen bzw. junge Frau, die in historischen Romanen gern die Hauptrolle spielt: h&#252;bsch, als »Makel« lediglich ein wenig zu d&#252;nn und mit zu kleinen Br&#252;sten, aber ausreichend selbstbewusst und optimistisch.</p>
<p>Katerina Timm ist darum bem&#252;ht, tats&#228;chlich Geschehenes in die Geschichte einzuweben, als habe sie im Stadtarchiv B&#252;dingens die eine oder andere historische Begebenheit gelesen, um sie dann in ihren Roman einzuarbeiten. Das passt nicht immer rein,  zumindest nicht, um die Glaubw&#252;rdigkeit der Geschichte um die beiden Schwestern zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Nach einem sehr vielversprechenden Anfang wird mir die Figur Lene so allm&#228;hlich fremd. Eine lange Zeit lang l&#228;uft ihre Geschichte ziemlich ereignislos vor sich hin: Lene ist eher ungl&#252;cklich vor allem aber teilnahmslos verheiratet, sie wagt sich lediglich im Beruf ihres Mannes auf vorsichtige Innovationen (die nicht auf Gegenliebe sto&#223;en) und auch in der Geschichte unwichtig und unterentwickelt bleiben.</p>
<p>Lene ergibt sich ihrem Schicksal jahrelang, seitenlang. Langsam beginne ich mich &#8211; angesichts des nahenden hinteren Buchdeckels &#8211; zu fragen, wie das enden soll. Bis sich pl&#246;tzlich alles dreht und eine Zukunft mit dem geliebten Velten doch noch in greifbare N&#228;he r&#252;ckt.</p>
<p>Mit zunehmender Dramatik wird Katerina Timms Schreibstil zunehmend &#228;therisch. Das klingt dann so: <em>»Sie erahnte die Stelle, wo sie dem Vogel eine Freiheit gegeben hatte, wie sie ihr wiedergegeben worden war, eine Freiheit, die vielleicht direkt in den Tod f&#252;hrte und die doch besser war, als gefangen zu sein.« </em></p>
<p>Es ist trotzdem ein historischer Schm&#246;ker der guten Art, ein bisschen Liebesgeschichte, vor allem mit viel zeitgen&#246;ssischer Atmosph&#228;re.</p>
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		<title>Das Flandrische Siegel &#124; Marie Cristens s&#252;ffig-seichte Mittlelalterunterhaltung in dritter Runde</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 08:50:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mochte den Vorg&#228;nger Die Stunde des Venezianers nicht &#252;berm&#228;&#223;ig: flache Figuren, die rollentypisch handeln. Das einmal in Kauf genommen, war es eine recht s&#252;ffige mittelalterliche Unterhaltung, gerade so spannend ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662205/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-642" title="Flandrische Siegel, Das | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/09/das-flandrische-siegel.jpg" alt="Flandrische Siegel, Das | Knaur" width="84" height="128" /></a>Ich mochte den Vorg&#228;nger <em>Die Stunde des Venezianers</em> nicht &#252;berm&#228;&#223;ig: flache Figuren, die rollentypisch handeln. Das einmal in Kauf genommen, war es eine recht s&#252;ffige mittelalterliche Unterhaltung, gerade so spannend das die Zeit schnell vergeht und dabei leicht und seicht, um stets wachsam genug zu sein, die Haltestelle nicht zu verpassen.</p>
<p>In <em>Das flandrische Siegel</em>, dem dritten Buch ihrer vierteiligen »Flandern-Saga«, nimmt Marie Cristen die Familienf&#228;den wieder auf. Es gibt ein Wiedersehen mit Aimée, der klugen eigenwilligen Sch&#246;nen aus der<em> Stunde des Venezianers</em>, die mit besagtem Venezianer mittlerweile f&#252;r Nachwuchs gesorgt hat und nun als gutm&#252;tige Gro&#223;mutter wiederkehrt. Ihre angestammte Rolle als widerspenstige Heldin nimmt nun Enkelin Christina ein, die sich nicht in eine Ehe mit dem groben Hendrik van der Molen dr&#228;ngen lassen m&#246;chte und stattdessen Pl&#228;ne schmiedet, mit ihrem Geliebten Daniel und Freundin Hannah nach Venedig zu fliehen. Christinas Bruder Lucas, der als verkannter, talentierter Maler seinerseits gute  Gr&#252;nde hat in Venedig das Gl&#252;ck zu finden, schlie&#223;t sich ihnen an.</p>
<p>Die halbj&#228;hrige Reise der vier machen die rund 500 Seiten des Buchs aus. Dabei passiert nat&#252;rlich nichts so wie gedacht. Die kleine Reisegruppe erwartet unstandesgem&#228;&#223;e Behandlung: Pr&#252;gel, Vergewaltigung und Tod, aber auch eine neue, unerwartete Liebe f&#252;r beide Geschwister. Im Zentrum steht ein Religionskonflikt: zwei Christen und zwei Juden reisen gemeinsam und m&#252;ssen Wege finden, ihre Verliebtheit mit den Geboten ihrer Religion zu vereinbaren.</p>
<p><em>Das flandrische Siegel</em> ist wieder s&#252;ffig, leicht und erf&#252;llt alle Erwartungen an einen historischen Unterhaltungsroman. Die Vorg&#228;nger muss man nicht gelesen haben, die Geschichte ist komplett eigenst&#228;ndig.<br />
Mir gef&#228;llt, dass Cristen aus dem Familienstammbaum der Cornelis und Contarinis jeweils nur den kurzen Lebensausschnitt herausgreift, der die Entwicklung des unschuldigen M&#228;dchens zur selbstbewussten Frau mit dem richtigen Heiratsabtrag in der Tasche beschreibt.</p>
<p>Dabei sind mir allerdings weder die Figuren, noch die Liebesgeschichte(n) ans Herz gegangen. Auch die Beschreibung der mittelalterlichen Umwelt gelingt nicht sehr eindringlich. Am Ende webt Cristen noch ein wenig Krimi mit ein und es wendet sich schlie&#223;lich alles zum Guten &#8211; der herrische Vater gelobt Einsicht, der b&#246;se Hendrik van der Molen erh&#228;lt seine Strafe und jeder Topf findet einen Deckel. Das ist gef&#228;llig &#8211; und mit dem Verraten des guten Endes habe ich nicht einmal das Lesevergn&#252;gen anderer gest&#246;rt, denn genau diesen Ausgang hat man schon beim Umschlagen der ersten Seite erwartet. Wieder ein Buch, das sich wunderbar auf der Zugfahrt lesen l&#228;sst: und p&#252;nktlich zum Ausstieg an der richtigen Station schon wieder vergessen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662205/selbstausbild-21" target="_blank"> Wer heiratet wen im Sp&#228;tmittelalter </a></p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a href="http://www.literaturnetz.com/index.php?/Buch/Historischer-Roman/Das-flandrische-Siegel.html" target="_blank">Birgit Erwin / literaturnetz.com</a> und meint: »Historische Romanze ohne Tiefgang, aber mit Unterhaltungswert«</p>
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		<title>Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens &#124; Katryn Berlingers historische Romanze: sinnlich und seicht</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 06:55:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch setzt im Idealzustand des Happy End an: ein paar eingestreute Erinnerungen an den Vater und andere mir unbekannte Figuren (denen es gut geht, wie mir versichter wird) finde ich mich im Liebesspiel von Madelaine ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426639890/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-580" title="Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/05/kuss-des-schokoladenmaedchens.jpg" alt="Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens | Knaur" width="82" height="128" /></a>Das ist ein Buch, das ich rein aufgrund des gem&#252;tlichen Umschlagmotivs in der Bahnhofsbuchhandlung kaufen w&#252;rde, um dann das beste zu hoffen.<br />
Die Gestaltung und der Titel <em>Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens</em> versprechen unkomplizierte, s&#252;ffige Unterhaltungsliteratur. Wenn ich nicht zu sp&#228;t dran bin, &#252;berfliege ich vielleicht noch den Klappentext und habe die Gewissheit, dass meine Zugreise von einem Drama rund um Ehebruch und Verf&#252;hrung begleitet wird.</p>
<p>Bei der Gelegenheit w&#252;rde ich aber auch feststellen, dass es sich bei dem Buch um eine Fortsetzung handelt &#8211; eventuell ung&#252;nstig, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Vor dem <em>Kuss des Schokoladenm&#228;dchens</em> lernt Protagonistin Madelaine in <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426625709/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Das Schokoladenm&#228;dchen</em></a> in Hamburg das Handwerk der Konditorei, wird in Riga beruflich erfolgreich und verliebt sich in den Grafen András.</p>
<p>Das  zweite Buch setzt also beim Idealzustand des Happy Ends an: beinahe unmittelbar im Liebesspiel von Madelaine und Ehemann András auf Deck eines Schiffes, das die Verliebten zur Familie nach Ungarn zu den Schwiegereltern bringen soll. Um Stoff f&#252;r einen zweiten Band zu bekommen, muss dieses Happy End nat&#252;rlich durch ein paar Konfklikte aufgel&#246;st werden, um dann in einem erneuten Happy End zu gipfeln.</p>
<p>Tats&#228;chlich erwartet Madelaine eine strenge Familie, die von ihr keine s&#252;&#223;en Pralinés, sondern die rasche Produktion eines Erbfolgen erwartet. Madelaines Liebesgl&#252;ck mit András wird auf die Probe gestellt, als sie sich auf eine Aff&#228;re einl&#228;sst und schlie&#223;lich nach Hamburg zur&#252;ckkehrt, um wieder als Schokoladenm&#228;dchen t&#228;tig zu werden. Als der erste Weltkrieg ausbricht, schwindet die Hoffnung, an gl&#252;ckliche Zeiten ankn&#252;pfen zu k&#246;nnen &#8230;</p>
<p>Der Roman erf&#252;llt alle Erwartungen, die ich an eine seichte romantische Kom&#246;die stelle. F&#252;r die Zugfahrt ein gutes Buch: einfach zu lesen, schnell wieder vergessen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426639890/selbstausbild-21" target="_blank"> Zwanglose, romantische Unterhaltung </a></p>
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		<title>Heiligenspiel, Das &#124; Ursula Niehaus zeichnet wieder das Leben einer historischen Frauenfigur nach</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 16:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Anna Laminit ist als »Hungerheilige« und »geistliche Betr&#252;gerin« in die Geschichte Augsburgs eingegangen - durch die Behauptung, ohne Nahrung und allein durch den Verzehr von Hostien &#252;berleben zu k&#246;nnen. Einst ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662574/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-561" title="Heiligenspiel, Das | Droemer Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/03/heiligenspiel.jpg" alt="Heiligenspiel, Das | Droemer Knaur" width="84" height="128" /></a>Anna Laminit ist als »Hungerheilige« und »geistliche Betr&#252;gerin« in die Geschichte Augsburgs eingegangen &#8211; durch die Behauptung, ohne Nahrung und allein durch den Verzehr von Hostien &#252;berleben zu k&#246;nnen. Einst aus der Stadt verbannt wird sie als junge Frau im Jahr 1503 als Heilige verehrt, der selbst Pers&#246;nlichkeiten wie Martin Luther und Kaiser Maximilian einen Besuch abstatten. 1511 wird sie als Betr&#252;gerin entlarvt und dann &#8211; so habe ich&#8217;s im Buch <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406315658/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Die Stadt im sp&#228;ten Mittelalter</em></a> nachgelesen &#8211; bald darauf »wegen anderer Betr&#252;gereien« in Freiburg im &#220;echtland ertr&#228;nkt.<br />
Ein strahlend gl&#252;ckliches Happy End d&#252;rfte nicht zu erwarten sein.</p>
<p>Ursula Niehaus greift die historische Pers&#246;nlichkeit mit dem Vorhaben auf, sie zu rehabilitieren: in diesem Roman ist Anna Laminit keine berechnende Betr&#252;gerin, sondern ein Opfer b&#246;swilliger Mitmenschen und ihrer eigenen Naivit&#228;t und Gutm&#252;tigkeit. Niehaus&#8217; Anna Laminit ist ein au&#223;ergew&#246;hnlich selbstloses M&#228;dchen. Die Beschreibung ihres Aussehens determiniert ihre Rolle als Sympathietr&#228;gerin: <em>»Es stimmte ja, niemand w&#252;rde auf die Idee kommen, Anna als h&#252;bsch zu bezeichnen. Daf&#252;r sah sie einfach zu gew&#246;hnlich aus mit ihren etwas zu dichten, dunklen Augen, dem gelblichen Teint und ihren schwarzen Haaren. Doch wenn sie l&#228;chelte, &#252;berzog ein warmes Strahlen ihr schmales Gesicht, das diese M&#228;ngel vergessen machte, und ein fr&#246;hliches Gr&#252;bchen im Kinn lie&#223; ihre Z&#252;ge freundlich und warmherzig erscheinen«</em>.</p>
<p>Als 15-j&#228;hrige wird sie &#8211; unverschuldet, durch eine Intrige der Freundin &#8211; der Stadt Augsburg verwiesen und kommt bei einem Kr&#228;uterweib unter, deren Handwerk sie erlernt. Ihr hat Anna es auch zu verdanken, dass sie eines Tages zur&#252;ckkehren kann und als Betschwester in Augsburg leben kann. Hier kommt es zum alles entscheidenden Wendepunkt: eine simple Magenverstimmung verhindert die Nahrungsaufnahme, einzig die empfangene Hostie sucht nicht den direkten Weg wieder hinaus &#8211; das spricht sich bald herum. Anna versucht dies zun&#228;chst aufzukl&#228;ren, erkennt dann aber die Macht der Stellung als Heilige, uneingeschr&#228;nkt Gutes f&#252;r die Armen Augsburg zu tun und erh&#228;lt den Schein auch aufrecht, als sie heimlich wieder zu essen beginnt. Doch das <em>Heiligenspiel</em> muss zwangsl&#228;ufig irgendwann ein Ende finden &#8230;</p>
<p>Ursula Niehaus ist wieder da. In ihrem zweiten Roman widmet sie sich erneut einer historischen Frauenfigur und zeichnet ihr Leben fiktiv und anhand der vorhandenen Fakten nach. Wie in ihrem ersten Roman <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=35"><em>Die Seidenweberin</em></a> ist es gerade die Zeit <em>vor</em> dem historisch belegten Inerscheinungtreten der Figur, in der es Niehaus gelingt  spannend, fantasievoll und lebendig zu erz&#228;hlen. Und auch dieser Roman krankt dann am selben Ph&#228;nomen: sobald der historische Rahmen einsetzt, verf&#228;llt Niehaus in eine stockende Erz&#228;hlweise und l&#246;st Konflikte damit, dass sie einfach einen Zeitsprung vollzieht.<br />
Die Protagonistin erscheint mir in ihrem Motiv und ihrem Erscheinungsbild zunehmend undeutlicher, was auch die verbotene Liebe zu dem H&#228;ndler Anton Welser nicht zu retten vermag &#8211; im Gegenteil. Was als lebendiger historischer Roman beginnt, wird zu einer lebensarmen Biografie und bietet dann &#8211; wer h&#228;tte bei den gegebenen historischen Fakten damit gerechnet &#8211; doch noch eine Art Happy End.</p>
<p>Ich w&#252;rde mir w&#252;nschen, dass Ursula Niehaus in ihrem n&#228;chsten Roman eine g&#228;nzlich fiktive Frauenfigur portr&#228;tiert &#8211; dann w&#252;rde sie meine Erwartungen gewiss nicht mehr entt&#228;uschen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662574/selbstausbild-21" target="_blank"> Was denn nun &#8211; historischer Schinken oder Biografie? </a></p>
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		<title>So weit der Wind uns tr&#228;gt &#124; Portugiesische Familiensaga mit Liebesgeschichten und politischem Hintergrund</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/historisch/so-weit-der-wind-uns-traegt-portugiesische-generationen-saga-mit-mehreren-liebesgeschichten-und-politischem-hintergrund/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=so-weit-der-wind-uns-traegt-portugiesische-generationen-saga-mit-mehreren-liebesgeschichten-und-politischem-hintergrund</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 12:01:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Portugal des fr&#252;hen 20. Jahrhunderts verliebt sich die Tochter eines reichen Gro&#223;grundbesitzers in einen armen Arbeitersohn. Aus der Kinderfreundschaft zwischen Juliana (»Jujú«) und Fernando wird in wenigen Seiten eine innige Liebe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662833/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-412" title="So weit der Wind uns tr&#228;gt | Knaur Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/10/so-weit-der-wind-uns-traegt.jpg" alt="" width="84" height="128" /></a>Das ist ein wirklich dickes Buch. Eines von der Art, das man sich einpackt, wenn bei einer l&#228;ngeren Reise Wartezeiten und Langeweile auftreten k&#246;nnen. Es ist ein richtig dicker, romantischer Frauenroman.<br />
Gut gemachte Liebesgeschichten lasse ich mir immer gerne erz&#228;hlen. Eine besondere Vorliebe habe ich f&#252;r das antagonistische Paar, das sich am Anfang gar nicht mag, aber durch irgendwelche Umst&#228;nde aufeinander angewiesen ist und im Laufe der Geschichte zueinander findet, wobei es allerlei Widrigkeiten ausgesetzt ist, die das Zusammenkommen verz&#246;gern sollen. Man sieht dem Paar beim Verlieben zu und erlebt all die kleinen Blicke und Verlegenheiten mit, was &#252;ber einen Zeitraum von nur einem Tag (wie im Film <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000630JQ/selbstausbild-21" target="_blank"><em>One Fine Day</em></a>) oder &#252;ber mehrere Jahre (mit Spr&#252;ngen in den Zeitr&#228;umen, die f&#252;r die Entwicklung des Paares irrelevant sind, wie im Film <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001CIEODS/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Harry und Sally</em></a>) stattfinden kann.</p>
<p>Die Art Liebesgeschichten, die ich nicht so sehr mag, sind die, in denen sich das Paar bereits gefunden hat, und liebt, und erst jetzt allerlei Widrigkeiten ausgesetzt wird. Es sind Romane, die im Umschlagstext mit (schmalztriefenden) Attributen wie »sinnlich, leidenschaftlich und sehnsuchtsvoll« beschrieben werden &#8211; genau so steht es auch in Gro&#223;buchstaben auf dem Buch <em>So weit der Wind uns tr&#228;gt</em>.</p>
<p>Im Portugal des fr&#252;hen 20. Jahrhunderts verliebt sich die Tochter eines reichen Gro&#223;grundbesitzers in einen armen Arbeitersohn. Hier hat sich das Paar bereits gefunden &#8211; zumindest wird der Prozess des Verliebens v&#246;llig missachtet, und aus der Kinderfreundschaft zwischen Juliana (»Jujú«) und Fernando wird in wenigen Seiten eine innige Liebe zwischen jungen Erwachsenen. Die Widrigkeiten liegen auf der Hand: den Eltern gef&#228;llt der Umgang ihrer Tochter gar nicht, und w&#228;hrend Fernando Hochzeitspl&#228;ne schmiedet und eifrig eine Karriere im Milit&#228;r beginnt, f&#252;rchtet auch Jujú selbst, dass der Preis f&#252;r die gro&#223;e Liebe ein Leben als arbeitende, arme Frau sein k&#246;nnte.</p>
<p>W&#228;hrend der Abwesenheit Fernandos, der tats&#228;chlich beruflichen Erfolg hat, verlobt sich Jujú mit einem Mann von Reichtum und Ansehen. Fernando kehrt zur&#252;ck und es ergibt sich, dass Jujú kurz hintereinander mit beiden M&#228;nnern schl&#228;ft &#8211; und prompt schwanger ist. Was heutzutage zur Mittagstzeit im Fernsehen diskutiert wird, ist nun auch ihr Problem: wer ist der Vater? Fernando, den sie immer noch liebt, ist in den Krieg gezogen und ahnt von dem Zwiespalt zu Hause nichts. So trifft Jujú alleine eine folgenschwere Entscheidung.</p>
<p>Die Liebesgeschichte zwischen Jujú und Fernando ist tats&#228;chlich nur der Anfang einer ganzen Generationen-Saga, die erst mit Fernandos Urenkel in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts endet. Und es ist nicht die ausschlie&#223;liche Liebesgeschichte dieses Buchs, das sich eng an den beiden Ursprungscharakteren und deren Nachkommen orientiert und nebenher die portugiesische Geschichte fokussiert. Das Sinnliche und Leidenschaftliche findet sich in einigen wortreich beschriebenen Sexszenen wieder, und auch an der versprochenen Portion Sehnsucht mangelt es nicht.</p>
<p>Ein Familienstammbaum soll dabei helfen, den &#220;berblick &#252;ber die Namen zu behalten, die sich &#252;ber mehrere Generationen nat&#252;rlich ansammeln &#8211; es verr&#228;t allerdings mit seinen vorgezeichneten Heirats- und Nachkommenslinien viele Geheimnisse, die eigentlich erst die Handlung preisgeben sollte. Die Grundz&#252;ge der Geschichte (Handlungszeitraum, politische Konflikte als Nebenhandlung, Liebesgeschichten mehrerer Genrationen etc.) erinnern mich an Isabel Allendes <em><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3518381768/selbstausbild-21" target="_blank">Geisterhaus</a></em>.</p>
<p>Auf einer langweiligen Reise ist das Buch genau das Richtige. Man liest mangels anderer Besch&#228;ftigung eine ganze Weile dran, das hilft &#252;ber L&#228;ngen und anderen Schwachstellen hinweg und erm&#246;glicht es, sich ohne Hektik in der Geschichte zu verlieren.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662833/selbstausbild-21" target="_blank">Reichlich Leidenschaft auf 750 Seiten</a></p>
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		<title>Henkerstochter, Die &#124; historischer Krimi in Schongau: Kindsmord, ein verliebter Medicus &amp; keine Vergewaltigung</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 16:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[1659 im bayerischen Schongau: ein Junge wird schwer misshandelt aufgefunden und stirbt kurz darauf. Auf seinem K&#246;rper tr&#228;gt er ein Mal, das mit Blut in den K&#246;rper geritzt scheint: es ist das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548268528/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-198" title="Henkerstochter | Ullstein" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/07/henkerstochter.jpg" alt="Henkerstochter | Ullstein" width="80" height="128" /></a>1659 im bayerischen Schongau: ein Junge wird schwer misshandelt aufgefunden und stirbt kurz darauf. Auf seinem K&#246;rper tr&#228;gt er ein Mal, das mit Blut in den K&#246;rper geritzt scheint: es ist das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz darunter (welches man heutzutage an der ein oder anderen Hochschul-Toilettent&#252;r findet). Schnell wird die st&#228;dtische Hebamme der Hexerei verd&#228;chtigt und verhaftet.<br />
Als eine weitere Kinderleiche mit dem gleichen Symbol gefunden wird, sind sich der argw&#246;hnische Gerichtsschreiber und die Patrizier einig, die vermeintliche Hexe mittels Folter zu einem Gest&#228;ndnis zu zwingen. Der fortschrittlich und aufgekl&#228;rt denkende Henker Jakob Kuisl sieht den Fall anders. Gemeinsam mit dem jungen Medicus Simon beginnt er mit der Suche nach dem wahren M&#246;rder und Auftraggeber der Kindermorde.</p>
<p>Diese beiden Figuren, der Henker und der Medicus, bewegen sich innerhalb eines mittelalterlichen Lehrer-Sch&#252;ler-Verh&#228;ltnis: der Henker wirkt wie ein eigenbr&#246;tlischer idealistischer Polizist (euphorischer Klappentext: »Der Henker ermittelt«), der Medicus ist in die Tochter des Henkers verliebt (<em>die</em> Henkerstochter!) und tendiert wie sein »Meister« zu den modernen (nahezu heutigen) Theorien der Medizin, wirkt in allem was er tut unsicher, unreif und etwas feige.</p>
<p>Apropos Henkerstochter: die Tochter des Henkers spielt hier eine Nebenrolle, ich sch&#228;tze der Titel soll demnach vor allem als Verkaufsargument dienen: er wirkt mit dem Umschlagsbild etwas anr&#252;chig und beinhaltet das stumme Versprechen von Sex oder gar Vergewaltigung (hier ist weder das eine noch das andere zu finden!). Ein voyeuristischer Anreiz, der in historischen Romanen mit weiblicher Hauptfigur sehr gerne verwendet wird (siehe die beliebten <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=173">Iny Lorenz Romane</a>). Statt auf detaillierte Sexszenen kann sich der Leser daf&#252;r auf die eine oder andere Folterszene freuen.</p>
<p>Im Nachwort gesteht Oliver P&#246;tzsch nicht nur einige k&#252;nstlerische Freiheiten, er berichtet auch davon, dass es sich beim Kuisl-Clan um seine eigenen Vorfahren handelt. <em>Die Henkerstochter</em> ist sein (bislang) einziger Roman und ein erf&#252;llter Jugendtraum, wie er selbst sagt. In diesem Zusammenhang dankt er ganz herzlich seiner Frau, die »das n&#246;tige Geld verdient hat« w&#228;hrend er schrieb.</p>
<p>Es ist kein absolut rundes Buch: die Beschreibungen der Figuren sind weitaus lebendiger als die der Handlungsorte, wage Aussagen wie <em>Ihm fiel etwas auf, aber er kam nicht darauf was es war</em> sind &#228;rgerliche Cliffhanger  und gelegentlich schweift Oliver P&#246;tzsch auch in Belanglosigkeiten ab, um eine Szene in die L&#228;nge zu ziehen (was mich davon abhielt, die ein oder andere Szene konzentriert zu lesen). Aber dieses Buch ist gut, es ist glaubhaft und spannend, und seit l&#228;ngerem eines, das ich gerne und rasch gelesen habe.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548268528/selbstausbild-21" target="_blank">Spannend, authentisch und (danke, danke!) ohne Vergewaltigung<br />
</a></p>
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		<title>Gold der Azteken, Das &#124; Frederica de Cesco: Montezumas Tochter Tecuipo k&#228;mpft f&#252;r die Freiheit Mexikos</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 20:13:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe ein altes Jugendbuch, verlegt in einer rosafarbenen Edition f&#252;r M&#228;dchen im Teenageralter. Augenscheinlich Dutzende Male gelesen sind die Seiten mittlerweile leicht vergilbt, der zerfledderte Buchr&#252;cken wurde liebevoll mit Tesafilm ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Das Gold der Azteken | Heyne" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453400550/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-187" title="Das Gold der Azteken | Heyne" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/04/gold-der-azteken.jpg" alt="Das Gold der Azteken | Heyne" width="83" height="128" /></a>Ich habe ein altes Jugendbuch, verlegt in einer rosafarbenen Edition f&#252;r M&#228;dchen im Teenageralter. Augenscheinlich Dutzende Male gelesen sind die Seiten mittlerweile leicht vergilbt, der zerfledderte Buchr&#252;cken wurde liebevoll mit Tesafilm gekittet. Es ist in Deutschland nicht mehr im Handel, vielleicht war es au&#223;erhalb meines Kinderzimmers nicht sehr erfolreich. Heute steht es zwischen Jane Austen und Laura Esquivel in meinem Taschenbuchregal und wartet darauf, eines Tages erneut gelesen zu werden.</p>
<p>Neulich habe ich im Regal einer Freundin ein zerfleddertes Taschenbuch f&#252;r Jugendliche gesehen, ganz &#228;hnlich wie meines: »Das war mein Lieblingsbuch als ich j&#252;nger war«, sagte meine Freundin. Es hie&#223;: »Das Gold der Azteken«. Da beschloss ich, das Buch auch zu lesen.</p>
<p>Das Buch spielt &#8211; auch das kommt meinem nat&#252;rlichen Interesse entgegen &#8211; zur Zeit des Aztekenreichs in Mexiko. Protagonistin des Buchs ist Tecuipo, die Tochter des aztekischen Herrschers Montezuma. Sie liebt Prinz Cuatemoc und alles k&#246;nnte sch&#246;n sein, w&#252;rde nicht der unerwartete Einfall der spanischen Konquistadoren unter Hernán Cortez f&#252;r reichlich Konflikpotential sorgen.</p>
<p>&#220;berraschend an dieser neuen Auflage des Buches ist, dass es gemessen am &#228;u&#223;eren seri&#246;sen Erscheinungsbild und der Titeleinordnung auf Amazon f&#252;r Erwachsene konzipiert ist, w&#228;hrend eine Auflage zuvor bei einem anderen Verlag noch in beiderlei Hinsicht Jugendliche im Alter ab 12 Jahren angesprochen wurden.</p>
<p>Ihren Erz&#228;hlstil scheint de Cesco ihren Quellen angepasst zu haben, er ist recht simpel und ihre S&#228;tze klingen manchmal wie Bibelverse, woran ich mich nicht richtig gew&#246;hnen konnte. Dabei gelingt es der Autorin dennoch, Details der exotischen Kultur auch f&#252;r Jugendliche verst&#228;ndlich darzustellen, die Gewalt ufert nicht aus und auf Erotik wurde ebenfalls verzichtet.</p>
<p>Eine Entt&#228;uschnung w&#228;re da allerdings noch: nach all den dramatischen K&#228;mpfen und Konflikten und nachdem es f&#252;r das tapfere Liebespaar doch irgendwie glimpflich ausgegangen ist, wird in einem letzten knappen Absatz die ges&#228;te Hoffnung auf ein <em>Happily ever After</em> geradezu stichwortartig zunichte gemacht. Schlie&#223;lich handelt es sich bei Cuatemoc um eine geschichtliche Person und der korrekten Geschichtsdarstellung f&#252;hlt sich Frederica de Cesco am Ende doch verpflichtet.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453400550/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein Buch f&#252;r M&#228;dchen und Frauen</a></p>
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		<title>Kolibris Tochter &#124; Luis Alberto Urrea erschafft ein farbenfrohes Mexiko-Portrait und ein Marienwunder</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 13:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende des 19. Jahrhunderts wird ein M&#228;dchen als Arbeiterkind auf einer Hazienda in Sinaloa - ein Bundesstaat im Westen Mexikos - geboren. Teresa ist nicht irgendein M&#228;dchen - sie ist die uneheliche Tochter des sch&#246;nen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866121083/selbstausbild-21" title="Kolibris Tochter" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/02/kolibris-tochter.jpg" alt="Kolibris Tochter" /></a>Es gibt B&#252;cher, die mich von Anfang an so faszinieren, dass ich sie nicht mehr aus der Hand legen kann und alles andere vernachl&#228;ssige. Dieses Buch ist ein solches Exemplar &#8211; oder besser gesagt: war es, bis zu einem gewissen Punkt. Zun&#228;chst aber, was mich begeisterte: Urrea beschreibt die mexikanische Kultur und Landschaft in duftenden, bunten Worten.</p>
<p>Er stellt die Mexikaner (womit ich sowohl die Mestizen als auch die Indigenas meine) eines l&#228;ndlichen Guthofs kunstvoll und authentisch als eine Gesellschaft dar, die sich ihrer eigenen Vergangenheit und Identit&#228;t sch&#228;mt:<em> »Was waren sie? Jeder Mexikaner war ein verd&#252;nnter Indianer, dem Milch beigemischt worden war. [...] Nach der Eroberung durch die Spanier und der Inquisition hatten sie solchen Angst vor ihrer eigenen braunen H&#252;lle, dass sie sich das Gesicht wei&#223; puderten [...]«</em>. Ende des 19. Jahrhunderts, Porfirio Díaz ist Pr&#228;sident, die Wirtschaft im Auf- und die Politik im Umschwung, in der Luft liegt die Ahnung von Revolution und Krieg.</p>
<p>Auf einem Gutshof im Bundesstaat Sinaloa wird ein M&#228;dchen als Arbeiterkind geboren. Die sehr junge Mutter ist bald verschwunden, und so w&#228;chst das M&#228;dchen, das sich selbst den Namen Teresa gibt, bei der pr&#252;gelnden Tante auf. Doch Teresa ist nicht irgendein M&#228;dchen &#8211; sie ist die uneheliche Tochter des sch&#246;nen und reichen Gutsbesitzers Tomás Urrea, der leidenschaftlich gerne auch au&#223;erhalb seines Ehebetts Frauensch&#246;&#223;e aufsucht. Teresa w&#228;chst zu einer sch&#246;nen jungen Frau heran, die mit ihrer F&#228;higkeit durch Handauflegen Schmerzen zu lindern, bald zu gro&#223;em Ruhm unter den schwangeren Arbeiterfrauen kommt &#8230;</p>
<p>Vor meinem geistigen Auge entwickelte sich bereits eine blumige Geschichte mit politischen Verwicklungen, ein &#228;hnlicher Plot wie in Isabel Allendes Geisterhaus, wo sich zwischen der Gutstochter Clara und dem Arbeitersohn Pedro Tercero García eine dramatische Liebesgeschichte entwickelt. Es ist das Bild, das Luis Urrea dem Gro&#223;teil der Geschichte zugrunde legt:  M&#228;dchen (Bastard) kommt schlie&#223;lich doch noch zu ihrem Geburtsrecht, wird sehr h&#252;bsch und ungest&#252;m, sehnt sich nach der ersten Liebe.</p>
<p>Ich rutschte ganz unvorbereitet in eine sehr seltsame Entwicklung hinein: eines Tages wird Teresa vergewaltigt, stirbt und ist tagelang klinisch tot &#8211; um dann mit einem Mal wieder aufzuerstehen, mit voll entwickelten heilerischen F&#228;higkeiten und der Stimme Gottes im Ohr. Eine Jungfrauerscheinung ist geboren. Und dann wird es doch noch politisch: die k&#246;rperlich erkaltete (weil tot gewesene!) und entr&#252;ckte Teresa mischt sich zum Wohle ihres Volkes in die aufkeimende mexikanische Revolution ein.</p>
<p>Ich verlor seit der Auferstehung und dem Zusammenwurf des bisherigen Plots meine gro&#223;e Freude an diesem Buch. Zu offensichtlich erschien es mir, dass Luis Alberto Urrea seiner entfernten Ahnin (sein Urgro&#223;vater war Cousin von Tomás) ein makelloses Denkmal zu setzen w&#252;nschte. In die bisherige Geschichte, die fast aussschlie&#223;lich innerhalb des Gutshofs spielt, platziert Urrea sehr unmittelbar ein Marienph&#228;nomen, das globale Ausma&#223;e annimmt und &#8211; in meinen Augen &#8211; sowohl die Geschichte als auch die Protagonistin Teresa ein St&#252;ck weit ihrer Glaubw&#252;rdigkeit beraubt.</p>
<p>L&#228;sst man das mal au&#223;er Acht, so hat Urrea in den ersten beiden Dritteln des Buches eine wundersch&#246;ne Liebeserkl&#228;rung an Mexiko geschrieben (mit vielen eingestreuten mexikanischen Groserias &#8211; wer mexikanisches Spanisch beherrscht, hat umso mehr Freude) und eine facettenreiche Geschichte erdacht: &#252;ber ein tapferes M&#228;dchen und einen ehrbaren Mann, der die v&#228;terliche Liebe zu seiner Tochter entdeckt.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866121083/selbstausbild-21" target="_blank">Von mexikanischem Familiendrama zu Marienerscheinung!</a></p>
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		<title>Feuerbraut, Die &#124; Iny Lorentz neuster Coup: Drei&#223;igj&#228;hriger Krieg, Vergewaltigung und Happy End</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 20:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die junge, sch&#246;ne Irmela ger&#228;t aufgrund einiger Umst&#228;nde in den Verdacht eine Hexe zu sein. Als Opfer des Racheplans eines Kirchenmanns und zweier Weibsbilder r&#252;ckt sie dem Scheiterhaufen immer n&#228;her. Aber wir lesen einen Iny Lorentz ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662418/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/02/feuerbraut.jpg" alt="Feuerbraut" /></a>Und schon wieder schreiben sie ein Buch. Das nette alte Ehepaar aus M&#252;nchen, das auf ihrer Webseite (www.iny-lorentz.de) aussieht wie eine zweik&#246;pfige Hydra. Bevorzugt platziert das Duo junge, sch&#246;ne M&#228;dchen in historischem Umfeld um sie nebst viel Leid auch einem Schuss Liebe und Happy End auszusetzen.</p>
<p>Sehr gut kommen die B&#252;cher der beiden bei mir selten weg &#8211; dennoch lasse ich sie mir gerne zuschicken und lese sie und freue mich dann, meine Erwartungen und Vorurteile best&#228;tigt zu sehen. So habe ich mich auch bei ihrem neusten Werk wieder hinrei&#223;en lassen. Nat&#252;rlich komme ich zu sp&#228;t &#8211; sicherlich ist bereits ein neues Buch in Produktion, und dieses l&#228;ngst auf dem Weg in die Taschenbuch-Presse. Dennoch: hier ist der aktuelle <em>Iny Lorentz</em>.</p>
<p>Diesmal spielt er im Drei&#223;igj&#228;hrigen Krieg: die junge, sch&#246;ne und reiche Irmela (es gibt tats&#228;chlich Versuche, sie als nicht absolut perfekt darzustellen) ger&#228;t aufgrund einiger Umst&#228;nde (die Schweden zerst&#246;ren ihre Heimatstadt, ihr aber gelingt es dank Klugheit und List sich und ein paar Andere zu retten) in den Verdacht eine Hexe zu sein. Als Opfer des Racheplans eines Kirchenmanns und mehrerer Weibsbilder r&#252;ckt sie dem Scheiterhaufen immer n&#228;her und dem Verm&#246;gen und Ansehen, das ihr zusteht, immer ferner. Aber wir lesen einen Iny Lorentz Roman und so ist es gewiss, dass die Heldin zun&#228;chst durch ein tiefes Tal der Tr&#228;nen schreiten muss (der geifernde Leser erlebt Verst&#252;mmelung, Intrigen und Sex), um schlie&#223;lich sowohl Wiedergutmachung als auch erf&#252;llte Liebe zu finden.</p>
<p>Interessant ist auch ein Blick auf die Sternevergabe bei Amazon &#8211; zwischen &#8220;gute Unterhaltung&#8221; und &#8220;Dreigroschenroman&#8221; hat jeder so seine Meinung: man mag die leichte Unterhaltung, oder eben nicht. Eines aber ist gewiss: wenn man Iny Lorentz kauft, dann wei&#223; man was man bekommt. Auch dieser Roman ist weder Anspruch noch Bildung, sondern erotische und spannende Unterhaltung &#8211; ein &#8220;Pageturner&#8221; nach immer gleichem Schema.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662418/selbstausbild-21" target="_blank"> Unterhaltungswerk mit dem Anspruch, anspruchslos zu sein</a></p>
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		<title>Geheimnis der Hebamme, Das &#124; Sabine Ebert: Freiberg zur Zeit Barbarossas. Mittelalterdrama</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 14:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Freiberg um 1170: Ca. 50 Siedler und ein Ritter namens Christian gr&#252;nden ein Dorf, nachdem sie eine beschwerliche Fu&#223;reise unternommen hatten, um mit ihrem Saatgut ein neues Leben zu beginnen. Auf dieser Reise ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000XQ9MQ4/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/01/geheimnis-der-hebamme.jpg" alt="Geheimnis der Hebamme" /></a>Freiberg um 1170: Ca. 50 Siedler und ein Ritter namens Christian gr&#252;nden ein Dorf. Zuvor unternehmen sie eine beschwerliche Fu&#223;reise, um mit ihrem Saatgut ein neues Leben zu beginnen. Auf dieser Reise st&#246;&#223;t auch die Titelfigur Marthe zu der Gruppe und macht bald mit wundersamen Heilungen und hellseherischen F&#228;higkeiten auf sich aufmerksam. Wegen ihrer Kr&#228;fte eher gef&#252;rchtet, erregt sie das Interesse der m&#228;nnlichen Siedler vor allem mit ihrer Sch&#246;nheit und es beginnt eine heftige Buhlerei um ihre Gunst.</p>
<p>Auch der junge Ritter Christian spielt mit dem Gedanken Marthe zu seiner Frau zu machen, z&#246;gert jedoch und verpasst schlie&#223;lich seine Chance, als Marthe aus Angst vor &#220;bergriffen einen &#228;lteren Witwer heiratet &#8211; sie wurde zuvor auf &#228;u&#223;erst brutale Weise von Christians Todfeind Randolf vergewaltigt. Marthe, die Christian heimlich verehrt, verschweigt dem Ritter ihr Leid (aus selbstloser R&#252;cksichtnahme) sogar dann, als ihr Peiniger die Vorherrschaft des Dorfes &#252;bernimmt (Stichwort Freiberger Silberbergbau) und grausame Zeiten f&#252;r die Siedler anbrechen &#8230;</p>
<p>Gelesen wird das Spektakel von Julia Fischer, die vor allem Marthes und Christians Stimme eine eigene Note verleiht. Bei dem H&#246;rbuch wurde auf musikalische Untermalung und Hintergrundger&#228;usche vollkommen verzichtet. Der CD-Box liegt ein Faltblatt mit wenigen Informationen bei.</p>
<p>Das Rezept dieses historischen Romans von Sabine Ebert hat sich vielfach bew&#228;hrt: Geschichtliche Details gekn&#252;pft an das Leben einer fiktiven Frauenfigur, die durch Mut, Charakterfestigkeit und Sch&#246;nheit hervortritt. Sie wird tief fallen und leiden, mit gro&#223;en Pers&#246;nlichkeiten ihrer Zeit in Kontakt treten (hier u.a. der Kaiser des Heiligen R&#246;mischen Reiches &#8220;Barbarossa&#8221;), schlie&#223;lich die Ungerechtigkeit besiegen und die wahre Liebe finden.</p>
<p>F&#252;r jeden, der diesen Plot nicht als zu flach empfindet, funktioniert das Roman-Rezept auch hier &#8211; wobei ich lediglich die (vermutlich gek&#252;rzte) H&#246;rbuchversion bewerten kann. Das Gute: man stolpert beim passiven Zuh&#246;ren nicht &#252;ber schwache Formulierungen und es bleibt auch wirklich spannend, bis der letze Satz gelesen ist. Nun aber werde ich die Geschichte auch recht schnell wieder vergessen &#8211; zu ungenau treten die Figuren hervor und haben in meiner Phantasie keinerlei Konturen angenommen. Vielleicht hilft die erste der geplanten Fortsetzungen (<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426636956/selbstausbild-21" target="_blank">Die Spur der Hebamme</a>) um Marthe und Christian meinem Ged&#228;chtnis wieder auf die Spr&#252;nge &#8230;</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000XQ9MQ4/selbstausbild-21" target="_blank"> Romantik, Brutalit&#228;t und Geschichte harmonisch vereint </a></p>
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		<title>Zweite K&#246;nigreich, Das &#124; Rebecca Gablé: England und der erste normannische K&#246;nig zu Beginn des Hochmittelalters</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 16:18:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der junge Cædmon of Helmsby im Jahr 1064 von einem d&#228;nischen Piraten verletzt wird, endet seine beh&#252;tete Kindheit. Das kommt Harold Godwinson, dem Earl of Wessex, gerade recht, denn er ben&#246;tigt einen &#220;bersetzer f&#252;r ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3867170932/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/11/zweite-koenigreich.jpg" alt="Gable - Zweite K&#246;nigreich" /></a>Als der junge Cædmon of Helmsby im Jahr 1064 von einem d&#228;nischen Piraten verletzt wird, endet seine beh&#252;tete Kindheit, sein Bein ist verletzt. Er scheint ein Kr&#252;ppel zu bleiben, der f&#252;r k&#246;rperliche Arbeit und den Kampf nicht taugt. Das kommt Harold Godwinson, dem Earl of Wessex, gerade recht. Er ben&#246;tigt einen &#220;bersetzer f&#252;r sein Treffen mit Herzog William in der Normandie &#8211; Cædmon beherrscht diese Sprache.</p>
<p>So begleitet er Harold Godwinson unfreiwillig und ger&#228;t mitten in das Machtspiel um den englischen Thron. Bei William zur&#252;ckgelassen, beginnt er eine harte k&#246;rperliche Ausbildung, die sein k&#246;rperliches Problem behebt und ein seelisches schafft: er verliebt sich in die sch&#246;ne Aliesa, Verlobte seines besten Freundes.</p>
<p>An Cædmons F&#228;higkeiten hat der despotische William, der nach der Schlacht von Hastings (die der H&#246;rer hautnah miterlebt) K&#246;nig von England wird, Gefallen gefunden. Cædmon wird zu einem wichtigen Vertrauten und Lehrer seiner S&#246;hne. Cædmons loyales, gerechtes Wesen und sein Mut, dem K&#246;nig zu widersprechen, bringt ihn allerdings mehrere Male in Lebensgefahr. Nicht zuletzt, als seine Aff&#228;re zur mittlerweile verheirateten Aliesa verraten wird &#8230;</p>
<p>Rebecca Gablé spannt ihre Geschichte um historische Tatsachen. Orientiert am Leben des fiktiven Cædmon of Helmsby setzt die Handlung kurz vor der Herrschaft Williams ein und endet unmittelbar nach dessen Tod im Jahr 1087. Dabei werden viele Personen aktiv eingebunden, die tats&#228;chlich existiert haben: neben K&#246;nig William und seinem Rivalen Harold Godwinson z.B. dessen Bruder Wulfnoth Godwinson.</p>
<p>Eine Lesung ist so manchem H&#246;rspiel vorzuziehen, zu oft werden schlechte Sprechstimmen verpflichtet.  Dies ist bei diesem H&#246;rspiel &#8211; bis auf wenige Nebenpersonen &#8211; nicht der Fall. In der Hauptrolle als Cædmon spricht Schauspieler Matthias Koeberlin &#8211; etwas einf&#246;rmig, aber glaubw&#252;rdig. Die spannendste Stimme wurde dem K&#246;nig verlieren: Udo Schenk klingt wie ein gef&#228;hrliches Raubtier. Besonders gut ist die musikalische Untermalung und die Wahl der Ger&#228;usche gelungen: aufeinandertreffende Schwerter und Kampfgebr&#252;ll, Lautenspiel, Vogelgesang &#8211; stimmungsvolles Hochmittelalter!</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3867170932/selbstausbild-21" target="_blank"> Sehr gut gelungen, weil gut geklungen </a></p>
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		<title>Marzipanm&#228;dchen, Das &#124; L&#252;beck im 19. Jahrhundert. Lena Johannson erz&#228;hlt von einer unerschrockenen Frau</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Nov 2007 12:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich nicht gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr schnell kommt die Geschichte in Fahrt: Marie, ein ungest&#252;mes, zu gro&#223; und zu schlank geratenes blondes M&#228;dchen (selbstverst&#228;ndlich von verhei&#223;ungsvoller Sch&#246;nheit), &#252;bernimmt, nachdem ihre beiden Br&#252;der gestorben sind, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426637669/selbstausbild-21"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/11/marzipanmaedchen.jpg" alt="Marzipanm&#228;dchen" /></a>Sehr schnell kommt die Geschichte in Fahrt: Marie, ein ungest&#252;mes, zu gro&#223; und zu schlank geratenes blondes M&#228;dchen (selbstverst&#228;ndlich von verhei&#223;ungsvoller Sch&#246;nheit), &#252;bernimmt, nachdem ihre beiden Br&#252;der gestorben sind, die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung der famili&#228;ren Marzipanb&#228;ckerei in L&#252;beck. Und das im Jahr 1871 &#8211; ein M&#228;dchen als Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin, das geht doch nicht &#8230;</p>
<p>Wir haben also (wieder) den Plot: sch&#246;nes, energisches M&#228;dchen wagt den beschwerlichen Schritt in einen von M&#228;nnern dominierten Beruf (erfolgreich nat&#252;rlich) und findet die Liebe ihres Lebens. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie Lena Johannson das bew&#228;hrte Muster umsetzt &#8211; z.B. die romantische Spannung.</p>
<p>Gleich zu Beginn erf&#228;hrt der Leser, dass Maries zuk&#252;nftiger Enkelsohn den Nachnamen »Andresen« tr&#228;gt &#8211; und wei&#223; somit, dass die leidenschaftliche Aff&#228;re zu einem Herrn namens Hansen nicht reibungslos funktionieren wird und eventuell zum Scheitern verurteilt ist. Eine &#220;berraschung ist das also nicht mehr. Daf&#252;r h&#228;lt das Buch einige Entt&#228;uschungen bereit: da wird der Leser auf fesselnde Abenteuer oder Fehden vorbereitet, nur um die dann nicht miterleben zu d&#252;rfen. so geschehen im ersten Kapitel, in dem eine aufreibende Schiffsreise nach St. Petersburg stattfindet (auf der Marie auch die Herren Andresen und Hansen kennen lernt). So &#8211; jetzt brannte ich darauf, von Maries Abenteuern im zarischen Russland zu erfahren (beginnend im n&#228;chsten Kapitel, so vermutete ich). Die ersten Zeilen des n&#228;chsten Kapitels (Ankunft in Russland, aufreibende Erlebnisse, Charakterentwicklung, so vermutete ich) musste ich vor Schreck gleich zweimal lesen: <em>»Keine zwei Monate waren vergangen, seit sie das Schiff bestiegen und zum ersten Mal ihre Heimat verlassen hatte. Keine zwei Monate, und doch war Marie Kr&#246;ger ein anderer Mensch, als sie zur&#252;ckkehrte«</em>.<br />
Moment mal! Davon, dass Marie jetzt ein anderer Mensch geworden sein soll, habe ich &#252;berhaupt nichts mitbekommen!</p>
<p>Damit w&#228;ren wir beim Problem des Buchs: es erz&#228;hlt nur nach, nichts erlebt der Leser selbst. Marie, ein glattes, kantenloses Wesen, erlangt zunehmend Ruhm und Geld mit ihrer B&#228;ckerei, prophezeit die bleibende Werbewirkung des Schaufensters und erfindet die <em>Corporate Identity</em>. Nebenbei bewegt sie viel f&#252;r arme Menschen und benachteiligte Frauen. Aber: all diesen Entwicklungen wird kaum mehr als eine einzige Buchseite zugestanden: so hat Marie einmal die Idee, die Zust&#228;nde der L&#252;becker Prostituierten zu verbessern. Also setzt sie sich mit Herrn Hansen zusammen, sie &#252;berlegen, 10 Zeilen sp&#228;ter ist die Sache durchgefechtet und erledigt. &#220;berraschend leicht f&#228;llt das alles, kein Gegenspieler ist in Sicht &#8211; bis auf einen Angestellten der B&#228;ckerei, dessen stumpfe B&#246;sartigkeit von Anfang an zu offenstichtlich ist. Umso &#228;rgerlicher und unglaubw&#252;rdiger ist, dass es der sonst so klugen und weltgewandten Marie viel zu sp&#228;t auff&#228;llt.</p>
<p>Es ist sicherlich schwierig &#252;ber eine Figur zu schreiben, die im Prolog und Epilog &#252;ber 90 Jahre alt ist, w&#228;hrend in den 400 Seiten dazwischen die Erlebnisse vom 17. bis zum 50. Lebensjahr erz&#228;hlt werden. Kann man eine Geschichte &#252;ber eine so lange Zeitspanne &#252;berhaupt spannend und lebendig darstellen, anstatt sie nur nachzuerz&#228;hlen? Ich sch&#228;tze schon. Lena Johannson ist es nicht gelungen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426637669/selbstausbild-21" target="_blank"> Mehr Entt&#228;uschungen als &#220;berraschungen </a></p>
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		<title>Stunde des Venezianers, Die &#124; Marie Cristen und ihr Mittelalter-Roman im kaufm&#228;nnischen Flandern</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 17:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Im n&#228;chsten Moment wird ein M&#228;dchen vor der Pest gerettet - dass es sich hierbei um die Protagonistin des Buchs handelt, wird sp&#228;testens dann klar, als sie (nunmehr eine junge Frau) von der Gro&#223;mutter als »klug, eigenwillig und zu sch&#246;n ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426661802/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/10/stunde-des-venezianers.jpg" alt="Die Stunde des Venezianers" /></a>Was sieht man gerne, wenn man den Buchdeckel eines Romans aufschl&#228;gt? Ich sehe zum Beispiel gerne eine Landkarte. <em>Aha</em>, dort wird man den Helden also &#252;berall hinf&#252;hren, dann mal los. Was ich nicht mag sind Stammb&#228;ume. Je mehr Namen dran h&#228;ngen, je mehr Linien zur Seite und nach unten f&#252;hren, desto ungerner bl&#228;ttere ich danach noch um: ich m&#246;chte die Figuren leiber durch die Geschichte kennen lernen. Im Falle von <em>Die Stunde des Venezianers</em> sind es 21 Namen bei 13 horizontalen und vertikalen Linien (wobei &#8211; vergleichsweise wenig, wenn man an die <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=45">Prinzen</a> und <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=49">Rebellen von Irland</a> denkt).</p>
<p>Ich habe nat&#252;rlich umgebl&#228;ttert. Und direkt bis zur Seite 62 (bzw. Kapitel vier) gelesen, um dann eine l&#228;ngere Pause einzulegen. Das Lesen fiel mir nicht ganz leicht. Erwartungsgem&#228;&#223; prasselten viele Namen auf mich ein und noch bevor ich wusste <em>wann</em> und <em>warum</em> ich <em>wo</em> in der Geschichte bin, kannte ich schon die Familienverh&#228;ltnisse, Altersangaben, Gesichtsfalten und Charaktereigenschaften zweier Personen, die sich im Stammbaum unter den Namen »Violante« und »Jean-Paul« wiederfinden.</p>
<p>Im n&#228;chsten Moment wird ein M&#228;dchen vor der Pest gerettet &#8211; dass es sich hierbei um die Protagonistin des Buchs handelt, wird sp&#228;testens dann klar, als sie (nunmehr eine junge Frau) von der Gro&#223;mutter als <em>»klug, eigenwillig und zu sch&#246;n, um nicht den Neid anderer Frauen zu erwecken«</em> beschrieben wird. Das macht sie zu einer von unz&#228;hligen anderen Heldinnen historischer Romane mit exakt denselben Attributen.</p>
<p>Um es kurz zu machen: Die kluge eigenwillige Sch&#246;ne namens Aimée, heiratet schnell. Den ge&#252;bten Leser historischer Romane wundert&#8217;s nicht: damit aus Aimées vorteilhaften Talenten auch etwas werden kann, muss der Ehemann sterben. Nachdem dieser Punkt also abgehakt ist, macht sich Aimée als Handelsherrin im Br&#252;gge des 14. Jahrhunderts einen Namen und wird auf ihrem Wege allerlei Schwierigkeiten und Verlockungen ausgesetzt.</p>
<p>Mich st&#246;ren unrealistische Z&#252;ge und Handlungen der Hauptperson, einige L&#228;ngen und ein gehetztes Ende.  Das Buch ist aber nicht schlecht: es erm&#246;glicht zum Beispiel, das kaufm&#228;nnische Treiben des mittelalterlichen Flandern detailliert kennen zu lernen. Dass dies auch realistisch dargestellt ist, lie&#223; sich die Autorin durch »viele Historiker« absichern. Ich bin sicher, es wird viele begeisterte Leser finden: sie erwartet eine feministische Geschichte, Liebeswirren und mittelalterlicher Flair. Wer gut recherchierte historische Romane mit erotischen Frauen und starken M&#228;nnern liebt, wird mit diesem Buch sehr zufrieden sein.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426661802/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Never change a</em> &#8230; historischen Frauencharakter<br />
</a></p>
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		<title>Chirurg Napoleons, Der &#124; eine steile Arztkarriere zu Zeiten von Napoléon Bonaparte</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jul 2007 16:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Titel wie »Der Chirurg Napoleons« k&#246;nnte ja glauben machen, dass wir hier einigen komplizierten Operationen an Napoleons Torso beiwohnen d&#252;rfen. Sp&#228;testens jetzt drehe ich das Buch um und &#252;berfliege Inhaltsangabe. Diese ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3404155572/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/07/chirurg_napoleons.jpg" alt="chirurg_napoleons.jpg" /></a>Als erstes sehe ich den Umschlag. Der zweite Blick f&#228;llt auf den Titel. Kurz streifen meine Augen den Autor, was aber keine so gro&#223;e Rolle spielt, denn die Wahrscheinlichkeit ist gro&#223;, dass ich ihn ohnehin nicht kenne. Was verr&#228;t mir also dieser Umschlag hier? Ich sehe eine »historische« Gem&#228;ldehand mit Firnisrissen, die einen roten Umhang wie einen Rocksaum anhebt, darunter erscheint ein »N« f&#252;r Napoleon &#8211; die sprichw&#246;rtliche L&#252;ftung des Mantels der Geschichte?</p>
<p>Ein Titel wie »Der Chirurg Napoleons« k&#246;nnte ja glauben machen, dass wir hier einigen komplizierten Operationen an Napoleons Torso beiwohnen d&#252;rfen. Sp&#228;testens jetzt drehe ich das Buch um und &#252;berfliege die Inhaltsangabe: »ein frostiger Tag im Dezember 1840. Fast ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod wird Napoleon Bonaparte nach Paris &#252;berf&#252;hrt [...]« Moment mal &#8211; ist der schon tot? Jedenfalls: Wenn es in diesem Buch chirurgische Eingriffe an Napolen g&#228;be, st&#252;nde es dort mit Sicherheit &#8211; einen besseren Aufh&#228;nger gibt es doch nicht.<br />
Aber: es geht hier gar nicht um Napoleon, sondern eben um den Chirurg Dominique Jean Larrey.</p>
<p>Dominique Jean Larrey, Feldchirurg bei der Marine, schlie&#223;lich Oberfeldscher der Gro&#223;en Armee von Napoleon I. und &#8211; ja, eben auch dessen »pers&#246;nlicher Leibarzt«. Als Ich-Erz&#228;hler berichtet er neben seinen Erlebnissen in zahlreichen Feldlazaretten auch von der Begegnung mit Napoleon. Der Autor legt ihm zu diesem Zweck eine &#8211; wohlwollend ausgedr&#252;ckt &#8211; zeitgem&#228;&#223;e, mit Fachausdr&#252;cken gespickte Arzt-Sprache in den fkitiven Mund: »So sehr die Schulter des Bauern auch zerrissen war, ich konnte die Exartikulation im Gelenk dennoch vornehmen [...] zudem waren Teile bis unter dem Musculus subclavius eingedrungen und hatten die Arteria axillaris sehr hoch abgerissen«.</p>
<p>Autor Johannes Soyener gibt sich M&#252;he, bildgewaltig zu schreiben, ungew&#246;hnliche Vergleiche anzustellen und dem Leser so eine historische G&#228;nsehaut zu verleihen. Diese Bem&#252;hungen kann man als solche erkennen &#8211; und so wird das nichts mit der G&#228;nsehaut. Spannend ist es, die (vermutlich) sehr ausgiebig recherchierte historische Figur auf deren medizinischen Wegen zu begleiten. Wer authentisch dargestellte Geschichte &#252;ber Unterhaltung stellt, findet in diesem Buch ein realistisch gezeichnetes Bild von Napoleons Zeitalter &#8211; im Besonderen der damaligen medizinischen Praktiken auf den Schlachtfeldern.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3404155572/selbstausbild-21" target="_blank">Kriegsverletzungen, explizit beschrieben in Medizintermini</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>K&#246;nigin von Jerusalem, Die &#124; blumige Geschichte Melisendis &#8211; royales Liebesboulevard im 12. Jahrhundert</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 09:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Jerusalem im 12. Jahrhundert. Melisendis ist die Tochter des K&#246;nigs von Jerusalem und soll einst dessen Thron &#252;bernehmen - und ein geschichtlich belegt als K&#246;nigin von Jerusalem in den Jahren von 1131 bis 1153. Zu Beginn der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426628228/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/06/koe-jeru.jpg" alt="koe-jeru.jpg" /></a>Jerusalem im 12. Jahrhundert. Melisendis ist die Tochter des K&#246;nigs von Jerusalem und soll einst dessen Thron &#252;bernehmen &#8211; geschichtlich belegt als K&#246;nigin von Jerusalem in den Jahren von 1131 bis 1153. Zu Beginn der Geschichte erlebt der Leser sie als bereits sehr wortgewandte und zielstrebige Neunj&#228;hrige, die sich im Lauf der Zeit zu einer jener starken, integeren, stets gerechten Frauenfiguren entwickelt, die in modernen historischen Romanen so beliebt sind.</p>
<p>Sehr viel Wert legt die Autoren auf die Beschreibung der Liebesbeziehung zu ihrem Geliebten, dem Graf von Jaffa, die sp&#228;ter zur Dreiecksbeziehung mit einem ungewollten Ehemann wird. Im historisch belegten Kontext spaltet sich das K&#246;nigreich Jerusalem im Zuge dieses Zwists, was Melisendis schlie&#223;lich zu einer 30j&#228;hrigen Alleinherrschaft verhilft. Doch so weit kommt es zum Buch gar nicht &#8211; es endet bereits im Jahr 1133.</p>
<p>Schon die Grammatik des zweiten Satzes l&#228;sst mich stolpern: »Die neunj&#228;hrige Melisendis hielt die zitternde Hand ihrer ein Jahr j&#252;ngeren Schwester Alix fest in der ihren.« Das muss ja noch nichts bedeuten. Aber ich nunmal eher ein Freund von ausdrucksvollen, aber pragmatischen Beschreibungen. Anita Amirrezvani ist es in &#8216;<a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=58">Das Lied der Rosen</a>&#8216; gelungen, mich trotz blumiger Sprache zu fesseln. Rudschies gelingt das nicht ganz so gut. Vielleicht lag es auch daran, dass ich von allzuviel Liebelei und Kosenamen nichts halte.</p>
<p>Ein tolles Buch f&#252;r jeden, der (aufgrund der umst&#228;ndlichen Syntax und blumigen Dialoge) gerne langsam und genussvoll liest, ausf&#252;hrliche Liebesdialoge nicht als »schnulzig« empfindet und bereit ist, ein nicht ganz perfektes Happyend zu akzeptieren.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426628228/selbstausbild-21" target="_blank"> Spannend als Liebesgeschichte, aber keine echte Biografie</a></p>
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		<title>Lied der Rosen, Das &#124; Der Iran im 17. Jahrhundert &#8211; poetisch und ausdrucksvoll wie Tausend und eine Nacht</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 08:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Exotisch, Erotisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem persischen Dorf des 17. Jahrhunderts wird ein Komet gesichtet, der Unheil verk&#252;ndet. Vor allem f&#252;r die 14-j&#228;hrige Erz&#228;hlerin, deren Vater bald darauf stirbt - und mit ihm die Chance, eine durch Mitgift finanzierte Ehe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3550086520/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/06/liedderrosen.jpg" alt="liedderrosen.jpg" /></a><em>Zuerst war nichts, und dann war Gott. Niemand war vor Gott.</em><br />
In einem persischen Dorf des 17. Jahrhunderts verk&#252;ndet ein Komet nahendes Unheil. Dies gilt vor allem f&#252;r die 14-j&#228;hrige Erz&#228;hlerin, deren Vater bald darauf stirbt &#8211; und mit ihm die Chance, eine durch Mitgift finanzierte Ehe einzugehen. Die Armut treibt sie und ihre Mutter in die Gro&#223;stadt Isfahan, wo sie bei dem Bruder des Vaters, einem renommierten Teppichkn&#252;pfer, und dessen herrischer Frau unterkommen.</p>
<p>Dort fristen Mutter und Tochter ein Dienstbotendasein, obwohl der Onkel die Begabung der Erz&#228;hlerin entdeckt, wundervolle Teppiche zu kn&#252;pfen. Als M&#228;dchen kann er sie nicht offiziell ausbilden, und so wird es allgemein als eintr&#228;glicher angesehen, dass das M&#228;dchen eine bezahlte Ehe auf Zeit eingeht, deren Vertrag nur dann erneuert wird, wenn sie ihren 3-Monats-Gemahl sexuell zufrieden zu stimmen vermag. Neben ihren n&#228;chtlichen Ausfl&#252;gen in die Arme ihres Mannes bildet sie sich unerm&#252;dlich im Teppich kn&#252;pfen aus, so dass sie eines Tages den Mut fasst, sich selbst und ihrer Mutter ein eigenst&#228;ndiges Leben zu finanzieren.</p>
<p>Wieder ein Buch, das sich schon aufgrund seines spannenden Einbands zu kaufen lohnt: golden ineinander flie&#223;ende Arabeske, plastisch hervorgehoben &#8230; und eigentlich wollte ich auch nur kurz reinlesen. Andere B&#252;cher liegen schon viel l&#228;nger auf meinem Nachttisch und wollen gelesen und rezensiert werden, aber dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und erst auf der letzten Seite wieder losgelassen. Und dann auch noch das: W&#228;hrend dem Lesen fiel mir einiges auf was besondere Erw&#228;hnung verdient, und normalerweise h&#228;tte ich das Buch beiseite gelegt und mir dies f&#252;r die Rezension notiert. Kurz: ich habe es nicht fertig gebracht. Und jetzt finde ich die Stellen nicht mehr.</p>
<p>Anita Amirrezvani hat einen wunderbaren Roman geschrieben (in 7-j&#228;hriger Arbeit!), mit blumiger und bilderreicher Sprache und Geschichten wie in Tausend und eine Nacht. Dabei ist mir bis zum Schluss kaum aufgefallen, dass der Name der Erz&#228;hlerin kein einziges Mal f&#228;llt &#8211; ich habe gar nicht erst danach gesucht. Einzige Unstimmigkeit: es w&#228;re passender gewesen, den Romantitel direkt ins Deutsche zu &#252;bersetzen: &#8216;Das Blut der Rosen&#8217;. Denn damit assoziiert die Erz&#228;hlerin die qualvollen Monate des Webens, ehe die wundervollen Teppiche in all ihrer unschuldigen Sch&#246;nheit vom Webstuhl geschnitten werden.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3550086520/selbstausbild-21" target="_blank"> Den Orient sehen, riechen, schmecken, sp&#252;ren!</a></p>
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		<title>Rebellen von Irland, Die &#124; der zweite Teil der Rutherfurd-Saga: Irland vom 16. bis 20. Jahrhundert</title>
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		<pubDate>Thu, 31 May 2007 12:16:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein wundersch&#246;nes Buch. Rein optisch mein' ich. Ernsthaft, das w&#252;rde ich mir schon allein des Umschlags wegen kaufen. Ein verwaschener blau-t&#252;rkiser Himmel, darunter eine entspannte Aufbruchs- und Ankunftsstimmung am Meer, Felsvorspr&#252;nge ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3896673165/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/05/rebellen_von_irland.thumbnail.jpg" alt="rebellen_von_irland.jpg" /></a>Ein wundersch&#246;nes Buch. Rein optisch mein&#8217; ich. Ernsthaft, das w&#252;rde ich mir schon allein des Umschlags wegen kaufen. Ein verwaschener blau-t&#252;rkiser Himmel, darunter eine entspannte Aufbruchs- und Ankunftsstimmung am Meer, Felsvorspr&#252;nge, die Sonne geht unter &#8211; meine Ehrerbietung an die beauftrage Werbeagentur. Kommen wir zum Inhalt &#8230;</p>
<p>Der Roman setzt ein paar Jahre sp&#228;ter als der Vorg&#228;nger &#8216;<a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=45">Die Prinzen von Irland</a>&#8216; an, Ende des 16. Jahrhunderts, und f&#252;hrt seine Leser gleich in den n&#228;chsten irischen Tumult. Rutherfurd legt besonders viel Wert auf die Beschreibung des Zeitalters der Kartoffelhungersnot Mitte der des 19. Jahrhunderts, als das elende Verhungern von Millionen Menschen die Landflucht nach Amerika und Australien zur Folge hatte. Auch die grausame Unterdr&#252;ckung der Briten ist sehr eindr&#252;cklich beschrieben. Im Mittelpunkt des zweiten Teils der &#8220;Dublin-Saga&#8221; stehen die extremen religi&#246;sen Konflikte, welche noch heute das Land pr&#228;gen.</p>
<p>Hinter all den politischen Konflikten und Dramen agieren die Familien, die irischen K&#246;nige, Handwerker, Bauern und Diener, mit denen die Geschichte schon im ersten Band geschickt verkn&#252;pft war. So gelingt es dem Autor, Geschichtsbuch und Unterhaltungsroman zu kombinieren.</p>
<p>Das Buch endet im 20. Jahrhundert mit der letzten Nachfahrin der alten Familie O&#8217;Byrne, mit deren Oberhaupt &#8220;Fergus&#8221; in Band 1 alles angefangen hat. Der Roman ist wie schon sein Vorg&#228;nger ein m&#228;chtiges Werk, das sich dank Rutherfurds sehr klarem und bildlichem Stil und trotz der ein oder anderen langatmigen Stelle wunderbar liest. Rutherford ist sehr darum bem&#252;ht, die Geschichte Irlands kompakt und doch anschaulich zu pr&#228;sentieren &#8211; was denkbar schwierig ist, bei einem Zeitraum, der sich &#252;ber insgesamt 1500 Jahre erstreckt &#8211; und es gelingt ihm. Der vorl&#228;ufige Abschluss eines epischen Abenteuers: mitrei&#223;end, lehrreich, einpr&#228;gsam.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3896673165/selbstausbild-21" target="_blank"> Die Gesschichte Dublins Irlands in der zweiten Runde </a></p>
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		<title>Prinzen von Irland, Die &#124; Der erste Teil der gro&#223;en Dublin-Saga von Edward Rutherfurd</title>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2007 10:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein m&#228;chtiger Baum auf einer frisch-gr&#252;nen Wiese, Schafe grasen und Nebel h&#228;ngt in der Luft - so sieht mein Bild von Irland aus. M&#228;chtig ist auch Edward Rutherfurds Geschichtschronologie Dublins, die in zwei B&#228;nden die dramatische ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453470729/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/05/die-prinzen-von-irland.thumbnail.jpg" alt="Die Prinzen von Irland" /></a>Ein m&#228;chtiger Baum auf einer frisch-gr&#252;nen Wiese, Schafe grasen und Nebel h&#228;ngt in der Luft &#8211; so sieht mein Bild von Irland aus. M&#228;chtig ist auch Edward Rutherfurds Geschichtschronologie Dublins, die in zwei B&#228;nden die dramatische Geschichte Dublins erz&#228;hlt.</p>
<p>Dies gelingt, indem er die Chronologie von sieben irischen Familien (die alle im Lauf der Geschichte zu einer gro&#223;en Familie verschmelzen) analog zur Geschichte des Landes und speziell der Stadt Dublin beschreibt &#8211; 1000 Jahre vom 5. Jahrhundert nach Chr. bis ins Lutherische 16. Jahrhundert. Das Buch beginnt mit dem Clanh&#228;uptling Fergus, der lebt, als Dublin noch eine Furt mit einer Wasserm&#252;hle und einigen Bauernh&#246;fen ist, sowie dessen Tochter Deirdre und dem jungen Conall, die gemeinsam die ersten &#196;ste des Stammbaums und der epischen Geschichtsschreibung einl&#228;utern.</p>
<p>An all den Nachkommen (siehe den gewaltigen Familienstammbaum auf den ersten Seiten) hangeln sich die Kapitel des Buches entlang. Die Geschichte reicht von den Kelten und der langsamen Bekehrung zum Christentum, &#252;ber den Wandel Dublins im 9. Jahrhundert zur bedeutenden Hafenstadt und Dublins Unabh&#228;ngigkeit mit dem Sieg &#252;ber die Wikinger um 1000 n. Chr. &#252;ber viele weitere geschichtliche Stationen bis zum Jahr 1538, als der Erzbischof vor der Kathedrale heilige Relikte verbrennt.</p>
<p>Erstaunlich ist an dem Roman vor allem, dass Rutherfurd es geschafft hat, ein ganzes Jahrtausend zugleich spannend und historisch korrekt zu beschreiben, mit ganzen Generationen verschiedener Protagonisten, womit die &#8220;Identifizierung&#8221; eigentlich schwer fallen sollte. Statt mit einzelnen Personen identifiziert sich der Leser jedoch mit der ganzen Familie, trifft mal auf sehr sympathische, mal auf unangenehme Charaktere.</p>
<p>Die Ereignisse fesseln trotz mancher L&#228;ngen bis zum Schluss. Zum Gl&#252;ck gibt es bereits den zweiten Teil in deutscher Sprachausgabe, der im Jahr 1579 wieder ansetzt. Es gibt sogar ein Wiedersehen mit Deirdre und Conall. Wie das gehen kann? Am besten in &#8216;<a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=49">Die Rebellen von Irland</a>&#8216; nachlesen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453470729/selbstausbild-21" target="_blank"> Epische Geschichtsschreibung &#252;ber 11 Jahrhunderte!</a></p>
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		<title>Seidenweberin, Die &#124; Ursula Niehaus &#252;ber Fiktion und Realit&#228;t einer Frau im 15. Jahrhundert</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2007 10:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitte des 15. Jahrhunderts wird Fygen geboren, ihre Mutter verstirbt im Kindbett und der vom Onkel aus Angst vor Rufverlust rasch als Vater eingesetzte Konrad van Bellinghoven wird ein paar Jahre sp&#228;ter ermordet. Als Fygen knapp ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662566/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/05/seidenweberin.thumbnail.jpg" alt="Die Seidenweberin" /></a>Mitte des 15. Jahrhunderts wird Fygen geboren, ihre Mutter verstirbt im Kindbett und der vom Onkel aus Angst vor Rufverlust rasch als Vater eingesetzte Konrad van Bellinghoven wird ein paar Jahre sp&#228;ter ermordet. Als Fygen knapp 12 Jahre alt ist wird sie nach K&#246;ln geschickt, um dort als Lehrm&#228;dchen der Seidenweberei bei ihrer ungn&#228;digen alten Tante zu arbeiten. Sie lernt trotz der schwierigen Umst&#228;nde schnell und entwickelt sich zu einer sch&#246;nen jungen Frau, in die sich der reiche und attraktive Seidenh&#228;ndler Peter L&#252;tzenkirchen verliebt. Alles scheint sich pr&#228;chtig zu entwickeln &#8230;</p>
<p>Die Stoffh&#228;ndlerin Ursula Niehaus hat einen Roman &#252;ber die historischen Gegebenheiten ihres eigenen Handwerks geschrieben, die besonders in den Kapiteln zu Fygens Ausbildung sehr eindrucksvoll und lebendig werden. Wie die Autorin im Anschluss des Buches klarstellt, beruht ihre Geschichte auf realen Personen. Fygens Vergangenheit liege ein wenig im Dunkel, erst mit Abschluss ihrer Lehre werde sie als erfolgreiche Seidenweberin in den K&#246;lner B&#252;chern verzeichnet.</p>
<p>Doch genau diese historische Korrektheit bereitet dem Buch Probleme: Fygens fiktive Kindheit und ihre Lehrzeit sind lebendig und spannend beschrieben. Als sie jedoch aus dem &#8220;Dunkel ihrer Vergangenheit&#8221; heraustritt und zur historisch belegten Figur wird, geht die Spannung und Lebendigkeit der Geschichte verloren. Die Autorin erz&#228;hlt nun stockend und passagenweise, bricht an spannenden Stellen ab (vielleicht weil die jeweilige Konflikl&#246;sung nicht historisch dokumentiert ist), um die Geschichte Wochen, Monate oder Jahre sp&#228;ter wieder aufzunehmen.</p>
<p>Die Jahre vergehen immer schneller und reibungsloser und bald wird aus dem detaillierten Einblick in die historische Seidenweberei eine distanzierte Biografie, die die Hauptfigur Fygen bis ins hohe Alter begleitet. Die wenigen Verusche Spannung aufzubauen gehen nicht auf: so wird u.a. der Konflikt um den geheimnisvollen unbekannten Vater, der in K&#246;ln leben soll, zu wenig aufrecht erhalten und reizt nicht genug. Spannung und Emotion leiden. Ursula Niehaus schreibt aber herrlich schn&#246;rkellos und bildlich, was faszinierende Einblicke in das mittelalterliche Treiben K&#246;lns garantiert.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662566/selbstausbild-21" target="_blank"> K&#246;ln und Seidenweberei im Mittelalter </a></p>
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		<title>Nonne mit dem Schwert, Die &#124; Atemlose Biografie der mutigen Spanierin Catalina von Erauso</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2007 10:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich m&#252;sste das Buch "Die Novizin mit dem Degen" hei&#223;en, denn weder ist die Hauptdarstellerin Catalina eine Nonne, noch ficht sie je mit einem Schwert. Zugegeben, der gew&#228;hlte Titel klingt macht- und verhei&#223;ungsvoller. Schlie&#223;lich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426633868/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/05/die-nonne-mit-dem-schwert.thumbnail.jpg" alt="Die Nonne mit dem Schwert" /></a>Eigentlich m&#252;sste das Buch &#8220;Die Novizin mit dem Degen&#8221; hei&#223;en, denn weder ist die Hauptdarstellerin Catalina eine Nonne, noch ficht sie je mit einem Schwert. Zugegeben, der gew&#228;hlte Titel klingt macht- und verhei&#223;ungsvoller. Schlie&#223;lich war er auch ausschlaggebend f&#252;r mein Interesse an dem Buch. Ein Buch, das mich schnell gepackt hat, denn ich mag B&#252;cher, deren Geschichte rasch voran getrieben wird, ohne dabei oberfl&#228;chlich zu werden.</p>
<p>Das vorgelegte Tempo ist auch n&#246;tig, denn der Leser begleitet Catalina &#252;ber Jahre von ihrer Flucht aus dem Kloster quer durch Spanien und anschlie&#223;end durch Peru bis nach Lima. Auf diesem Wege ist sie u.a. als Artzgehilfe, H&#228;ndlerlehrling, Seemann, Ladenverk&#228;ufer und Soldat t&#228;tig, landet ein paar mal im Gef&#228;ngnis, steht zweimal an der Schwelle des Todes und schlie&#223;lich auch vor dem Inquisitionsgericht. Inquisition? Richtig, denn die Geschichte spielt im 17. Jahrhundert und Catalina erlebt all diese Abenteuer als Mann verkleidet &#8211; was zu der Zeit nicht gern gesehen wurde.</p>
<p>Catalina von Erauso gab es wirklich &#8211; und obwohl Lea Korte wohl gro&#223;en Wert auf die tatsachengetreue Darstellung ihres Lebens gelegt hat, kam sie (zum Gl&#252;ck!) doch nicht umhin, einige Figuren dazuzuerfinden: nahezu s&#228;mtliche wohlwollenden Freunde. Die fiktive Liebe Catalinas zu dem Abenteurer Mikel ist hier der Grund f&#252;r ihre umst&#228;ndlichen Reisen, pr&#228;gt Catalinas Gedanken zu jeder Stunde und pr&#228;gt so auch die Erwartungen des Lesers. Faszinierend &#252;brigens, mit welcher Leichtigkeit sich die beiden rund um die Welt st&#228;ndig wiederfinden!</p>
<p>Spannend: Die ganzen Jahre wei&#223; Mikel nicht, dass der tapfere schlanke Mann an seiner Seite eine Frau ist. Doch als w&#228;re Lea Korte diese kleine Geschichtsklitterung im Nachhinein unangenehm, wird das Ende, die Aufl&#246;sung des Versteckspiels und der ersehnte H&#246;hepunkt, zu einer geradezu bedeutungslosen Angelegenheit &#8211; in etwa: <em>Hey Catalina, ich hab&#8217;s in der Zeitung gelesen, achja, ich liebe dich</em>.</p>
<p>Schade, denn dieses Buch m&#246;chte ja eigentlich gar nicht den Anspruch korrekter Geschichtsdarstellung erf&#252;llen. Trotzdem war dies ein Buch, das ich so schnell und gern gelesen habe, wie schon lange keines mehr.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426633868/selbstausbild-21" target="_blank"> Spannende Abenteuer in Spanien und S&#252;damerika um 1600!</a></p>
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