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	<title>lesedetektiv.de &#187; Romane</title>
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	<description>Buchkritiken, Rezensionen Literatur: Romane, Wissen, Hörbuch, Kinderbücher, Kurzgeschichten etc.</description>
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		<title>Dead Beautiful – Deine Seele in mir &#124; von Untoten, Lateinunterricht und verbotenen K&#252;ssen</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 14:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>
		<category><![CDATA[SF, Fantasy]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist seine Liebe. Er ist ihr Tod. Hinter dieser Werbebotschaft ist wohl eine moderne Liebesgeschichte zu erwarten, in ihrer Art vom B&#252;cherauslagetisch gar nicht mehr wegzudenken, seit 2005 der erste Band von Stephenie Meyers Twilight-Quadrologie erschien. Mit vielen erfolgreichen Nachahmern. Ein Vampir, Werwolf, Untoter, D&#228;mon, &#8230; durch Tod oder sonstige eigentlich eher gruselige Andersartigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423760389/selbstausbild-21"><img class="alignleft size-full wp-image-1215" title="Dead Beautiful – Deine Seele in mir | dtv" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2012/01/dead-beautiful.jpg" alt="Dead Beautiful – Deine Seele in mir | dtv" width="131" height="200" /></a>Sie ist seine Liebe. Er ist ihr Tod.<br />
Hinter dieser Werbebotschaft ist wohl eine moderne Liebesgeschichte zu erwarten, in ihrer Art vom B&#252;cherauslagetisch gar nicht mehr wegzudenken, seit 2005 der erste Band von Stephenie Meyers Twilight-Quadrologie erschien. Mit vielen erfolgreichen Nachahmern.</p>
<p>Ein Vampir, Werwolf, Untoter, D&#228;mon, &#8230; durch Tod oder sonstige eigentlich eher gruselige Andersartigkeit mit ausgepr&#228;gtem Charme, hervorstechender Attraktivit&#228;t, physischer St&#228;rke und Unsterblichkeit ausgestattet, verliebt sich in eine Sterbliche im Teenie-Alter, normal-h&#252;bsch, unschuldig, tolpatschig, die wegen irgendwelcher famili&#228;rer Umst&#228;nde aus sonniger Gegend in eine kalte, regnerische, grunds&#228;tzlich unwirtliche Umgebung umziehen muss. Schauplatz: Schulhof.</p>
<p>Die Sorge, die geliebte Lebende in das eigene ungesunde Umfeld zu ziehen, sorgt f&#252;r viele dramatische Wendungen, samt lebender und untoter Antagonisten, die die Verbindung nicht in Ordnung finden und die Beziehung zu unterwandern versuchen. Am Ende steht das Happy End, was bedeutet, dass die Lebende untot (tot? Jedenfalls nicht mehr lebendig im klassischen Sinne) wird &#8211; denn sonst g&#228;be es ja keine gemeinsame Zukuft. Man hat sich irgendwie arrangiert und ist nun gemeinsam attraktiv, stark und f&#252;r immer ein Teenager.</p>
<p>Die amerikanische Autorin Yvonne Woon ist auf diesen Trend gesprungen und hat einen Roman nach genau diesem Schema geschrieben. Das l&#228;sst sich nicht verurteilen, denn folgt man diesem Schema, kann schreiben und h&#228;lt die Spannung aufrecht, dann ist der Erfolg bei der riesgien Fangemeinde sicher, welche die vier Twilight-B&#252;cher verschlungen hat &#8211; auf der Suche nach neuem Stoff. Ich habe auch ein Buch von Stepenie Meyer auch gelesen, die Mischung aus Grusel und Romantik h&#228;lt am Ball. Inzwischen bin ich vermutlich aus dem Alter raus, kein Teenager mehr und kein Bed&#252;rfnis, es bis in alle Ewigkeit zu sein. Keine Sehnsucht nach einem sch&#246;nen, gut erzogenen Untoten. Die Frage ist also, ob dieser neue Roman der Zielgruppe gefallen wird.</p>
<p>Die Parallelen zur Twilight-Reihe sind auffallend. F&#252;r Insider: Yvonne Woons &#8220;Dante Berlin&#8221; (was f&#252;r ein Name!) ist das Pendant zu Edward Cullen in der Twilight-Serie, Renée Winters nimmt Bella Swans Rolle ein. Auch Dead Beautiful wird von der Protagonistin in der Ich-Form erz&#228;hlt.</p>
<p><strong>Zum Inhalt:</strong> Am Gottfried Institut, gelegen im n&#246;rdlichen Teil des US-Bundestaats Massachussetts (rechts oben auf der Karte), ist Dante Berlin das Objekt der Begierde der weiblichen Sch&#252;lerschaft.</p>
<blockquote><p>Er war sch&#246;n. Nicht sch&#246;n wie ein Monet oder sch&#246;n wie ein wei&#223;er Sandstrand, auch nicht sch&#246;n wie der Grand Canyon. Er war &#252;berw&#228;ltigender und zugleich zarter. Wie in den Nachthimmel zu starren und sich im Vergleich unglaublich klein zu f&#252;hlen. Wie eine Muschel in der Hand zu halten und sich zu fragen, wie die Natur etwas so Komplexes und doch Vollkommenes hervorbingen kann: seine Augen, dunkel und tief; seine wirren braunen Haare, die er sich hinter das Ohr gesteckt hatte; seine muskul&#246;sen Arme.</p></blockquote>
<p>Kein M&#228;dchen hat je das Interesse des vollkommenen Wesens erregt &#8211; bis Renée an die Elite-Schule versetzt wird. Renée Winters w&#228;chst beh&#252;tet in Kalifornien auf. An ihrem sechzehntem Geburtstag werden ihre Eltern grausam ermordet. Der Gro&#223;vater entscheidet, die Renée auf das eigenwillige Elite-Internat zu schicken, in dem Latein und Gartenkunde Pflichtschulf&#228;cher sind. Renée und Dante f&#252;hlen sich sehr voneinander angezogen und sind bald ein Paar. Aber Dante ist nat&#252;rlich kein normaler Sch&#252;ler &#8211; wieso ist ein Kuss zwischen den beiden unm&#246;glich? Auf 480 Seiten geht es nun darum, auf diesen Kuss zu warten, die Geheimnisse Dantes&#8217; zu entdecken (der Buchtitel verr&#228;t hier eigentlich schon alles) und auch seltsame Todesf&#228;lle auf dem Internatsgel&#228;nde zu erforschen.</p>
<p>Das Buch ist nett geschrieben, aber es ist einfach eine Variante der Twilight-B&#252;cher, nur ohne Vampire und Werw&#246;lfe. Die Figuren haben keinen Eindruck auf mich gemacht, vielleicht weil ich sie schon kannte. Gelesen und vergessen. Was Neues nach Twilight gibt&#8217;s hier also nicht, aber das kann ja auch gut sein: wer nach den vier abgeschlossenen Twilight-B&#252;chern nochmal dasselbe lesen m&#246;chte, hat Freude an Dead Beautiful.</p>
<p><strong>Zum Abschluss: </strong>sehr lustig ist der Flyer der dem Buch beliegt. Neben der Werbung zu diesem Buch (&#8220;Denn ein Kuss zwischen den beiden w&#252;rde Renées Tod bedeuten &#8230;&#8221;) gibt es auch das Buch &#8220;Mein fahler Freund&#8221;. Sch&#246;n zusammengefasst: &#8220;Bei einem seiner Raubz&#252;ge&#8221; &#8211; er ist ein Zombie &#8211; &#8220;trifft R auf Julie. Er verspeist das Hirn ihres Freundes und verliebt sich in sie &#8230;&#8221;. Stephenie Meyer wird prominent auf dem Umschlag zitiert: &#8220;Ich h&#228;tte nie gedacht, dass ich mich so leidenschaftlich in einen Zombie verlieben k&#246;nnte!&#8221;</p>
<p>Na denn.</p>
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		<title>In Sachen Joseph &#124; humorvoll, verwirrend und ergreifend, die Geschichte einer endenden Freundschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 12:47:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Humorvoll]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bibliothekarin Helen tr&#228;umt zwei Mal davon, dass sich ihr bester Freund Joseph in einem Sarg einschlie&#223;t und erstickt, um einem nahenden Herztod zuvorzukommen. Zutiefst besorgt beginnt Helen, den Traum ernst zu nehmen. Sie spricht mit Joseph, mit seiner Mutter, mit einem auf Traumdeutung spezialisierten Psychotherapeuten. Niemand will es ernst nehmen. Helen beschlie&#223;t, dass ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="In Sachen Joseph | Berlin University Press" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3862800016/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-1184" title="In Sachen Joseph | Berlin University Press" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2011/11/in-sachen-joseph.jpg" alt="In Sachen Joseph | Berlin University Press" width="131" height="200" /></a>Die Bibliothekarin Helen tr&#228;umt zwei Mal davon, dass sich ihr bester Freund Joseph in einem Sarg einschlie&#223;t und erstickt, um einem nahenden Herztod zuvorzukommen. Zutiefst besorgt beginnt Helen, den Traum ernst zu nehmen. Sie spricht mit Joseph, mit seiner Mutter, mit einem auf Traumdeutung spezialisierten Psychotherapeuten. Niemand will es ernst nehmen.</p>
<p>Helen beschlie&#223;t, dass ihr Traum eine sichere Weissagung der Zukunft ist. Sie erinnert sich und beginnt z&#246;gerlich Abschied zu nehmen, und Ordnung zu schaffen, in Josephs exzentrischem Dasein. Sie entdeckt nach und nach, dass er wohl einen Sohn hatte von dem er nichts wei&#223;, und versucht Joseph und dessen Mutter dazu zu bewegen, wieder miteinander zu reden. Die verbleibende Zeit ist gering, davon ist Helen &#252;berzeugt.</p>
<p>Immer mysteri&#246;ser und seltsamer wird es, je mehr Personen sich in die Geschichte einmischen. Alle Figuren rund um Helen verwirren mit ihren unausgesprochenen Geheimnissen, die &#8211; der ahnungslosen Helen und dem ahnunslosen Leser als offensichtlich dargestellt &#8211; bis zum Schluss nicht ausgesprochen werden. Sei es der jugendliche Fernehkoch Paco, der Joseph so &#228;hnlich sieht und Interesse an der &#228;lteren Helen zeigt, die Arbeitskollegin Melanie, der Vater, Josephs Mutter Martha und nat&#252;rlich Joseph selbst.</p>
<blockquote><p>Ich h&#228;tte nicht gedacht, dass Martha es dir sagt, aber &#8211; okay. Ich habe mich geirrt. Aber jetzt tu nicht so, als w&#252;sstest du es nicht, nur um sie zu sch&#252;tzen. Sie hat ohnehin genug vor ihrer Haust&#252;r zu kehren. Als w&#252;sste ich das nicht!</p></blockquote>
<p>Die ganze Zeit steht die Frage im Raum: wird er sterben? Aber auch: wer wird sterben? Was hier wirklich vorgeht, und wie die verschiedenen Geheimnisse zusammen laufen und zu einem einzigen werden, das verr&#228;t erst der Schluss.</p>
<p><object id="flashObj" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" width="320" height="179" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=9,0,47,0"><param name="movie" value="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9?isVid=1&amp;isUI=1" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="flashVars" value="videoId=1029960173001&amp;linkBaseURL=http%3A%2F%2Fvideo.zeit.de%2Fvideo%2F1029960173001&amp;playerID=71239018001&amp;playerKey=AQ~~,AAAABDk7jCk~,Hc7JUgOccNrJEfCrmXm47o33h5TBn3UD&amp;domain=embed&amp;dynamicStreaming=true" /><param name="base" value="http://admin.brightcove.com" /><param name="seamlesstabbing" value="false" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="swLiveConnect" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="320" height="179" src="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9?isVid=1&amp;isUI=1" bgcolor="#FFFFFF" flashvars="videoId=1029960173001&amp;linkBaseURL=http%3A%2F%2Fvideo.zeit.de%2Fvideo%2F1029960173001&amp;playerID=71239018001&amp;playerKey=AQ~~,AAAABDk7jCk~,Hc7JUgOccNrJEfCrmXm47o33h5TBn3UD&amp;domain=embed&amp;dynamicStreaming=true" base="http://admin.brightcove.com" name="flashObj" seamlesstabbing="false" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" swliveconnect="true" pluginspage="http://www.macromedia.com/shockwave/download/index.cgi?P1_Prod_Version=ShockwaveFlash" align="left"></embed></object>Das Buch fordert, es springt zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit so selbstverst&#228;ndlich hin und her, dass ich nie ganz genau wei&#223; wo ich mich gerade befinde und was ich glauben soll. Die Autorin Husch Josten spielt dabei gekonnt mit dem Einsatz der Erz&#228;hlzeiten, bleibt aber immer bei Helen, so dass ich ganz in ihren Geisteszustand und ihre Verwirrung eintauchen kann. Obwohl nat&#252;rlich alles auf die &#252;berraschende Schlusswendung hinausl&#228;uft &#8211; das Bezaubernde dieses Buchs ist der Weg dorthin. Husch Josten erfasst die Umwelt Helens&#8217; unheimlich pr&#228;zise und subjektiv, wie sie Personen und R&#228;ume beschreibt, klar und zynisch, so dass alles K&#246;rper und Seele bekommt.</p>
<blockquote><p>Dass sich ihr Vater zu festen Uhrzeiten am Esstisch einfindet und zu Bett geht, findet sie angesichts seiner Zufriedenheit in dem gestreiften Sessel erstaunlich. Er sa&#223; dort und dachte vor sich hin, nichts M&#252;rrisches im Ausdruck, wie manche Alte es sich ins Gsicht lebten. Vielleicht rechnete er im Geiste physikalische Formeln durch, rief sich abgelehnte oder stattgegebene Patentantr&#228;ge aus seiner Laufbahn vor Augen, vielleicht entwarf er auch ein eigenes Konzept des Raum-Zeit-Kontinuums.</p></blockquote>
<p>Eine wunderbare kleine Geschichte &#252;ber Liebe, Freundschaft und Selbstfindung, in einem stilvoll gestalteten Umschlag, der erste Roman der Autorin. Empfehle ich sehr.</p>
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		<title>Sind denn alle netten M&#228;nner schwul?! &#124; Berlin in den 80ern: David Bowie, schwule Freunde und die Liebe</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 11:41:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humorvoll]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>
		<category><![CDATA[80er]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[David Bowie]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[witzig]]></category>

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		<description><![CDATA[Zoe ist Studentin, h&#252;bsch, hip und mitten in der Berliner Szene der 80er Jahre samt Kneipen und David Bowie-Platten und sie hat eine Menge echt tolle, aber leider (weil f&#252;r die Liebe nicht verf&#252;gbare) schwule Freunde. Den richtigen Mann trifft sie nicht, stattdessen stellt sich einer nach dem anderen entweder als grunds&#228;tzlich unbrauchbar oder schwul heraus. Das alleine w&#252;rde ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Sind denn alle netten M&#228;nner schwul?! | Eichborn" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3821860677/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-1042" title="Sind denn alle netten M&#228;nner schwul?! | Eichborn" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/11/sind-denn-alle-netten-maenner-schwul.jpg" alt="Sind denn alle netten M&#228;nner schwul?! | Eichborn" width="130" height="200" /></a>Ich fange an, meine Weihnachtsgeschenke zu sammeln. Meine Zielgruppe f&#252;r dieses Geschenk-Buch ist weiblich, Fan von David Bowie und in den 80ern in Berlin in der Szene zu Hause gewesen.</p>
<p>Auf Amazon kann man ein <a title="Video zur Buchpremiere" href="http://www.amazon.de/gp/mpd/permalink/mP6WRF3AEOCJB " target="_blank">Video zur Buchpremiere</a> ansehen, bei Nacht. Hape Kerkeling und Piet Glocke sollen sich zum Buch &#228;u&#223;ern. Ich bin mir nicht ganz sicher ob sie es wirklich gelesen haben, Hape Kerkelings Kommentar (»sehr sch&#246;n, ein potenzieller Bestsseller«) dient zumindest als fetter Aufh&#228;nger der Buch-PR. Wenn der (schwule) Komiker, der au&#223;erdem in den 80&#8242;ern im Alter der Protagonistin Zoe  war, das sagt, dann sollten eigentlich schonmal drei Faktoren sicher sein: 1. das Buch ist lustig 2. scheint es die Problematik von Frauen rund um nette, attraktive M&#228;nner, die dann ung&#252;nstigerweise eben schwul sind treffend zu beschreiben, und 3. stimmt das zeitgen&#246;ssische Flair.</p>
<p>Zoe ist Studentin, h&#252;bsch, hip und mitten in der Berliner Szene der 80er Jahre samt Kneipen und David Bowie-Platten und sie hat eine gro&#223;e Menge echt tolle, aber leider (weil f&#252;r die Liebe nicht verf&#252;gbare) schwule Freunde. Den richtigen Mann trifft sie nicht, stattdessen stellt sich einer nach dem anderen entweder als grunds&#228;tzlich unbrauchbar oder grunds&#228;tzlich m&#228;nnerorientiert heraus.</p>
<blockquote><p>»Have you got an aspirin?«, fragte pl&#246;tzlich jemand neben ihr. Sie blickte auf und sah einen sehr langen, sehr d&#252;nnen Mann, der sie angrinste. Michael Page! Der Bassist von Iggy!<br />
Verwirrt blickte sie ihn an, fing sich aber schnell wieder und antwortete m&#246;glichst cool: »Not here. It&#8217;s at Bahnhof Zoo in my luggage.«</p></blockquote>
<p>Das alleine w&#252;rde noch keine reizvolle Geschichte machen. Im Gegenteil: wie viele Frauenb&#252;cher gibt es, in denen die attraktive weibliche Hauptfigur auf der Suche nach ihrem Mr. Right vom salonf&#228;higen schwulen Freund begleitet wird?  Der Reiz liegt woanders: Bibo Loebnaus f&#252;hrt ihre Leser in eine Zeit, die schon 25 Jahre zur&#252;ckliegt, und hier noch einmal Gegenwart wird. So »sehr sch&#246;n« wie Hape fand ich das Buch trotzdem nicht (ich glaube immer noch, er hat&#8217;s nicht gelesen), aber ich war ja auch nicht dabei, in den 80&#8242;ern.</p>
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		<title>M&#228;ngelexemplar &#124; Sarah Kuttner liest ihren einf&#252;hlsamen, glaubw&#252;rdigen Roman</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 15:51:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Humorvoll]]></category>

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		<description><![CDATA[Karo macht eigentlich alles richtig als Romanheldin. Sie verliert ihren Job und beendet, wo sie schon dabei ist, auch gleich ihre heillos eingeschlafene Beziehung. Alles auf Neuanfang, es kann ja nur besser ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866107625/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-757" title="M&#228;ngelexemplar | Argon" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/10/maengelexemplar.jpg" alt="M&#228;ngelexemplar | Argon" width="151" height="128" /></a>Karo macht eigentlich alles richtig als Romanheldin. Sie verliert ihren Job und beendet, wo sie schon dabei ist, auch gleich ihre eingeschlafene Beziehung. Alles auf Neuanfang, kann ja nur besser werden. Nach der &#220;berwindung einiger &#228;rgerlicher, aber harmloser Hindernisse w&#228;re es in einem Unterhaltungsroman f&#252;r Frauen dann an der Zeit, dass sich Traumjob und Traummann ank&#252;ndigen und  ein <em>Happy End</em> folgt. Stattdessen k&#252;ndigt sich ein Problem an, das sich schlecht als harmloses Hindernis einordnen l&#228;sst, zumal es, wie Karo feststellen muss, gar nicht leicht zu &#252;berwinden ist. Karo bekommt eine Depression.</p>
<p>Karos Depression ist ein Ph&#228;nomen, das in der &#8220;Popul&#228;rpsychologie&#8221; den Namen <em>Quarterlife Crisis </em>erhalten hat, als Pendant zur <em>Midlife Crisis</em>. Sie betrifft junge Menschen Mitte bis Ende 20, oft nach der Ausbildung und vor oder w&#228;hrend des Eintritts ins Berufsleben, die pl&#246;tzlich nicht mehr wissen, wo sie stehen. Als ich im Buchhandel den Buchr&#252;ckentext von Sarah Kuttners <em>M&#228;ngelexemplar</em> gelesen habe, wollte ich das Buch direkt lesen:</p>
<p><em>Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, &#252;berdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den F&#252;&#223;en. Pl&#246;tzlich ist die Angst da. Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erz&#228;hlt Sarah Kuttner von dem Riss, der sich pl&#246;tzlich durch das Leben ziehen kann.</em></p>
<p>Ich erwartete eine witzige und &#8211; dem Thema angemessen &#8211; ernsthafte Geschichte. Ich mag Sarah Kuttner, also habe ich beschlossen, dass sie mir ihr Buch vorlesen soll. Das macht sie gut: energisch, im st&#228;ndigen Wechsel einf&#252;hlsam und zynisch. Schlie&#223;lich wird sie in der Ich-Form, &#228;hnlich wie ihre Freundin Charlotte Roche mit <em>Feuchtgebiete</em>, irgendwie eins mit der Heldin ihres Romans.</p>
<p>Ich habe &#246;fter auch gelacht, das Buch ist humorvoll, und ich konnte alles gut nachvollziehen, denn Sarah Kuttner beschreibt die Depression aus der Perspektive ihrer Heldin, die ihre Umwelt und sich selbst intelligent und berlinerisch unverbl&#252;mt kommentiert, w&#228;hrend sie M&#228;nner kennen lernt und aussortiert, Panikattacken und R&#252;ckf&#228;lle hat, Tabletten verschrieben bekommt und absetzt. Um dann  St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck ins Leben zur&#252;ck zu finden, Dank einer eigenwilligen aber sympathischen Familie, einem wirklich perfekten besten Freund und schlie&#223;lich eben auch einer Art Traummann.</p>
<p>Manchmal ist mir der beste Freund zu perfekt, die Flirts sind zu aufgeregt, der gefundene Traummann zu gut und anst&#228;ndig. Vielleicht ist es mir auch irgendwie nicht schlimm genug, was Karo in ihrer Depression widerf&#228;hrt, als h&#228;tte ich von ihr erwartet, dass sie nicht ganz so weich f&#228;llt. Dann w&#228;re das Buch nat&#252;rlich nicht so lustig und unterhaltsam geworden. Vor allem ist es ein zeitgem&#228;&#223;es Buch, eine Frau Mitte zwanzig ganz von heute, die ihre ersten Therapiesitzungen mit dem Recall einer Castingshow vergleicht, und es ist ein glaubw&#252;rdiges Buch, so als habe Sarah Kuttner &#228;hnliches durchgemacht.</p>
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		<title>Hexenschwester &#124; Katerina Timm schreibt &#252;ber B&#252;dingen im Mittelalter: Krieg, Hexenverfolgung und Liebeswirren</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 15:44:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Lene und Clara sind Zwillingsschwestern. Lene verliebt sich in den attraktiven und klugen Buchbinder Velten - und er scheint ihre Liebe zu erwidern, schlie&#223;lich k&#252;sst er sie unverhofft in einer dunklen Gasse auf dem Dorffest und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3547711371/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-727" title="Hexenschwester | Marion von Schr&#246;der" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/10/hexenschwester.jpg" alt="Hexenschwester | Marion von Schr&#246;der" width="80" height="128" /></a>Lene und Clara sind Zwillingsschwestern. Lene verliebt sich in den attraktiven und klugen Buchbinder Velten &#8211; und er scheint ihre Liebe zu erwidern, immerhin k&#252;sst er sie in einer dunklen Gasse auf dem Dorffest und sichert ihr zu, den Vater bald um ihre Hand zu bitten. Nun also neigt sich die unschuldige Zeit einem Ende zu, in der sie in der gemeinsamen Schlafst&#228;tte &#8220;die Zehen mit ihrer Schwester verschr&#228;nkte&#8221;, und es tut ihr schon leid um Clara, die zur&#252;ckbleiben wird.</p>
<p>Die Freude auf den aufregenden neuen Abschnitt in ihrem Leben &#252;berwiegt nat&#252;rlich, und sie h&#228;lt erwartungsfroh die Hand der Schwester, als sich Velten niederkniet &#8211; und Clara um deren Hand bittet.</p>
<p>F&#252;r Lene bricht die Welt zusammen. Nicht sie hatte er auf dem Dorffest k&#252;ssen wollen, sondern ihre Schwester, die er unter Einfluss von Wein und Dunkelheit mit Lene verwechselte. Clara heiratet Velten. Und Lene, die nicht zur&#252;ckbleiben m&#246;chte, w&#228;hrend die Schwester mit dem Geliebten zur gl&#252;cklichen Frau wird, heiratet den n&#228;chstbesten Bewerber.</p>
<p>So beginnt Katerina Timms historischer Roman im <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/B%C3%BCdingen_Stich_Braun-Hogenberg.png" onclick="return enlarge('http://www.lesedetektiv.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/B%C3%BCdingen_Stich_Braun-Hogenberg.png','',event,300,75)">hessischen B&#252;dingen</a> Mitte des 17. Jahrhunderts, in den wirren Konflikten des Drei&#223;igj&#228;hrigen Kriegs, wo Spanier, Kroaten und Schweden nacheinander einfallen und viele Frauen des Dorfes als Hexe denunziert werden, um unter Folter Verbrechen zu gestehen und schlie&#223;lich verbrannt zu werden. Etwas &#228;hnliches scheint auch einer der Schwestern zu bl&#252;hen, soviel verr&#228;t der Titel.</p>
<p>Die Ausgangslage kann ja ungewisser kaum sein: die gro&#223;e Liebe wird mit der Schwester verheiratet, der eigene Mann ist ein Langweiler, und die Gefahr lauert an allen Fronten. Die Identifikation mit der Protagonistin Lene f&#228;llt mir schon deshalb leicht, weil sie so hei&#223;t wie ich.</p>
<p>Lene ein M&#228;dchen bzw. junge Frau, die in historischen Romanen gern die Hauptrolle spielt: h&#252;bsch, als »Makel« lediglich ein wenig zu d&#252;nn und mit zu kleinen Br&#252;sten, aber ausreichend selbstbewusst und optimistisch.</p>
<p>Katerina Timm ist darum bem&#252;ht, tats&#228;chlich Geschehenes in die Geschichte einzuweben, als habe sie im Stadtarchiv B&#252;dingens die eine oder andere historische Begebenheit gelesen, um sie dann in ihren Roman einzuarbeiten. Das passt nicht immer rein,  zumindest nicht, um die Glaubw&#252;rdigkeit der Geschichte um die beiden Schwestern zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Nach einem sehr vielversprechenden Anfang wird mir die Figur Lene so allm&#228;hlich fremd. Eine lange Zeit lang l&#228;uft ihre Geschichte ziemlich ereignislos vor sich hin: Lene ist eher ungl&#252;cklich vor allem aber teilnahmslos verheiratet, sie wagt sich lediglich im Beruf ihres Mannes auf vorsichtige Innovationen (die nicht auf Gegenliebe sto&#223;en) und auch in der Geschichte unwichtig und unterentwickelt bleiben.</p>
<p>Lene ergibt sich ihrem Schicksal jahrelang, seitenlang. Langsam beginne ich mich &#8211; angesichts des nahenden hinteren Buchdeckels &#8211; zu fragen, wie das enden soll. Bis sich pl&#246;tzlich alles dreht und eine Zukunft mit dem geliebten Velten doch noch in greifbare N&#228;he r&#252;ckt.</p>
<p>Mit zunehmender Dramatik wird Katerina Timms Schreibstil zunehmend &#228;therisch. Das klingt dann so: <em>»Sie erahnte die Stelle, wo sie dem Vogel eine Freiheit gegeben hatte, wie sie ihr wiedergegeben worden war, eine Freiheit, die vielleicht direkt in den Tod f&#252;hrte und die doch besser war, als gefangen zu sein.« </em></p>
<p>Es ist trotzdem ein historischer Schm&#246;ker der guten Art, ein bisschen Liebesgeschichte, vor allem mit viel zeitgen&#246;ssischer Atmosph&#228;re.</p>
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		<title>Das M&#228;dchen seiner Tr&#228;ume &#124; Donna Leons Commissario Brunetti und sein siebzehnter Fall</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 13:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder ein Brunetti, 17 mittlerweile. Nimmt das kein Ende? Seit 1992 schreibt Donna Leon j&#228;hrlich einen Roman dessen Protagonist, der venezianische Polizist Commissario Guido Brunetti, l&#228;ngst zur Marke geworden ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257066953/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-708" title="Das M&#228;dchen seiner Tr&#228;ume | Diogenes" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/09/brunettis-siebzehnter-fall.jpg" alt="Das M&#228;dchen seiner Tr&#228;ume | Diogenes" width="75" height="128" /></a>Wieder ein Brunetti, 17 B&#228;nde sind es schon. Seit 1992 schreibt Donna Leon j&#228;hrlich einen Roman, dessen Protagonist, der venezianische Polizist Commissario Guido Brunetti, l&#228;ngst zur Marke geworden ist. Und sie hat ein recht klares Schema: ein Kriminalfall, meist ein Mord, parallel dazu ein sozialkritischer Aspekt und als Gegenpol der Hoffnung jede Menge Brunetti-Familienleben.</p>
<p>Der Mordfall dieses Romans ist der eines jungen M&#228;dchens, das tot in Venedigs Kan&#228;len treibt. Sie geh&#246;rt zu den Roma, womitauch das gesellschaftskritische Anliegen des Romans abgesteckt ist. Der Kriminalfall tritt gute 150 Seiten lang zur&#252;ck und macht Platz f&#252;r eine detaillierte und anschauliche Beschreibung der Lebensverh&#228;ltnisse der Roma: Donna Leon berichtet sehr gr&#252;ndlich davon, wie die Bev&#246;lkerungsgruppe unter dem gesellschaftlichen Ausschluss leidet. Interessant und lehrreich &#8211; aber nicht spannend.</p>
<p>Der Spannung ebenfalls nicht zutr&#228;glich ist die extra gro&#223;e Portion Familienleben (Brunettis Mutter stirbt). Unterhaltsam f&#252;r alle, die Familie Brunetti seit 17 B&#228;nden verfolgen und lieb gewonnen haben und auch die geistreichen Wortwechsel im Kommissariat zu sch&#228;tzen wissen. Wenn auch die (in der Vergangenheit sehr fesselnde) Krimi-Spannung von Band zu Band abnimmt, gute Dialoge fallen Donna Leon immer ein.</p>
<p>Vielleicht ist es ein Fehler, immer noch einen spannenden Krimi hinter der Marke Brunetti zu erwarten. Dabei ist es Donna Leon doch offensichtlich viel wichtiger &#252;ber gesellschaftliche Missst&#228;nde zu berichten und liebevoll den venezianischen Alltag darzustellen. Der Kriminalfall ger&#228;t zur Nebenhandlung. Auch wenn ich mich (in Erwartung eines Krimis) streckenweise langweilte ist der 17. Fall wieder besser als <a title="Donna Leon" href="http://www.lesedetektiv.de/?s=donna+leon">die letzten beiden</a>.</p>
<p>Donna Leon kann wunderbar schreiben. Sie fordert etwas von ihrem Leser, und sei es nur das Bewusstsein, dass  eben nicht immer alles sauber aufgel&#246;st und abgeschlossen wird. Trotzdem: sch&#246;n w&#228;r&#8217;s schon, mal wieder was richtig Spannendes von ihr zu lesen. Hoffnung nicht aufgeben, warten wir eben auf&#8217;s n&#228;chste Jahr.</p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a title="Ines Dietzsch / krimi-couch.de" href="http://www.krimi-couch.de/krimis/donna-leon-das-maedchen-seiner-traeume.html" target="_blank">Ines Dietzsch / krimi-couch.de</a> und meint: »Ein gewisser Unterhaltungswert ist dem Roman nicht abzusprechen, jedoch Krimi-Spannung? – Fehlanzeige«</p>
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		</item>
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		<title>Das Flandrische Siegel &#124; Marie Cristens s&#252;ffig-seichte Mittlelalterunterhaltung in dritter Runde</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 08:50:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mochte den Vorg&#228;nger Die Stunde des Venezianers nicht &#252;berm&#228;&#223;ig: flache Figuren, die rollentypisch handeln. Das einmal in Kauf genommen, war es eine recht s&#252;ffige mittelalterliche Unterhaltung, gerade so spannend ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662205/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-642" title="Flandrische Siegel, Das | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/09/das-flandrische-siegel.jpg" alt="Flandrische Siegel, Das | Knaur" width="84" height="128" /></a>Ich mochte den Vorg&#228;nger <em>Die Stunde des Venezianers</em> nicht &#252;berm&#228;&#223;ig: flache Figuren, die rollentypisch handeln. Das einmal in Kauf genommen, war es eine recht s&#252;ffige mittelalterliche Unterhaltung, gerade so spannend das die Zeit schnell vergeht und dabei leicht und seicht, um stets wachsam genug zu sein, die Haltestelle nicht zu verpassen.</p>
<p>In <em>Das flandrische Siegel</em>, dem dritten Buch ihrer vierteiligen »Flandern-Saga«, nimmt Marie Cristen die Familienf&#228;den wieder auf. Es gibt ein Wiedersehen mit Aimée, der klugen eigenwilligen Sch&#246;nen aus der<em> Stunde des Venezianers</em>, die mit besagtem Venezianer mittlerweile f&#252;r Nachwuchs gesorgt hat und nun als gutm&#252;tige Gro&#223;mutter wiederkehrt. Ihre angestammte Rolle als widerspenstige Heldin nimmt nun Enkelin Christina ein, die sich nicht in eine Ehe mit dem groben Hendrik van der Molen dr&#228;ngen lassen m&#246;chte und stattdessen Pl&#228;ne schmiedet, mit ihrem Geliebten Daniel und Freundin Hannah nach Venedig zu fliehen. Christinas Bruder Lucas, der als verkannter, talentierter Maler seinerseits gute  Gr&#252;nde hat in Venedig das Gl&#252;ck zu finden, schlie&#223;t sich ihnen an.</p>
<p>Die halbj&#228;hrige Reise der vier machen die rund 500 Seiten des Buchs aus. Dabei passiert nat&#252;rlich nichts so wie gedacht. Die kleine Reisegruppe erwartet unstandesgem&#228;&#223;e Behandlung: Pr&#252;gel, Vergewaltigung und Tod, aber auch eine neue, unerwartete Liebe f&#252;r beide Geschwister. Im Zentrum steht ein Religionskonflikt: zwei Christen und zwei Juden reisen gemeinsam und m&#252;ssen Wege finden, ihre Verliebtheit mit den Geboten ihrer Religion zu vereinbaren.</p>
<p><em>Das flandrische Siegel</em> ist wieder s&#252;ffig, leicht und erf&#252;llt alle Erwartungen an einen historischen Unterhaltungsroman. Die Vorg&#228;nger muss man nicht gelesen haben, die Geschichte ist komplett eigenst&#228;ndig.<br />
Mir gef&#228;llt, dass Cristen aus dem Familienstammbaum der Cornelis und Contarinis jeweils nur den kurzen Lebensausschnitt herausgreift, der die Entwicklung des unschuldigen M&#228;dchens zur selbstbewussten Frau mit dem richtigen Heiratsabtrag in der Tasche beschreibt.</p>
<p>Dabei sind mir allerdings weder die Figuren, noch die Liebesgeschichte(n) ans Herz gegangen. Auch die Beschreibung der mittelalterlichen Umwelt gelingt nicht sehr eindringlich. Am Ende webt Cristen noch ein wenig Krimi mit ein und es wendet sich schlie&#223;lich alles zum Guten &#8211; der herrische Vater gelobt Einsicht, der b&#246;se Hendrik van der Molen erh&#228;lt seine Strafe und jeder Topf findet einen Deckel. Das ist gef&#228;llig &#8211; und mit dem Verraten des guten Endes habe ich nicht einmal das Lesevergn&#252;gen anderer gest&#246;rt, denn genau diesen Ausgang hat man schon beim Umschlagen der ersten Seite erwartet. Wieder ein Buch, das sich wunderbar auf der Zugfahrt lesen l&#228;sst: und p&#252;nktlich zum Ausstieg an der richtigen Station schon wieder vergessen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662205/selbstausbild-21" target="_blank"> Wer heiratet wen im Sp&#228;tmittelalter </a></p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a href="http://www.literaturnetz.com/index.php?/Buch/Historischer-Roman/Das-flandrische-Siegel.html" target="_blank">Birgit Erwin / literaturnetz.com</a> und meint: »Historische Romanze ohne Tiefgang, aber mit Unterhaltungswert«</p>
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		<title>Teuflisches Team &#124; Fortsetzung eines spannenden High-Tech-Thrillers &#8211; und meiner Partikel-Allergie</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/teuflisches-team-fortsetzung-eines-spannenden-high-tech-thrillers-und-meiner-partikel-allergie/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=teuflisches-team-fortsetzung-eines-spannenden-high-tech-thrillers-und-meiner-partikel-allergie</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 08:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[SF, Fantasy]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch mit den schwarzen Partikeln im Schnitt wird fortgesetzt - nat&#252;rlich mistamt den schwarzen Parikeln, die die Seiten so zusammenkleben, dass ich sie bei jedem Umbl&#228;ttern mit einem knarzenden Ger&#228;usch auseinander ziehen muss ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426501112/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-628" title="Teuflisches Team | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/08/teuflisches-team.jpg" alt="Teuflisches Team | Knaur" width="83" height="128" /></a>Das Buch mit den schwarzen Partikeln im Schnitt wird fortgesetzt &#8211; nat&#252;rlich mistamt den schwarzen Parikeln, die die Seiten so zusammenkleben, dass ich sie bei jedem Umbl&#228;ttern mit einem knarzenden Ger&#228;usch auseinander ziehen muss. Solange man nicht umbl&#228;ttert und nur von au&#223;en anschaut, ist es wirklich toll gestaltet, keine Frage.<br />
Wen es kalt l&#228;sst, dass Farbe permanent abf&#228;llt, wie spr&#246;der Staub an den Fingerkuppen h&#228;ngenbleibt und eingeatmet wird (kein Witz &#8211; ich musste permanent niesen), den erwartet ein spannender, brandaktueller Science-Fiction-Thriller.</p>
<p>Mit Teuflisches Team geht die Trilogie in die zweite Runde: der mittlerweile 15-j&#228;hrige Hacker Cadel kann keinen Schritt mehr ohne polizeiliche &#220;berwachung tun &#8211; zu wichtig ist seine Funktion als Kronzeuge gegen seinen teuflischen Vater Prosper English. Der ist zwar hinter Gittern, aber Cadel wei&#223; sehr wohl, dass das f&#252;r ein Genie wie ihn selbst kein un&#252;berwindbaderes Hindernis ist. Untergebracht in einem Heim und ohne Erlaubnis Australien zu verlassen, besch&#228;ftigen ihn zwar Reibereien mit dem Heimkind Mace, ansonsten aber ist ihm t&#246;dlich langweilig.</p>
<p>Dann bekommen er und seine Freundin, Mathe-Genie Sonja, einen Platz in einem Wohnheim f&#252;r intelligente Jugendliche angeboten &#8211; und nehmen dankbar an, wobei sie sich sehr wohl bewusst sind, dass es sich dabei eigentlich um die Rekrutierung einer kleinen Cyberhacking-Armee handelt: das teuflische Team. Ihr Ziel ist es, das Unternehmen GenonM zu durchleuchten und zu zerst&#246;ren, das auch im Zusammenhang zu Prosper English steht.</p>
<p>Dieser zweite Band hat mir noch besser gefallen als <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=191">der erste</a>: er ist zwar weniger »teuflisch«, aber ich habe das sympathische Team hackender Jugendlicher schnell ins Herz geschlossen. Es ist ein komplexes Buch, rasant und ironisch, im Computer-Jargon geschrieben und voller intelligenter Tricks und Wendungen. Es spricht die Hightech-Generation unmittelbar an. Wer sein Kind »zum Lesen bringen« m&#246;chte, f&#252;r den lautet das Zauberwort nicht l&#228;nger »Harry Potter«, sondern »Cadel Piggot«.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426501112/selbstausbild-21" target="_blank"> Der Harry Potter der aktuellen Jugend-Generation </a></p>
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		<title>Die Leiden des jungen Werthers &#124; Goethes Klassiker des Sturm und Drang als Arbeitsgrundlage und Sammelobjekt</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 12:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>

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		<description><![CDATA[Innerhalb der Reihe Bibliothek der Erstausgaben des dtv-Verlags erscheint der Nachdruck der Erstausgabe von 1774, herausgegeben als Sonderausgabe in satiniertem Leinen, mit Leseb&#228;ndchen und  Silberpr&#228;gung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bibliothekdererstausgaben.de/sonderausgaben.cfm?dtvnr=2676" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-619" title="Die Leiden des jungen Werthers | dtv" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/08/goethe-leiden-des-jungen-werthers.jpg" alt="Die Leiden des jungen Werthers | dtv" width="84" height="128" /></a>Werther, ein junger, sensibler Mann, schreibt vom Mai 1771 bis Dezember 1772 Briefe an seinen Freund Wilhelm, in denen zun&#228;chst die enthusiastischen Beschreibungen der Natur und Einwohner des Ortes Walheim Eingang finden, dann die Begegnung mit Lotte und deren Verlobten, mit dem er sich anfreundet, aber zunehmend auf ihn eifers&#252;chtig wird. Der Enthusiasmus wandelt sich in Pessimismus und schlie&#223;lich Todessehnsucht. Als seine Liebe zu Lotte unausweichlich hoffnungslos wird, kleidet er sich in der Tracht, die er trug als er Lotte kennen lernte (blauer Frack und gelbe Weste) und erschie&#223;t sich.</p>
<p>1772, als Goethe Mitte 20 ist, verliebt er sich zweimal ungl&#252;cklich: erst in Charlotte Buff, Braut seines Freundes Christian Kestner, danach in Maximiliane La Roche, die dann den Frankfurter Kaufmann Peter Brentano heiratet. Ein ebenfalls ungl&#252;cklich verliebter Legationssekret&#228;t erschie&#223;t sich mit Kestners Waffe.<br />
Drei Ereignisse, die Goethe den n&#246;tigen Impuls geben, 1774 innerhalb von vier Wochen seinen Werthers runter zu schreiben und zun&#228;chst anonym zu ver&#246;ffentlichen. </p>
<p>Innerhalb der Reihe <a href="http://www.bibliothekdererstausgaben.de/" target="_blank">Bibliothek der Erstausgaben</a> des dtv-Verlags erscheint der Nachdruck der Erstausgabe von 1774, herausgegeben als Sonderausgabe in satiniertem Leinen, mit Leseb&#228;ndchen und  Silberpr&#228;gung. Der Text folgt der Originalpaginierung, enth&#228;lt Zeilenz&#228;hler, im Anhang eine Zeittafel zu Goethes Leben, ein Glossar und Infos zu Werk und Textgestalt.</p>
<p>Ich nutze die Ausgabe f&#252;rs Studium &#8211; sie ist wesentlich stimmungsvollere zu lesen als die Ausgabe der Reclam Universal-Bibliothek, ist mit 10 Euro immer noch g&#252;nstig und vereint Arbeitsgrundlage mit ansprechender, hochwertiger Gestaltung.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.bibliothekdererstausgaben.de/sonderausgaben.cfm?dtvnr=2676" target="_blank"> Stimmungsvolles Schm&#246;kern und Arbeiten &#8230; </a></p>
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		<item>
		<title>Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens &#124; Katryn Berlingers historische Romanze: sinnlich und seicht</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/historisch/der-kuss-des-schokoladenmaedchens-katryn-berlingers-historische-romanze-sinnlich-und-seicht/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-kuss-des-schokoladenmaedchens-katryn-berlingers-historische-romanze-sinnlich-und-seicht</link>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 06:55:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Buch setzt im Idealzustand des Happy End an: ein paar eingestreute Erinnerungen an den Vater und andere mir unbekannte Figuren (denen es gut geht, wie mir versichter wird) finde ich mich im Liebesspiel von Madelaine ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426639890/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-580" title="Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/05/kuss-des-schokoladenmaedchens.jpg" alt="Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens | Knaur" width="82" height="128" /></a>Das ist ein Buch, das ich rein aufgrund des gem&#252;tlichen Umschlagmotivs in der Bahnhofsbuchhandlung kaufen w&#252;rde, um dann das beste zu hoffen.<br />
Die Gestaltung und der Titel <em>Der Kuss des Schokoladenm&#228;dchens</em> versprechen unkomplizierte, s&#252;ffige Unterhaltungsliteratur. Wenn ich nicht zu sp&#228;t dran bin, &#252;berfliege ich vielleicht noch den Klappentext und habe die Gewissheit, dass meine Zugreise von einem Drama rund um Ehebruch und Verf&#252;hrung begleitet wird.</p>
<p>Bei der Gelegenheit w&#252;rde ich aber auch feststellen, dass es sich bei dem Buch um eine Fortsetzung handelt &#8211; eventuell ung&#252;nstig, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Vor dem <em>Kuss des Schokoladenm&#228;dchens</em> lernt Protagonistin Madelaine in <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426625709/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Das Schokoladenm&#228;dchen</em></a> in Hamburg das Handwerk der Konditorei, wird in Riga beruflich erfolgreich und verliebt sich in den Grafen András.</p>
<p>Das  zweite Buch setzt also beim Idealzustand des Happy Ends an: beinahe unmittelbar im Liebesspiel von Madelaine und Ehemann András auf Deck eines Schiffes, das die Verliebten zur Familie nach Ungarn zu den Schwiegereltern bringen soll. Um Stoff f&#252;r einen zweiten Band zu bekommen, muss dieses Happy End nat&#252;rlich durch ein paar Konfklikte aufgel&#246;st werden, um dann in einem erneuten Happy End zu gipfeln.</p>
<p>Tats&#228;chlich erwartet Madelaine eine strenge Familie, die von ihr keine s&#252;&#223;en Pralinés, sondern die rasche Produktion eines Erbfolgen erwartet. Madelaines Liebesgl&#252;ck mit András wird auf die Probe gestellt, als sie sich auf eine Aff&#228;re einl&#228;sst und schlie&#223;lich nach Hamburg zur&#252;ckkehrt, um wieder als Schokoladenm&#228;dchen t&#228;tig zu werden. Als der erste Weltkrieg ausbricht, schwindet die Hoffnung, an gl&#252;ckliche Zeiten ankn&#252;pfen zu k&#246;nnen &#8230;</p>
<p>Der Roman erf&#252;llt alle Erwartungen, die ich an eine seichte romantische Kom&#246;die stelle. F&#252;r die Zugfahrt ein gutes Buch: einfach zu lesen, schnell wieder vergessen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426639890/selbstausbild-21" target="_blank"> Zwanglose, romantische Unterhaltung </a></p>
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		<title>Leichenbl&#228;sse &#124; David Hunter macht einen Abstecher in die USA und trifft auf &#8230; Maden, was sonst?</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 08:37:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[David Hunter ist wieder da. Er hat den Mordversuch vom letzten Band Kalte Asche also &#252;berlebt - Simon Beckett hat sich ja erlaubt, einen Cliffhanger ans Ende zu setzen, der offen lie&#223;, ob der Held den Messerstich der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3805208669/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-570" title="Leichenbl&#228;sse | Wunderlich" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/05/leichenblaesse.jpg" alt="Leichenbl&#228;sse | Wunderlich" width="78" height="128" /></a>David Hunter ist wieder da. Er hat den Mordversuch vom letzten Band <em>Kalte Asche</em> also &#252;berlebt &#8211; Simon Beckett hat sich ja ein Ende erlaubt, das offen lie&#223;, ob der Held den Messerstich der weiblichen Gegenspielerin &#252;berleben w&#252;rde &#8211; aber wer hat sich schon ernsthaft Sorgen gemacht. Simon Beckett kommt gewiss nicht auf die Idee, seinen weltweit so erfolgreichen forensischen Anthropologen (»Forensische Anthropologen haben vor allem mit [...] stark verwesten oder vollst&#228;ndig skelettierten Leichen [zu tun]«, Wikipedia) den literarischen Tod sterben zu lassen.</p>
<p>Nun kommt er also zum dritten Mal zum Einsatz. Ohnehin grundausgestattet mit einem Trauma (vor Beginn des ersten Buchs sterben Frau und Kind, was ihn vor&#252;bergehend zur Aufgabe seines Berufs als Verbrechensaufkl&#228;rer bewegt) hat der arme Mann nun zus&#228;tzlich mit dem Verlust seiner Freundin, den physischen Schmerzen der Stichwunde und einem sehr pr&#228;senten Verfolgungswahn (die Antagonistin, die den Mordversuch ausf&#252;hrte, ist noch auf freiem Fu&#223;) zu k&#228;mpfen. Wenn man bedenkt, dass David Hunter berufsbedingt stets knietief in Maden und abgetrennten Extremit&#228;ten steht, w&#228;ren das mittlerweile genug Gr&#252;nde, sich in eine Anstalt einweisen zu lassen.</p>
<p>David Hunter w&#228;hlt einen anderen Weg: er »flieht« in die USA zu seiner einstigen Ausbildungsst&#228;tte, der Body Farm an der University of Tennessee. Nat&#252;rlich findet er auch dort keine Ruhe. Sein einstiger Lehrer und Freund Tom Liebermann konsultiert ihn f&#252;r einen Mord in der Region. Es handelt sich naturgem&#228;&#223; nicht um einen herk&#246;mmlichen Fall: nichts scheint an Zustand und Umfeld der Leiche des Mannes, aus dem die Maden »wie &#252;bergekochte Milch« herausstr&#246;men, normal zu sein. Dann verschwindet der ermittelnde Profiler, Tom Liebermanns Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend und &#252;berall nimmt Hunter die Duftnote der Frau wahr, die ihm nach dem Leben trachtet.</p>
<p>Wer die Reihe nicht kennt und wissen m&#246;chte was ihn erwartet, braucht im Buchhandel eigentlich nur eine beliebige Seite aufzuschlagen: die Wahrscheinlichkeit, auf Worte wie <em>Leiche</em>, <em>Made</em> oder <em>bestalischer Gestank </em>zu treffen, ist sehr hoch. Bereits auf den ersten Seiten stehe ich als Leser mitten auf der Body Farm zwischen Leichen in unterschiedlichen Verwesungsstadien und erfahre die r&#252;hrende Geschichte eines verstorbenen Zahnarztes: »Er war nackt und lag auf einem niedrigen Holzgestell &#252;ber dem Teppich aus Rispengras und Laub. Er befand sich seit &#252;ber einer Woche dort, sodass sich das Fleisch bereits aufgel&#246;st hatte und man unter der mumifizierten Haut Knochen und Knorpel erkennen konnte. Ein paar Haarb&#252;schel hingen noch am Sch&#228;del, aus dem leere Augenh&#246;hlen in den klaren blauen Himmel starrten.«<br />
Das dient nur zum Warmwerden.</p>
<p>Simon Becketts bew&#228;hrtes Rezept (banaler Schreibstil gew&#252;rzt mit sachlich detaillierten Verwesungsdetails) geht auch im dritten Band auf. Und &#8211; man muss sich ja steigern &#8211; er schafft Superlative: dutzende Tote, ungez&#228;hlte Maden und ein Held, der nicht weit vom Wahnsinn entfernt ist.<br />
Trotzdem habe ich das Buch lange nicht so schnell und gerne gelesen wie seine beiden Vorg&#228;nger: zum ersten Mal habe ich mich am stellenweise sehr platten Stil gest&#246;rt, an klischeehaften Figuren, an den »unerwarteten« aber vor allem unglaubw&#252;rdigen Wendungen. Am Ende hat sich Beckett wieder heillos &#252;bernommen. Und wenn ich die Augen schloss, habe ich irgendwann nur noch &#252;berkochende Maden gesehen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3805208669/selbstausbild-21" target="_blank"> Diesmal ist mir wirklich schlecht geworden. </a></p>
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		<title>Heiligenspiel, Das &#124; Ursula Niehaus zeichnet wieder das Leben einer historischen Frauenfigur nach</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 16:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Anna Laminit ist als »Hungerheilige« und »geistliche Betr&#252;gerin« in die Geschichte Augsburgs eingegangen - durch die Behauptung, ohne Nahrung und allein durch den Verzehr von Hostien &#252;berleben zu k&#246;nnen. Einst ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662574/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-561" title="Heiligenspiel, Das | Droemer Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/03/heiligenspiel.jpg" alt="Heiligenspiel, Das | Droemer Knaur" width="84" height="128" /></a>Anna Laminit ist als »Hungerheilige« und »geistliche Betr&#252;gerin« in die Geschichte Augsburgs eingegangen &#8211; durch die Behauptung, ohne Nahrung und allein durch den Verzehr von Hostien &#252;berleben zu k&#246;nnen. Einst aus der Stadt verbannt wird sie als junge Frau im Jahr 1503 als Heilige verehrt, der selbst Pers&#246;nlichkeiten wie Martin Luther und Kaiser Maximilian einen Besuch abstatten. 1511 wird sie als Betr&#252;gerin entlarvt und dann &#8211; so habe ich&#8217;s im Buch <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406315658/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Die Stadt im sp&#228;ten Mittelalter</em></a> nachgelesen &#8211; bald darauf »wegen anderer Betr&#252;gereien« in Freiburg im &#220;echtland ertr&#228;nkt.<br />
Ein strahlend gl&#252;ckliches Happy End d&#252;rfte nicht zu erwarten sein.</p>
<p>Ursula Niehaus greift die historische Pers&#246;nlichkeit mit dem Vorhaben auf, sie zu rehabilitieren: in diesem Roman ist Anna Laminit keine berechnende Betr&#252;gerin, sondern ein Opfer b&#246;swilliger Mitmenschen und ihrer eigenen Naivit&#228;t und Gutm&#252;tigkeit. Niehaus&#8217; Anna Laminit ist ein au&#223;ergew&#246;hnlich selbstloses M&#228;dchen. Die Beschreibung ihres Aussehens determiniert ihre Rolle als Sympathietr&#228;gerin: <em>»Es stimmte ja, niemand w&#252;rde auf die Idee kommen, Anna als h&#252;bsch zu bezeichnen. Daf&#252;r sah sie einfach zu gew&#246;hnlich aus mit ihren etwas zu dichten, dunklen Augen, dem gelblichen Teint und ihren schwarzen Haaren. Doch wenn sie l&#228;chelte, &#252;berzog ein warmes Strahlen ihr schmales Gesicht, das diese M&#228;ngel vergessen machte, und ein fr&#246;hliches Gr&#252;bchen im Kinn lie&#223; ihre Z&#252;ge freundlich und warmherzig erscheinen«</em>.</p>
<p>Als 15-j&#228;hrige wird sie &#8211; unverschuldet, durch eine Intrige der Freundin &#8211; der Stadt Augsburg verwiesen und kommt bei einem Kr&#228;uterweib unter, deren Handwerk sie erlernt. Ihr hat Anna es auch zu verdanken, dass sie eines Tages zur&#252;ckkehren kann und als Betschwester in Augsburg leben kann. Hier kommt es zum alles entscheidenden Wendepunkt: eine simple Magenverstimmung verhindert die Nahrungsaufnahme, einzig die empfangene Hostie sucht nicht den direkten Weg wieder hinaus &#8211; das spricht sich bald herum. Anna versucht dies zun&#228;chst aufzukl&#228;ren, erkennt dann aber die Macht der Stellung als Heilige, uneingeschr&#228;nkt Gutes f&#252;r die Armen Augsburg zu tun und erh&#228;lt den Schein auch aufrecht, als sie heimlich wieder zu essen beginnt. Doch das <em>Heiligenspiel</em> muss zwangsl&#228;ufig irgendwann ein Ende finden &#8230;</p>
<p>Ursula Niehaus ist wieder da. In ihrem zweiten Roman widmet sie sich erneut einer historischen Frauenfigur und zeichnet ihr Leben fiktiv und anhand der vorhandenen Fakten nach. Wie in ihrem ersten Roman <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=35"><em>Die Seidenweberin</em></a> ist es gerade die Zeit <em>vor</em> dem historisch belegten Inerscheinungtreten der Figur, in der es Niehaus gelingt  spannend, fantasievoll und lebendig zu erz&#228;hlen. Und auch dieser Roman krankt dann am selben Ph&#228;nomen: sobald der historische Rahmen einsetzt, verf&#228;llt Niehaus in eine stockende Erz&#228;hlweise und l&#246;st Konflikte damit, dass sie einfach einen Zeitsprung vollzieht.<br />
Die Protagonistin erscheint mir in ihrem Motiv und ihrem Erscheinungsbild zunehmend undeutlicher, was auch die verbotene Liebe zu dem H&#228;ndler Anton Welser nicht zu retten vermag &#8211; im Gegenteil. Was als lebendiger historischer Roman beginnt, wird zu einer lebensarmen Biografie und bietet dann &#8211; wer h&#228;tte bei den gegebenen historischen Fakten damit gerechnet &#8211; doch noch eine Art Happy End.</p>
<p>Ich w&#252;rde mir w&#252;nschen, dass Ursula Niehaus in ihrem n&#228;chsten Roman eine g&#228;nzlich fiktive Frauenfigur portr&#228;tiert &#8211; dann w&#252;rde sie meine Erwartungen gewiss nicht mehr entt&#228;uschen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662574/selbstausbild-21" target="_blank"> Was denn nun &#8211; historischer Schinken oder Biografie? </a></p>
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		<title>Macht der sechs Steine, Die &#124; Bang! Wumm! Wusch! Matthew Reillys flacher Hollywood-Actionfilm in Buchform</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/macht-der-sechs-steine/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=macht-der-sechs-steine</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 22:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich nicht gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Buch spiegelt keine falschen Tatsachen vor. Das beginnt schon beim Umschlag: effektvoll tritt der Titel hervor, plastisch und mit eingelassenen Linien und L&#246;chern, eine Freude f&#252;r die Fingerkuppen. Oben der breit gedruckte Name des australischen Autors Matthew Reilly, der f&#252;r Thriller stehen soll, die sich lesen wie ein Actionfilm aus Hollywood. Dazwischen strahlt, vor diffusem gr&#252;nem Rauch, ein Stein. Wer erwartet da besonders viel Niveau zwischen den Buchdeckeln?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471300104/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-527" title="Die Macht der sechs Steine | List Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/01/macht-der-sechs-steine.jpg" alt="Die Macht der sechs Steine | List Verlag" width="81" height="128" /></a>Dieses Buch spiegelt keine falschen Tatsachen vor, es zeigt ganz unmissverst&#228;ndlich was es ist und was kann. Das beginnt schon beim Umschlag: effektvoll tritt der Titel hervor, plastisch und mit eingelassenen Linien und L&#246;chern, eine Freude f&#252;r die Fingerkuppen. Oben der breit gedruckte Name des australischen Autors Matthew Reilly, der f&#252;r Thriller stehen soll, die sich lesen wie ein Actionfilm aus Hollywood. Dazwischen strahlt, vor diffusem gr&#252;nem Rauch, ein Stein. Wer erwartet da besonders viel Niveau zwischen den Buchdeckeln?</p>
<p>Ein Blick in den Klappentext zerstr&#228;ut alle Zweifel: <em>»Jack West und sein Team aus Spezialisten haben neun Tage Zeit, um die sechs legend&#228;ren S&#228;ulen der Welt zu finden, die zusammen die bedrohliche fremde Sonne abwehren k&#246;nnen«</em>. Jack West &#8211; gibt es einen Namen, der die Figur eines spr&#246;den amerikanischen Helden treffsicherer charakterisieren k&#246;nnte? Auch der Plot <em>Amerikanischer Ex-Soldat rettet die Erde vor der Apokalypse</em> ist ein beliebtes Thema, in den 90ern oft verk&#246;rpert von Bruce Willis (u.a. <em>Armageddon</em>). Ich finde den Action-Film <em>Das f&#252;nfte Element</em> ziemlich unterhaltsam (Plot: Amerikanischer Ex-Offizier rettet die Erde vor einem b&#246;sartigen Planeten). Um es kurz zu machen: ich erwartete in etwa diesen Film als Buch, minus ein ganzes St&#252;ck Niveau.</p>
<p>Und wurde dennoch entt&#228;uscht. Das Buch beginnt mit einem alten Mann, der sich in eine Grube hinabl&#228;sst (die zwar ein wenig beschrieben wird, die n&#228;heren r&#228;umlichen Umst&#228;nde aber &#252;berl&#228;sst man lieber einer beigef&#252;gten Grafik). Er hat einen <em>»wei&#223;en Rauschebart«</em> und <em>»wasserblaue Augen, aus denen W&#228;rme und Intelligenz«</em> strahlen und man nennt ihn Wizard, <em>»ein Spitzname, der genau auf ihn zutraf«</em>. Offensichtlich wird dem Leser, vielleicht zu dessen Bequemlichkeit, nicht zugetraut selbst zu erkennen, ob ein Spitzname zutrifft oder ob die Figur sympathisch und intelligent ist &#8211; er bekommt es regelrecht aufgezwungen. Der Autor spricht dem Leser das Denken ab.</p>
<p>Wenn man dieses Buch liest, blickt man auf ein zweidimensionales Fernseh-Bild mit Stereo-Ton. Eine exemplarische, willk&#252;rlich ausgesuchte Szene lautet so: <em>»Vorsichtig ging er an ihnen vorbei, als pl&#246;tzlich blitzschnell einer der Wachsoldaten eine Pistole zog und &#8230; Peng! Der Soldat wurde an die Wand geschleudert«</em>. Oder: <em>»Dann h&#246;rte man F&#252;&#223;e rascheln und trippeln und &#8230; Bamm! Die Notbeleuchtung der Mine ging an.«</em> Ich k&#246;nnte ewig fortfahren, z.B. mit <em>»Paaf«, »Wumm«</em> oder <em>»Baam«</em>. Es ist nicht so, dass alle S&#228;tze ein Comic-Wort beinhalten, aber auch ohne werden sie nicht gerade gehaltvoller.</p>
<p>Ich konnte das Buch einfach nicht weiterlesen und tat, da ich noch nicht bereit war ein faires Urteil abzugeben, Folgendes: ich gab das Buch jemandem zu Lesen, von dem ich wei&#223;, dass er genau diese Art Unterhaltungsliteratur mag.<br />
Es sei dumm und platt aber durchaus spannend und einfallsreich, meinte der, als er es mir wiederbrachte, und da es der zweite Teil einer mehrteiligen Serie sei, m&#252;sse man damit rechnen, dass man mittendrin einsteigt und irgendwo mittendrin wieder rausgeschmissen wird. Aber man denke nur an die Indiana-Jones-Trilogie: jedes Mal ist der Konflikt am Ende aufgel&#246;st, die B&#246;sen vernichtet, der Held siegreich. Zweimal h&#228;lt Indiana Jones die weibliche Hauptrolle in den Armen, einmal erh&#228;lt er den verdienten Respekt des Vaters. Stets ein rundes Ende und ein zufriedener Zuschauer. Das Ende dieses Buchs jedoch rufe keine Zufriedenheit hervor, sondern nur den Wunsch, es in die Ecke zu werfen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471300104/selbstausbild-21" target="_blank"> <em>»Als auch schon &#8211; wusch! &#8211; ein [...] Brocken vorbeischoss</em><em>«</em> </a></p>
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		<item>
		<title>Jadepferd, Das &#124; Steffanie Burows Deb&#252;t ist eine kunsthistorische Verfolgungsjagd in Nordwestchina</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/romane/krimi-thriller/jadepferd-das-steffanie-burows-debuet-ist-eine-kunsthistrosche-verfolgungsjagd-in-nordwestchina/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=jadepferd-das-steffanie-burows-debuet-ist-eine-kunsthistrosche-verfolgungsjagd-in-nordwestchina</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 14:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Reise, Abenteuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche Hochschulabbrecherin und Weltenbummlerin Marion reist im Jahr 2004 in die Stadt Kashgar in der Provinz der Xinjiang in Nordwestchina. Sie hat sich k&#252;rzlich von ihrem langj&#228;hrigen Freund Thomas getrennt und versucht gerade ihr Leben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662973/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-510" title="Das Jadepferd | Knaur Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/11/das-jadepferd.jpg" alt="" width="83" height="128" /></a>Die deutsche Hochschulabbrecherin und Weltenbummlerin Marion reist im Jahr 2004 in die Stadt Kashgar in der Provinz  der Xinjiang in Nordwestchina. Sie hat sich k&#252;rzlich von ihrem langj&#228;hrigen Freund Thomas getrennt und versucht gerade ihr Leben neu zu ordnen, also sie auf dem Weg ins Hotel in eine Baugrube f&#228;llt und die Leiche eines jungen uighirischen Mannes findet. Die Polizei trifft rasch ein, darunter ist auch der ermittelnde Kommissar Li Yandao. Der Fall w&#228;re f&#252;r die nicht tatverd&#228;chtige Marion schnell erledigt, h&#228;tte sie nicht dem Toten ein K&#228;stchen aus den steifen Fingern gewunden und eingesteckt. Darin befindet sich eine offensichtlich sehr alte Jade-Figur in Form einer Pferdeh&#228;lfte, sowie mehrere Bambusst&#228;be mit Einkerbungen.</p>
<p>Li Yandao vermutet, dass die Deutsche ihm etwas verheimlicht, aber sein amor&#246;ses Interesse an ihr verhindert, dass er Marion auf den Zahn f&#252;hlt. Zwischen den beiden entwickelt sich rasch eine zarte Bindung, doch schon bald sitzt Marion im Bus auf dem Weg zu ihrer n&#228;chsten Station &#8211; im Gep&#228;ck die Jadefigur. Marion wird fortan vom Ungl&#252;ck verfolgt: ihr Reisebus verungl&#252;ckt und in <em>Yar-Khoto</em> f&#228;llt sie in einen Ausgrabungsschacht. Vor allem aber haben sich gef&#228;hrliche M&#228;nner an ihre Fersen geheftet: korrupte Kunsth&#228;ndler und vielleicht sogar der M&#246;rder des Uighuren.</p>
<p>Das Jadepferd verbindet Reisebericht mit Kriminalgeschichte und unternimmt den Versuch eine Liebesgeschichte einzubinden, die allerdings sehr pl&#246;tzlich kommt und etwas bem&#252;ht erscheint. Im Wechsel zu den Ereignissen des Jahres 2004 webt Steffanie Burow chronologisch die Stationen des Jadepferdes ein und l&#228;sst so die F&#228;den zusammenlaufen. Die Wirkung des Buchs l&#228;sst erst dann ein wenig nach, als Burow die Geschichte nach Hamburg verlagert und sie so dem Element beraubt, von dem das Buch lebt: die anschauliche Beschreibung der Landschaft, Politik und der Menschen Nordwestchinas.</p>
<p>Auf der <a href="http://www.das-jadepferd.de/autorin.html" target="_blank">Webseite zum Buch</a> werden die Parallelen der Autorin zu ihrer Figur deutlich. Nicht nur hat Steffanie Burow die Schaupl&#228;tze ihrer Geschichte pers&#246;nlich bereist, sie &#228;hnelt auch ihrer Protagonistin, die sie als normal gebaute Frau Mitte 30 beschreibt. Begleitend zum Buch kann man hier auch einige <a href="http://www.das-jadepferd.de/fotos.html" target="_blank">Fotos der beschriebenen Orte</a> ansehen.</p>
<p>Das Jadepferd ist ein Buch, das ich rasch zu Ende gelesen und zufrieden weggelegt habe. F&#252;r mich pers&#246;nlich hat es noch einen weiteren praktischen Effekt: ich habe eine gute Freundin die Marion hei&#223;t, Kunsthistorik studiert und Pferde liebt. Ich habe das ideale Weihnachtsgeschenk gefunden.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662973/selbstausbild-21" target="_blank"> Unterhaltsamer, lehrreicher Ausflug ins alte und neue China </a></p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a href="http://buchbegegnungen.blog.de/2009/07/07/jadepferd-steffanie-burow-6465802/">Daniela Moehrke / buchbegegnungen.blog.de</a> und meint: »Das Jadepferd ist Abenteuer-, Liebes- und Kriminalroman in einem« </p>
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		<title>Lasset die Kinder zu mir kommen &#124; Donna Leon mit Commissario Brunettis sechzehntem Fall</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 12:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Frau spricht bei Brunetti vor: sie hat beobachtet, dass ein hochschwangeres M&#228;dchen im Geb&#228;ude gegen&#252;ber ein Kind bekam und kurz nach der Geburt verschwand. Andernorts wiegt der Arzt Gustavo Pedrolli gl&#252;cklich seinen Sohn ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257066317/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-480" title="Lasset die Kinder zu mir kommen | Diogenes" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/11/lasset-die-kinder-zu-mir-kommen.jpg" alt="" width="81" height="128" /></a>Eine Frau spricht bei Brunetti vor: sie hat beobachtet, dass ein hochschwangeres M&#228;dchen in Anwesenheit fremder Menschen ein Kind bekam und kurz nach der Geburt verschwand. Andernorts wiegt der Arzt Gustavo Pedrolli gl&#252;cklich seinen Sohn in den Schlaf. Nachts st&#252;rmen maskierte Carabinieri mit Maschinenpistolen die Wohnung, schlagen Pedrolli zu Boden und nehmen das Kind mit. Es stellt sich heraus, dass Pedrollis Sohn ein illegal erworbenes Adoptivkind ist, vermittelt von einer Organisation, die Geld f&#252;r Neugeborene zahlt und die Kinder weiterverkauft. Parallel zum illegalen Kinderhandel m&#252;ssen sind Brunetti und Kollegen um einen Korruptionsverdacht gegen venezianische Apotheker k&#252;mmern.</p>
<p>Commissario Brunetti ist eine erfolgreiche Romanfigur mit einem sorgsam ausgearbeiteten Umfeld. Brunetti lebt in Venedig, dessen Sch&#246;nheiten und Eigent&#252;mlichkeiten die Autorin Donna Leon stets atmosph&#228;risch zu beschreiben vermag, genau wie den charakteristischen italienischen Protektionismus. Brunetti pflegt etablierte, zwischenmenschliche Beziehungen zu anderen Romanfiguren. Er hat eine intakte und harmonische Familie: seine Frau Paola, eine Hochschulprofessorin, und zwei mittlerweile erwachsene Kinder. Mit seinem engen Mitarbeiter Ispettore Vianello verbindet ihn eine Freundschaft und die Sekret&#228;rin von seinem Vorgesetzten Patta, Signorina Elettra, kann ihm &#252;ber ihre Beziehungen mitunter auch illegale Informationen beschaffen.</p>
<p>In dieser Welt hat alles seinen Platz und seine festen Bestimmungen, ein Umfeld ohne Konflikte oder Ver&#228;nderungen. Das einzige, was Donna Leon also mit jedem Band der Reihe neu erfinden muss, ist eine spannende Kriminalgeschichte, die bei Leon stets einen sozialkritischen, politischen Hintergrund hat. Doch es funktioniert nicht mehr so gut wie fr&#252;her. Nicht am statischen Umfeld Brunettis scheint die Reihe zu kranken (denn die private Harmonie dient bereits seit dem ersten Band der Erholung und Reflexion des Kommissars), sondern an den Kriminalgeschichten: es fehlen die alte Spannung und psychologische Klarheit. Sp&#228;testens seit dem <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=109">f&#252;nfzehnten Band</a> wirken die F&#228;lle konstruiert und methodisch. Vielleicht durchbricht Leon dieses Muster in <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=707">ihrem siebzehnten Fall:</a> da geht es zumindest wieder darum, einen M&#246;rder zu finden. Das macht hoffnungsvoll.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257066317/selbstausbild-21" target="_blank">Methodisch, aber mit venezianischem Lebensgef&#252;hl</a></p>
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		<title>Eragon: Die Weisheit des Feuers &#124; Band 3 der Trilogie &#8211; falsch &#8211; des Zyklus um den jungen Drachenreiter</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 13:52:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[SF, Fantasy]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt habe ich den dritten Teil der Reihe gelesen, weil der mittlerweile 24-j&#228;hrige mit seinen Eragon-B&#252;chern weltweite Erfolge feiert, die nicht mehr allein auf die sein Alter zur&#252;ckgef&#252;hrt werden k&#246;nnen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3570128059/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-455" title="Eragon: Die Weisheit des Feuers | cbj" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/11/eragon.jpg" alt="" width="83" height="128" /></a>Ich habe den ersten Teil vor ein paar Jahren gelesen, weil mich die Tatsache faszinierte, dass er von einem erst 15-j&#228;hrigen Jungen geschrieben wurde. Nun habe ich den dritten Teil der Reihe gelesen, weil der mittlerweile 24-J&#228;hrige mit seinen <em>Eragon</em>-B&#252;chern weltweite Erfolge feiert, die nicht mehr allein auf die Tatsache seines Alters zur&#252;ckgef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Ihm gelingt, woran viele andere scheitern: er bewegt die (lesefaule, meist m&#228;nnliche) Jugend dazu, B&#252;cher von rund 800 Seiten Umfang zu lesen. Die Letzte, der das in den Ausma&#223;en gelang, war J.K. Rowling mit <em>Harry Potter</em>.</p>
<p>Ich habe den zweiten Band nicht gelesen. Als Quereinsteiger in den dritten Band sollte ich eigentlich dank einer Zusammenfassung der Ereignisse zurecht kommen. Die Zusammenfassung ist allerdings nicht f&#252;r Quereinsteiger gedacht: viel zu rasch und zu ungenau wird beschrieben, was in den zwei vorangegangenen B&#228;nden geschah. St&#228;ndig ist dabei von Figuren die Rede, die in ihrer Funktion nicht eingef&#252;hrt werden. Zumindest ein Figurenverzeichnis w&#228;re hilfreich gewesen. Auch mit der Sprache habe ich Probleme: »Glaedr fehlt ein Bein, und Oromis, der von den Abtr&#252;nnigen gebrochen wurde (<em>gebrochen</em>?), ist nicht f&#228;hig, gr&#246;&#223;ere Mengen an Magie zu kontrollieren«. Eine Einf&#252;hrung, die nur die (vorausgesetzten!) Erinnerungen an die ersten beiden B&#228;nde aufzufrischen vermag.</p>
<p>Die ganze Geschichte geht so: im Land Alagaësia findet der 15-j&#228;hrige Eragon ein Drachenei, aus dem die Drachendame Saphira schl&#252;pft. Fortan sind beide untrennbar miteinander verbunden und Eragon wird zu einem der legend&#228;ren Drachenreiter, die vor Jahren von Abtr&#252;nnigen dezimiert wurden. Eragons Aufgabe ist es nun, den Herrscher des Imperiums, Galbatorix, zu schlagen und die Welt zu befrieden. Der dritte Band setzt ein, als Eragon bereits die Grundlagen der Magie gelernt, sich in eine Elfe verliebt hat und aktuell die Verlobte seines Cousins aus den F&#228;ngen der Ra&#8217;zac (<em>geheimnisvolle Wesen, die sich von Menschenfleisch ern&#228;hren</em> &#8211; <em>Wikipedia</em>) retten m&#246;chte.</p>
<p>Es ist ziemlich unbefriedigend, an dieser Stelle in die <em>Eragon</em>-Reihe neu einzusteigen. Ich habe keinerlei Bezug zu den zahlreichen Figuren, verstehe ihre Handlungen nicht und kann die Zaubereien und Motivationen in dieser Fantasy-Welt schwer nachvollziehen.<br />
Paolinis Schreibstil ist solide, wenn auch nicht sehr geistvoll. Paolini bem&#252;ht sich, Klischees und stereotype Vergleiche zu umschiffen, wobei hin und wieder etwas herauskommt wie: »Das heruntergebrannte Feuer pulsierte wie das Herz eines riesigen Tieres«.</p>
<p>Was mir beim ersten Band noch nicht so auffiel, ist der Eindruck, dass es sich bei <em>Eragon</em> mit seinen Elfen und Zwergen (sprechen eigene Sprachen mit vielen Apostrophen und Umlauten), die sich mit den »Abtr&#252;nnigen« in der »Schlacht gegen das Imperium« befinden, um eine abstruse Kreuzung aus dem <em>Star-Wars</em>-Universum und dem <em>Herr-der-Ringe</em>-Universum handelt &#8211; hinzugef&#252;gt wurde lediglich das Element des Drachen. Eine Anmerkung, die vor mir offenbar schon viele andere machten &#8211; und bei deren Erw&#228;hnung die Fans nur noch genervt abwinken.</p>
<p><em>Eragon</em> ist eine Fantasy-Lekt&#252;re f&#252;r &#228;ltere Jugendliche, die gerade die Jugendlichen der heutigen Online-Rollenspiel-Generation anspricht: wer sich ansonsten gerne in der <em>Wold-of-Warcraft</em>-Welt herumtreibt, wird sich in den vielen detailliert beschriebenen Schlachtszenen vieler exotischer Figuren sehr wohlf&#252;hlen. F&#252;r Kinder unter zw&#246;lf Jahren sind die blutigen Schlachten eventuell noch nicht geeignet. Da es sich jedoch um eine fiktive Welt handelt, bewahrt man selbst zu Figuren, die nur noch aus einem Torso ohne Extremit&#228;ten bestehen, eine Distanz.</p>
<p>Das eigentliche Problem von <em>Die Weisheit des Feuers</em> ist, dass sich das Buch nach einem recht spannenden Einstieg furchtbar hinzieht. Das scheint folgenden Grund zu haben: <em>Eragon</em> sollte eigentlich eine Trilogie werden, aber der Autor hat (nach eigenen Aussagen) viel zu viel geschrieben und sich schlie&#223;lich dazu entschlossen, die Reihe erst im vierten Band enden zu lassen. Dabei scheint es gar nicht viel zu sagen zu geben: die Protagonisten wandern mal hier und mal dorthin, stehen mal diesen und mal jenen Kampf durch, ohne dass sich dabei eine nennenswerte dramaturgische Entwicklung abzeichnet. Hat Paolini sich im Schreibprozess verloren oder steckt &#246;konomisches Interesse dahinter? Jedenfalls resultiert es darin, dass mir Band Nummer 3 wie eine sehr lange Br&#252;cke zum Finale vorkommt.</p>
<p>Wahre Fans der ersten beiden B&#228;nde werden das wom&#246;glich ganz anders sehen: sie werden, ganz in der Tradition der Tolkien-Anh&#228;nger, jeden einzelnen der zahlreichen Tropfen an Hintergrundinfos zu Drachen, Schwertk&#228;mpfen und Magie gierig und begeistert aufsaugen. F&#252;r sie bedeutet dieses Buch die Chance, noch l&#228;nger und intensiver als gedacht in der geliebten Welt verharren zu k&#246;nnen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3570128059/selbstausbild-21" target="_blank">Z&#228;her Stoff oder komplexe Fantasy-Atmosph&#228;re?</a></p>
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		<title>So weit der Wind uns tr&#228;gt &#124; Portugiesische Familiensaga mit Liebesgeschichten und politischem Hintergrund</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 12:01:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Portugal des fr&#252;hen 20. Jahrhunderts verliebt sich die Tochter eines reichen Gro&#223;grundbesitzers in einen armen Arbeitersohn. Aus der Kinderfreundschaft zwischen Juliana (»Jujú«) und Fernando wird in wenigen Seiten eine innige Liebe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662833/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-412" title="So weit der Wind uns tr&#228;gt | Knaur Verlag" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/10/so-weit-der-wind-uns-traegt.jpg" alt="" width="84" height="128" /></a>Das ist ein wirklich dickes Buch. Eines von der Art, das man sich einpackt, wenn bei einer l&#228;ngeren Reise Wartezeiten und Langeweile auftreten k&#246;nnen. Es ist ein richtig dicker, romantischer Frauenroman.<br />
Gut gemachte Liebesgeschichten lasse ich mir immer gerne erz&#228;hlen. Eine besondere Vorliebe habe ich f&#252;r das antagonistische Paar, das sich am Anfang gar nicht mag, aber durch irgendwelche Umst&#228;nde aufeinander angewiesen ist und im Laufe der Geschichte zueinander findet, wobei es allerlei Widrigkeiten ausgesetzt ist, die das Zusammenkommen verz&#246;gern sollen. Man sieht dem Paar beim Verlieben zu und erlebt all die kleinen Blicke und Verlegenheiten mit, was &#252;ber einen Zeitraum von nur einem Tag (wie im Film <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0000630JQ/selbstausbild-21" target="_blank"><em>One Fine Day</em></a>) oder &#252;ber mehrere Jahre (mit Spr&#252;ngen in den Zeitr&#228;umen, die f&#252;r die Entwicklung des Paares irrelevant sind, wie im Film <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B001CIEODS/selbstausbild-21" target="_blank"><em>Harry und Sally</em></a>) stattfinden kann.</p>
<p>Die Art Liebesgeschichten, die ich nicht so sehr mag, sind die, in denen sich das Paar bereits gefunden hat, und liebt, und erst jetzt allerlei Widrigkeiten ausgesetzt wird. Es sind Romane, die im Umschlagstext mit (schmalztriefenden) Attributen wie »sinnlich, leidenschaftlich und sehnsuchtsvoll« beschrieben werden &#8211; genau so steht es auch in Gro&#223;buchstaben auf dem Buch <em>So weit der Wind uns tr&#228;gt</em>.</p>
<p>Im Portugal des fr&#252;hen 20. Jahrhunderts verliebt sich die Tochter eines reichen Gro&#223;grundbesitzers in einen armen Arbeitersohn. Hier hat sich das Paar bereits gefunden &#8211; zumindest wird der Prozess des Verliebens v&#246;llig missachtet, und aus der Kinderfreundschaft zwischen Juliana (»Jujú«) und Fernando wird in wenigen Seiten eine innige Liebe zwischen jungen Erwachsenen. Die Widrigkeiten liegen auf der Hand: den Eltern gef&#228;llt der Umgang ihrer Tochter gar nicht, und w&#228;hrend Fernando Hochzeitspl&#228;ne schmiedet und eifrig eine Karriere im Milit&#228;r beginnt, f&#252;rchtet auch Jujú selbst, dass der Preis f&#252;r die gro&#223;e Liebe ein Leben als arbeitende, arme Frau sein k&#246;nnte.</p>
<p>W&#228;hrend der Abwesenheit Fernandos, der tats&#228;chlich beruflichen Erfolg hat, verlobt sich Jujú mit einem Mann von Reichtum und Ansehen. Fernando kehrt zur&#252;ck und es ergibt sich, dass Jujú kurz hintereinander mit beiden M&#228;nnern schl&#228;ft &#8211; und prompt schwanger ist. Was heutzutage zur Mittagstzeit im Fernsehen diskutiert wird, ist nun auch ihr Problem: wer ist der Vater? Fernando, den sie immer noch liebt, ist in den Krieg gezogen und ahnt von dem Zwiespalt zu Hause nichts. So trifft Jujú alleine eine folgenschwere Entscheidung.</p>
<p>Die Liebesgeschichte zwischen Jujú und Fernando ist tats&#228;chlich nur der Anfang einer ganzen Generationen-Saga, die erst mit Fernandos Urenkel in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts endet. Und es ist nicht die ausschlie&#223;liche Liebesgeschichte dieses Buchs, das sich eng an den beiden Ursprungscharakteren und deren Nachkommen orientiert und nebenher die portugiesische Geschichte fokussiert. Das Sinnliche und Leidenschaftliche findet sich in einigen wortreich beschriebenen Sexszenen wieder, und auch an der versprochenen Portion Sehnsucht mangelt es nicht.</p>
<p>Ein Familienstammbaum soll dabei helfen, den &#220;berblick &#252;ber die Namen zu behalten, die sich &#252;ber mehrere Generationen nat&#252;rlich ansammeln &#8211; es verr&#228;t allerdings mit seinen vorgezeichneten Heirats- und Nachkommenslinien viele Geheimnisse, die eigentlich erst die Handlung preisgeben sollte. Die Grundz&#252;ge der Geschichte (Handlungszeitraum, politische Konflikte als Nebenhandlung, Liebesgeschichten mehrerer Genrationen etc.) erinnern mich an Isabel Allendes <em><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3518381768/selbstausbild-21" target="_blank">Geisterhaus</a></em>.</p>
<p>Auf einer langweiligen Reise ist das Buch genau das Richtige. Man liest mangels anderer Besch&#228;ftigung eine ganze Weile dran, das hilft &#252;ber L&#228;ngen und anderen Schwachstellen hinweg und erm&#246;glicht es, sich ohne Hektik in der Geschichte zu verlieren.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426662833/selbstausbild-21" target="_blank">Reichlich Leidenschaft auf 750 Seiten</a></p>
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		<title>Shakespeare-Morde, Die &#124; Jennifer Lee Carrells faktenreiche, spannende Shakespeare-Schnitzeljagd</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 16:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Kate Stanley ist Theaterregisseurin am Globe Theatre in London, als Ros, ihre einstige Mentorin aus Harvard, auftaucht, ihr eine Geschenkschachtel &#252;bergibt und von einer unglaublichen Entdeckung spricht. Kurze Zeit sp&#228;ter brennt das Globe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471350012/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-369" title="Die Shakespeare-Morde | List" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/09/shakespeare-morde.jpg" alt="" width="81" height="128" /></a>Zwischen 1590 und 1623 schreibt William Shakespeare zahlreiche Dramen, Kom&#246;dien und Trag&#246;dien. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Dramatiker der Weltliteratur. Ich kenne ihn von Romeo und Julia und ein paar anderen Kom&#246;dien, haupts&#228;chlich durch die Verfilmungen. Shakespeare zu lesen, das wurde bislang zu keiner Leidenschaft. Ganz anders ging es Jennifer Lee Carrell, die ihren ersten Roman rund um den englischen Dichter geschrieben hat.</p>
<p>Ihre Hauptfigur Kate Stanley (Ich-Erz&#228;hler) ist Theaterregisseurin am <em>Globe Theatre</em> in London, als Ros, ihre einstige Mentorin aus Harvard, auftaucht, ihr eine Geschenkschachtel &#252;bergibt und von einer unglaublichen Entdeckung spricht. Kurze Zeit sp&#228;ter brennt das <em>Globe Theatre</em> und Ros ist tot. <em>»Wenn du die Schachtel &#246;ffnest, musst du dem Weg folgen, den sie dir weist«</em>, hat sie gesagt, und so fliegt Kate nach Boston, um den ersten Spuren zu folgen, die Ros f&#252;r sie gelegt hat. Neben der Schatzsuche um ein verlorenes Shakespeare-St&#252;ck geht es dabei um nichts weniger als die Frage, ob Shakespeare gar nicht der Urheber seiner Werke ist, sondern jemand, dessen Bildungshintergrund eher dem eines universalgelehrten Dichters entspricht.</p>
<p>Die (»noch keine 30 Jahre« alte) Kate bekommt zu diesem Zweck einen m&#228;nnlichen Besch&#252;tzer an die Seite gestellt, &#252;ber den ich nur erfahre, dass er weit auseinanderstehende gr&#252;ne Augen hat und gro&#223; ist. Eine romantische Spannung entsteht dabei nicht, obwohl klar ist, dass es eigentlich auf eine romantische Nebenhandlung hinauslaufen soll. Bei den sehr rar gestreuten zwischenmenschlichen Momenten will sich so gar kein Gef&#252;hl einstellen &#8211; nicht einmal Anteilnahme. Das ist schade. Eine romantische Nebenhandlung kann den Thriller nur bereichern, zumal sie einen Kontrast zu den Gef&#252;hlen bieten w&#252;rde, die der mysteri&#246;se M&#246;rder ausl&#246;st, der sich zuverl&#228;ssig stets ein paar hinter Schritte hinter »uns« im Busch versteckt, raschelt und effektvoll seine Stichwaffe zieht.</p>
<p>Jennifer Lee Carrell ist die  Verk&#246;rperung des Grundsatzes <em>»Schreib &#252;ber etwas, womit du dich auskennst«. </em>Sie vereint gleich mehrere Charaktere in sich: die Harvard-Professorin Ros und die Theaterregisseurin Kate finden sich beide in ihrer eigenen Biografie wieder. Carrell lehrte Literatur und Geschichte an der <em>Harvard University</em> und f&#252;hrte Regie bei Shakespeare-Auff&#252;hrungen. Sie schreibt in kurzen und einfachen S&#228;tzen, dicht aufeinanderfolgende Spuren und Hinweise dr&#252;cken die Geschichte kontinuierlich voran.  Schaupl&#228;tze beschreibt die Autorin sachlich aber anschaulich, mit Emotionen und Charakteren wei&#223; Carrell allerdings nicht recht umzugehen. Die Figuren sind konturlose Wesen, deren Augen- und Haarfarbe ich zwar kenne, die ansonsten aber keinerlei Eindruck hinterlassen. Kate erz&#228;hlt die Geschehnisse nach und verirrt sich nur sehr selten in einem reflektierten inneren Monolog.</p>
<p><em>Die Shakespeare-Morde</em> ist ein Thriller nach bew&#228;hrtem Konzept. Dan Brown zum Beispiel hat (mit vertauschten Geschlechterrollen und <em>da Vinci</em> an Stelle von Shakespeare) etwas ganz &#196;hnliches gemacht. Die Geschichte ist allerdings nicht ganz so simpel: Jennifer Lee Carrell l&#228;sst Dutzende Shakespeare-Verse und gef&#252;hlte 100 Namen jonglieren und irgendwo, zwischen all der endlosen Auswertung von Indizien, wusste ich nicht mehr woher und wohin mit all den Grafen und K&#246;nigen, M&#252;ttern und Ehefrauen, den Frances, Bacons und Stanleys, die sich alle irgendwie in verschiedenen Epochen in die Sache verwickelt hatten. &#220;ber einen Mangel an Fakten, Hintergr&#252;nden und Zusammenh&#228;ngen kann man sich wirklich nicht beklagen. Dennoch: spannend daran ist, dass die Verschw&#246;rungstheorien und viele genannte Personen tats&#228;chlich existieren.</p>
<p>Im letzten Drittel spitzt sich die Geschichte zu. Die Zahl der Verd&#228;chtigen ist klein, aber es gelingt Carrell, alle davon zu m&#246;glichen Verd&#228;chtigen zu machen (meiner Meinung nach inklusive der Hauptfigur selbst, bedenkt man, wie gleichg&#252;ltig sie vieles hinnimmt). Am Ende baut Carrell gar noch einmal eine Wende und eine letzte &#220;berraschung ein. Ein Buch, das ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe &#8211; mit zunehmender Begeisterung &#8211; und das mir, bis auf die emotionale Distanz zu den Figuren, sehr viel Spa&#223; gemacht hat.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471350012/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein gelungener Thriller mit kleinen Abstrichen </a></p>
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		<title>Jane Austen: Pride and Prejudice &#124; Stolz und Vorurteil original und ungek&#252;rzt, gelesen von Sharon Williams</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 12:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stimme von Sharon Williams ist wie dem 18. Jahrhundert entnommen, richtig sch&#246;n altmodisch und schrullig, vorgelesen wie vor dem Kaminfeuer mit einer warmen Decke auf dem Scho&#223;. Jede Figur erh&#228;lt ihre eigene ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/386505501X/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-342" title="Pride and Prejudice | Bertz + Fischer" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/09/pride-and-prejudice.jpg" alt="" width="129" height="128" /></a>Neulich kam die neuste Verfilmung von <em>Pride &amp; Prejudice</em> im Fernsehen. Einen Tag sp&#228;ter konnte man dabei zusehen, wie sich die Internetforen mit Fragen zur besten deutschen &#220;bersetzung des Romans f&#252;llten. Ich sa&#223; ein paar Tage sp&#228;ter im Zug und in der Reihe neben mir sa&#223; eine Frau, die prompt eine &#220;bersetzung in den H&#228;nden hielt. Die Erwartungen, die der Film gesch&#252;rt hatte, wurden dann aber schwer entt&#228;uscht. Ihre Ausgabe trug den Titel »<em>Stolz und Vorurteil</em> &#8211; <em>das Buch zum Film</em>« (was ja an sich schon ein Affront ist), und sie las es mit sehr irritiertem Gesichtsausdruck. Schlie&#223;lich legte sie das Buch schwer seufzend auf den Tisch, was ihren Begleiter dazu veranlasste, zu fragen, ob es denn nicht gut sei. »Es ist doch ziemlich langweilig«, meinte sie resigniert.</p>
<p>Ein bisschen verstehe ich das sogar. Jane Austens S&#228;tze &#252;berdauern gerne mal eine halbe Seite und mehr &#8211; und den Hauptsatz, der von zahlreichen verschachtelten Nebens&#228;tzen unterbrochen wird, kann man nur dann im Kopf wieder richtig zusammensetzen, wenn man hellwach und konzentriert ist. Mit der sch&#246;n gemachten, unkomplizierten Liebeskom&#246;die mit Keira Knightley hat das Buch nur die Charaktere, einige Dialogfragmente und den roten Faden der Geschichte gemein. Hier gilt, mehr noch als bei manch anderer Literaturverfilmung: erst das Buch, dann den Film. Gl&#252;cklicherweise habe ich einige Jane Austen B&#252;cher gelesen <em>bevor</em> ich von Verfilmungen &#252;berhaupt wusste (sonst w&#228;re es mir wom&#246;glich wie der Frau im Zug ergangen), auf Deutsch, in einer guten &#220;bersetzung von Ursula und Christian Grawe (<a title="alle sechs Romane" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3150300363/selbstausbild-21" target="_blank">Tipp: alle sechs Romane dieser &#220;bersetzung als Sammelbox</a>).</p>
<p>Klar, das Original ist immer noch am besten: aber die englische Fassung zu lesen finde ich ziemlich anstrengend. Deshalb lasse ich sie mir jetzt vorlesen. Fast elf Stunden braucht Sharon Williams daf&#252;r. Ungef&#228;hr alle f&#252;nf Minuten beginnt eine neue mp3 und f&#252;r den H&#246;rer damit ein neuer Ein- und Ausstiegspunkt. Das passt ungek&#252;rzt auf eine mp3-CD &#8211; neue Player k&#246;nnen das abspielen, auf dem PC l&#228;uft es auf jeden Fall. Dort kann man sich auch gleich den Originaltext daneben »legen«, der als PDF ebenfalls enthalten ist, optmimiert f&#252;r Druck und Bildschirm.</p>
<p>Die Stimme von Sharon Williams ist wie dem 18. Jahrhundert entnommen, richtig sch&#246;n altmodisch und schrullig, wie vor dem Kaminfeuer mit einer warmen Decke auf dem Scho&#223;.<br />
Jede Figur erh&#228;lt ihre eigene, subtile Intonation: Mrs. Bennett ist schrill und hysterisch, aus Elizabeths Stimme lassen sich Scharfsinn und Starrsinnigkeit heraush&#246;ren, w&#228;hrend ihre Schwester Jane und ihre Freundin Charlotte beschwichtigend und sanft klingen. Die Stimmen der M&#228;nner sind ebenfalls charakteristisch: eine Tonlage tiefer ist Mr. Bennet spitzz&#252;ngig, Charles Bingley unbek&#252;mmert und &#252;berschw&#228;nglich, Mr. Darcy spricht bed&#228;chtig. Wie bei Elizabeth ist seine Entwicklung in der Geschichte auch an der Stimme wahrnehmbar: der Anflug von Stolz und Distanz wandelt sich schlie&#223;lich zu Respekt und Bescheidenheit.</p>
<p>Ich muss gar nicht mehr viel sagen: noch besser als selbst lesen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/386505501X/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein grandioses Buch herrlich vorgelesen!</a></p>
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		<title>Damals in Afrika &#124; Frank Coates Afrikaroman: B&#252;rgerkrieg und Liebe in Kenia und Uganda</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 12:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Prolog setzt im Jahr 1944 an, es ist Krieg und ein Mann namens Ernie Sullivan fliegt im Bomber Richtung Hamburg, als er und seine Mitstreiter selbst unter Beschuss geraten. Er springt aus der brennenden Maschine. Die Geschichte ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426637626/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="size-full wp-image-307 alignleft" title="Damals in Afrika | Knaur" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/08/damals-in-afrika.jpg" alt="Damals in Afrika | Knaur" width="85" height="130" /></a>Bevor ich &#252;berhaupt angefangen habe zu lesen, habe ich mich &#252;ber den Umschlag ge&#228;rgert. Da sind zwei Elefanten, passende Assoziation mit Afrika, dann ein paar verschwommene B&#252;sche im Hintergrund wo Gras in W&#252;ste &#252;bergeht und kurz dahinter wieder ein &#220;bergang, diesmal in Felder und raue Bergketten. Was mir am meisten missf&#228;llt ist das P&#228;rchen rechts unter dem Steppenbaum, verschwommen ins Bild kopiert, vermutlich irgendeiner Fu&#223;g&#228;ngerzone entnommen. Der deutsche Verlag hat zwar nur das Motiv des australischen Verlags &#252;bernommen, aber m&#246;ge auch die Umschlaggestaltung das n&#228;chste mal etwas stilvoller sein.</p>
<p>Sehen wir uns die Geschichte an: Der Prolog setzt im Jahr 1944 an, es ist Krieg und ein Mann namens Ernie Sullivan fliegt im Bomber Richtung Hamburg, als er und seine Mitstreiter selbst unter Beschuss geraten. Er springt aus der brennenden Maschine. Die Geschichte des hellh&#228;utige (australische) Kip Balmain setzt 1952 an, und in einer lebhaften Einf&#252;hrung lerne ich die Hauptfigur und seine von Angst und Gewalt gepr&#228;gte Kindheit im kolonialen Kenia kennen.</p>
<p>Als das Land beginnt seine Freiheit zu erk&#228;mpfen, macht sich Kip auf die Suche nach seinem Vater &#8211; der Pilot aus dem Prolog. Um 1970 entflieht die Afrikanerin Rose Nasonga in Uganda der Armut und dem B&#252;rgerkrieg. Kip und Rose lernen sich kennen und lieben und stellen bald fest, dass sie eine mysteri&#246;se Gemeinsamkeit haben.</p>
<p>Der Australier Frank Coates schreibt anschaulich und solide, was mit einem detaillierten Wissen &#252;ber die Geschichte Afrikas einhergeht. Das hilft auch &#252;ber so manche langatmige Szene hinweg. In seiner Danksagung schreibt er dem&#252;tig, es nun &#8211; nach seinem nunmehr dritten Roman &#8211; fertigzubringen, sich als Schriftsteller zu bezeichnen. Das kann er ohne Zweifel von sich behaupten.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426637626/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein sch&#246;ner »Afrika-Roman«</a></p>
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