Ich habe das Buch, das hier vorgelesen wird, bereits vorgestellt (das Buch). Insofern kann ich wenig zum Inhalt sagen, denn der ist auf den vier CDs absolut identisch mit dem Buch: dieselben Kapitel, derselbe Text, ungekürzt. Knapp 160 Seiten Text, unterbrochen von Bildern, kann man sich dank der CD nun auch 263 Minuten lang anhören.

Trotzdem ganz kurz: Auf den ersten beiden CDs sind die »herausragenden Persönlichkeiten« der menschlichen Geschichte vorgestellt, es folgen einige der wichtigen historischen Prozesse und Ereignisse der Menschheit, von der Antike bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Genau wie das Buch (denn es ist ja der selbe Text!) ist das Hörbuch spannend aber sachlich geschrieben, und Detlev Kügow hat genau die richtige Sprechstimme dafür. Rasch, manchmal gewollt atemlos, spricht er, seine Stimme ist tief und ein bisschen schelmisch. An den sich bietenden Textstellen klingt er erstaunt, empört, verschwörerisch oder frotzelnd, was ihn zu einem sehr angenehmen und unterhaltsamen Sprecher macht – und das nötige Pendant zum Buch bildet, das ja mit vielen großen Abbildungen und Schaukästen andere Vorteile bietet.

Nun kann man sich nun aussuchen, was man lieber hat: selbst lesen oder vorlesen lassen? Das könnte man daran festmachen, ob man der auditive oder der visuelle Lerntyp ist (welcher Typ man ist, kann man hier erahnen). Oder: man kann gleichzeitig lesen und hören, als eine etwas anstrengende Mischung aus auditiv und visuell. Da fällt mir noch eine weitere Verwendung beider Medien simultan ein: Für Fortgeschrittene im Fach Deutsch als Fremdsprache ist diese Kombination geradezu ideal.

Ich habe die erste CD immer wieder vor dem Einschlafen gehört, mit dem Ergebnis, dass ich nun zu Rames II, Alexander dem Großen, Quin Shi Huang Di und Julius Caesar ungeahnt konkrete Angaben machen kann. Während Karl dem Großen bin ich regelmäßig eingeschlafen – aber den schaff ich auch noch.

Gut gemacht – egal ob lesen oder hören

Damals in Afrika | KnaurBevor ich überhaupt angefangen habe zu lesen, habe ich mich über den Umschlag geärgert. Da sind zwei Elefanten, passende Assoziation mit Afrika, dann ein paar verschwommene Büsche im Hintergrund wo Gras in Wüste übergeht und kurz dahinter wieder ein Übergang, diesmal in Felder und raue Bergketten. Was mir am meisten missfällt ist das Pärchen rechts unter dem Steppenbaum, verschwommen ins Bild kopiert, vermutlich irgendeiner Fußgängerzone entnommen. Der deutsche Verlag hat zwar nur das Motiv des australischen Verlags übernommen, aber möge auch die Umschlaggestaltung das nächste mal etwas stilvoller sein.

Sehen wir uns die Geschichte an: Der Prolog setzt im Jahr 1944 an, es ist Krieg und ein Mann namens Ernie Sullivan fliegt im Bomber Richtung Hamburg, als er und seine Mitstreiter selbst unter Beschuss geraten. Er springt aus der brennenden Maschine. Die Geschichte des hellhäutige (australische) Kip Balmain setzt 1952 an, und in einer lebhaften Einführung lerne ich die Hauptfigur und seine von Angst und Gewalt geprägte Kindheit im kolonialen Kenia kennen.

Als das Land beginnt seine Freiheit zu erkämpfen, macht sich Kip auf die Suche nach seinem Vater – der Pilot aus dem Prolog. Um 1970 entflieht die Afrikanerin Rose Nasonga in Uganda der Armut und dem Bürgerkrieg. Kip und Rose lernen sich kennen und lieben und stellen bald fest, dass sie eine mysteriöse Gemeinsamkeit haben.

Der Australier Frank Coates schreibt anschaulich und solide, was mit einem detaillierten Wissen über die Geschichte Afrikas einhergeht. Das hilft auch über so manche langatmige Szene hinweg. In seiner Danksagung schreibt er demütig, es nun – nach seinem nunmehr dritten Roman – fertigzubringen, sich als Schriftsteller zu bezeichnen. Das kann er ohne Zweifel von sich behaupten.

Ein schöner »Afrika-Roman«