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	<title>lesedetektiv.de &#187; Hab ich gern gelesen</title>
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		<title>M&#228;ngelexemplar &#124; Sarah Kuttner liest ihren einf&#252;hlsamen, glaubw&#252;rdigen Roman</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 15:51:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Humorvoll]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Karo macht eigentlich alles richtig als Romanheldin. Sie verliert ihren Job und beendet, wo sie schon dabei ist, auch gleich ihre heillos eingeschlafene Beziehung. Alles auf Neuanfang, es kann ja nur besser ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866107625/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-757" title="M&#228;ngelexemplar | Argon" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/10/maengelexemplar.jpg" alt="M&#228;ngelexemplar | Argon" width="151" height="128" /></a>Karo macht eigentlich alles richtig als Romanheldin. Sie verliert ihren Job und beendet, wo sie schon dabei ist, auch gleich ihre heillos eingeschlafene Beziehung. Alles auf Neuanfang, es kann ja nur besser werden. Nach der &#220;berwindung einiger &#228;rgerlicher, aber harmloser Hindernisse w&#228;re es in einem Unterhaltungsroman f&#252;r Frauen dann an der Zeit, dass sich Traumjob und Traummann ank&#252;ndigen und das ein <em>Happy End</em> einleiten. Stattdessen k&#252;ndigt sich ein Problem an, das sich schlecht als harmloses Hindernis einordnen l&#228;sst, zumal es, wie Karo feststellen muss, gar nicht leicht zu &#252;berwinden ist. Karo bekommt eine Depression.</p>
<p>Karos Depression ist ein Ph&#228;nomen an, das in der Popul&#228;rpsychologie den Namen <em>Quarterlife Crisis </em>erhalten hat, als Pendant zur <em>Midlife Crisis</em>. Sie betrifft junge Menschen Mitte und Ende 20, oft nach der Ausbildung und vor oder w&#228;hrend dem Eintritt ins Berufsleben, die pl&#246;tzlich nicht mehr wissen, wo sie stehen. Als ich im Buchhandel den Buchr&#252;ckentext von Sarah Kuttners <em>M&#228;ngelexemplar</em> gelesen habe, war ich gleich Feuer und Flamme:</p>
<p><zitat><em>Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, &#252;berdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den F&#252;&#223;en. Pl&#246;tzlich ist die Angst da. Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erz&#228;hlt Sarah Kuttner von dem Riss, der sich pl&#246;tzlich durch das Leben ziehen kann.</em></zitat></p>
<p>Ich erwartete eine witzige und &#8211; dem Thema angemessen &#8211; ernsthafte Geschichte. Ich mag Sarah Kuttner, also habe ich beschlossen, dass sie mir ihr Buch gleich noch vorlesen soll. Das macht sie gut: energisch, im st&#228;ndigen Wechsel einf&#252;hlsam und zynisch. Schlie&#223;lich wird sie in der Ich-Form, &#228;hnlich wie ihre Freundin Charlotte Roche mit <em>Feuchtgebiete</em>, irgendwie eins mit der Heldin ihres Romans.</p>
<p>Und ich musste einige Male lachen, denn das Buch ist humorvoll, und ich konnte gut nachvollziehen, denn Sarah Kuttner beschreibt die Depression aus der Perspektive ihrer Heldin, die ihre Umwelt und sich selbst intelligent und berlinerisch unverbl&#252;mt kommentiert, w&#228;hrend sie M&#228;nner kennen lernt und aussortiert, Panikattacken und R&#252;ckf&#228;lle hat, Tabletten verschrieben bekommt und absetzt. Um dann  St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck ins Leben zur&#252;ck zu finden, Dank einer eigenwilligen aber sympathischen Familie, einem wirklich perfekten besten Freund und schlie&#223;lich eben auch einer Art Traummann.</p>
<p>Manchmal ist mir der beste Freund zu perfekt, die Flirts sind zu aufgeregt, der gefundene Traummann zu anst&#228;ndig. Vielleicht ist es mir auch irgendwie nicht schlimm genug, was Karo in ihrer Depression widerf&#228;hrt, als h&#228;tte ich von ihr erwartet, dass sie nicht ganz so weich f&#228;llt. Dann w&#228;re das Buch nat&#252;rlich nicht so lustig und unterhaltsam geworden. Vor allem ist es ein zeitgem&#228;&#223;es Buch, eine Frau Mitte zwanzig ganz von heute, die ihre ersten Therapiesitzungen mit dem Recall einer Castingshow vergleicht, und es ist ein glaubw&#252;rdiges Buch, so als habe Sarah Kuttner &#228;hnliches durchgemacht. Hat sie?</p>
<p class="bestellen"><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866107625/selbstausbild-21" target="_blank"> Mitte 20, zynisch, unsicher, depressiv </a></p>
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		<title>Hexenschwester &#124; Katerina Timm schreibt &#252;ber B&#252;dingen im Mittelalter: Krieg, Hexenverfolgung und Liebeswirren</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 15:44:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Lene und Clara sind Zwillingsschwestern. Lene verliebt sich in den attraktiven und klugen Buchbinder Velten - und er scheint ihre Liebe zu erwidern, schlie&#223;lich k&#252;sst er sie unverhofft in einer dunklen Gasse auf dem Dorffest und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3547711371/selbstausbild-21" target="_blank" rel="nofollow"><img class="alignleft size-full wp-image-727" title="Hexenschwester | Marion von Schr&#246;der" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/10/hexenschwester.jpg" alt="Hexenschwester | Marion von Schr&#246;der" width="80" height="128" /></a>Lene und Clara sind Zwillingsschwestern. Lene verliebt sich in den attraktiven und klugen Buchbinder Velten &#8211; und er scheint ihre Liebe zu erwidern, schlie&#223;lich k&#252;sst er sie unverhofft in einer dunklen Gasse auf dem Dorffest und sichert ihr zu, den Vater bald um ihre Hand zu bitten. Nun also neigt sich die unschuldige Zeit einem Ende zu, in der sie in der gemeinsamen Schlafst&#228;tte die Zehen mit ihrer Schwester verschr&#228;nkte, und es tut ihr schon recht leid um Clara, die doch zur&#252;ckbleiben wird.</p>
<p>Die Freude auf den aufregenden neuen Abschnitt in ihrem Leben &#252;berwiegt nat&#252;rlich, und sie h&#228;lt erwartungsfroh die Hand der Schwester, als sich Velten niederkniet, und &#8211; Clara um deren Hand bittet.<br />
F&#252;r Lene bricht die Welt zusammen. Nicht sie hatte er auf dem Dorffest k&#252;ssen wollen, sondern ihre Schwester, die er unter Einfluss von Wein und Dunkelheit mit Lene verwechselte. Clara also heiratet Velten. Und Lene, die nicht zur&#252;ckbleiben m&#246;chte, w&#228;hrend die Schwester mit dem Geliebten zur gl&#252;cklichen Frau wird, heiratet den n&#228;chstbesten Bewerber.</p>
<p>So beginnt Katerina Timms historischer Roman im <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/B%C3%BCdingen_Stich_Braun-Hogenberg.png" onclick="return enlarge('http://www.lesedetektiv.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/06/B%C3%BCdingen_Stich_Braun-Hogenberg.png','',event,300,75)">hessischen B&#252;dingen</a> Mitte des 17. Jahrhunderts, in den wirren Konflikten des Drei&#223;igj&#228;hrigen Kriegs, wo Spanier, Kroaten und Schweden nacheinander einfallen und viele Frauen des Dorfes als Hexe denunziert werden, um unter Folter die unm&#246;glichsten Verbrechen gestehen und schlie&#223;lich verbrannt werden. Etwas &#228;hnliches scheint auch einer der Schwestern zu bl&#252;hen, soviel verr&#228;t der Titel.</p>
<p>Ich war sehr gefesselt von dem Buch, die Ausgangslage kann ja ungewisser kaum sein: die gro&#223;e Liebe wird mit der Schwester verheiratet, die aussieht wie das eigene Spiegelbild, und die Gefahr lauert an allen Fronten. Die Identifikation mit der Hautpfigur fiel mir auch leicht, sie tr&#228;gt sogar denselben Rufnamen wie ich sebst.<br />
Sie ist der Typ M&#228;dchen oder junge Frau, der in historischen Romanen gern die Hauptrolle spielt: h&#252;bsch, als »Makel« eher ein wenig zu d&#252;nn und mit zu kleinen Br&#252;sten, selbstbewusst und optimistisch.</p>
<p>Katerina Timm ist darum bem&#252;ht, tats&#228;chlich Geschehenes in die Geschichte einzuweben, als habe sie in einem Archiv von dieser und jener Begebenheit gelesen, und sie dann einarbeiten wollen, der historischen Glaubw&#252;rdigkeit zuliebe. Das passt nicht immer rein, dient aber zumindest der Geschichte um die beiden Schwestern nicht. Nach einem sehr vielversprechenden Anfang wird mir die Figur Lene so allm&#228;hlich fremd. Eine lange Zeit lang l&#228;uft ihre Geschichte recht ereignislos vor sich hin: Lene ist eher ungl&#252;cklich vor allem aber teilnahmslos verheiratet, wagt sich im Beruf ihres Mannes auf vorsichtige Innovationen die nicht auf Gegenliebe sto&#223;en und auch in der Geschichte unterentwickelt bleiben.</p>
<p>Lene ergibt sich ihrem Schicksal jahrelang. Langsam begann ich mich &#8211; angesichts des nahenden hinteren Buchdeckels &#8211; zu fragen, wie das enden soll. Bis sich pl&#246;tzlich alles dreht und eine Zukunft mit dem geliebten Velten doch noch in greifbare N&#228;he r&#252;ckt. Mit zunehmender Dramatik wird dabei auch Katerina Timms Schreibstil zunehmend &#228;therisch. Das klingt dann so: <em>»Sie erahnte die Stelle, wo sie dem Vogel eine Freiheit gegeben hatte, wie sie ihr wiedergegeben worden war, eine Freiheit, die vielleicht direkt in den Tod f&#252;hrte und die doch besser war, als gefangen zu sein.« </em></p>
<p>Es ist ein historischer Schm&#246;ker der guten Art, ein bisschen Liebesgeschichte, vor allem mit viel zeitgen&#246;ssischer Atmosph&#228;re.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3547711371/selbstausbild-21" target="_blank" rel="nofollow"> Ungewisses Happy End bis zur letzten Seite &#8230; </a></p>
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		<title>Mit Jane Austen durch England &#124; Elsemarie Maletzke auf den Spuren der Autorin und ihren Figuren</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 08:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biografisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder Elsemarie Maletzke? Tats&#228;chlich scheinen ihre Fachgebiete vor allem die Themen Jane Austen, Bronté-Schwestern und Garten zu umfassen. Dabei hat sie sich so eingehend mit Jane Austen besch&#228;ftigt, dass sie ihr ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3458351434/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-689" title="Mit Jane Austen durch England | Insel" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/09/mit-jane-austen-durch-england.jpg" alt="Mit Jane Austen durch England | Insel" width="78" height="128" /></a>Die Reiseroute orientiert sich an Austens Biographie, beginnt also in Steventon, wo Jane Austen 1775 als Pfarrerstochter geboren wurde und die Romane <em>Pride and Prejudice, Northanger Abbey</em> und <em>Sense and Sensibility</em> schrieb. Ihr Weg f&#252;hrte sie Mitte zwanzig f&#252;r einige ungl&#252;ckliche Jahre nach Bath, wo Maletzke versucht, ihre Unterk&#252;nfte auszumachen und die Schaupl&#228;tze besucht, die in den Romanen <em>Northanger Abbey</em> und <em>Persuasion</em> eine Rolle spielen.</p>
<p>Ihren Urlaub verbrachte Jane Austen gerne am Meer, z.B. in Lyme Regis in der Grafschaft Dorset, deren Hafenmauer »The Cobb« zum literarischen Schauplatz im Roman<em> Persuasion</em> wurde. Im Alter von 34 Jahren zog Jane Austen nach Chawton, &#252;berarbeitete ihre fr&#252;hen Romane und schrieb nacheinander <em>Mansfield Park, Emma</em> und <em>Persuasion</em>. Jetzt erst, im Jahr 1811, wurde als erster Roman <em>Sense and Sensibility</em> ver&#246;ffentlicht. In Chawton steht auch ein echter »Austen-Schrein«: ihr Wohnhaus, das <em>Chawton-Cottage</em>. Hier kann man originale Utensilien bestaunen, zum Beispiel Jane Austens Schreibtisch. Die letzte Station der Reise ist Winchester, wo sie 1817 starb.</p>
<p>Das Buch f&#252;hrt nicht an die Originalschaupl&#228;tze der Verfilmungen, auch wenn hier und da darauf eingegangen wird (z.B. bei einer Jane-Austen-Stadtf&#252;hrung in Bath, wo die Stra&#223;enecke vorgef&#252;hrt wird, an der sich in einer <em>Persuasion</em>-Verfilmung Amanda Root und Ciarán Hinds k&#252;ssten &#8211; was auf wenig Begeisterung st&#246;&#223;t). Immer wieder betont Maletzke, wie wenig tats&#228;chlich bekannt ist dar&#252;ber, welche Herrenh&#228;user Vorbild f&#252;r die Anwesen der Romanfiguren waren. Orte, bei denen man einen Zusammenhang vermutet, stattet Maletzke einen Besuch ab und h&#228;lt ihre Eindr&#252;cke fest.</p>
<p><em>Mit Jane Austen durch England</em> ist ein wenig Reisef&#252;hrer, ein bisschen Biografie und ein heiterer Erfahrungsbericht. Mit spitzem Witz sch&#246;pft Maletzke aus ihrem gro&#223;en Jane-Austen-Wissen, hier und da gew&#252;rzt mit gleicherma&#223;en satirischen Zitaten aus Austens Romanen und Briefen. Dabei hat sie sich wohl so eingehend mit Jane Austen besch&#228;ftigt (die sie vertraulich »Jane« nennt), dass ihr die englische Autorin in Fleisch und Blut &#252;bergegangen ist und sie einen &#228;hnlich ironischen Tonfall pflegt.</p>
<p>Die Fotos ihrer Reise sind auch sehr gelungen &#8211; ein paar mehr davon, und ich h&#228;tte mir das Buch sehr gut als gro&#223;en Hardcover-Bildband vorstellen k&#246;nnen. So erh&#228;lt das schmale Taschenbuch seinen verdienten Platz gleich neben meinen Austen-Romanen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3458351434/selbstausbild-21" target="_blank"> Besonders sch&#246;n f&#252;r Austen-Liebhaber </a></p>
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		<title>Schlaflos in Seoul &#124; Vera Hohleiters Erfahrungen in S&#252;dkorea: unterhaltsame, pragmatische Kritik</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/schlaflos-in-seoul-erfahrungen-einer-deutschen-in-suedkorea-unterhaltsame-pragamtische-kritik/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 18:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autobiografisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten, Essays]]></category>

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		<description><![CDATA[Korea scheint kein besonders freundliches Land f&#252;r pragmatische Ausl&#228;nder mit kurzen Haaren, Leberflecken und vegetarischen Essgewohnheiten zu sein. Was aber, bei all diesen unangenehmen Erfahrungen und Berichten, h&#228;lt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423211539/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-1318" title="Schlaflos in Seoul | dtv" src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2009/09/schlaflos-in-seoul.jpg" alt="Schlaflos in Seoul | dtv" width="83" height="128" /></a> Vera Hohleiter lebt seit drei Jahren in Seoul, S&#252;dkorea. Dort hin gef&#252;hrt hat sie zun&#228;chst ihre Neugierde und Abenteuerlust und schlie&#223;lich die Beziehung zu einem Koreaner. Thematisch, nicht chronologisch berichtete sie in<em> Schlaflos in Seoul</em> von ihren Erfahrungen in der Metrolople, in dem Land, das vibriert zwischen Tradition und Fortschritt, einer stark konservativen Elterngeneration und einer Jugend, die technikbegeistert ist und nach Freiheit strebt.</p>
<p>Jedes Kapitel ist eine erz&#228;hlte Episode, ein rascher Blick ins bunte Treiben. Eigentlich genau das, was der Umschlag verspricht, der Hohleiter leger schlendernd im Seouler Nachtleben zeigt. Sehr ehrlich, sehr kritisch und nat&#252;rlich aus ihren subjektiven Erfahrungen gespeist erz&#228;hlt sie anekdotenhaft von ihrem (Ein)Leben in Seoul. Sie hat dabei jene Aspekte herausgearbeitet, die deutschen Lesern am Kuriosesten erscheinen &#8211; das sind eben nicht unbedingt die Sch&#246;nheit der Landschaft, die Geschichte oder die Kultur.</p>
<p>Schnell wird dabei klar, was man in Korea lieber nicht tun sollte: &#252;ber Hundefleischverzehr diskutieren. Vegetarier sein. Bus fahren. Schwiegerm&#252;ttern begegnen &#8211; wobei der Grat zwischen potenzieller und tats&#228;chlicher Schwiegermutter gering sein kann, wie am Beispiel eines jungen Deutschen erz&#228;hlt wird, der die Familie seiner koreanischen Freundin besuchte und unversehens zwangsverheiratet wurde. Das unverheiratete Zusammenleben der Tochter mit dem Ausl&#228;nder in Berlin galt im traditionalistischen Elternhaus als Entehrung, die nur durch die nachtr&#228;gliche Eheschlie&#223;ung wieder in Ordnung gebracht werden konnte.</p>
<p>Ein individueller Kleidungsstil scheint ebenfalls riskant, denn Individualit&#228;t und Europ&#228;ismus werden wohl gerne s&#252;ffisant als Schimpfwort verwendet. In Korea z&#228;hle Gruppenbewusstsein und Unterw&#252;rfigkeit, weshalb man als koreanischer Angestellter anstandslos Alkohol in rauen Mengen trinkt, oder, so hat sich Hohleiter erz&#228;hlen lassen, gar den in Chilipaste getr&#228;nkten Finger des Chefs abzulutschen hat, wenn dieser das als Bestrafung f&#252;r angemessen h&#228;lt.</p>
<p>Als Ausl&#228;nder sei man in Korea generell nicht gerne gesehen. Wer mit einem sensiblen Selbstbewusstsein ausgestattet ist, sollte besser kein Koreanisch verstehen, denn Hohleiter hat die unangenehme Erfahrung gemacht, dass herzlich und unverhohlen &#252;ber physische Unzul&#228;nglichkeiten gel&#228;stert wird. Von einer koreanischen Freundin erf&#228;hrt sie: <em>»Die koreanischen M&#228;nner sind widerlich, unkultiviert und stockkonservativ. Ich bin jetzt sechsunddrei&#223;ig, ich habe Sommersprossen und einen Doktortitel. Eine unattraktivere Kombination gibt es f&#252;r M&#228;nner gar nicht.«</em> Und:<em> »Ich merke, wie mich Leute in der U-Bahn ansehen mit einer Mischung aus Ekel und Mitleid, wie eine Behinderte.« </em></p>
<p>Korea scheint kein besonders freundliches Land f&#252;r pragmatische Ausl&#228;nder mit kurzen Haaren, Leberflecken und vegetarischen Essgewohnheiten zu sein. Was aber, bei all diesen unangenehmen Erfahrungen und Berichten, h&#228;lt Hohleiter in Korea? Dieselbe Frage hat sie sich selbst auch gestellt. Im vorletzten Kapitel <em>Warum denn Korea?</em> wertet sie die Ergebnisse einer Pro- und Contra-Liste aus. Da ist vor allem der koreanische Lebensgef&#228;hrte &#8211; und dann f&#228;llt ihr erstmal selbst nichts mehr ein. Abgesehen von banalen Kleinigkeiten wie kostenlosem Tafelwasser und Gratisbeilagen zu Modezeitschriften kommen ihr dann die Stichworte »Chancen« (Jobs, die sie durch ihr westliches Aussehen und Fremdsprachenkenntnisse ergreifen kann) und »interessant« in den Sinn.</p>
<p>Tats&#228;chlich wisse sie jedoch h&#228;ufiger Negatives als Positives &#252;ber Korea zu berichten. Man m&#252;sse, wenn man im Ausland lebt und arbeitet, Land und Leute nicht notwendigerweise lieben. Da ist es nicht allzu abwegig herauszulesen, dass sie Land und Leute S&#252;dkoreas nicht besonders sch&#228;tzt. Eine riskante &#196;u&#223;erung, wenn sie beruflich u.a. auf einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LPuR2pHCW6Y" target="_blank">Fernsehsofa des Senders KBS</a> sitzt und auf der Stra&#223;e erkannt wird.</p>
<p>Dass sie mit ihrem Buch <a href="http://blog.brigitte.de/korea/2009/08/nachrichten-von-lesern-und-nichtlesern.html" target="_blank">nicht gerade auf Gegenliebe in S&#252;dkorea st&#246;&#223;t</a>, wundert Hohleiter eigentlich nicht.  In etwas verbittertem Tonfall schreibt sie selbst an einer Stelle: <em>»Die meisten Koreaner tragen einen selbstgef&#228;lligen Nationalstolz vor sich her und sind absolut davon &#252;berzeugt, dass ihr Land &#252;ber jede Kritik erhaben ist. Die einzigen Makel, die sie bereitwillig zugeben, sind die hohen Mietpreise und die Luftverschmutzung &#8211; vermutlich weil beides messbar und statistisch zu belegen ist.</em>« Und an anderer Stelle: <em>»Dass Korea international nicht bedeutender, erfolgreicher und beliebter ist [...] k&#246;nnte tats&#228;chlich an dem ewig gestrigen nationalistischen Denken liegen, das selbst in den K&#246;pfen der Jungen und der Fortschrittlichen fest verankert ist.«</em></p>
<p>Lohnt sich der Kauf f&#252;r Deutsche, f&#252;r die das Buch schlie&#223;lich geschrieben wurde? Definitiv ja. F&#252;r jeden mit Interesse am Land und gerade auch f&#252;r jene die dort hinreisen wollen, denn sie werden auf sehr ehrliche und unterhaltsame Weise vorbereitet. Und es wird sie am Ende nicht davon abbringen, dieses zweifellos ungemein spannende Land selbst kennen lernen zu wollen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423211539/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein sehr ehrlicher Erfahrungsbericht </a></p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a href="http://www.buchinformationen.de/rezension.php?id=3848" target="_blank">Manfred Orlick / buchinformationen.de</a> und meint: »Alles in allem ein sehr unterhaltsames und sympathisches Buch von einer intelligenten und neugierigen Frau« </p>
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		<title>Jane Austen f&#252;r Boshafte &#124; ausgew&#228;hlte Worte des elegantesten satirischen Talents des 18. Jahrhunderts</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 13:21:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic, Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Jane Austen schaffte mit Elizabeth Bennett und Mr. Darcy eines der sch&#246;nsten antagonistischen Paare und die wunderbarste Liebeserkl&#228;rung von Captain Wentworth an Anne Elliot in Verf&#252;hrung. Doch bei Jane Austen gibt es ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3458351450/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-657" title="Jane Austen f&#252;r Boshafte | Insel" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/09/jane-austen-boshafte.jpg" alt="Jane Austen f&#252;r Boshafte | Insel" width="78" height="128" /></a>Wenn eine neue Jane-Austen-Verfilmung ver&#246;ffentlicht wird, romantisch und witzig, dann legen die Buchh&#228;ndler wieder ihren Vorrat an Jane-Austen-Romanen ins Schaufenster und man trifft &#252;berall auf Frauen, die eines der Exemplare in den H&#228;nden halten &#8211; mit entt&#228;uschter Miene. Das ist ja gar nicht das Buch zum Film.</p>
<p>Jane Austen schaffte mit Elizabeth Bennett und Mr. Darcy eines der sch&#246;nsten antagonistischen Paare und <a href="http://www.goodreads.com/quotes/show/6766" target="_blank">die wunderbarste Liebeserkl&#228;rung</a>, von Captain Wentworth an Anne Elliot, in <em>Verf&#252;hrung</em>.</p>
<p>Doch in Jane Austens Romanen gibt es keine K&#252;sse, keine leidenschaftlichen Blicke, wie in den Verfilmungen. Viel lieber &#252;bt sie mit scharfer Zunge (bzw. Feder) Kritik an den gesellschaftlichen Zw&#228;ngen ihrer Zeit. Schon im allerersten Satz von <em>Stolz und Vorurteil</em> teilt sie aus: »Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle, der ein beachtliches Verm&#246;gen besitzt, zu seinem Gl&#252;ck nur noch eine Frau bedarf«.</p>
<p>In der Zitatsammlung <em>Jane Austen f&#252;r Boshafte</em> hat Elsemarie Maletzke aus Austens Briefen, Werken und Werkentw&#252;rfen die »herrlichsten Bosheiten« des »elegantesten satirischen Talents des 18. Jahrhunderts« herausgesucht und thematisch sortiert, darunter die Kategorien <em>Liebe und Ehe, Tod, M&#252;&#223;iggang </em>und <em>Kunstgenuss</em>.</p>
<p>Das sind viele kurze Anmerkungen (<em>»Alleinstehende Frauen haben eine fatale Neigung zur Armut. Das ist ein starkes Argument f&#252;r die Ehe«</em>), aber auch l&#228;ngere Dialoge, wie der Schlagabtausch zwischen Elizabeth Bennett und Lady Catherine.</p>
<p>Frau Maletzke kennt sich aus in Sachen Satire: ihre Laufbahn f&#252;hrte sie in die Redaktionen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pardon_(Zeitschrift)" target="_blank">Pardon</a>, <a href="http://www.titanic-magazin.de/" target="_blank">Titanic</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pflasterstrand">Pflasterstrand</a>, und sie kennst sich aus in Sachen Jane Austen: Anfang des Jahres wurde ihre <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/344273780X/selbstausbild-21 " target="_blank">Jane Austen Biographie</a> neu aufgelegt.</p>
<p><em>Jane Austen f&#252;r Boshafte</em> ist ein schmales, zartes Buch, das seinen Leser zielsicher zum L&#228;cheln bringt &#8211; und zum Lesen der Werke verf&#252;hrt.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3458351450/selbstausbild-21" target="_blank"> Happiness in marriage is entirely a matter of chance. </a></p>
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		<title>Neue deutsche Literaturgeschichte &#124; Peter J. Brenner bietet Studenten einen kompakten ersten Eindruck</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/neue-deutsche-literaturgeschichte-peter-j-brenner-bietet-studenten-einen-kompakten-ersten-eindruck/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 08:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache und Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Als allererste Literaturgeschichte im Leben des Literaturstudenten eignet sich Peter J. Brenners <em>Neue deutsche Literaturgeschichte</em>. Recht kompakt erz&#228;hlt der Autor die Geschichte der Literatur von 1400 bis zur Jahrtausendwende ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3484107367/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-1107" title="Neue deutsche Literaturgeschichte | Niemeyer" src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2009/05/niemeyer-neue-deutsche-literaturgeschichte.jpg" alt="Neue deutsche Literaturgeschichte | Niemeyer" width="79" height="128" /></a>Wissenschaft ist Strukturieren und Ordnen. Dem Prinzip folgte schon Aristoteles, als er mit der Poetik die Dichtung klassifizierte. Ein kurzer, &#228;u&#223;erst wirkungsvoller Text, der Aristoteles  zu einer fundamentalen Person der deutschen Literaturgeschichte macht -  als ein Teil einer unheimlich komplexen Geschichte, die viele Wissenschaftler r&#252;ckblickend zu strukturieren versuchten. Literaturgeschichte ist ein Konstrukt, das aus strenger Selektion entsteht. Der Leser einer Literaturgeschichte sollte daher eine kritische Distanz bewahren, denn keine Literaturgeschichte ist frei von Wertvorstellungen des Autors und Ideologien ihrer Entstehungszeit.</p>
<p>Um als Student einen eingerma&#223;en objektiven Blick auf die Literaturgeschichte zu erhalten, m&#252;sste man m&#246;glichst viele verschiedene Literaturgeschichten lesen &#8211; historische und aktuelle, von Deutschen verfasste, oder welche von Autoren, die unsere Literaturgeschichte mit der kritischen Distanz einer anderen Nationalit&#228;t betrachten.</p>
<p>Als allererste Literaturgeschichte im Leben des Studenten eignet sich Peter J. Brenners <em>Neue deutsche Literaturgeschichte</em>. Recht kompakt erz&#228;hlt der Autor die Geschichte der Literatur von 1400 bis zur Jahrtausendwende nach, orientiert an den zw&#246;lf Hauptepochen von <em>Fr&#252;he Neuzeit</em> bis <em>Gegenwart</em> und unter Ber&#252;cksichtigung von kulturellen und sozialen Einfl&#252;ssen. Worauf diese Darstellung der Literaturgeschichte komplett verzichtet, sind Bilder und Zitate. Inhaltsangaben sind &#8211; falls &#252;berhaupt vorhanden &#8211; sehr knapp. Ein Hinweis darauf, dass das Lesen einer Literaturgeschichte nicht das Lesen der Prim&#228;rliteratur ersetzen kann, den Werken selbst.</p>
<p>Auch diese &#252;ber 300 Seiten umfassende Literaturgeschichte will nur eine Einf&#252;hrung sein und stellt eine individuelle Selektion des Autors dar. Dabei ist diese Literaturgeschichte &#8211; sowohl sprachlich als auch den Umfang betreffend &#8211; nicht erschlagend und somit f&#252;r den Einstieg ideal. Wie sehr man sich anschlie&#223;end »in die Tiefe« lesen kann (und sollte &#8230;), l&#228;sst die 35-Seitige, eng beschriebene Bibliographie erahnen.</p>
<p>Mit ein wenig geschichtlichen und literarischen »Grundkenntnissen« und einem Grundrepertoire an Fachw&#246;rtern wird man mit dieser Literaturgeschichte sehr gut zurecht kommen. Ausgestattet mit diesem ersten Eindruck kann man dann zu anderen Betrachtungen greifen: <em><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3476022471/selbstausbild-21" target="_blank">Metzlers Literaturgeschichte</a></em> zum Beispiel, die reich mit Grafiken ausgestattet wurde und dem politischen und historischen Kontext besondere Aufmerksamkeit schenkt, oder die <em><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406586635/selbstausbild-21" target="_blank">Kleine deutsche Literaturgeschichte</a></em><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406586635/selbstausbild-21" target="_blank"> </a>von Nicholas Boyle.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3484107367/selbstausbild-21" target="_blank"> Einfach und spannend geschriebene Literaturgeschichte </a></p>
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		<title>Drehbuch im Hollywood-Format, Das &#124; akkurat und humorvoll: Stil, Struktur und Layout des speculation script</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 16:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Schabeneck verbindet klare Regeln und Richtlinien sporadisch mit trockenem Humor (»Sogenannte Asiaten als Oriental zu bezeichnen gilt als unangebracht. Der Begriff Oriental eignet sich besser f&#252;r Teppiche«). Viele Kapitel enden ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898645304/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-665" title="Das Drehbuch im Hollywood-Format | dpunkt Verlag" src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2008/09/drehbuch-im-hollywood-format.jpg" alt="" width="99" height="128" /></a>»Morgens klingelte im B&#252;ro so gut wie neu das Telefon«, f&#228;ngt Martin Schabeneck unvermittelt an, »denn Kalifornien schlief noch und au&#223;er gelegentlichen Anrufen von zumeist ungehaltenen Regisseuren aus London, die darauf bestanden, mit unserem Arbeitgeber direkt zu sprechen, tat sich nichts«. Der Arbeitgeber von dem er spricht, ist ein ber&#252;hmter aber ungenannter Schauspieler, der Hunderte Drehb&#252;cher im Schrank seiner Produktionsfirma aufbewahrt. Die kleine Geschichte l&#228;uft darauf hinaus, dass der Autor, zust&#228;ndig f&#252;r Drehb&#252;cher, vor diesem Regal sitzend die Zeit nutzte, die Drehb&#252;cher durchzuschm&#246;kern und sie »nach Format und Schreibstil zu untersuchen«.</p>
<p>Das Buch, das er dank dieser Erfahrung schreiben konnte, beginnt mit der Formatierung: von der Titelseite bis zu verschiedenen Szeneelementen. Dieser Teil sei zwar »ungemein wichtig, aber so richtig unterhaltsam ist er wohl nur f&#252;r Pedanten«, sagt Schabeneck, und: »[d]ie darauffolgenden Kapiel wie Schreibstil, Pr&#228;sentation eines Drehbuchs, Umgang mit potenziellen K&#228;ufern und die Struktur Hollywoods sind dann schon von allgemeinem Interesse«.</p>
<p>Der amerikanische Markt unterscheidet zwei Drehbucharten: das Drehbuch f&#252;r die Produktion (<em>production script</em> oder <em>shooting script</em>) und das Drehbuch, das an den Produzenten verkauft wird (<em>speculation script</em> oder <em>selling script</em>). Letztere Variante wird in diesem Buch behandelt. Schabeneck betont, dass sich sein Buch an Menschen richtet, die die allgemeinen Prinzipien des Drehbuchschreibens bereits kennen. Sprich: wer mit seinen Drehb&#252;chern auf dem amerikanischen Markt erfolgreich werden m&#246;chte und zu diesem Zweck die (derzeit herrschenden) Konventionen des amerikanischen Drehbuchs kennen lernen m&#246;chte, greife zu diesem Buch. Es gilt zu verhindern, vor professionellen Drehbuchlesern als unerfahrener Autor dazustehen und wegen mangelhafter Form, unpassendem Schriftsatz, schlechtem Englisch oder stilistischen Fehltritten von vornherein missachtet zu werden.</p>
<p>Wenn das Drehbuch am PC fertig ist, geht es gewissenhaft weiter: mit dem richtigen Papierformat und der richtigen Buchbindung (<em>»Lochen Sie die Seiten mit einem (klobigen) amerikanischen Locher, der etwa ein viertel Zoll [1/4"] gro&#223;e L&#246;cher in den Seitenrand macht«</em>) oder der bebilderten Anleitung, wie die »Rundkopf-Muster(Beutel)klammer#5« konventionsgetreu im klobigen amerikanischen Loch umgebogen wird. Nun gilt es, das Drehbuch an den Agenten und anschlie&#223;end mit oder ohne Agenten an die Produktionsfirma zu bringen: die schriftliche und telefonische Kontaktaufnahme. Im Anschluss hat der Autor Adressen von unabh&#228;ngigen Produktionsfirmen, Agenten und Drehbuchwettbewerben untergebracht.</p>
<p>Schabeneck verbindet klare Regeln und Richtlinien sporadisch mit trockenem Humor (<em>»Sogenannte Asiaten als Oriental zu bezeichnen gilt als unangebracht. Der Begriff Oriental eignet sich besser f&#252;r Teppiche«</em>). Viele Kapitel enden in einer stichwortartigen Zusammenfassung. Auf Erkl&#228;rungen folgen stets gro&#223;z&#252;gige und variantenreiche Beispiele, oft auch als »So nicht«-Beispiel. Die Buchseiten sind trotzdem sehr gener&#246;s: alleine f&#252;nf Buchseiten bestehen nur aus Beispielen f&#252;r Titelseitenvarianten.</p>
<p>Sehr detailliert, beinahe pedantisch geht Schabeneck vor: ob milimetergenaue Tabulatorposition, Seitenumbruch im Dialog, Zeilenabst&#228;nde (deutlich gemacht mittels Steuerzeichen), Traumsequenzen oder die korrekte Bezeichnung von ethnischen Minderheiten &#8211; kein Formdetail bleibt ungekl&#228;rt, keine Fragen offen. Fragen, die sich oft nur w&#228;hrend des Schreibprozesses auftun, und deren Antwort sich (dank der vielen kurzen Kapitel) im Inhaltsverzeichnis und dem Stichwortregister leicht finden lassen.</p>
<p>Martin Schabeneck hat ein &#252;bersichtliches, unterhaltsames und &#252;beraus pr&#228;zises Buch geschrieben, das es dem Leser erm&#246;glicht, ein Drehbuch nach Hollywood zu senden, das sich von denen der professionellen Schreiber der <em>Writers Guild of America</em> wohl nicht mehr unterscheiden l&#228;sst. Da kann sich der Agent oder Produzent eigentlich nur noch &#252;ber den ungew&#246;hnlichen Absender wundern.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898645304/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein Produzent und Filmdozent &#252;ber das Hollywood-Drehbuch </a></p>
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		<title>Shakespeare-Morde, Die &#124; Jennifer Lee Carrells faktenreiche, spannende Shakespeare-Schnitzeljagd</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 16:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Kate Stanley ist Theaterregisseurin am Globe Theatre in London, als Ros, ihre einstige Mentorin aus Harvard, auftaucht, ihr eine Geschenkschachtel &#252;bergibt und von einer unglaublichen Entdeckung spricht. Kurze Zeit sp&#228;ter brennt das Globe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471350012/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-369" title="Die Shakespeare-Morde | List" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/09/shakespeare-morde.jpg" alt="" width="81" height="128" /></a>Zwischen 1590 und 1623 schreibt William Shakespeare zahlreiche Dramen, Kom&#246;dien und Trag&#246;dien. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Dramatiker der Weltliteratur. Ich kenne ihn von Romeo und Julia und ein paar anderen Kom&#246;dien, haupts&#228;chlich durch die Verfilmungen. Shakespeare zu lesen, das wurde bislang zu keiner Leidenschaft. Ganz anders ging es Jennifer Lee Carrell, die ihren ersten Roman rund um den englischen Dichter geschrieben hat.</p>
<p>Ihre Hauptfigur Kate Stanley (Ich-Erz&#228;hler) ist Theaterregisseurin am <em>Globe Theatre</em> in London, als Ros, ihre einstige Mentorin aus Harvard, auftaucht, ihr eine Geschenkschachtel &#252;bergibt und von einer unglaublichen Entdeckung spricht. Kurze Zeit sp&#228;ter brennt das <em>Globe Theatre</em> und Ros ist tot. <em>»Wenn du die Schachtel &#246;ffnest, musst du dem Weg folgen, den sie dir weist«</em>, hat sie gesagt, und so fliegt Kate nach Boston, um den ersten Spuren zu folgen, die Ros f&#252;r sie gelegt hat. Neben der Schatzsuche um ein verlorenes Shakespeare-St&#252;ck geht es dabei um nichts weniger als die Frage, ob Shakespeare gar nicht der Urheber seiner Werke ist, sondern jemand, dessen Bildungshintergrund eher dem eines universalgelehrten Dichters entspricht.</p>
<p>Die (»noch keine 30 Jahre« alte) Kate bekommt zu diesem Zweck einen m&#228;nnlichen Besch&#252;tzer an die Seite gestellt, &#252;ber den ich nur erfahre, dass er weit auseinanderstehende gr&#252;ne Augen hat und gro&#223; ist. Eine romantische Spannung entsteht dabei nicht, obwohl klar ist, dass es eigentlich auf eine romantische Nebenhandlung hinauslaufen soll. Bei den sehr rar gestreuten zwischenmenschlichen Momenten will sich so gar kein Gef&#252;hl einstellen &#8211; nicht einmal Anteilnahme. Das ist schade. Eine romantische Nebenhandlung kann den Thriller nur bereichern, zumal sie einen Kontrast zu den Gef&#252;hlen bieten w&#252;rde, die der mysteri&#246;se M&#246;rder ausl&#246;st, der sich zuverl&#228;ssig stets ein paar hinter Schritte hinter »uns« im Busch versteckt, raschelt und effektvoll seine Stichwaffe zieht.</p>
<p>Jennifer Lee Carrell ist die  Verk&#246;rperung des Grundsatzes <em>»Schreib &#252;ber etwas, womit du dich auskennst«. </em>Sie vereint gleich mehrere Charaktere in sich: die Harvard-Professorin Ros und die Theaterregisseurin Kate finden sich beide in ihrer eigenen Biografie wieder. Carrell lehrte Literatur und Geschichte an der <em>Harvard University</em> und f&#252;hrte Regie bei Shakespeare-Auff&#252;hrungen. Sie schreibt in kurzen und einfachen S&#228;tzen, dicht aufeinanderfolgende Spuren und Hinweise dr&#252;cken die Geschichte kontinuierlich voran.  Schaupl&#228;tze beschreibt die Autorin sachlich aber anschaulich, mit Emotionen und Charakteren wei&#223; Carrell allerdings nicht recht umzugehen. Die Figuren sind konturlose Wesen, deren Augen- und Haarfarbe ich zwar kenne, die ansonsten aber keinerlei Eindruck hinterlassen. Kate erz&#228;hlt die Geschehnisse nach und verirrt sich nur sehr selten in einem reflektierten inneren Monolog.</p>
<p><em>Die Shakespeare-Morde</em> ist ein Thriller nach bew&#228;hrtem Konzept. Dan Brown zum Beispiel hat (mit vertauschten Geschlechterrollen und <em>da Vinci</em> an Stelle von Shakespeare) etwas ganz &#196;hnliches gemacht. Die Geschichte ist allerdings nicht ganz so simpel: Jennifer Lee Carrell l&#228;sst Dutzende Shakespeare-Verse und gef&#252;hlte 100 Namen jonglieren und irgendwo, zwischen all der endlosen Auswertung von Indizien, wusste ich nicht mehr woher und wohin mit all den Grafen und K&#246;nigen, M&#252;ttern und Ehefrauen, den Frances, Bacons und Stanleys, die sich alle irgendwie in verschiedenen Epochen in die Sache verwickelt hatten. &#220;ber einen Mangel an Fakten, Hintergr&#252;nden und Zusammenh&#228;ngen kann man sich wirklich nicht beklagen. Dennoch: spannend daran ist, dass die Verschw&#246;rungstheorien und viele genannte Personen tats&#228;chlich existieren.</p>
<p>Im letzten Drittel spitzt sich die Geschichte zu. Die Zahl der Verd&#228;chtigen ist klein, aber es gelingt Carrell, alle davon zu m&#246;glichen Verd&#228;chtigen zu machen (meiner Meinung nach inklusive der Hauptfigur selbst, bedenkt man, wie gleichg&#252;ltig sie vieles hinnimmt). Am Ende baut Carrell gar noch einmal eine Wende und eine letzte &#220;berraschung ein. Ein Buch, das ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe &#8211; mit zunehmender Begeisterung &#8211; und das mir, bis auf die emotionale Distanz zu den Figuren, sehr viel Spa&#223; gemacht hat.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3471350012/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein gelungener Thriller mit kleinen Abstrichen </a></p>
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		</item>
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		<title>Jane Austen: Pride and Prejudice &#124; Stolz und Vorurteil original und ungek&#252;rzt, gelesen von Sharon Williams</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 12:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Romantisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stimme von Sharon Williams ist wie dem 18. Jahrhundert entnommen, richtig sch&#246;n altmodisch und schrullig, vorgelesen wie vor dem Kaminfeuer mit einer warmen Decke auf dem Scho&#223;. Jede Figur erh&#228;lt ihre eigene ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/386505501X/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-342" title="Pride and Prejudice | Bertz + Fischer" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/09/pride-and-prejudice.jpg" alt="" width="129" height="128" /></a>Neulich kam die neuste Verfilmung von <em>Pride &amp; Prejudice</em> im Fernsehen. Einen Tag sp&#228;ter konnte man dabei zusehen, wie sich die Internetforen mit Fragen zur besten deutschen &#220;bersetzung des Romans f&#252;llten. Ich sa&#223; ein paar Tage sp&#228;ter im Zug und in der Reihe neben mir sa&#223; eine Frau, die prompt eine &#220;bersetzung in den H&#228;nden hielt. Die Erwartungen, die der Film gesch&#252;rt hatte, wurden dann aber schwer entt&#228;uscht. Ihre Ausgabe trug den Titel »<em>Stolz und Vorurteil</em> &#8211; <em>das Buch zum Film</em>« (was ja an sich schon ein Affront ist), und sie las es mit sehr irritiertem Gesichtsausdruck. Schlie&#223;lich legte sie das Buch schwer seufzend auf den Tisch, was ihren Begleiter dazu veranlasste, zu fragen, ob es denn nicht gut sei. »Es ist doch ziemlich langweilig«, meinte sie resigniert.</p>
<p>Ein bisschen verstehe ich das sogar. Jane Austens S&#228;tze &#252;berdauern gerne mal eine halbe Seite und mehr &#8211; und den Hauptsatz, der von zahlreichen verschachtelten Nebens&#228;tzen unterbrochen wird, kann man nur dann im Kopf wieder richtig zusammensetzen, wenn man hellwach und konzentriert ist. Mit der sch&#246;n gemachten, unkomplizierten Liebeskom&#246;die mit Keira Knightley hat das Buch nur die Charaktere, einige Dialogfragmente und den roten Faden der Geschichte gemein. Hier gilt, mehr noch als bei manch anderer Literaturverfilmung: erst das Buch, dann den Film. Gl&#252;cklicherweise habe ich einige Jane Austen B&#252;cher gelesen <em>bevor</em> ich von Verfilmungen &#252;berhaupt wusste (sonst w&#228;re es mir wom&#246;glich wie der Frau im Zug ergangen), auf Deutsch, in einer guten &#220;bersetzung von Ursula und Christian Grawe (<a title="alle sechs Romane" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3150300363/selbstausbild-21" target="_blank">Tipp: alle sechs Romane dieser &#220;bersetzung als Sammelbox</a>).</p>
<p>Klar, das Original ist immer noch am besten: aber die englische Fassung zu lesen finde ich ziemlich anstrengend. Deshalb lasse ich sie mir jetzt vorlesen. Fast elf Stunden braucht Sharon Williams daf&#252;r. Ungef&#228;hr alle f&#252;nf Minuten beginnt eine neue mp3 und f&#252;r den H&#246;rer damit ein neuer Ein- und Ausstiegspunkt. Das passt ungek&#252;rzt auf eine mp3-CD &#8211; neue Player k&#246;nnen das abspielen, auf dem PC l&#228;uft es auf jeden Fall. Dort kann man sich auch gleich den Originaltext daneben »legen«, der als PDF ebenfalls enthalten ist, optmimiert f&#252;r Druck und Bildschirm.</p>
<p>Die Stimme von Sharon Williams ist wie dem 18. Jahrhundert entnommen, richtig sch&#246;n altmodisch und schrullig, wie vor dem Kaminfeuer mit einer warmen Decke auf dem Scho&#223;.<br />
Jede Figur erh&#228;lt ihre eigene, subtile Intonation: Mrs. Bennett ist schrill und hysterisch, aus Elizabeths Stimme lassen sich Scharfsinn und Starrsinnigkeit heraush&#246;ren, w&#228;hrend ihre Schwester Jane und ihre Freundin Charlotte beschwichtigend und sanft klingen. Die Stimmen der M&#228;nner sind ebenfalls charakteristisch: eine Tonlage tiefer ist Mr. Bennet spitzz&#252;ngig, Charles Bingley unbek&#252;mmert und &#252;berschw&#228;nglich, Mr. Darcy spricht bed&#228;chtig. Wie bei Elizabeth ist seine Entwicklung in der Geschichte auch an der Stimme wahrnehmbar: der Anflug von Stolz und Distanz wandelt sich schlie&#223;lich zu Respekt und Bescheidenheit.</p>
<p>Ich muss gar nicht mehr viel sagen: noch besser als selbst lesen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/386505501X/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein grandioses Buch herrlich vorgelesen!</a></p>
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		<item>
		<title>Henkerstochter, Die &#124; historischer Krimi in Schongau: Kindsmord, ein verliebter Medicus &amp; keine Vergewaltigung</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 16:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[1659 im bayerischen Schongau: ein Junge wird schwer misshandelt aufgefunden und stirbt kurz darauf. Auf seinem K&#246;rper tr&#228;gt er ein Mal, das mit Blut in den K&#246;rper geritzt scheint: es ist das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548268528/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-198" title="Henkerstochter | Ullstein" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/07/henkerstochter.jpg" alt="Henkerstochter | Ullstein" width="80" height="128" /></a>1659 im bayerischen Schongau: ein Junge wird schwer misshandelt aufgefunden und stirbt kurz darauf. Auf seinem K&#246;rper tr&#228;gt er ein Mal, das mit Blut in den K&#246;rper geritzt scheint: es ist das Venussymbol, ein Kreis mit einem Kreuz darunter (welches man heutzutage an der ein oder anderen Hochschul-Toilettent&#252;r findet). Schnell wird die st&#228;dtische Hebamme der Hexerei verd&#228;chtigt und verhaftet.<br />
Als eine weitere Kinderleiche mit dem gleichen Symbol gefunden wird, sind sich der argw&#246;hnische Gerichtsschreiber und die Patrizier einig, die vermeintliche Hexe mittels Folter zu einem Gest&#228;ndnis zu zwingen. Der fortschrittlich und aufgekl&#228;rt denkende Henker Jakob Kuisl sieht den Fall anders. Gemeinsam mit dem jungen Medicus Simon beginnt er mit der Suche nach dem wahren M&#246;rder und Auftraggeber der Kindermorde.</p>
<p>Diese beiden Figuren, der Henker und der Medicus, bewegen sich innerhalb eines mittelalterlichen Lehrer-Sch&#252;ler-Verh&#228;ltnis: der Henker wirkt wie ein eigenbr&#246;tlischer idealistischer Polizist (euphorischer Klappentext: »Der Henker ermittelt«), der Medicus ist in die Tochter des Henkers verliebt (<em>die</em> Henkerstochter!) und tendiert wie sein »Meister« zu den modernen (nahezu heutigen) Theorien der Medizin, wirkt in allem was er tut unsicher, unreif und etwas feige.</p>
<p>Apropos Henkerstochter: die Tochter des Henkers spielt hier eine Nebenrolle, ich sch&#228;tze der Titel soll demnach vor allem als Verkaufsargument dienen: er wirkt mit dem Umschlagsbild etwas anr&#252;chig und beinhaltet das stumme Versprechen von Sex oder gar Vergewaltigung (hier ist weder das eine noch das andere zu finden!). Ein voyeuristischer Anreiz, der in historischen Romanen mit weiblicher Hauptfigur sehr gerne verwendet wird (siehe die beliebten <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=173">Iny Lorenz Romane</a>). Statt auf detaillierte Sexszenen kann sich der Leser daf&#252;r auf die eine oder andere Folterszene freuen.</p>
<p>Im Nachwort gesteht Oliver P&#246;tzsch nicht nur einige k&#252;nstlerische Freiheiten, er berichtet auch davon, dass es sich beim Kuisl-Clan um seine eigenen Vorfahren handelt. <em>Die Henkerstochter</em> ist sein (bislang) einziger Roman und ein erf&#252;llter Jugendtraum, wie er selbst sagt. In diesem Zusammenhang dankt er ganz herzlich seiner Frau, die »das n&#246;tige Geld verdient hat« w&#228;hrend er schrieb.</p>
<p>Es ist kein absolut rundes Buch: die Beschreibungen der Figuren sind weitaus lebendiger als die der Handlungsorte, wage Aussagen wie <em>Ihm fiel etwas auf, aber er kam nicht darauf was es war</em> sind &#228;rgerliche Cliffhanger  und gelegentlich schweift Oliver P&#246;tzsch auch in Belanglosigkeiten ab, um eine Szene in die L&#228;nge zu ziehen (was mich davon abhielt, die ein oder andere Szene konzentriert zu lesen). Aber dieses Buch ist gut, es ist glaubhaft und spannend, und seit l&#228;ngerem eines, das ich gerne und rasch gelesen habe.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3548268528/selbstausbild-21" target="_blank">Spannend, authentisch und (danke, danke!) ohne Vergewaltigung<br />
</a></p>
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		<title>Nick Knatterton &#124; Manfred Schmidts 50er Jahre Persiflage auf die amerikanischen Comic-Pendants</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 19:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic, Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kenne dieses Buch seit ich denken kann, es steht als knallgelbe zweib&#228;ndige Ausgabe im B&#252;cherregal meines Vaters, vom vielfachen Lesen zerfleddert. Ich habe damals nach allem gegriffen was nach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3830331525/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-453" title="Nick Knatterton | Lappan Verlag" src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2008/04/nick-knatterton.jpg" alt="Nick Knatterton | Lappan Verlag" width="174" height="128" /></a>Ich kenne dieses Buch seit ich denken kann, es steht als knallgelbe zweib&#228;ndige Ausgabe im B&#252;cherregal meines Vaters, vom vielfachen Lesen zerfleddert. Ich habe damals nach allem gegriffen was nach Comic aussah, und so geriet ich an den deutschen Meisterdetektiv der 50er Jahre, Nick Knatterton.</p>
<p>Kaum, dass ich &#252;berhaupt lesen konnte, verfolgte ich seine originellen Abenteuer, wobei ich von der Geschichte als Ganzes und den vielen Anspielungen kaum etwas verstanden habe (Wikipedia: »[Geschichten mit] oft politischen, Seitenhieben auf die Wirtschaftswunderzeit, das Finanzamt und Adenauer &amp; Co.«). Stattdessen habe ich &#252;ber die Ideen der Einzelbilder gelacht, neugierig den Frauenverschlei&#223; des Helden betrachtet und war &#252;ber die seltsamen Wendungen verbl&#252;fft, die zuverl&#228;ssig am Ende jeder Seite à zwei Bildstreifen angek&#252;ndigt wurden &#8211; in Form eines gekonnten Cliffhangers.</p>
<p>Ebenso wie mein Vater bin ich mit Nick Knatterton aufgewachsen. Doch wo ich die gesammelten Geschichten bequem auf einmal pr&#228;sentiert bekam und zur Aufl&#246;sung jedes Cliffhangers einfach umbl&#228;tterte, musste mein Vater noch w&#246;chentlich auf die Fortsetzung jeder Einzelseite warten &#8211; die (kurzfristige) Aufkl&#228;rung der Handlung erfolgte in der Illustrierten »Quick« in den Jahren von 1950 bis 1959.</p>
<p>Nick Knatterton, vom Autor Manfred Schmidt eigentlich als Persiflage auf die amerikanischen Comic-Pendants gedacht, wurde zum unerwarteten Erfolg und pr&#228;gte die Generation meines Vaters. Der Verlag wirbt auf dem Klappentext mit einem Zitat aus der FAZ zum Tode Schmidts 1999: »Es gab keinen wichtigeren deutschen Comic-Zeichner als ihn«. Trotzdem scheint ihn aus meiner Generation kaum jemand zu kennen. Zeit, dass sich das &#228;ndert. Bevor ich mich jetzt umst&#228;ndlich mit den vielen Eigenheiten des charakteristischen Zeichenstils auseinandersetze, zeige ich Euch lieber etwas, das f&#252;r sich spricht: <a title="Nick Knatterons erstes Abenteuer - Strip 1" href="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/04/knatterton-strip1.jpg" onclick="return enlarge('http://www.lesedetektiv.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/04/knatterton-strip1.jpg','Nick Knatterons erstes Abenteuer - Strip 1',event,300,75)">Nick Knatterons erstes Abenteuer &#8211; Strip 1</a> (Fans f&#228;llt sofort auf: Nick tr&#228;gt einen k&#252;nstlichen Hinterkopf!).</p>
<p>Ich habe die beiden gelben B&#228;nde Dutzende Male gelesen. Und ich w&#252;rde nicht die ganze Zeit &#252;ber diese alten B&#228;nde sprechen, wenn sie nicht im Detail mit dieser neuen Auflage &#252;bereinstimmten &#8211; angefangen beim Vorwort und den dort verwendeten Fotos, &#252;ber die Typografie, Seitenaufteilung, Format &#8211; alles am gleichen Platz, ein exakte Kopie. Und das ist gut so: es h&#228;tte meine subjektive Empfindung vermutlich  gest&#246;rt, wenn sich etwas von meinem Nick-Knatterton-Ideal im Retro-Stil ge&#228;ndert h&#228;tte.</p>
<p>F&#252;r mich ist das Lesen dieses Bandes ein Ausflug in meine Kindheit. Und heute verf&#252;ge ich &#252;ber das n&#246;tige Hintergrundwissen, so dass ich mich nicht nur &#252;ber die witzigen Einf&#228;lle freue, sondern auch &#252;ber die zahlreichen Anspielungen. Definitiv ein besonderes Glanzlicht meiner B&#252;chersammlung.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3830331525/selbstausbild-21" target="_blank">Meisterdetektiv Nick Knatterton &#8211; muss man kennen</a></p>
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		<title>Der Liebesfilm &#124; Anette Kaufmann verleiht dem Genre die geb&#252;hrende Anerkennung und Relevanz</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/der-liebesfilm-anette-kaufmann-ueber-die-romanze-eine-analyse-eine-abgrenzung-eine-anerkennung/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 20:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier besch&#228;ftigt sich Kaufmann mit dem Popularit&#228;tseinbruch des Liebesfilms Mitte des 20. Jahrhunderts, grenzt ihn vom Melodram und der Screw-Ball-Comedy ab und hinterfragt die Einodnung der Romantic Comedy als in erster ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Der Liebesfilm | UVK" href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867640299" target="_blank"><img src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2008/03/liebesfilm.jpg" alt="Der Liebesfilm" /></a>Eigentlich bef&#252;rchtete ich ja Folgendes: der gro&#223;e, unschuldige Schnappschuss von Hugh Grant und Julia Roberts aus <em>Notting Hill</em> auf dem Umschlag t&#228;uscht dar&#252;ber hinweg, dass <em>Der Liebesfilm</em> vor allem eine Dissertation ist &#8211; eine ausf&#252;hrliche und schwer leserliche wissenschaftliche Filmanalyse im Nominalstil.</p>
<p>Tats&#228;chlich sollte dieses Buch, wie die Autorin erz&#228;hlt, zun&#228;chst eine Dissertation werden. Und tats&#228;chlich scheint es von Beginn an ganz nach oben genanntem Schema zu laufen: Kaufmann  besch&#228;ftigt sich mit dem Popularit&#228;tseinbruch des Liebesfilms Mitte des 20. Jahrhunderts, grenzt ihn vom Melodram und der <em>Screw-Ball-Comedy</em> ab und hinterfragt die Einordnung der <em>Romantic Comedy</em> als in erster Linie kom&#246;diantisches Genre. Dies geschieht mit Hilfe von Fremdw&#246;rtern, die ich erst einmal nachschlagen muss, Zitaten aus Fachb&#252;chern (meist Englisch) und zahlreichen Filmverweisen (ebenfalls Englisch) &#8211; die der Leser m&#246;glichst kennen sollte, um der Argumentation von Kaufmann folgen zu k&#246;nnen (Filmanalysen, u.a. auch von Anette Kaufmann: <a href="http://www.selbstausbildung.de/?p=351">Reclam: Filmgenres Melodram und Liebeskom&#246;die</a>).</p>
<p>Der einf&#252;hrende Teil liest sich etwas z&#228;h. Er dient aber ganz der »Ann&#228;herung an den Liebesfilm als Genre« und liefert damit die Grundlage f&#252;r die folgenden Kapitel. Nachdem hier auch die klassische Periode der Liebesfilme besprochen wurde, konzentriert sich Anette Kaufmann von nun an haupts&#228;chlich auf das »romantische Universum« der <em>New Romance</em>, die seit den sp&#228;ten 80ern mit Filmen wie <em>When Harry met Sally</em> den Kino- und Fernsehalltag beherrscht und Liebesfilme mit einer Bandbreite »von heiter bis ernsthaft/tragisch; von zeitgen&#246;ssisch bis historisch, von Kinofilm bis Fernsehserie« umfasst.</p>
<p>Im »Romantischen Baukasten« werden die Zutaten (Erz&#228;hlformeln, Standardsituationen) des Liebesfilms definiert. Kaufmann bezieht sich hier auf die Theorien anderer Filmwissenschaftler und setzt daraus ihre eigenen schl&#252;ssigen Erkenntnisse und Folgerungen zusammen. Der gr&#246;&#223;te Teil des Buchs besteht aus  Filmanalysen zur <em>Romantic Comedy</em>, dem <em>Romantic Drama</em> und dem <em>Romantic Costume Film</em> (<a title="Inhaltsverzeichnis" href="http://www.uvk.de/buchdetail/pdf/9783867640299_I.pdf" target="_blank">komplettes Inhaltsverzeichnis</a>). Diese wiederum st&#252;tzen sich auf die zuvor erlernten »Spielregeln«.</p>
<p><em>Der Liebesfilm</em> liest sich nicht immer einfach (Zitat: »Die R&#252;ckblende funktioniert [...] als monolithisch pr&#228;sentierte Begr&#252;ndung f&#252;r die Disposition des Helden«). Doch was mir zun&#228;chst ein schwieriger Text mit zahlreichen Querverweisen zu anderen Autoren zu sein schien, entwickelt sich zu einer wissenschaftlichen, aber unkomplizierten Schreibweise, die die pers&#246;nliche Sichtweise der Autorin widerspiegelt (und gelegentlich einen unkonventionellen Kommentar preisgibt: etwa zu Clarc Gables »Knackarsch«). So ist es Anette Kaufmann ganz klar ein Bed&#252;rfnis, dem Liebesfilm und seinen Spielarten zur verdienten Anerkennung zu verhelfen.</p>
<p>Da gerade die <em>Romantic Comedy </em>und der <em>Romantic Costume Film</em> meine Lieblings-(Sub-)Genres sind, war es mir ein wahres Vergn&#252;gen, den Theorien und Analysen der erfahrenen Dramaturgin und Produzentin zu folgen und die Hintergr&#252;nde des (von wissenschaftlicher Seite untersch&#228;tzten) Liebesfilms kennen zu lernen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867640299" target="_blank">Wie funktioniert ein Liebesfilm?</a></p>
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		<title>Ghost &#124; Robert Harris inoffizielle Abrechnung mit Blair und Bush. Polit-Thriller zu Zeiten des »War against Terror«</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 15:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mann, der die Autobiografie des Ex-Premierministers schreiben sollte, ist tot. Das bringt den Ich-Erz&#228;hler ins Spiel, Ghostwriter und Nachfolger des Verstorbenen. Der erz&#228;hlt nun erstmal, was ihm in London beim ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453265750/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/01/harris-ghost.jpg" alt="Ghost Robert Harris" /></a>Der Mann, der die Autobiografie des Ex-Premierministers schreiben sollte, ist tot. Das bringt den Ich-Erz&#228;hler ins Spiel, Ghostwriter und Nachfolger des Verstorbenen. Der erz&#228;hlt nun erstmal, was ihm in London beim Vorstellungsgespr&#228;ch etc. widerf&#228;hrt. Das liest sich gut und unverf&#228;nglich, bis der Erz&#228;hlende (gerade seinen neuen Auftrag abw&#228;gend) folgendes bemerkt: »In der Sekunde, als ich vor die T&#252;r trat, wusste ich, dass wieder eine Bombe hochgegangen war«. Bombe? <em>Wieder?</em></p>
<p>Terroranschl&#228;ge scheinen l&#228;ngst an der Tagesordnung zu sein &#8211; um das Thema Krieg gegen den Terrorismus dreht sich in Robert Harris&#8217; neuem Buch alles. Der Ghostwriter wird auf die amerikanische Insel <em>Martha&#8217;s Vineyard</em> gebracht und w&#228;hrend der sich dort nichtsahnend Anekdoten aus der Jugendzeit seines Auftraggebers erz&#228;hlen l&#228;sst, geht eine weitere Bombe hoch, diesmal eine politische: Der Ex-Premier droht wegen eines Kriegsverbrechens (die Auslieferung von britischen Staatsb&#252;rgern an die USA, wovon einer w&#228;hrend einem Verh&#246;r stirbt) vom Europ&#228;ischen Gerichtshof angeklagt zu werden. Der Ghostwriter beginnt in den Unterlagen seines Vorg&#228;ngers zu st&#246;bern und legt nach und nach einen unerme&#223;lichen politischen Skandal frei &#8230;</p>
<p>Jedes Kapitel beginnt mit dem Zitat eines Ghostwriters, das auf geheimnisvolle Weise die Geschehnisse des Kapitels ank&#252;ndigt. Nur eines von vielen gelungenen Stilmitteln:  Alle Nase lang f&#228;llt Harris eine stimmigee Allegorie ein, die Neugier des Lesers wird laufend durch beil&#228;ufige Kommentare angeregt  (»Wie anders &#8211; wie vollkommen anders &#8211; w&#228;re mein Leben verlaufen, h&#228;tte ich mich nicht [...]«).</p>
<p>Dass Robert Harris sein Handwerk meisterlich beherrscht steht au&#223;er Frage. Was den Wirbel um dieses Buch ausgel&#246;st hat, sind die unverhohlenen Anspielungen an aktuelle politische Verh&#228;ltnisse. Terroranschl&#228;ge, Krieg im Irak, ein k&#252;rzlich aus dem Amt geschiedener Premierminister &#8211; die Parallelen sind mehr als nur angedeutet. So werden u.a. Bill und Hillary Clinton als Politiler und reale Personen erw&#228;hnt, w&#228;hrend der aktuelle Pr&#228;sident der USA namenlos bzw. der Premierminister a.D. den fiktiven Namen Robert Lang tr&#228;gt. Nicht nur Gespr&#228;che der Buchfiguren sind markant: »Frag mich nur, warum er sich mit diesem verdammten Idioten im Wei&#223;en Haus eingelassen hat«, auch die Tatsache, dass Harris einst als Journalist neben Blair eine &#228;hnliche Position eingenommen hat, wie der Ghostwriter neben Adam Lang, ist bezeichnend.</p>
<p>Ein Buch, das den Namen &#8220;Pageturner&#8221; absolut verdient &#8211; ich habe es kaum aus der Hand legen k&#246;nnen. Harris gew&#228;hrt in dieser inoffiziellen Abrechnung mit Blair und Bush einen gr&#252;ndlichen Blick hinter die politischen Kulissen und hat auf den letzen Seiten noch eine &#220;berraschung untergebracht. Spannend, intelligent und mit feinem Spott geschrieben.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453265750/selbstausbild-21" target="_blank">Thriller mit deutlichen Parallelen zur Realit&#228;t</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Herr Eichhorn und der erste Schnee &#124; der Winterschlaf der Waldbewohner wird boykottiert: der Winter soll kommen!</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Dec 2007 18:51:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder, Jugendliche]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe dieses Eichh&#246;rnchen gesehen, wie es da auf seinem waagrechten Ast sitzt, die Pfote nach vorgestreckt, der Blick erwartungsvoll nach oben gerichtet, darauf wartend, dass die erste Schneeflocke fallen m&#246;ge ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3480223591/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/12/herr-eichhorn-und-der-erste-schnee.jpg" alt="Herr Eichhorn und der erste Schnee" /></a>Ich ging an diesem Buch vorbei und mein Blick fiel auf das Eichh&#246;rnchen, wie es da auf seinem waagrechten Ast sitzt, die Pfote nach vorne gestreckt, den Blick erwartungsvoll nach oben gerichtet. So wie ich einst selbst im Park stand, den grauen Himmel betrachtend und ungeduldig darauf wartend, dass die erste Schneeflocke fallen m&#246;ge. Da wusste ich: das Buch muss ich haben.</p>
<p>Ganz strichelig und doch pr&#228;zise gezeichnet hat der schieferfarbene Wald nur einen kleinen Farbtupfer: das orangefarbene Fell des Herrn Eichhorns. Der hat es mit dem Winterschlaf dieses Jahr gar nicht so eilig.</p>
<p>Ein Mal m&#246;chte er den sagenumwobenen Schnee sehen! Und so zwingt er sich, wach zu bleiben und h&#228;lt mit hektischem Herumklettern und jaulenden Seemannsweisen auch den Igel und den B&#228;r vom Schlafen ab. Irgendwann sitzen sie alle drei beisammen, kurz davor aufzugeben &#8211; als pl&#246;tzlich eine Schneeflocke auf der Nase des B&#228;ren landet &#8230;</p>
<p>Das Esslinger Atelier, genauer gesagte Sebastian Meschenmoser, hat ein wundervolles, stabiles Winterbuch ver&#246;ffentlicht, das ganz fantastisch die Mimik und Gestik des Eich&#246;rnchens und seiner Freunde einf&#228;ngt &#8211; unkompliziert und humorvoll.</p>
<p>Ein Buch zum Vorlesen (und erstem selbst Lesen), mit kurzen und treffenden S&#228;tzen, das zum gemeinsamen Schmunzeln und Kuscheln einl&#228;dt. Einfach s&#252;&#223;!</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3480223591/selbstausbild-21" target="_blank"><em> </em>Eine Geschichte &#252;ber das Warten auf den ersten Schnee</a></p>
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		<item>
		<title>Zweite K&#246;nigreich, Das &#124; Rebecca Gablé: England und der erste normannische K&#246;nig zu Beginn des Hochmittelalters</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 16:18:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der junge Cædmon of Helmsby im Jahr 1064 von einem d&#228;nischen Piraten verletzt wird, endet seine beh&#252;tete Kindheit. Das kommt Harold Godwinson, dem Earl of Wessex, gerade recht, denn er ben&#246;tigt einen &#220;bersetzer f&#252;r ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3867170932/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/11/zweite-koenigreich.jpg" alt="Gable - Zweite K&#246;nigreich" /></a>Als der junge Cædmon of Helmsby im Jahr 1064 von einem d&#228;nischen Piraten verletzt wird, endet seine beh&#252;tete Kindheit, sein Bein ist verletzt. Er scheint ein Kr&#252;ppel zu bleiben, der f&#252;r k&#246;rperliche Arbeit und den Kampf nicht taugt. Das kommt Harold Godwinson, dem Earl of Wessex, gerade recht. Er ben&#246;tigt einen &#220;bersetzer f&#252;r sein Treffen mit Herzog William in der Normandie &#8211; Cædmon beherrscht diese Sprache.</p>
<p>So begleitet er Harold Godwinson unfreiwillig und ger&#228;t mitten in das Machtspiel um den englischen Thron. Bei William zur&#252;ckgelassen, beginnt er eine harte k&#246;rperliche Ausbildung, die sein k&#246;rperliches Problem behebt und ein seelisches schafft: er verliebt sich in die sch&#246;ne Aliesa, Verlobte seines besten Freundes.</p>
<p>An Cædmons F&#228;higkeiten hat der despotische William, der nach der Schlacht von Hastings (die der H&#246;rer hautnah miterlebt) K&#246;nig von England wird, Gefallen gefunden. Cædmon wird zu einem wichtigen Vertrauten und Lehrer seiner S&#246;hne. Cædmons loyales, gerechtes Wesen und sein Mut, dem K&#246;nig zu widersprechen, bringt ihn allerdings mehrere Male in Lebensgefahr. Nicht zuletzt, als seine Aff&#228;re zur mittlerweile verheirateten Aliesa verraten wird &#8230;</p>
<p>Rebecca Gablé spannt ihre Geschichte um historische Tatsachen. Orientiert am Leben des fiktiven Cædmon of Helmsby setzt die Handlung kurz vor der Herrschaft Williams ein und endet unmittelbar nach dessen Tod im Jahr 1087. Dabei werden viele Personen aktiv eingebunden, die tats&#228;chlich existiert haben: neben K&#246;nig William und seinem Rivalen Harold Godwinson z.B. dessen Bruder Wulfnoth Godwinson.</p>
<p>Eine Lesung ist so manchem H&#246;rspiel vorzuziehen, zu oft werden schlechte Sprechstimmen verpflichtet.  Dies ist bei diesem H&#246;rspiel &#8211; bis auf wenige Nebenpersonen &#8211; nicht der Fall. In der Hauptrolle als Cædmon spricht Schauspieler Matthias Koeberlin &#8211; etwas einf&#246;rmig, aber glaubw&#252;rdig. Die spannendste Stimme wurde dem K&#246;nig verlieren: Udo Schenk klingt wie ein gef&#228;hrliches Raubtier. Besonders gut ist die musikalische Untermalung und die Wahl der Ger&#228;usche gelungen: aufeinandertreffende Schwerter und Kampfgebr&#252;ll, Lautenspiel, Vogelgesang &#8211; stimmungsvolles Hochmittelalter!</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3867170932/selbstausbild-21" target="_blank"> Sehr gut gelungen, weil gut geklungen </a></p>
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		<title>T&#246;chter der K&#228;lte, Die &#124; Gartenzaunkrieg, Asperger und P&#228;dophilie: Camilla L&#228;ckberg l&#228;sst in Fj&#228;llbacka ermitteln.</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 15:50:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ein kleines M&#228;dchen ertrunken im Meer gefunden wird, sind die ermittelnden Kommisare aus dem westschwedischen Hafenort Fj&#228;llbacka ersch&#252;ttert. Doch als die Autopsie ergibt, dass sich statt Salzwasser S&#252;&#223;wasser mit Seifenspuren ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3351032250/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/10/toechter-der-kaelte.jpg" alt="T&#246;chter der K&#228;lte" /></a>Als ein kleines M&#228;dchen ertrunken im Meer gefunden wird, sind die ermittelnden Kommissare aus dem westschwedischen Hafenort Fj&#228;llbacka ersch&#252;ttert. Doch als die Autopsie ergibt, dass sich nicht Salzwasser sondern S&#252;&#223;wasser mit Seifenspuren in der Lunge des Kindes befindet, wandelt sich die Ersch&#252;tterung in Entsetzen &#8211; das M&#228;dchen muss in einer Badewanne ertr&#228;nkt worden sein. Der junge Kommissar Hedstr&#246;m nimmt engagiert die Ermittlungen auf, ist er doch selbst erst k&#252;rzlich Vater geworden. Auf der Suche nach dem T&#228;ter verheddern sich er und seine Kollegen in einen kleinst&#228;dtischen Wust aus Nachbarschaftsfehden, Kinderpornographie und Asperger-Syndrom.</p>
<p>Parallel zur Haupthandlung wird in Fragmenten die Geschichte eines Steinmetzes und seiner abgrundtief b&#246;sen Frau Agnes erz&#228;hlt, die vor knapp 100 Jahren im selben Dorf lebten. Dass hier ein wichtiger Zusammenhang zu den aktuellen Ermittlungen gibt ist zu erwarten, wird f&#252;r den Leser aber sp&#228;testens dann offensichtlich, als in der Parallelgeschichte ein ganzer Stadtteil brennt und im Heute Aschespuren ins Licht der Ermittlungen r&#252;cken &#8230;</p>
<p>Die Autorin blickt in die K&#246;pfe ihrer Figuren und schildert in Inneren Dialogen deren Beweggr&#252;nde und Einsichten &#8211; dabei wird auch die Person nicht au&#223;er Acht gelassen, die sich sp&#228;ter als M&#246;rder herausstellt. Toll, wie die Autorin es schafft, so viel Privates aus dem Leben der Beteiligten zu erz&#228;hlen und gerade dadurch statt Langeweile Spannung zu erzeugen. Einziges Manko sind die ewig trostlosen Familienverh&#228;ltnisse aller Beteiligten.</p>
<p>Camilla L&#228;ckberg schreibt klar, erkl&#228;rend und intuitiv, mit besonderer Wertsch&#228;tzung f&#252;r Details. Auf die ersten beiden B&#228;nde der Reihe wird nur selten angespielt &#8211; man muss sie nicht kennen, um mit &#8216;Die T&#246;chter der K&#228;lte&#8217; in L&#228;ckbergs Krimiwelt einzutauchen.</p>
<p><em>»Seufzend schwang er (ein Kommissar) die Beine aus dem Bett. Es schlief grunds&#228;tzlich nur in Unterhosen, und nun tastete seine Hahd sich unter dem dicken Bauch zum Schritt vor, wo er sich kratzen und gewisse Teile zurecht r&#252;cken musste, die im Schlaf ein wenig in Schieflage geraten waren.«</em></p>
<p>Ein Krimi von der Art, wie es den schwedischen Autoren im Blut zu liegen scheint: ruhig, dennoch fesselnd und mit einem Schuss Humor.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3351032250/selbstausbild-21" target="_blank"> Klasse Krimi: ruhig, fesselnd, humorvoll</a></p>
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		<title>Kalte Asche &#124; Simon Becketts forensischer Anthropologe ermittelt wieder in sterblichen &#220;berresten</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Sep 2007 11:27:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi, Thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf das Erscheinen dieses Buches habe ich regelrecht hingefiebert. Als ich Simon Becketts Erstling, »Die Chemie des Todes«, in die Hand bekam, wusste ich nur, dass es eben eine spannende Geschichte zu sein schien, die in England ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/380520812X/selbstausbild-21"><img title="Kalte Asche simon Beckett" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/09/kalte-asche-simon-beckett.thumbnail.jpg" alt="Kalte Asche simon Beckett" /></a>Auf das Erscheinen des zweiten Buches von Simon Beckett habe ich regelrecht hingefiebert. Als ich sein Deb&#252;t <em>Die Chemie des Todes</em> in die H&#228;nde bekam, versprach das Buch eine spannende Geschichte zu sein, die in England spielt &#8211; mit einem Protagonisten, der auf die seltsame Berufsbezeichnung &#8220;forensischer Anthropologe&#8221; h&#246;rt.</p>
<p>Ich schlug also das Buch auf, begann in der Stra&#223;enbahn auf dem Nachhauseweg zu lesen und h&#246;rte erst am fr&#252;hen Morgen des n&#228;chsten Tages wieder auf. Es war eines dieser B&#252;cher, die man sprichw&#246;rtlich nicht aus den H&#228;nden legt.<br />
Ganz &#228;hnlich verhielt es sich auch mit dem zweiten Band der Reihe, in dem erneut die Figur David Hunter die Hauptrolle spielt. Ich las das Buch im Urlaub: schlug es im Flugzeug auf, setzte es im Auto fort, las im Hotelzimmer und im Restaurant ohne es &#8211; zum Leidwesen meiner Begleitung &#8211; kaum l&#228;nger als zehn Minuten aus der Hand zu legen.</p>
<p>Dieses Mal geht es um eine r&#228;tselhafte verbrannte Leiche, die Hunter auf die Insel Runa f&#252;hrt. Zun&#228;chst deutet alles auf einen Unfall hin. Aber David Hunter w&#228;re nicht forensischer Anthropologe, wenn er aus dem vollkommen zerlaufenen Torso (aus dem unversehrt noch immer die Extremit&#228;ten herausragen) keinen Mord lesen k&#246;nnte.</p>
<p>Um die Ermittlungen zu erleichtern, wird das Dorf zun&#228;chst in dem Glauben belassen, es handle sich um einen Unfall. Der inselans&#228;ssige Kriminalbeamte Brody (weise und pensioniert) sowie der Inselpolizist Fraser (strohdumm und amtierend) stehen ihm dabei mehr oder weniger hilfreich zu Seite. Als die Insel w&#228;hrend eines Sturms v&#246;llig vom Festland abgeschnitten wird, geschehen weitere Morde. Der M&#246;rder hat beschlossen, alle Spuren und Wisser zu vernichten &#8230;</p>
<p>Ganz klar ist: den zweiten Teil habe ich fast genauso gerne wie <em>Die Chemie des Todes</em> gelesen. Ich mag Becketts Protagonist Hunter, der auch menschlich und gewinnend sympathisch bleibt, wenn er grausam entstellte Menschenteile in T&#252;tchen verpackt. Ein wenig anstrengend war, dass Simon Beckett offensichtlich kein m&#246;gliches Ende fulminant genug erschien: bis zur letzten Seite setzt er immer noch eins oben drauf. Auch das schlie&#223;liche T&#228;terprofil gleicht auffallend dem des Vorg&#228;ngers. Ein wenig vorhersehbar also, schm&#228;lert den Spa&#223; am Buch aber erst gegen Ende.</p>
<p>Simon Beckett vermag es, mit einer spannenden und sprachlich unkomplizierten Geschichte zu fesseln. Seine B&#252;cher gew&#228;hren einen sehr intensiven Einblick in den Verwesungsvorgang &#8211; dass ich sie interessiert lese, mag daran liegen, dass ich mich in der Welt des forensischen Fernsehens (CSI etc. mit all den enstellten Kadavern, die einfallsreiche Tode sterben) nicht auskenne und f&#252;r solche Bildereize und Beschreibungen (noch) nicht abgestumpft bin.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/380520812X/selbstausbild-21" target="_blank"> &#8230; diesmal verwachst und verbrannt statt verwurmt!</a></p>
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		<title>América &#124; spannend, unangenehm und lehrreich: Das Leben Illegaler in den USA</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 17:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuch, Hörspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit geschlossenen Lidern und dahinter weit offenen Augen lag ich da und lauschte Boris Aljinovic, der T.C. Boyles Gesellschaftssatire ruhig und zur&#252;ckhaltend liest. Beklemmend und mitrei&#223;end war es mit anzuh&#246;ren, wie der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000OIOFIQ/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/09/america.jpg" alt="america" /></a>Ich h&#246;re am liebsten abends im Bett vor dem Einschlafen ein bisschen H&#246;rbuch. Eine Angewohnheit aus der Kindheit, damals waren es noch H&#246;rspielkassetten. Benjamin Bl&#252;mchens und Biene Majas harmlos-harmonisch dahinpl&#228;tscherndes Tagesgeschehen eignen sich auch wunderbar zum langsamen Wegschlummern.</p>
<p>Dies gilt f&#252;r das H&#246;rbuch »América« allerdings nicht. Mit geschlossenen Lidern und dahinter weit offenen Augen lag ich da und lauschte Boris Aljinovic, der T.C. Boyles Gesellschaftssatire ruhig und zur&#252;ckhaltend liest.</p>
<p>Beklemmend und mitrei&#223;end war es mit anzuh&#246;ren, wie der Mexikaner Cándido mit seiner schwangeren Frau América (die spanische Schreibweise des Kontinents!) illegal und ausgesto&#223;en und ein menschenunw&#252;rdiges Dasein fristend neben der gutb&#252;rgerlichen und vornehmlich wei&#223;en Wohngegend exisitiert. Deren latenter Rassismus wird von Protagonist Delaney verk&#246;rpert, welcher in der ersten Szene mit seiner Motorhaube frontal auf Cándido trifft und den Schwerverletzten mit 20 Dollar abspeist.</p>
<p>W&#228;hrend die einen ums pure &#220;berleben k&#228;mpfen, sieht Delaney seine heile Vorstadt-Welt zusammenbr&#246;ckeln. Mit einem Mal wird eine hohe Mauer um die Siedlung gebaut, die ihm den Weg zu den geliebten Spazierg&#228;ngen abschneidet &#8211; und die nicht einmal dazu taugt, die hungrigen Koyoten abzuhalten. Seine beiden Hunde liegen bereits skelletiert in den Canyons. Grund und zugleich ausf&#252;hrende Kr&#228;fte des Mauerbaus sind die ungeliebten Mexikaner, die als billige, anspruchslose Arbeiter dringend ben&#246;tigt werden und sich somit vermehrt in den Canyons ausbreiten. Delaney ahnt, dass dies Konsequenzen haben wird.</p>
<p>Und tats&#228;chlich brennt es eines Tages. W&#228;hrend Cándido die Gelegenheit nutzt und f&#252;r seine Frau und das blinde Neugeborene (América wurde vergewaltigt w&#228;hrend er arbeitete) ein Wellblech und einen Hundenapf klaut, l&#228;dt Delaney seine Waffe und sucht nach ihm &#8230;</p>
<p>Wer T.C. Boyle als sarkastisch-komischen Autor sch&#228;tzt, wird an diesem Buch nicht viel zu lachen haben. Zu bedr&#252;ckend und traurig schildert er die Verh&#228;ltnisse, zu brutal st&#246;&#223;t er den Leser (oder H&#246;rer) auf Ignoranz und Selbstsucht in unserer Gesellschaft. Aber das alles brilliant formuliert.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000OIOFIQ/selbstausbild-21" target="_blank"> So grausam &#8230; so realit&#228;tsnah? </a></p>
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		<title>Der die was &#124; Schwere deutsche Sprache &#8230; ein Amerikaner im Sprachlabyrinth</title>
		<link>http://www.lesedetektiv.de/der-die-was-deutsche-sprache-ein-amerikaner-im-sprachlabyrinth/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Aug 2007 18:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten, Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache und Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines gleich vorweg: ich habe mich unheimlich am&#252;siert und laufend wiedererkannt. Bergmann wurde in den USA geboren. Mit dieser Grundlage erz&#228;hlt er, wie er &#252;berhaupt dazu gekommen ist, diese exotisch Sprache zu lernen. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499622505/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2007/08/der-die-was.jpg" alt="Der die was" /></a>Deutsche Sprache, schwere Sprache. F&#252;r mich ist das nicht nur ein hohler Aphorismus &#8211; ich habe zwei Jahre lang miterlebt, wie jemand von 0 auf 100 die deutsche Sprache lernt. Habe entsetzt festgestellt, wie unglaublich schwer diese Sprache ist: allein die drei Artikel, die meist ohne ein nachvollziehbares System zu ihren Substantiven geh&#246;ren.</p>
<p>Oder Dutzende unterschiedliche Vorsilben zum selben Verb, die allesamt eine unterschiedliche Bedeutung haben: umgehen, vergehen, angehen. Ach, ich k&#246;nnte noch viele Beispiele nennen. Statt dessen lese ich aber lieber, was der Amerikaner David Bergmann f&#252;r Erfahrungen gemacht hat.</p>
<p>Bergmann wurde in den USA geboren. Mit dieser Grundlage erz&#228;hlt er, wie er &#252;berhaupt dazu gekommen ist, diese exotische Sprache zu lernen.<br />
Sein Nachname l&#228;sst schon erkennen, dass er deutsche Vorfahren hat &#8211; bereits seine fr&#252;he Biografie ist voll von zahlreichen positiven und weniger positiven deutschen Erlebnissen, die ihn jedoch immer sicherer werden lassen, »dass es irre w&#228;re, Deutsch zu k&#246;nnen.« Neben h&#252;bschen deutschen Austauschsch&#252;lerinnen, ebenso deutschen wie herzlosen (und damit coolen) Hollywood-Killern und der Rockgruppe The Scorpions hatte auch die Affinit&#228;t zu unseren »niedlichen« Umlauten ihren Anteil daran, dass Bergmann die Sprache ernsthaft gelernt hat und ich heute dieses Buch in der Hand halte.</p>
<p>Herrlich, wie er als (ehemaliger &#8211; lebenslanger?) Deutschlernender die Sprache betrachtet, sich an seltsamen Redewendungen erg&#246;tzt, in seinen Anekdoten kein sprachliches Fettn&#228;pfchen ausl&#228;sst und stets die r&#252;cksichtslose aber liebenswerte Kompliziertheit der deutschen Sprache umschmeichelt. Dies macht er nicht in strenger Listen- und Stichwortform, sondern innerhalb einer fr&#246;hlich erz&#228;hlten Autobiografie. Das einzige was mir an diesem Buch nicht gef&#228;llt, ist die Umschlaggestaltung. Was ist das? Ein zerkratztes Stra&#223;enbahnfenster? Es wird dem frechen Stil von <em>Der die was</em> absolut nicht gerecht.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499622505/selbstausbild-21" target="_blank"> Damit man mal sieht, wie schwer das ist. </a></p>
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		<title>Lied der Rosen, Das &#124; Der Iran im 17. Jahrhundert &#8211; poetisch und ausdrucksvoll wie Tausend und eine Nacht</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 08:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Exotisch, Erotisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem persischen Dorf des 17. Jahrhunderts wird ein Komet gesichtet, der Unheil verk&#252;ndet. Vor allem f&#252;r die 14-j&#228;hrige Erz&#228;hlerin, deren Vater bald darauf stirbt - und mit ihm die Chance, eine durch Mitgift finanzierte Ehe ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3550086520/selbstausbild-21" target="_blank"><img src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2007/06/liedderrosen.jpg" alt="liedderrosen.jpg" /></a><em>Zuerst war nichts, und dann war Gott. Niemand war vor Gott.</em><br />
In einem persischen Dorf des 17. Jahrhunderts verk&#252;ndet ein Komet nahendes Unheil. Dies gilt vor allem f&#252;r die 14-j&#228;hrige Erz&#228;hlerin, deren Vater bald darauf stirbt &#8211; und mit ihm die Chance, eine durch Mitgift finanzierte Ehe einzugehen. Die Armut treibt sie und ihre Mutter in die Gro&#223;stadt Isfahan, wo sie bei dem Bruder des Vaters, einem renommierten Teppichkn&#252;pfer, und dessen herrischer Frau unterkommen.</p>
<p>Dort fristen Mutter und Tochter ein Dienstbotendasein, obwohl der Onkel die Begabung der Erz&#228;hlerin entdeckt, wundervolle Teppiche zu kn&#252;pfen. Als M&#228;dchen kann er sie nicht offiziell ausbilden, und so wird es allgemein als eintr&#228;glicher angesehen, dass das M&#228;dchen eine bezahlte Ehe auf Zeit eingeht, deren Vertrag nur dann erneuert wird, wenn sie ihren 3-Monats-Gemahl sexuell zufrieden zu stimmen vermag. Neben ihren n&#228;chtlichen Ausfl&#252;gen in die Arme ihres Mannes bildet sie sich unerm&#252;dlich im Teppich kn&#252;pfen aus, so dass sie eines Tages den Mut fasst, sich selbst und ihrer Mutter ein eigenst&#228;ndiges Leben zu finanzieren.</p>
<p>Wieder ein Buch, das sich schon aufgrund seines spannenden Einbands zu kaufen lohnt: golden ineinander flie&#223;ende Arabeske, plastisch hervorgehoben &#8230; und eigentlich wollte ich auch nur kurz reinlesen. Andere B&#252;cher liegen schon viel l&#228;nger auf meinem Nachttisch und wollen gelesen und rezensiert werden, aber dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und erst auf der letzten Seite wieder losgelassen. Und dann auch noch das: W&#228;hrend dem Lesen fiel mir einiges auf was besondere Erw&#228;hnung verdient, und normalerweise h&#228;tte ich das Buch beiseite gelegt und mir dies f&#252;r die Rezension notiert. Kurz: ich habe es nicht fertig gebracht. Und jetzt finde ich die Stellen nicht mehr.</p>
<p>Anita Amirrezvani hat einen wunderbaren Roman geschrieben (in 7-j&#228;hriger Arbeit!), mit blumiger und bilderreicher Sprache und Geschichten wie in Tausend und eine Nacht. Dabei ist mir bis zum Schluss kaum aufgefallen, dass der Name der Erz&#228;hlerin kein einziges Mal f&#228;llt &#8211; ich habe gar nicht erst danach gesucht. Einzige Unstimmigkeit: es w&#228;re passender gewesen, den Romantitel direkt ins Deutsche zu &#252;bersetzen: &#8216;Das Blut der Rosen&#8217;. Denn damit assoziiert die Erz&#228;hlerin die qualvollen Monate des Webens, ehe die wundervollen Teppiche in all ihrer unschuldigen Sch&#246;nheit vom Webstuhl geschnitten werden.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3550086520/selbstausbild-21" target="_blank"> Den Orient sehen, riechen, schmecken, sp&#252;ren!</a></p>
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