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	<title>lesedetektiv.de &#187; Autobiografisch</title>
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		<title>Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist &#124; Intuitiv, ironisch, ehrlich &#8211; und ein bisschen seltsam</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 11:04:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autobiografisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten, Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was hat man von diesem Buchtitel zu erwarten? Wie wurden die 250 Seiten zwischen den Buchdeckeln gef&#252;llt? »Eine Art Anleitung zum Gl&#252;cklichsein« lautet der Untertitel, geschrieben hat das Buch jemand, der sich durch seine T&#228;tigkeit als Dozent f&#252;r Kreatives Schreiben an der University of Washington qualifiziert. Da kann ich mir etwas vorstellen: ich erwarte eine wohlgeformte ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406592856/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-775" title="Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist | C.H. Beck" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2009/11/david-shields-das-dumme-am-leben.jpg" alt="Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist | C.H. Beck" width="127" height="200" /></a> Was hat man von diesem Buchtitel zu erwarten? Wie wurden die 250 Seiten zwischen den Buchdeckeln gef&#252;llt? »Eine Art Anleitung zum Gl&#252;cklichsein« lautet der Untertitel, geschrieben hat das Buch jemand, der sich durch seine T&#228;tigkeit als Dozent f&#252;r Kreatives Schreiben an der University of Washington qualifiziert. Da kann ich mir etwas vorstellen: ich erwarte eine stilistisch wohlgeformte pers&#246;nliche Erz&#228;hlung, ein paar Anekdoten, was Philosophisches.</p>
<p>Das ist es in den Grundz&#252;gen, aber es kommt doch unerwartet: David Shields mixt strenge biologische Fakten mit Eindr&#252;cken des &#246;ffentlichen Lebens und pers&#246;nlichen Anekdoten aus dem Leben mit seiner Familie, seiner Frau, seinem Vater (&#252;ber 90) und der Tochter (in verschiedenen Stadien der Pubert&#228;t). Als Mann Anfang 50 beobachtet und kommentiert er die Generationen zwischen jung und alt. So teilt er auch sein Buch in vier Kapitel als die vier Stationen des menschlichen Alters: <em>S&#228;uglingsalter und Kindheit</em>, <em>Adoleszenz, Erwachsenenalter</em> <em>und mittlere Jahre, Hohes Alter und Tod.</em></p>
<p>Friedliche und einfache Kurzgeschichten sind es nicht. Ein repr&#228;sentatives Kapitel sieht so aus: erst werden biologische Verfallsfakten sachlich in Zahlen gereiht (»Im Alter von drei&#223;ig bis vierzig sind Frauen noch f&#252;nfundachtzig Prozent so fruchtbar, wie sie es mit zwanzig bis vierundzwanzig waren; der Grad mindert sich auf f&#252;nfunddrei&#223;ig Prozent im Alter von vierzig bis f&#252;nfundvierzig und sinkt praktisch auf null Prozent nach dem 50. Lebensjahr«), gefolgt von noch mehr Zahlen, und zwar scheinbar beliebig &#252;ber eine Hochzeitszeremonie von Donald Trump: ich erfahre unter anderem die G&#228;steanzahl, den Namen der Kirche, die Dauer der Zeremonie, dass die Schleppe der Braut vier Meter lang war und von 28 Schneiderinnen gen&#228;ht wurde, dass der Hochzeitskuchen 1,80 Meter hoch war. Dann endet das Kapitel, es ist wie fast alle Kapitel nur zwei bis drei Seiten lang. Es tr&#228;gt den Namen <em>Jungen und M&#228;dchen im Vergleich II</em><em>I</em>. Es ist nicht ganz einfach, sich da einen Reim &#8216;draus zu machen.</p>
<p>Shields greift innerhalb eines Themenkapitels der vier Altersstadien scheinbar planlos in alle intuitiven Richtungen. Einmal geht es nur um Haare: er zitiert Woody Allen (»Das Beste was man tun kann, ist, sich altersgem&#228;&#223; zu verhalten. Wer sechzehn Jahre alt oder j&#252;nger ist, sollte zusehen, dass er keine Glatze bekommt«), dann seinen Vater, der gegen die Glatze Baseballm&#252;tze tr&#228;gt, und nat&#252;rlich erfahre ich zuerst in den biologischen Fakten dass ich &#252;ber haarbildende Zellen verf&#252;ge, dass mein Haar braun ist weil sich reines Melanin gebildet hat, und dass graues Haar durch die Vermengung der urspr&#252;nglichen Haarfarbe mit dem wei&#223; entsteht, das in dem Moment aus dem Kopf zu wachsen beginnt, wenn die Zellen ihre Funktion einstellen.</p>
<blockquote><p>Vor etlichen Jahren erfuhr ich zuf&#228;llig von der Mode, die Glatze mit einem Kinnbart zu kombinieren, und ich muss sagen: Das gef&#228;llt mir. Es dr&#252;ckt eher aus, dass man den Tod anerkennt als dass man ihn negiert.</p></blockquote>
<p>Shields Schreibstil, der in Feuilletons als »schnell und postmodern« bezeichnet wird, irritierte mich am Anfang, als ich nach Sinn und Muster in seinem Text suchte. Seinen Text habe ich schlie&#223;lich einfach schmunzelnd konsumieret. Es ist Shields ganz eigener Blick auf das Leben, und das sei nun mal Fakt: man durchl&#228;uft gewisse stereotype Phasen, man wird alt, und dann stirbt man, zwangsl&#228;ufig. Nicht hadern und Zur&#252;ckliegendem nachtrauern, lautet vielleicht die Botschaft. Eben nicht negieren, dass man eines Tages stirbt, sondern mit diesem Bewusstsein einfach leben, gl&#252;cklich in allen Stadien des Lebens, so wie es der vitale Vater von Shields seit fast 100 Jahren h&#228;lt.</p>
<p class="bestellen"><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406592856/selbstausbild-21" target="_blank">The Thing About Life Is That One Day You&#8217;ll Be Dead </a></p>
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		<title>Schlaflos in Seoul &#124; Vera Hohleiters Erfahrungen in S&#252;dkorea: unterhaltsame, pragmatische Kritik</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 18:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autobiografisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich gern gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten, Essays]]></category>

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		<description><![CDATA[Korea scheint kein besonders freundliches Land f&#252;r pragmatische Ausl&#228;nder mit kurzen Haaren, Leberflecken und vegetarischen Essgewohnheiten zu sein. Was aber, bei all diesen unangenehmen Erfahrungen und Berichten, h&#228;lt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423211539/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-1318" title="Schlaflos in Seoul | dtv" src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2009/09/schlaflos-in-seoul.jpg" alt="Schlaflos in Seoul | dtv" width="83" height="128" /></a> Vera Hohleiter lebt seit drei Jahren in Seoul, S&#252;dkorea. Dort hin gef&#252;hrt hat sie zun&#228;chst ihre Neugierde und Abenteuerlust und schlie&#223;lich die Beziehung zu einem Koreaner. Thematisch, nicht chronologisch berichtete sie in<em> Schlaflos in Seoul</em> von ihren Erfahrungen in der Metrolople, in dem Land, das vibriert zwischen Tradition und Fortschritt, einer stark konservativen Elterngeneration und einer Jugend, die technikbegeistert ist und nach Freiheit strebt.</p>
<p>Jedes Kapitel ist eine erz&#228;hlte Episode, ein rascher Blick ins bunte Treiben. Eigentlich genau das, was der Umschlag verspricht, der Hohleiter leger schlendernd im Seouler Nachtleben zeigt. Sehr ehrlich, sehr kritisch und nat&#252;rlich aus ihren subjektiven Erfahrungen gespeist erz&#228;hlt sie anekdotenhaft von ihrem (Ein)Leben in Seoul. Sie hat dabei jene Aspekte herausgearbeitet, die deutschen Lesern am Kuriosesten erscheinen &#8211; das sind eben nicht unbedingt die Sch&#246;nheit der Landschaft, die Geschichte oder die Kultur.</p>
<p>Schnell wird dabei klar, was man in Korea lieber nicht tun sollte: &#252;ber Hundefleischverzehr diskutieren. Vegetarier sein. Bus fahren. Schwiegerm&#252;ttern begegnen &#8211; wobei der Grat zwischen potenzieller und tats&#228;chlicher Schwiegermutter gering sein kann, wie am Beispiel eines jungen Deutschen erz&#228;hlt wird, der die Familie seiner koreanischen Freundin besuchte und unversehens zwangsverheiratet wurde. Das unverheiratete Zusammenleben der Tochter mit dem Ausl&#228;nder in Berlin galt im traditionalistischen Elternhaus als Entehrung, die nur durch die nachtr&#228;gliche Eheschlie&#223;ung wieder in Ordnung gebracht werden konnte.</p>
<p>Ein individueller Kleidungsstil scheint ebenfalls riskant, denn Individualit&#228;t und Europ&#228;ismus werden wohl gerne s&#252;ffisant als Schimpfwort verwendet. In Korea z&#228;hle Gruppenbewusstsein und Unterw&#252;rfigkeit, weshalb man als koreanischer Angestellter anstandslos Alkohol in rauen Mengen trinkt, oder, so hat sich Hohleiter erz&#228;hlen lassen, gar den in Chilipaste getr&#228;nkten Finger des Chefs abzulutschen hat, wenn dieser das als Bestrafung f&#252;r angemessen h&#228;lt.</p>
<p>Als Ausl&#228;nder sei man in Korea generell nicht gerne gesehen. Wer mit einem sensiblen Selbstbewusstsein ausgestattet ist, sollte besser kein Koreanisch verstehen, denn Hohleiter hat die unangenehme Erfahrung gemacht, dass herzlich und unverhohlen &#252;ber physische Unzul&#228;nglichkeiten gel&#228;stert wird. Von einer koreanischen Freundin erf&#228;hrt sie: <em>»Die koreanischen M&#228;nner sind widerlich, unkultiviert und stockkonservativ. Ich bin jetzt sechsunddrei&#223;ig, ich habe Sommersprossen und einen Doktortitel. Eine unattraktivere Kombination gibt es f&#252;r M&#228;nner gar nicht.«</em> Und:<em> »Ich merke, wie mich Leute in der U-Bahn ansehen mit einer Mischung aus Ekel und Mitleid, wie eine Behinderte.« </em></p>
<p>Korea scheint kein besonders freundliches Land f&#252;r pragmatische Ausl&#228;nder mit kurzen Haaren, Leberflecken und vegetarischen Essgewohnheiten zu sein. Was aber, bei all diesen unangenehmen Erfahrungen und Berichten, h&#228;lt Hohleiter in Korea? Dieselbe Frage hat sie sich selbst auch gestellt. Im vorletzten Kapitel <em>Warum denn Korea?</em> wertet sie die Ergebnisse einer Pro- und Contra-Liste aus. Da ist vor allem der koreanische Lebensgef&#228;hrte &#8211; und dann f&#228;llt ihr erstmal selbst nichts mehr ein. Abgesehen von banalen Kleinigkeiten wie kostenlosem Tafelwasser und Gratisbeilagen zu Modezeitschriften kommen ihr dann die Stichworte »Chancen« (Jobs, die sie durch ihr westliches Aussehen und Fremdsprachenkenntnisse ergreifen kann) und »interessant« in den Sinn.</p>
<p>Tats&#228;chlich wisse sie jedoch h&#228;ufiger Negatives als Positives &#252;ber Korea zu berichten. Man m&#252;sse, wenn man im Ausland lebt und arbeitet, Land und Leute nicht notwendigerweise lieben. Da ist es nicht allzu abwegig herauszulesen, dass sie Land und Leute S&#252;dkoreas nicht besonders sch&#228;tzt. Eine riskante &#196;u&#223;erung, wenn sie beruflich u.a. auf einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LPuR2pHCW6Y" target="_blank">Fernsehsofa des Senders KBS</a> sitzt und auf der Stra&#223;e erkannt wird.</p>
<p>Dass sie mit ihrem Buch <a href="http://blog.brigitte.de/korea/2009/08/nachrichten-von-lesern-und-nichtlesern.html" target="_blank">nicht gerade auf Gegenliebe in S&#252;dkorea st&#246;&#223;t</a>, wundert Hohleiter eigentlich nicht.  In etwas verbittertem Tonfall schreibt sie selbst an einer Stelle: <em>»Die meisten Koreaner tragen einen selbstgef&#228;lligen Nationalstolz vor sich her und sind absolut davon &#252;berzeugt, dass ihr Land &#252;ber jede Kritik erhaben ist. Die einzigen Makel, die sie bereitwillig zugeben, sind die hohen Mietpreise und die Luftverschmutzung &#8211; vermutlich weil beides messbar und statistisch zu belegen ist.</em>« Und an anderer Stelle: <em>»Dass Korea international nicht bedeutender, erfolgreicher und beliebter ist [...] k&#246;nnte tats&#228;chlich an dem ewig gestrigen nationalistischen Denken liegen, das selbst in den K&#246;pfen der Jungen und der Fortschrittlichen fest verankert ist.«</em></p>
<p>Lohnt sich der Kauf f&#252;r Deutsche, f&#252;r die das Buch schlie&#223;lich geschrieben wurde? Definitiv ja. F&#252;r jeden mit Interesse am Land und gerade auch f&#252;r jene die dort hinreisen wollen, denn sie werden auf sehr ehrliche und unterhaltsame Weise vorbereitet. Und es wird sie am Ende nicht davon abbringen, dieses zweifellos ungemein spannende Land selbst kennen lernen zu wollen.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423211539/selbstausbild-21" target="_blank"> Ein sehr ehrlicher Erfahrungsbericht </a></p>
<p class="gelesen">Auch gelesen hat&#8217;s <a href="http://www.buchinformationen.de/rezension.php?id=3848" target="_blank">Manfred Orlick / buchinformationen.de</a> und meint: »Alles in allem ein sehr unterhaltsames und sympathisches Buch von einer intelligenten und neugierigen Frau« </p>
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		<title>Dear Germany: Eine Amerikanerin in Deutschland &#124; FKK, Lederhosen, Karneval &#8211; und immer wieder Honey</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 12:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autobiografisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten, Essays]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe dieses Buch aus dem einzigen Grund bestellt, dass ich ein Interesse darin habe, wie Menschen aus anderen L&#228;ndern oder Kontinenten ihr Leben in Deutschland bew&#228;ltigen, welche Kuriosit&#228;ten sie dabei entdecken, oder welche ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3785723237/selbstausbild-21" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-196" title="Dear Germany | L&#252;bbe" src="http://www.lesedetektiv.de/wp-content/uploads/2008/07/dear-germany.jpg" alt="Dear Germany | L&#252;bbe" width="77" height="128" /></a>Ich habe dieses Buch aus einem einzigen Grund bestellt: das Interesse, wie Menschen aus anderen L&#228;ndern oder Kontinenten ihr Leben in Deutschland bew&#228;ltigen, welche Kuriosit&#228;ten sie dabei entdecken, oder in welche Fettn&#228;pfchen sie treten. Einen gelungenen Erlebnisbericht dieser Art habe ich bereits von einem anderen Amerikaner gelesen: <a href="http://www.lesedetektiv.de/?p=88" target="_self"><em>Der die was</em></a> von David Bergmann, ein lustiges Buch von einem sympathischen Autor. Was bei ihm der »Amerikaner im Sprachlabyrinth«, ist hier »Eine Amerikanerin in Deutschland«. Aber nicht irgendeine Amerikanerin, wie ich bei einem n&#228;heren Blick auf den Namen der Autorin feststellte. Carol Kloeppel. Kloeppel? Moment mal, da gab&#8217;s doch einen &#8230; richtig, <em>Peter</em> Kloeppel. Im Wikipedia-Eintrag des RTL-Chefredakteurs steht: <em>»Kloeppel ist seit 1993 mit einer Amerikanerin verheiratet und hat eine Tochter.«</em> Das Buch dieser Amerikanerin habe ich also gelesen.</p>
<p>Carol Kloeppel empfahl sich einst Peter Kloeppel als Producerin und reiste ihm schlie&#223;lich nach Deutschland hinterher. Hier empfand sie alles als sehr klein und streng geregelt, kam mit der Sprache nicht zurecht und litt unter der Angst, dass Peter (alias »Honey«) sie aus seiner Wohnung werfen w&#252;rde (<em>»Wieder einmal hatte ich seine geliebte Heimat beleidigt, und trotzdem jagte er mich nicht fort &#8230;«</em>). Irgendwie (diese Passage wird nicht erz&#228;ht) heirateten die beiden dann doch und bekommen eine Tochter. W&#228;hrend zu Beginn die Strapazen der Fremdsprache im Vordergrund stehen, ist es seit der Geburt der Tochter das Alltagsleben zwischen fahrbahren Rasenm&#228;hern und M&#252;llabholkalendern. So erfahren wir Leser auch von Carol Kloeppels Abneigungen, u.a. gegen Autobahnraser, nackte Menschen, &#246;ffentlichen Verkehr und F&#252;hrerscheinpr&#252;fer in Lederhosen. Herzerrei&#223;end und bezeichnend f&#252;r ihre schlechten Erfahrungen ist die Passage in der Bahn:<br />
Kontrolleurin: <em>»Ihren F&#252;hrerschein, bitte.«</em><br />
Carol Kloeppel: <em>»Sorry, ick sprecke nikt gut Deutsch.«</em><br />
Kontrolleurin: <em>»Ihren F&#252;hrerschein.«</em><br />
Carol Kloeppel:<em> »Sorry, mein Deutsch ist nikt sehr gut. Do you speak English?«</em><br />
Kontrolleurin: <em>»Sprechen Sie gef&#228;lligst Deutsch!«</em></p>
<p>Carol Kloeppel schreibt <em>»mal humorvoll, mal ernst aber immer sehr herzlich«</em>, verspricht der Umschlagstext. Die Herzlichkeit und die Ernsthaftigkeit m&#246;chte ich ihr nicht absprechen, aber die humorvollen Passagen sind rar ges&#228;t. Der Humor soll aus der Erkenntnis entstehen, dass in Deutschland vieles seltsam ist: z.B. die Angewohnheit mit der Jahreszeit auch die Reifen zu wechseln, dass Medikamente nicht frei zug&#228;nglich sind, dass Verk&#228;ufer zu unrecht gestresst sind, dass &#252;berall Menschen nackt herumlaufen (<em>»Meiner Meinung nach gibt es Anblicke, die sollte man empfindlicheren Gem&#252;tern ersparen«</em>), usw. Das am&#252;siert vielleicht einen Amerikaner, f&#252;r einen Deutschen ist es Realit&#228;t und selbst mit den Augen einer Amerikanerin betrachtet nichts Besonderes. Dass ein Deutscher Papst geworden ist, l&#246;st hingegen einen <em>»wahren Freundentaumel«</em> bei Carol Kloeppel aus: <em>»Das war besser als der Super-Bowl!«</em>. Wirklich l&#228;cheln musste ich nur an wenigen Stellen, z.B. als sie in den Verkehrsnachrichten von Gegenst&#228;nden auf der Fahrbahn erf&#228;hrt, und sich denkt: <em>»Was konnte das nun wieder sein? Ich kannte Gl&#252;hwein-, Reibekuchen- und Bratwurstst&#228;nde«</em>.</p>
<p>Immer wieder dazwischen ein <em>»Honey, was ist ein k&#246;lsche M&#228;del?«</em> &#8211; <em>»Honey, ich m&#246;chte Allwetterreifen haben!«</em> &#8211; <em>»Honey, hast du das kleine Schild gelesen?«</em>. Mag ja sein, dass »Honey« authentischer ist, aber h&#228;tte sie nicht einfach »Peter« schreiben k&#246;nnen? Das ewige »Honey &#8230;?«, wahlweise auch mal »Sweety &#8230;?«, nervt. &#220;ber Ihre Erfahrungen in Deutschland m&#246;chte ich lesen, nicht &#252;ber Honey und seine Farbenblindheit, Honeys schlechten Einrichtungsgeschmack oder Honeys Ernennung zum »Chefschlepper« im heimischen Garten. Das Buch ist also nicht in erster Linie eine humorvolle Betrachtung der deutschen Eigenheiten (was ich erwartete), sondern eine Art Autobiografie in Kurzgeschichten. Peter »Honey« Kloeppels Ehefrau Carol pr&#228;sentiert sich im Umschlag mit braver F&#246;hnfrisur und Rollkragenpulli bis unters Kinn &#8211; und entspricht damit voll und ganz dem Bild, das sie selbst in ihrem Buch zeichnet: brav, pr&#252;de, konservativ.</p>
<p>Dass Carol Kloeppel nach all den Jahren Amerikanerin geblieben ist, wird nicht nur aus ihren vielen negativen Erfahrungsberichten deutlich, sie spricht es auch ganz offen aus: <em>»J&#252;rgen Klinsmann und seine [...] Mannschaft brachten sogar mich als Amerikanerin dazu, einen Deutschlandschal hochzuhalten«</em>. Gelungen ist, dass sehr deutlich wird, mit welchen Schwierigkeiten eine Frau aus dem »pr&#252;den Minnesota« (mitsamt der &#252;berdimensionierten Stra&#223;en, Autos und Superm&#228;rkten) im engen Deutschland (inklusive FKK-Badestr&#228;nden) zu k&#228;mpfen hat. Der einfache Schreibstil l&#228;sst sich &#228;hnlich wie Kerkelings Pilgerbericht sehr leicht lesen, die Erlebnisse sind in thematische Kapitel mit 10 bis 20 Seiten Umfang geteilt (Recycling, Kindererziehung, Rauchen, Karneva, etc.). Das Buch eignet sich gegen Langeweile in ablenkungsstarker Umgebung, am Hotelpool zum Beispiel. Oder im &#246;ffentlichen Verkehr. Und wer vorher wei&#223;, was er bekommt (einen Einblick in Familie Kloeppels Alltag), der wird mit dem Ergebnis auch zufrieden sein.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3785723237/selbstausbild-21" target="_blank">Mehr Autobiografie als lustiger Erfahrungsbericht</a></p>
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		<item>
		<title>Alan Greenspans Leben f&#252;r die Wirtschaft &#124; Abrechnung, Rechtfertigung, Lebenswerk</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 21:56:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Madeleine Mercado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autobiografisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie er dann doch zur Volkswirtschaft und zur Finanzpolitik kam, beschreibt er in seiner oft selbstironischen Autobiografie ebenso, wie er ganz unverbl&#252;mt seine Eindr&#252;cke von den amerikanischen Pr&#228;sidenten und anderen hohen Politikern ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593384094/selbstausbild-21" target="_blank" title="Mein Leben f&#252;r die Wirtschaft | Campus"><img src="http://www.selbstausbildung.de/wp-content/uploads/2008/03/alan-greenspan.jpg" alt="Mein Leben f&#252;r die Wirtschaft" /></a>Alan Greenspan wird dieser Tage auf Abbildungen wesentlich faltenreicher abgebildet, als es auf diesem Umschlagsfoto der Fall ist: hier blickt er eher wissend und zugleich am&#252;siert.  Und seine Abbildungen und Ansichten sind derzeit sehr gefragt. Derzeit bescheinigt der den USA die »schwerste Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg«. Er muss es wissen &#8211; schlie&#223;lich war der Mann, der vor ein paar Tagen 82 Jahre alt wurde, schon damals selbst dabei.</p>
<p>Er ist Wirtschaftswissenschaftler und, ich zitiere Wikipedia, »war vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve System«. Er gilt als ein Mann, der bisweilen dem Pr&#228;sidenten der USA den Status als m&#228;chtigster Mann der Welt streitig machte. Seine Autobiografie erschien zwar schon im September letzten Jahres, ist nun aber mehr denn je aktuell, da Greenspans sorgenfaltige Mine allerorts zu sehen ist.</p>
<p>Seine pers&#246;nliche »Psychoanalyse« beginnt ganz im Sinne einer Autobiografie mit seiner Kindheit und Jugend, er spricht von seinen Tr&#228;umen Profi-Baseballspieler oder Jazzmusiker zu werden &#8211; beides verfolgt er leidenschaftlich, Klarinette und Saxophon studiert er sogar auf der Musikhochschule <em>Juilliard School</em> in New York.</p>
<p>Wie er dann doch zur Volkswirtschaft und zur Finanzpolitik kam, beschreibt er in seiner oft selbstironischen Autobiografie ebenso, wie er ganz unverbl&#252;mt seine Eindr&#252;cke von den amerikanischen Pr&#228;sidenten und anderen hohen Politikern (mit denen er arbeitete) schildert: Richard Nixon, Ronald Reagan, Bill Clinton, George Bush Senior. Auch l&#228;sst er es sich nicht nehmen, die von ihm in die Bush Junior Regierung »mitgebrachten« Freunde Rumsfeld und Cheney zu kommentieren.</p>
<p>F&#252;r mich als Nicht-Volkswirtschaftler und Nicht-Finanzpolitiker war dieses Buch vor allem die Erfahrung, wie dieser pragmatische Mann mein eigenes Leben und meine Umwelt durch seine Entscheidungen und Prognosen mitbeeinflusst hat, ohne dass ich bisher davon wusste. Ganz nebenbei habe ich einen intensiven Blick an die »Front« der Entstehung unserer heutige globalisierten Welt werfen k&#246;nnen und habe einiges &#252;ber Wirtschaft und Kapitalismus gelernt. Greenspan erz&#228;hlt auf humorvolle,niemals langweilige  Art &#8211; was ich beim ersten Bl&#228;ttern und beim Anblick all dieser Zahlen nicht erwartet h&#228;tte. Was den am&#252;siert skeptischen Gesichtsausdruck auf dem Umschlag angeht: er h&#228;lt, was er verspricht.</p>
<p class="bestellen"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593384094/selbstausbild-21" target="_blank"> Seltbstkritische, selbstironische Autobiografie</a></p>
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