Ich fange früh an, meine Weihnachtsgeschenklisten zu füllen und als erledigt abzuhaken, ich mag Geschenke-kaufen-Stress nicht. Dieses Buch habe ich mir also ganz weihnachtslistenorientiert ausgesucht: meine Zielgruppe ist weiblich, Fan von David Bowie und in den 80ern in Berlin in der Szene zu Hause gewesen.
Auf Amazon kann man ein Video zur Buchpremiere ansehen, bei Nacht. Hape Kerkeling und Piet Glocke sollen sich zum Buch äußern. Ich bin mir nicht ganz sicher ob sie es wirklich gelesen haben, Hape Kerkelings Kommentar (»sehr schön, ein potenzieller Bestsseller«) dient jedenfalls zurecht als Hauptaufhänger der Buch-PR. Wenn der schwule Komiker, der außerdem in den 80ern in Zos Alter war, das sagt, dann sind vorab schonmal drei Faktoren sicher: 1. das Buch ist lustig 2. scheint es die Problematik rund um nette schwule Männer treffend zu beschreiben und 3. stimmt das zeitgenössische Flair.
Zoe ist Studentin, hübsch, hip und mitten in der Berliner Szene der 80er Jahre samt Kneipen und David Bowie-Platten und sie hat eine Menge echt tolle, aber leider (weil für die Liebe nicht verfügbare) schwule Freunde. Den richtigen Mann trifft sie nicht, stattdessen stellt sich einer nach dem anderen entweder als grundsätzlich unbrauchbar oder schwul heraus.
»Have you got an aspirin?«, fragte plötzlich jemand neben ihr. Sie blickte auf und sah einen sehr langen, sehr dünnen Mann, der sie angrinste. Michael Page! Der Bassist von Iggy!
Verwirrt blickte sie ihn an, fing sich aber schnell wieder und antwortete möglichst cool: »Not here. It’s at Bahnhof Zoo in my luggage.«
Das alleine würde noch keine reizvolle Geschichte machen. Im Gegenteil: wie viele Frauenbücher gibt es, in denen die attraktive weibliche Hauptfigur auf der Suche nach ihrem Mr. Right von dem schwulen besten Freund begleitet wird? Der Reiz liegt woanders: in Bibo Loebnaus flotten, unkompliziertem Erzählen. Sie wirft ihre Leser mitten rein in eine Gegenwart, die schon 25 Jahre zurückliegt, und hier noch einmal ganz lebendig wird.




